Kleine oder schmale Grundstücke optimal nutzen

Bei der Verwirklichung des Traums von den eigenen vier Wänden wird das Grundstück zunehmend zur entscheidenden Hürde. Gerade in Ballungsgebieten und in Großstädten ist freier Baugrund extrem knapp und teuer. Von daher kommen bei der Grundstückssuche auch Flächen in den Blick, bei denen es zunächst schwer fällt, sich eine Bebauung vorzustellen. Oft handelt es sich um besonders kleine oder sehr schmale Grundstücke - nicht selten "Restflächen" von Grundstücksteilungen oder "Lücken". Auch auf solchem Grund und Boden lässt sich bauen - und zwar durchaus anspruchsvoll. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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Was für ein Mini-Grundstück spricht

Ein entscheidendes Argument für ein Mini-Grundstück sind die Kosten. Bei weniger Fläche muss logischerweise weniger fürs Grundstück gezahlt werden. Wegen des ungünstigen Zuschnitts sind die Quadratmeterpreise oft sogar niedriger als im Umfeld - zumindest besteht Verhandlungsspielraum für einen zusätzlichen Preisvorteil. Ein niedrigerer Grundstückspreis reduziert außerdem die Erwerbsnebenkosten (Maklercourtage, Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Grundbuchkosten). Ein weiterer Vorteil eines Mini-Grundstücks ist der geringere Aufwand bei Instandhaltung und Pflege. Nicht jeder ist schließlich leidenschaftlicher Gärtner.

Kleines Grundstück - was muss beachtet werden?

Vor dem Kauf sollte auf jeden Fall geklärt werden, ob und zu welchen Bedingungen eine Bebauung möglich ist. Welche Abstände müssen zum Nachbargrundstück gehalten werden? Was lässt der Bebauungsplan der Gemeinde überhaupt zu? Diese Fragen sind zu beantworten. Manchmal existiert für solche schwer bebaubaren Grundstücke gar kein Bebauungsplan, was die Freiheitsgrade erhöht. Häufiger bestehen Wege- oder Leitungsrechte, die zu beachten sind. Hier hilft ein Blick ins Grundbuch, ob Grunddienstbarkeiten eingetragen sind. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Klärung, ob Altlasten existieren, da solche Grundstücke früher gerne zur Entsorgung genutzt wurden. Hier ist die Durchführung eines Bodengutachtens angebracht.

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Welcher Haustyp eignet sich?

Wenn wenig Grundfläche zur Verfügung steht, bleibt nur der Bau in die Höhe, um angemessene Wohnflächen zu erreichen. Daher sind Bungalows auf solchen Grundstücken weniger geeignet. Das gilt zumindest, wenn in dem Haus eine ganze Familie wohnen soll. Ein- oder zweigeschossige Häuser - ggf. mit einem ausgebauten Dachgeschoss - sind das Mittel der Wahl. Das Haus sollte auch möglichst unterkellert werden. Denn gerade bei begrenzten Raum- und Platzangebot im Wohnbereich ist es wichtig, über Staufläche zu verfügen. Mit Mehrgeschossigkeit lässt sich selbst eine kleine Grundfläche von zum Beispiel 60 qm problemlos auf eine Wohnfläche von 120 qm oder 180 qm vervielfachen.

Wie baut man am besten auf kleinen Flächen?

Haus mit kleiner Grundfläche - ELK HAUS 178 Flachdach Exterior 1Im Hinblick auf eine bestmögliche Platz- und Raumnutzung bleibt oft nur die klassische Quaderform beim Hausbau. Bei Lückengrundstücken ist die Bebauung durch die Nachbarhäuser vielfach schon vorgezeichnet. Trotzdem bieten sich vielfältige architektonische Gestaltungsmöglichkeiten für eine optisch ansprechende Erscheinung. Erker und Wintergärten lockern nicht nur das strenge Bild auf, sie schaffen auch mehr Raum und sind ein guter "Trick", um vorgeschriebene Grenzabstände zu "unterlaufen". Ein Flachdach lässt sich zur Dachterrasse gestalten, ein Satteldach kann dagegen ausgebaut werden. Die Wohnfläche lässt sich so zusätzlich vergrößern. Ein guter Architekt macht auch aus einer kleinen Fläche ein großzügiges Gebäude.

Was ist bei der Hausplanung zu beachten?

Optimale Raumaufteilung, Verzicht auf Überflüssiges und effiziente Platznutzung sind das A und O bei der Hausplanung. Durch weniger Innenwände und offene Raumgestaltung kann selbst bei kleiner Fläche eine großzügige Wirkung erzielt werden. Licht und der Blick ins Grüne weiten optisch den Raum. Verkehrsflächen sind "Platzfresser" und sollten auf das unbedingt nötige Minimum reduziert werden - zum Beispiel nur auf Treppen, die gleichzeitig als Flur dienen. Durch geschickt integrierte Einbauschränke und -möbel lassen sich Stauräume schaffen, ohne Platz wegzunehmen. Überhaupt sollte man bei der Möblierung eher sparsam sein. Sie ist ein wichtiger Teil der Planung. Eine Dachterrasse erfüllt den gleichen Zweck wie eine Gartenterrasse, erfordert aber keinen zusätzlichen Platz. Auch ein Bad benötigt, optimal ausgenutzt, nicht viel Fläche, ohne Sanitär-Komfort aufgeben zu müssen. Es gibt viele gute Ideen. Bei kleinen und schmalen Häusern kommt es stets auch auf die Innenarchitektur an.

Maßnahmen
  • Offene Raumgestaltung

  • Wenig Innenwände

  • Viel Lichtquellen

  • Verkehrsflächen minimieren

  • Cleverer Stauraum

  • Möbel reduzieren

  • Dachterrasse

Fertighäuser - passend für extreme Grundstücke?

Bauen auf engstem Raum exterior 1Mini-Grundstücke scheinen für den Bau mit einem Architekten prädestiniert. Das ist nicht falsch, dennoch sollte man Fertighäuser nicht ganz außer Acht lassen. Zwar eignen sich viele Standard-Fertighäuser für die besonderen Anforderungen dieser Grundstücke nicht. Doch gerade Fertighäuser in Modulbauweise lassen sich so gestalten, dass sie in jede Lücke passen. Es gibt inzwischen sogar eine ganze Reihe an Fertighaus-Angeboten, die speziell auf solche "Extrem-Lagen" zugeschnitten sind. Der Vorteil der Fertigbauweise liegt nach wie vor in den niedrigeren Kosten im Vergleich zum Massivbau und in der effizienten Bauweise. Das Eigenheim kann so schneller Wirklichkeit werden. Fertighäuser sind in der Regel im Hinblick auf Raumaufteilung und -nutzung bereits optimal durchkonzipiert. Auch das kommt den Bedürfnissen der Bauherren entgegen.

Mini-Häuser - für Wohnen als Single oder zu zweit

Tiny House - Haas FH 43 Exterior 1Ein neuer Trend sind Mini-Häuser, die auf das Wohnen als Single oder zu zweit ausgerichtet sind. Dabei handelt es sich ebenfalls um Fertighäuser, die die von der Zielgruppe gern genutzte Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnung in Hausform anbieten. In diesen Fällen ist wegen des begrenzten Flächenbedarfs auch ein Bungalow, also ebenerdiger Bau möglich, sogar üblich. Ein Mini-Haus kann eine gute Lösung für ein Mini-Grundstück sein. Der Vorteil ist, dass sich die Baukosten in engen Grenzen halten. Einfachste Ausführungen von Mini-Häusern sind schon ab Größenordnungen von 10.000 Euro erhältlich, nach oben hin gibt es kaum Grenzen. Es ist kein Problem, für ein solches Haus auch mehrere 100.000 Euro zu investieren. Für Familien sind Mini-Häuser wenig geeignet. Sie bieten einfach zu wenig Platz.

Kleine oder schmale Grundstücke finden

Geeignete Grundstücke zu finden, ist gar nicht so einfach, denn es gibt nicht viele davon. Wenn der übliche Weg - Recherche in Internet-Portalen, Tageszeitungen, Anzeigenblättern, Erkundigung bei Maklern - nicht weiterhilft, kann man zum Beispiel durch Vor-Ort-Besichtigungen mögliche Flächen ausfindig machen. Das setzt natürlich voraus, dass schon feststeht, wo gebaut werden soll. Auch Erkundigungen beim örtlichen Bauamt bieten unter Umständen Hinweise, wo ein geeignetes Grundstück zum Verkauf steht. Nicht selten sind auch Kirchengemeinden gute Ansprechpartner, da viele über eigenes Bauland verfügen.

Fazit

Mit gezielter Suche und sorgfältiger Planung kann ein kleines oder schmales Grundstück eine tolle Lösung für den Eigenheim-Wunsch sein. Sie macht die eigenen vier Wände alleine, zu zweit oder für die ganze Familie auch dann möglich, wenn das Hausbau-Budget nicht so üppig ausgestattet ist. Trotzdem muss nicht auf Wohnqualität, -komfort und -ästhetik verzichtet werden.

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