Erdboden mit einem Blatt

Die 7 Bodenklassen erklärt

Von Wolfram Wolbring Am 11. November 2021

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Trägt der Boden auf Ihrem Baugrundstück das geplante Haus? Müssen besondere Vorbereitungen erfolgen oder eignet sich der Boden überhaupt nicht für den Bau? Seit 2008 schreibt der Gesetzgeber vor, dass Sie vor der Bebauung ein Bodengutachten erstellen und den Bodengrund klassifizieren lassen müssen. Was auf den ersten Blick ein weiterer Kostenfaktor ist, dient der statischen Sicherheit Ihres Neubaus und schließt aus, dass Sie sich oder andere Menschen durch die Bebauung gefährden. Hier erfahren Sie, welche Bodenklassen es gibt und warum die Kenntnis zur BK eine wichtige Grundlage für den Hausbau ist.

Wofür gibt es Bodenklassen?

Die Einstufung in eine Bodenklasse dient im Baugewerbe dazu, die Bebaubarkeit und damit die Baukosten zu kalkulieren. Aus diesem Grund spielt die Klassifizierung nicht erst zum Zeitpunkt des Bauvorhabens, sondern bereits beim Grundstückskauf eine wichtige Rolle. Einige Böden eignen sich wunderbar für die Bebauung, während andere Böden vor nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten stellen oder eine zeit- und kostenintensive Vorbereitung benötigen.

Bodenklasse 1

Hierbei handelt es sich um Mutterboden und Humus. Die fruchtbare Bodenart ist ideal für den Garten, eignet sich aber nicht für den Hausbau. Wenn Sie auf einem Grundstück mit dieser Einstufung bauen möchten, müssen der Mutterboden und die Zwischenschicht - der Humus - abgetragen werden. Da der Mutterboden eine sehr fruchtbare Bodenart ist, können Sie den Aushub direkt für die Gartengestaltung aufbewahren und müssen sich nicht um eine Entsorgung kümmern.

  • gut geeignet für Hausbau - nach Abtragung von Mutterboden und Zwischenschicht

Bodenklasse 2

Der Boden ist wasserhaltig und schlammig. Weist Ihr Baugrundstück wasserhaltigen Boden oder Schöpfboden auf, ist der Austausch vor einer Bebauung unausweichlich. Durch die schlammige Bodenbeschaffenheit ist ein statisch sicherer Bau unmöglich. Die beiden Erden werden abgetragen und durch bebaubaren Bodengrund ersetzt. Nicht nur im Bezug auf die Statik, sondern auch mit Blick auf die Abdichtung gegen Feuchtigkeit kann auf Böden der Klasse 2 erst nach entsprechenden Vorbereitungsmaßnahmen gebaut werden.

  • gar nicht geeignet für Hausbau - erst nach Austausch

Bodenklasse 3

Die Klassifizierung steht für lose und leichte Böden. Sie bestehen entweder aus nicht bindigem Sand oder Kies, der eine Bebauung ohne vorbereitende Maßnahmen unmöglich macht. Ein flacher Böschungswinkel und / oder eine Spundwand werden zur Absicherung der Baustelle angelegt. Ohne diese Vorbereitung würde der lose Boden nachrutschen und schon in der Bauphase zu gravierenden Fundamentrissen führen.

  • gar nicht geeignet für Hausbau - erst nach Anlage einer Spundwand oder eines Böschungswinkel

Bodenklasse 4

Der mittelschwere Boden oder Stichboden ist lehmhaltig, sandig oder schluffig (lösshaltig). Böden dieser Einstufung eignen sich sehr gut für den Hausbau, da sie die nötige Festigkeit aufweisen und dementsprechend nicht vorbereitet werden müssen. Ein Gutachten mit dieser Erkenntnis ist der Startschuss für Ihr Bauvorhaben nach Plan.

  • sehr gut geeignet für Hausbau

Bodenklasse 5

Böden der Klasse 5 sind sehr schwer und ideal für den Hausbau. Sie können aus verschiedenen Zusammensetzungen bestehen und zum Beispiel einen hohen Anteil an steifem Ton, Geröll und Steine, robuste Schlacke und Bauschutt beinhalten. Durch sein Gewicht und die Festigkeit bietet er beste Voraussetzungen für einen statisch einwandfreien Hausbau ohne Bodenaustausch und andere Vorbereitungen.

  • sehr gut geeignet für Hausbau

Bodenklasse 6

Hierbei handelt es sich um einen leichten Felsboden, auf dem sich statisch einwandfreie Fundamente errichten lassen. Schrämmböden können aus leicht bröckeligem, verwittertem oder zerklüftetem Gestein bestehen und sind grundsätzlich fest. Um die Bebauung zu realisieren, ist das vorherige Schrämmen des Bodengrundes nötig. Durch die Vorbereitung steigen die Baukosten, aber auch Ihre Sicherheit für ein stabiles Fundament.

  • gut geeignet für Hausbau - nach Schrämmung des Bodengrundes

Bodenklasse 7

Ein Baugrundstück das laut Gutachten Bodenklasse 7 aufweist, ist der stabilste Baugrund überhaupt. Allerdings handelt es sich hierbei um schweren Fels, der vor einer Bebauung gesprengt werden muss. Möchten Sie ein Haus mit Unterkellerung bauen, steigen die Bauvorbereitungskosten auf das Doppelte im Vergleich zu anderen Bodenklassen an. Ihr Haus wird über Jahrhunderte unverändert auf seinem Platz stehen, doch um den Boden auf das Fundament vorzubereiten, sind hohe Kosten und ein ebenso hoher Aufwand mit Sprengungen einzuplanen.

  • gut geeignet für Hausbau - nach Sprengung des Felses (hohe Kosten)
Fazit
Von den insgesamt 7 Bodenklassen eignen sich nur zwei ohne vorbereitende Arbeiten für den Hausbau - Klasse 4 und 5. Alle anderen Böden müssen entweder abgetragen, ausgetauscht oder durch eine Sprengung bebaubar gemacht werden.

Häufige Fragen zu Bodenklassen:

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