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Pultdachhaus bauen: Kosten, Vorteile und Varianten im Überblick

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Dr. Aviva Köberlein
Aktualisiert am 6. Oktober 2026

Ein Pultdachhaus verbindet außergewöhnliche, moderne Architektur mit handfesten Vorteilen. Denn die einseitige Dachfläche schafft großzügigen Wohnraum nahezu ohne Schrägen, eignet sich hervorragend für Photovoltaik und ist in der Konstruktion günstiger ist als einige andere Dachformen. Ob als eingeschossiger Bungalow oder mehrgeschossiges Einfamilienhaus, das Pultdach bietet folglich Gestaltungsfreiheit für unterschiedlichste Grundrisse und Lebensentwürfe.

Gleichzeitig fragen sich viele Bauinteressierte: Was kostet ein Hausbau mit Pultdach tatsächlich? Wie schneidet ein Pultdachhaus im Vergleich mit einem Satteldach ab? Und welche Form, beispielsweise einfaches Pultdach, versetztes Doppelpultdach oder kragendes Pultdach, passt zum eigenen Vorhaben?

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Marktpreise, eine detaillierte Beispielrechnung, den Vergleich der Dachvarianten sowie Hinweise zu Energieeffizienz und Fördermöglichkeiten, datenbasiert und mit verlinkten Primärquellen.

Dr. Aviva Köberlein
Aktualisiert am 6. Oktober 2026

Haus mit Pultdach: Das Wichtigste im Überblick

  • Schlüsselfertiges Pultdachhaus: Typischer Angebotspreis 2.800 €/m² Wohnfläche (154 Angebote von 54 Anbietern, Stand 04/2026)

  • Fertighaus vs. Massivhaus: 2.815 vs. 2.762 €/m², praktisch kein Unterschied beim Pultdach

  • Ausbauhaus mit Pultdach: Üblicher Listenpreis 1.818 €/m² (79 Angebote von 24 Anbietern)

  • 140-m²-Pultdachhaus: Hauspreis ca. 420.000 €, Gesamtkosten inkl. Grundstück ca. 770.000 € (siehe Beispielrechnung)

  • Preisvergleich: 8 % teurer als das Satteldach, aber günstiger als das Flachdach (+11 %)

  • Neigungswinkel: Üblicherweise 11–60 Grad, flexibel anpassbar

  • Ideal für Solaranlagen: bei Südausrichtung und 30–36 Grad Dachneigung

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Was ist ein Pultdachhaus?

Modernes Doppel-Pultdachhaus mit Wintergarten-Erker
Modernes Doppel-Pultdachhaus mit Wintergarten-Erker

Ein Pultdachhaus besitzt nur eine einzige geneigte Dachfläche, weshalb vereinfacht gesagt ein Haus mit Pultdach ein halbes Satteldach hat. Namensgebend ist das Schreibpult, an dessen Aussehen diese Dachform erinnert.

Des Weiteren werden die Vorder- und die Rückwand eines Pultdachhauses, First- und Traufseite genannt, in zwei unterschiedlichen Höhen erstellt und mit einem Ringanker gesichert. In Bezug auf die obere Firstseite spricht man bei einem Pultdachhaus auch von der sogenannten Hohen Wand.

Praxisstimme: Der Wow-Effekt beim Pultdachhaus

"Dadurch entstand die extreme Raumhöhe, weil du bei einem Pultdach einen bestimmten Neigungswinkel brauchst [...]. Was uns niemand gesagt hat: Wie sich acht Meter Wand anfühlen, wenn du davor stehst. Wir hatten nie eine 3D-Visualisierung vom Raumgefühl. Als die Wände dann standen, haben wir gedacht: Wow."

Bauherrin Claudia, hat ein individuell geplantes Pultdachhaus gebaut

Bei einem Massiv- oder Fertighaus mit Pultdach kommt oft ein Pfettendach zum Einsatz, so dass die Sparren unkompliziert verbaut werden können. Egal ob komplette Dachschalung oder nur eine Lattung als Unterlage für die Außenhaut, der Aufbau ist bei einem Pultdachhaus einfacher als bei Walmen, Spitzgiebeln oder anderen außergewöhnlichen Dachkonstruktionen. Sofern Sie auf Gauben oder Dachfenster verzichten und eine schlichte Grundform wählen, ist der Hausbau mit Pultdach daher eine preiswerte Variante unter den Steildachformen.

Ursprünglich häufig mit Industriestätten und Lagerhallen assoziiert, hat sich das Pultdachhaus – einfach oder mit Doppelpultdach – mittlerweile als modernes Wohngebäude mit großzügigem Raumgefühl etabliert. Ob eingeschossig als Bungalow oder mit mehreren Stockwerken geplant: Da nur eine Dachschräge vorhanden ist und die Dachneigung bei einem Haus mit Pultdach üblicherweise gering ausfällt, stehen Ihnen fast ausschließlich Vollgeschosse zur Verfügung.

Welche Neigung hat ein Pultdach?

Generell liegt der Neigungswinkel eines Pultdachs zwischen 11 und 60 Grad und lässt sich flexibel anpassen. Beachten Sie allerdings bei der Planung den Bebauungsplan Ihrer Gemeinde, der Vorgaben zur maximalen Dach- und Gebäudehöhe enthalten kann.

  • Mehrgeschossiges Pultdachhaus: Eine geringere Dachneigung (15–25 Grad) nutzt die obere Etage als Vollgeschoss mit mehr Wohnfläche, weniger Schrägen.
  • Pultdachhaus als Bungalow: Ein steilerer Neigungswinkel (30–45 Grad) erzeugt einen offenen, galerieartigen Raumcharakter mit viel Deckenhöhe.
  • Grundregel: Je flacher die Neigung, desto wichtiger die fachgerechte Abdichtung, insbesondere gegen Regenwasser und Schneelast.

Pultdach: Kosten & Preise 2026

Wegen der vergleichsweise moderaten Konstruktionskosten für das Dach finden Sie Massiv- und Fertighäuser mit Pultdach schlüsselfertig je nach Größe und Ausführungsqualität bereits ab etwa 280.000 Euro ab Oberkante Bodenplatte (Stand September 2026, Angebote für schlüsselfertige Pultdachhäuser). Letztlich hängen beim Pultdach die Kosten aber auch vom Material der Dacheindeckung ab, welches sich wiederum nach der Dachneigung richtet.

Was kostet ein Pultdachhaus schlüsselfertig?

Ein schlüsselfertiges Haus mit Pultdach kostet im Median 2.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (reiner Hauspreis ab Oberkante Bodenplatte). Bei 120 Quadratmetern entspricht das einem Hauspreis von rund 340.000 Euro.

Die folgende Auswertung basiert auf 154 schlüsselfertigen Häusern mit Pultdach von 54 Anbietern auf Fertighaus.de (Stand 2026).

Preissegmente beim schlüsselfertigen Pultdachhaus
Tabelle: Pultdachhaus-Preise (Angebote) nach Ausbaustufe
Ausbaustufe Angebote Anbieter Median €/m² (IQR: Typische Preisspanne) Hauspreis Median
Schlüsselfertig 154 54 2.800 (2.442–3.192) 437.060 €
- davon Fertighaus 119 41 2.815 (2.458–3.193) 444.200 €
- davon Massivhaus 35 13 2.762 (2.362–3.124) 355.900 €
Ausbauhaus 79 24 1.818 (1.431–2.074) 276.640 €
- davon Fertighaus 69 21 1.810 (1.441–2.008) 280.000 €
- davon Massivhaus* 9 2 2.163 (1.045–2.228) 257.000 €
Bausatzhaus** 13 6 1.195 (879–1.315) 142.617 €

* Für Häuser mit Pultdach in Massivbauweise als Ausbauhaus liegen nur 9 Angebote von 2 Anbietern vor. Der Median von 2.163 €/m² ist daher nicht generell belastbar, weil er maßgeblich von einem einzelnen Anbieter bestimmt wird.

** Beim Bausatzhaus erlaubt die Stichprobe mit 13 Angeboten von 6 Anbietern nur eine eingeschränkte Aussage. Die Spanne reicht von reinen Basismaterialpaketen ab rund 285 €/m² bis zu umfangreichen, hochwertigen Bausätzen über 1.800 €/m², weshalb der Zentralwert von 1.195 €/m² diese Bandbreite nur bedingt abbildet.

Quelle: Eigene Portfolioauswertung, Preise ab Oberkante Bodenplatte, Stand 2026.

Der Unterschied zwischen Fertig- und Massivbauweise liegt beim Pultdach über alle Größen bei nur etwa 2 % (2.815 vs. 2.762 €/m²). Dieser Abstand fällt deutlich geringer aus als im Gesamtvergleich aller Hausformen (ca. 11 % bereinigt). Das Pultdach ist damit eine der wenigen Dachformen, bei der die Bauweise kaum Einfluss auf den Quadratmeterpreis hat.

Tabelle: Preise für Pultdachhäuser nach Wohnfläche (schlüsselfertig)
Wohnfläche Angebote Median €/m² Hauspreis Median
100–130 m² 24 3.008 340.400 €
130–150 m² 42 2.872 401.878 €
150–170 m² 35 2.800 444.200 €
170–200 m² 21 2.794 500.111 €

Der Quadratmeterpreis sinkt mit zunehmender Wohnfläche, von rund 3.008 €/m² bei kompakten Pultdachhäusern bis 100–130 m² auf 2.794 €/m² ab 170 m². Das ist ein typischer Skaleneffekt: Grundkosten wie Dachkonstruktion, Haustechnik und Planung verteilen sich auf mehr Fläche.

Einordnung im Vergleich mit anderen Dachformen

Wie teuer ist ein Pultdachhaus im Vergleich zu anderen Dachformen? Die folgende Tabelle zeigt den größenbereinigten Vergleich bei 140–160 m² Wohnfläche, was den fairsten Maßstab darstellt, weil er Größeneffekte herausrechnet.

Tabelle: Preisvergleich nach Dachformen – EFH schlüsselfertig, 140–160 m²
Dachform Angebote Median €/m² vs. Satteldach Hauspreis Median
Krüppelwalmdach 5 2.149 −17 % 335.800 €
Walmdach 105 2.486 −3 % 370.400 €
Zeltdach 16 2.530 −2 % 376.126 €
Satteldach 303 2.575 Referenz 386.073 €
Pultdach 31 2.792 +8 % 430.000 €
Flachdach 63 2.867 +11 % 431.730 €

Quelle: Eigene Angebotsauswertung (alle Bauweisen, schlüsselfertig, 140–160 m²), Stand 2026.

Die Rangfolge der Listenpreise von günstig nach teuer: Walmdachhaus → Zeltdachhaus → Satteldachhaus → Pultdachhaus → Flachdachhaus. Das Haus mit Pultdach liegt rund 8 % über dem mit Satteldach, ist aber spürbar günstiger als das mit Flachdach (+11 %).

Auf den ersten Blick überrascht, dass Angebotspreise für ein Walmdachhaus trotz vier geneigter Dachflächen günstiger als mit Satteldach sind. Die Erklärung beruht darauf, dass die Teilmengen je Bauweise den Median beeinflussen. Denn beim Walmdachhaus machen Massivhäuser 39 % der Auswahl aus (beim Haus mit Pultdach nur 26 %, beim Satteldach 22 %). Da Massivhäuser im Mittel günstiger angeboten werden, meist aufgrund einer weniger umfangreichen Ausstattung als bei Fertighäusern der gleichen Ausbaustufe, drückt der höhere Massivhaus-Anteil den Preis. Innerhalb derselben Bauweise liegen beide Dachformen nahezu gleichauf (Fertighaus: Walmdachhaus 2.708 vs. Satteldachhaus 2.713 €/qm; Massivhaus: je 2.272 vs. 2.287 €/qm).

Das Krüppelwalmdach ist mit nur 5 Angeboten von 3 Anbietern statistisch nicht aussagekräftig, da der niedrige Zentralwert vor allem durch die hohe Zahl an Massivhäusern (60 %) und die Konzentration auf wenige günstige Anbieter entsteht, nicht durch einen Preisvorteil der Dachform selbst. Auch beim Zeltdach erklärt die Aufteilung nach Bauweise den niedrigeren Median: 62 % der Angebote stammen von Massivhaus-Anbietern (Satteldach: 25 %). Innerhalb derselben Bauweise liegt der typische Angebotspreis für ein Haus mit Zeltdach über dem des Satteldachhauses (Fertighaus: 2.974 vs. 2.713 €/qm), was auf die konstruktiv aufwendigere Form hinweist.

Auffällig ist, dass das Flachdachhaus trotz identischer Verteilung nach Bauweise wie das Satteldachhaus (78 % Fertighaus / 22 % Massivhaus) die teuerste Standardform repräsentiert; hier liegt der Aufpreis tatsächlich an den höheren Anforderungen an Abdichtung und Statik.

Was ist günstiger: Pultdachhaus oder Flachdachhaus?

Beim reinen Hauspreis ist das Pultdachhaus günstiger: Im Median kostet es zwischen 140 und 160 Quadratmetern schlüsselfertig 2.792 €/m², ein vergleichbares Flachdachhaus 2.867 €/m², ein Unterschied von rund 3 Prozent. Der Aufpreis beim Flachdach entsteht vor allem durch die höheren Anforderungen an Abdichtung und Statik. Hinzu kommt: Das Pultdach punktet durch die natürliche Entwässerung der geneigten Fläche mit geringerem Wartungsaufwand und längerer Lebensdauer des Dachs. Das Flachdach bietet dafür eine nutzbare Dachfläche — etwa als Dachterrasse oder für eine extensive Begrünung.

Tabelle: Listenpreise nach Dachformen über alle Größen (EFH schlüsselfertig)
Dachform Angebote Median €/m² IQR Hauspreis Median Wohnfläche Median
Walmdach 473 2.594 2.292–2.927 362.900 € 141 m²
Zeltdach 40 2.627 2.259–2.973 392.219 € 154 m²
Satteldach 1.006 2.651 2.331–2.955 380.896 € 146 m²
Pultdach 132 2.798 2.418–3.170 422.578 € 149 m²
Flachdach 267 2.994 2.690–3.356 435.850 € 150 m²

Das Krüppelwalmdach (n=9, Median 2.149 €/m²) ist hier der kleinen Stichprobe wegen ausgelassen. Basis: nur Einfamilienhäuser (n=132 beim Pultdach), die Kerntabelle oben enthält zusätzlich Doppel-, Zweifamilien- und Mehrfamilienhäuser (n=154).

Was kostet ein Haus mit Pultdach? Beispielrechnung

Tabelle: Beispielhafte Kostenaufstellung für ein schlüsselfertiges Pultdachhaus mit 140 qm
KOSTENFAKTOR PREIS
Hauspreis (140 m² × 3.001 €/m², Median 135–145 m²) 420.140 €
Grundstück (500 m² × 302 €/m², Destatis 2025) 151.000 €
Grundstücksnebenkosten (10 %, z. B. Notarin, Grunderwerbsteuer, Grundbucheintrag) 15.100 €
Bodenplatte (80 m² × 250 €/m²) 20.000 €
Außenanlage (15 % des Hauspreises) 63.021 €
Baunebenkosten (20 % des Hauspreises) 84.028 €
Sonstiges (Umzug, Richtfest, Fahrtkosten, neue Einrichtung) 20.000 €
Gesamtkosten 773.289 €

Grundstückspreis: Destatis, Durchschnitt baureifes Land 2025. Bodenplatte, Außenanlage und Baunebenkosten: branchenübliche Richtwerte.

Warum in diesem Fall 3.001 €/m² statt 2.800 €/m²? Der Gesamtmedian über alle Pultdachhäuser liegt bei 2.800 €/m². Für ein 140 m² großes Haus ist der Quadratmeterpreis jedoch höher, weil fixe Grundkosten (Dachkonstruktion, Haustechnik, Grundrissplanung) auf weniger Fläche verteilt werden. Die Tabelle zu Angebotspreisen nach Hausgröße oben zeigt den Effekt: Von 3.008 €/m² bei 100–130 m² sinkt der Preis auf 2.794 €/m² ab 170 m².

Wichtig: Die Beispielrechnung zeigt Richtwerte. Grundstückspreise variieren regional stark, und sind in ländlichen Gebieten eher niedriger, in Ballungsräumen höher. Ein Keller statt Bodenplatte erhöht die Kosten um 60.000–140.000 €.

Was sind Vor- & Nachteile von einem Haus mit Pultdach?

Anders als bei einem reinen Flachdach, das zusätzlich geschützt werden muss, verhindert die Neigung eines Pultdachhauses zuverlässig Belastungen durch Schnee und Regenwasser – funktionell unterscheiden sich Pultdachhäuser deshalb nicht von Giebeldachhäusern, maximieren aber gleichzeitig ähnlich wie ihre flacheren Verwandten die nutzbare Wohnfläche aufgrund der geringen beziehungsweise nur einseitigen Schrägen.

Zudem erweist sich der Hausbau mit Pultdach als simpel und kostengünstig in der Konstruktion. Darüber hinaus spricht die beachtliche Gestaltungsfreiheit für ein Massiv- oder Fertighaus mit Pultdach: Ob luxuriöse Glasfronten oder Tageslichtfenster im Dach für eine angenehme und sonnige Atmosphäre im Inneren, ein moderner Fachwerk- oder Ziegelbau oder aber ein natürlich wirkendes Holzhaus mit Pultdach – Ihnen stehen alle Möglichkeiten offen.

Nicht zuletzt schützt die Überdachung eines Pultdachhauses bei Ausrichtung zur Wetterseite besonders gut vor Kälte, Niederschlag und Wind. Wollen Sie allerdings Solarthermie oder Photovoltaik zur Energiegewinnung nutzen – was bei einem Haus mit Pultdach bestens funktioniert –, sollten Sie die Dachfläche am Verlauf der Sonne orientieren, idealerweise nach Süden.

Nachteile hat der Hausbau mit Pultdach kaum. Lediglich an der Firstwand besteht die Möglichkeit, dass sich der Wohnraum im Sommer schneller aufheizt. Eine effektive Dämmung schafft hier Abhilfe.

Pultdachhäuser Vorteile

  • Günstiger Preis dank einfacher Konstruktion

  • Geringe Instandhaltungskosten durch natürliche Entwässerung

  • Wenig Schrägen: Kaum Raumverlust im Obergeschoss, mehr Helligkeit durch hohe Wand

  • Witterungsschutz durch geneigte Dachfläche, zuverlässiger Abfluss von Regen und Schnee

  • Begrünte Dachfläche bei flacher Neigung möglich

  • Ideal für Solaranlagen bei optimaler Ausrichtung (große, gleichmäßige Fläche)

  • Hohe architektonische Gestaltungsfreiheit

Pultdachhäuser Nachteile

  • Stärkere Hitzeentwicklung unter dem Dach im Sommer; effektive Dämmung und ggf. außen liegender Sonnenschutz schaffen Abhilfe

  • Mehraufwand bei Dämmung und Abdichtung, insbesondere bei geringer Dachneigung

  • Bei flacher Neigung kann sich Laub und Schmutz auf der Dachfläche ansammeln, regelmäßige Kontrolle empfehlenswert

Pultdachhaus: Varianten und Ausführungen

Einfaches Pultdach

Der Klassiker unter den Pultdachhäusern verfügt über eine einzige geneigte Dachfläche. Kombiniert man diesen Haustyp mit einem Flachdachanbau oder überdacht nur einen Teil des Hauses mit dem Pultdach, so entsteht eine optimale Fläche für eine weitläufige Dachterrasse.

Der Wegfall des Firstbalkens macht die Konstruktion bei ähnlicher Funktionalität einfacher und damit preiswerter als ein Satteldach. Zudem sind Pultdachhäuser mit solch einer klassischen Ausführung besonders günstig.

Haus mit einfachem Pultdach
Fertighaus mit Pultdach von massa haus
Haus mit versetztem Doppelpultdach
Haus mit versetztem Doppelpultdach von Fertighaus WEISS

Versetztes Pultdach / Doppelpultdach

Architektonisch besonders reizvoll ist das Doppelpultdach, auch versetztes Pultdach genannt. Es sieht aus wie ein Satteldach, bei dem eine Hälfte nach unten versetzt ist. Zwei Pultdächer werden versetzt gegeneinander ausgerichtet, sodass eine gerade Kante entsteht, die sich ideal für Oberlichter eignet.

Häufig ist eine der Seiten schmaler als die andere. So entsteht eine auffällige, asymmetrische Form, die besonders modern wirkt und jedes Pultdachhaus zum Blickfang macht.

Doppelter Aufwand: Das Doppelpultdach erfordert am Stoßpunkt der unteren Dachplatte eine besonders zuverlässige Abdichtung. Der Preis für ein versetztes Pultdach ist daher höher als bei einem einseitigen Pultdachhaus.

Kragendes Pultdach

Kragende Pultdächer sind sowohl beim einfachen als auch beim versetzten Pultdachhaus möglich. Die Dachfläche wird über die Hauswand hinaus verlängert und dient als Balkon- oder Terrassenüberdachung und somit als ein zusätzlicher Wetterschutz für den Außenbereich.

Trotz der Mehrkosten für längere Sparren und etwas mehr Dachdeckung steigt der Nutzwert erheblich.

Massiver Bungalow mit kragendem Pultdach über der Terrasse von Kern-Haus
Massiver Bungalow mit kragendem Pultdach über der Terrasse von Kern-Haus
Haus mit unterbrochenem Pultdach
Haus mit unterbrochenem Pultdach von Frammelsberger Holzbau

Unterbrochenes Pultdach

Beim unterbrochenen Pultdach wird die Dachfläche für ein Dachfenster, einen Erker mit Zwerchhaus oder einen Balkonausschnitt unterbrochen. Bei guter Planung wird der Abstand zwischen zwei Sparren genutzt, sodass keine zusätzlichen Berechnungen für die Statik anfallen.

Dachgauben sind beim Pultdachhaus die Ausnahme, da der Mehraufwand für den Einbau den Preisvorteil des Pultdachs in der Regel zunichte macht. Wer dennoch eine individuelle, ausgefallene Optik wünscht, findet im Einfamilienhaus mit unterbrochenem Pultdach eine attraktive Lösung.

Sonderfall: Sheddach

Auf größeren Gebäuden, wie Fabrikhallen oder Museen, werden oftmals mehrere kleine Pultdächer hintereinander gereiht. Diese Dachform wird als Sägezahndach, Scheddach oder Sheddach bezeichnet und mittlerweile auch bei Wohnhäusern im modernen Stil angeboten.

Durch diese Art der Konstruktion lässt sich die Gesamtdachhöhe geringhalten und eine weiträumige Beleuchtung der Räumlichkeiten gewährleisten. Die einzelnen Dachflächen eines Scheddachs verfügen über eine abgeflachte und eine steile Seite, die in den meisten Fällen mit Fenstern ausgestattet ist und so gleichmäßigen und natürlichen Lichteinfall erlaubt. Darüber hinaus überzeugt ein Scheddach mit verhältnismäßig günstigen Baukosten, da es weniger Stützen zur Absicherung benötigt.

Das Haus mit charakteristischem Sheddach von Haas Fertigbau verbindet klare Architektur mit wohnlicher Atmosphäre und privaten Gartenbereichen.
Das Haus mit charakteristischem Sheddach von Haas Fertigbau verbindet klare Architektur mit wohnlicher Atmosphäre und privaten Gartenbereichen.

Pultdachhaus energieeffizient gestalten

Pultdachhäuser bieten gleich mehrere Möglichkeiten, Energie zu sparen und nachhaltiger zu wohnen. Nicht zu vernachlässigen ist darüber hinaus die staatliche Förderung, die bei einem Energiesparhaus die Kosten noch zusätzlich senken kann. Entsprechend geplant und nach Süden ausgerichtet, eignet sich das Pultdachhaus durch die große, gleichmäßige und ebene Dachfläche für die Strom- und Wärmeerzeugung mit Sonnenenergie und kann gleichzeitig dabei helfen, im Winter beachtlich Heizkosten sparen.

So nutzen Sie Ihr Haus mit Pultdach möglichst energieeffizient:

1) Solarthermie und Photovoltaik auf dem Pultdach

Drei Voraussetzungen sollte ein Haus mit Pultdach für den Einbau einer Photovoltaik- oder Solaranlage erfüllen:

  • Ausrichtung der Überdachung nach Süden
  • Winkel der Dachneigung zwischen 30 bis 36 Grad
  • Standort frei von Verschattungen

Die genannten Angaben sind ideale Voraussetzungen für den Hausbau mit Pultdach. Wenn der Bebauungsplan des Standortes und die Bauposition eine andere Ausrichtung oder einen anderen Dachwinkel vorschreiben, dann mindert dies den Stromertrag nur geringfügig. Klarheit schafft eine Beratung durch einen Fachbetrieb oder eine Energieberatung.

Eine so flache Dachneigung hat zudem den Vorteil, dass der darunter befindliche Raum noch einen uneingeschränkten Nutzwert besitzt. Darüber hinaus sind die Solarpaneele Ihres Pultdachhauses von der Straße aus kaum sichtbar, was unerwünschte Reflektionen vermeidet.

Versetztes Pultdach mit PV-Anlage
Modernes Plus-Energie-Pultdachhaus mit PV-Anlage & Doppel-Pultdach

2) Mit einem Haus mit Pultdach Heizkosten sparen

Zeigt bei einem einfachen Pultdachhaus die Dachtraufe nach Norden und der Dachfirst in Richtung Süden, reduziert dies den Wärmeverlust spürbar. Durch die hohe Südfront wird außerdem die Wärme der Sonne gespeichert und in die Räume abgegeben. Die geneigte Dachseite schützt vor Kälte und Wind an der Wetterseite, soweit die richtige Dämmung vorhanden ist. Daher eignet sich ein Pultdachhaus besonders für den Bau eines Passivhauses. Die Installation einer PV-Anlage ist in diesem Fall allerdings nicht möglich.

Empfohlene Baufirmen für den Hausbau mit Pultdach

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