Der Boden - seine Güte, sein Nutzen, seine Standfestigkeit

Boden ist nicht gleich Boden, das dürfte mancher Hobbygärtner oder Bauherr schon leidvoll erfahren haben. Der Gärtner liebt organischen Boden wie Humus oder Torf. Als Baugrund ist er aber völlig ungeeignet. Dafür eignen sich anorganische Böden wie Sand, Kies, Ton oder Fels am ehesten für die Errichtung eines Hauses, wobei Eignung nicht gleichbedeutend mit unproblematisch ist. 

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Welche Probleme entstehen durch den Boden?

Die Bodenbeschaffenheit kann zu sehr unterschiedlichen Problemen führen. Dabei ist zum einen ist die Tragfähigkeit des Bodens wichtig - darüber geben die Bodenarten Auskunft. Zum anderen ist die Bearbeitbarkeit der Böden von Interesse - deshalb werden verschiedene Bodenarten in Bodenklassen eingeteilt.

  • Ist der Boden zu arg verdichtet oder felsig, wird es sehr schwierig und teuer, die Baugrube auszuheben. Dafür muss man sich keine Sorgen bei der Gründung machen, die senkt sich auf keinen Fall.
  • Ist der Baugrund zu locker, gibt es dagegen aber Probleme mit der Gründung, weil sie einsinken oder sich verdrehen kann. Dafür läuft in diesem Fall das Wasser gut ab und es muss keine Dränage gelegt werde.
  • Manche Böden sind sehr frostempfindlich. Dann muss die Gründung sehr weit in den Boden reichen, um in den frostsicheren Bereich zu kommen.

Bodenarten als Baugrund

Die Bodenarten geben Auskunft über die Tragfähigkeit des Bodens, die bei der Errichtung von Bauwerken berücksichtigt werden muss. Wegen seines unterschiedlichen Verhaltens bei Belastung teilt man den Boden als Baugrund nach DIN 1054 in Bodenarten nach gewachsenem Boden, Fels und geschüttetem Boden ein.

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Geschütteter Boden

Geschütteter Boden ist durch Aufschüttung oder Aufspülung entstanden. Man unterscheidet zwischen unverdichteter Schüttung in beliebiger Zusammensetzung und verdichteter Schüttung aus gewachsenem Boden. Die Tragfähigkeit von geschütteten Böden ist schwer zu beurteilen, sie kann zwischen sehr gering und hoch variieren.

Fels

Als Fels bezeichnet man Festgestein, das dicht und festgelagert oder locker und zerklüftet ist. Alle Gesteinsarten wie Kalkstein, Sandstein, Granit, Basalt oder Porphyr werden als Fels bezeichnet. Die Tragfähigkeit dieses Bodens ist naturgemäß hoch bis sehr hoch. Bearbeiten lässt sich felsiger Boden dagegen nur sehr schwer. Weshalb davon Abstand genommen werden sollte, auf solchem Baugrund zu bauen. Mit dem nötigen Kleingeld lässt sich dies jedoch auch bewerkstelligen.

Gewachsener Boden

Im baugrundtechnischen Sinne werden natürlich entstandene Lockergesteine als gewachsene Böden bezeichnet. Gewachsener Boden ist unberührter Boden, der durch Verwitterung und durch Ablagerung entstanden ist. Dabei unterscheidet man bindige, rollige (nichtbindige) und organische Böden, wobei organischer Boden als Baugrund, wie bereits erwähnt, nicht in Frage kommt.

    Organischer Boden (Torf und Humus)

    Torf entsteht durch die Zersetzung von Pflanzen und Tieren. Aus Torf wird irgendwann einmal Braunkohle. Man findet ihn in Mooren.
    Humus nennt man die organischen Stoffe im und auf dem Boden, die von abgestorbenen Pflanzen und Tieren herrühren. Er fällt durch sein typisch dunkles Aussehen auf. Durch die Arbeit vielfältiger Bodenlebewesen verändert er sich ständig. Humus findet sich in der obersten Schicht des Bodens, dem Oberboden. Besser bekannt ist der Oberboden jedoch als Mutterboden. Der Humusgehalt von Böden ist sehr unterschiedlich, die Spanne reicht von etwa 3% bei Ackerböden bis über 20% bei einigen Grünlandböden und Gartenböden. Humus verbessert die Bodenstruktur, den Wasser- und Lufthaushalt des Bodens, er erhöht durch seine dunkle Farbe, die Sonnenstrahlen gut aufnimmt, die Bodentemperatur und er speichert Nährstoffe. Nur tragfähig ist er nicht. Deshalb und wegen seiner positiven Eigenschaften wird der Mutterboden bei einem Bauvorhaben auch sorgfältig abgetragen. Wenn Sie nicht aufpassen, hat das Bauunternehmen den wertvollen Mutterboden abtransportiert und weiterverkauft. Eventuell müssen Sie Ihren eigenen Boden sogar zurückkaufen. Denn ohne Mutterboden wächst in Ihrem Garten nichts oder fast gar nichts.

    Nichtbindiger Boden (grob: Kies und Sand)

    Nichtbindiger bzw. rolliger Boden besteht aus Körnern unterschiedlicher Größe, die sich gegenseitig berühren. Der Boden hält kein Wasser und die Reibung zwischen den Körnern wird beim Vorhandensein von Wasser kaum beeinflusst. Da diese Böden nicht aufweichen, ist ihre Tragfähigkeit nicht vom Feuchtigkeitsgehalt, sondern nur von der Dichte der Lagerung abhängig. Nichtbindige Böden bestehen aus Kiesen und Sanden sowie Gemischen aus diesen, auch mit einem bindigen Anteil von bis zu 15%. Kies- und Sandkorn sind mit bloßem Auge erkennbar.

    Bindiger Boden (fein: Schluff und Ton)

    Bindiger Boden unterscheidet sich vom rolligen Boden durch seinen plättchenartigen Aufbau. Durch die Beschaffenheit der Plättchen kann bindiger Boden Wasser aufnehmen und halten. Dabei weicht die Oberfläche der Plättchen auf, wodurch sich die Reibung zwischen den Plättchen verringert. Dadurch ändert sich die Konsistenz und die Tragfähigkeit des Bodens verschlechtert sich. Bei abnehmendem Wassergehalt verbessert sich die Tragfähigkeit des Bodens wieder. Bindige Böden sind Schluffe und Tone sowie Gemische aus diesen. Sie können auch einen nichtbindigen Anteil von bis zu 15% enthalten. Die einzelnen Körner bindiger Böden sind mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen.

Einteilung der Lockergesteine nach der Korngröße

Infografik mit der Aufteilung der Lockergesteine nach Korngrößen

Einteilung der Lockergesteine nach Eignung als Baugrund

BodenartGUTER BAUGRUNDMITTLERER BAUGRUNDSCHLECHTER BAUGRUND
Nichtbindiger BodenFels, Kies, Kiessand, GrobsandFeinsand, Mittelsand 
Bindiger BodenTrockener Ton, Trockener Lehm, Trockener MergelFeuchter Ton, Feuchter Lehm, Mergel 
Organischer Boden  

Muttererde, Löß, Schlamm, Torf, Aufschüttung

Dreiecksdiagramm zu den Bodenarten mit prozentualer Zusammensetzung

Die Hauptbestandteile eines Bodens sind Sand, Ton und Schluff. Kaum ein Boden besteht zu 100% aus einem dieser drei Bodenarten, meist ist es eine Mischung. Besteht ein Boden beispielsweise etwa zu gleichen Teilen aus allen drei Bestandteilen, spricht man von Lehm. Nimmt der Tonanteil zu, entsteht zunächst toniger Lehm und bei weiterer Zunahme lehmiger Ton. Dies und weitere Zusammensetzungen kann man vom Dreiecksdiagramm der Bodenarten ablesen. In den Ecken ist immer 100%, sei es Ton (oben), Sand (links unten) oder Schluff (rechts unten).

Bodengruppen bzw. Bodenklassen

Die Bodenklassen geben über die Bearbeitbarkeit des Bodens Auskunft. Dies ist beispielsweise wichtig beim Ausheben der Baugrube oder bei der Baugrubensicherung. Lässt sich ein Boden einfach bearbeiten, ist das gut für den Geldbeutel. Es ist billiger, Sand auf die Seite zu schieben, als Fels zu lösen. Eine Böschung aus Sand muss hingegen flacher ausgebildet sein, was häufig am nötigen Platz scheitert. In diesem Fall hilft dann nur ein Verbau mit senkrechter oder waagerechter Verschalung bzw. Spundwänden. 

Die DIN 18196 verwendet Kurzeichen für die einzelnen Bodengruppen, die sich aus zwei Kennbuchstaben zusammensetzen: 

Haupt- und NebenbestandteileKörnergrößenverteilungPlastische EigenschaftenZersetzungsgrad (Torf)
G = Kies (Grant)E = enggestufte KorngrößenverteilungL = leicht plastischN = nicht/kaum zersetzter Ton
O = organische BeimengungW = weitgestufte KorngrößenverteilungM = mittelplastischZ = zersetzter Ton
S = SandZ = intermittierend gestufte KorngrößenverteilungA = ausgeprägt plastisch (zusammendrückbar) 
H = Torf (Humus)   
U = Schluff   
F = Faulschlamm (Mudde)   
T = Ton   

In der DIN 18300 werden Böden und Fels in 7 Klassen eingeteilt. Je höher die Klasse, desto schwieriger ist die Bearbeitbarkeit:

BodenklasseBezeichnungBeschreibungBodengruppen
BK 1Oberboden
(Mutterboden)
Oberste Schicht des Bodens; Besteht aus Humus mit Bodenlebewesen sowie aus Kies-, Sand-, Schluff- und Tongemisch 
BK 2Fließende
Bodenarten
Flüssige bis breiige Böden, die Wasser nur schwer abgebenOU, OT, OH, SW, SU*, GU*, GT*, HZ, HN, F, UL, UM, TL, TM, TA
BK 3Leicht lößbare
Bodenarten
Nichtbindige bis schwachbindige Sande, Kiese und Sand-Kies-Gemische mit bis zu 15% Beimengungen an Schluff und TonGE, GW, GI, SE, SW, SI, GU, SU, GT, ST, HN
BK 4Mittelschwer
Löbare Bodenarten
Gemische von Sand, Kies, Schluff und Ton; bindige Bodenarten von leichter bis mittlerer Plastizität sind je nach Wassergehalt weich bis festGU*, SU*, GT*, ST*, UL, UM, TL, TM, OU
BK 5Schwer lößbare
Bodenarten
Bodenarten nach den Klassen 3 und 4, jedoch mit mehr als 30% Steinen von über 63 mm Korngröße; steife und halbfeste bindige BödenWie Klasse 3 oder 4, TA, OT
BK 6Leicht lösbarer Fels
und vergleichbare
Bodenarten
Felsarten, die einen inneren, mineralisch gebundenen Zusammenhalt haben, jedoch stark klüftig, brüchig, weich oder verwittert sind 
BK 7Schwer lösbarer
Fels
Felsarten, die eine hohe Festigkeit haben und nur wenig klüftig oder verwittert sind 

Böden können auch nach der Frostempfindlichkeit unterteilt werden. Man unterscheidet drei Frostempfindlichkeitsklassen:

FrostempfindlichkeitBodengruppen
F 1 - nicht frostempfindlichGW, GI, GE, SW, SI, SE
F 2 - gering bis mittel frostempfindlichTA, OT, OH, OK, ST, GT, SU, GU
F 3 - sehr frostempfindlichTL, TM, UL, UM, UA, OU, ST*, GT*, SU*, GU*
Unterschied zwischen Bodengruppe mit und ohne Sternchen (z.B. SU und SU*, ST und ST* usw.):
Bei den Gruppen ohne Sternchen (z.B. SU, ST) beträgt der Anteil von Schluff (U) bzw. Ton (T) 5% bis 15%.

Bei den mit Sternchen versehenen Gruppen (z.B. SU*, ST*) erhöht sich der Anteil von U bzw. T auf 15% bis 40%.

Welche Böden eignen sich für Gärtner?

Dem Hobbygärtner kommt es weniger darauf an, wie tragbar ein Boden ist. Auch die Bearbeitbarkeit kommt nicht an erster Stelle. Am wichtigsten ist für ihn die Fruchtbarkeit eines Bodens. Ein wichtiger Faktor dafür ist die Bodenart. Bei Gartenböden unterscheidet man leichte, mittlere und schwere Böden.

Ideale Böden für den Garten
    Leichter Boden (Sandboden)

    Ein leichter Boden ist der Sandboden. Der hellgelbe bis dunkelbraune Boden klebt nicht zusammen und rieselt auch im feuchten Zustand durch die Finger. Sandböden bestehen zum Großteil aus Sand, können aber auch einen geringen Lehm- und Humusanteil besitzen. Sie sind gut wasserdurchlässig, sind gut durchlüftet und können gut bearbeitet werden. Die Wasserdurchlässigkeit birgt allerdings Nachteile. Nährstoffe, die eh schon nicht zahlreich im Boden vorhanden sind, können auch durch Düngung kaum zugeführt werden. Sie werden sofort wieder ausgewaschen. Verhindert werden kann dies durch Zugabe von Humus. Auf einem Sandboden gedeihen sehr gut Wurzelgemüse wie Spargel, Möhren oder Rettich. Einige Wildpflanzen wie Acker- und Hasenklee, Sandmohn, Breit- und Spitzwegerich oder Vogelknöterich sind ein Zeichen dafür, dass es sich um Sandboden handelt.

    Mittlerer Boden (Lößboden, Schwarzerde)

    Mittlere Böden sind nicht nur wegen ihrer problemlosen Bearbeitung die besten Gartenböden. Sie sind weder zu locker wie die Sandböden, noch zu dicht wie Tonböden. Ein mittlerer Boden ist beispielsweise Lößboden oder Schwarzerde. Lößböden entstanden durch Ablagerungen von feinem, nährstoffreichem Material durch Winde am Ende der letzten Eiszeit. Die besten Weine entstehen aus Trauben, die auf Lößboden gewachsen sind. Mittlere Böden bestehen zu 10 bis 25 % aus Ton, zu 70 bis 80 % aus Schluff und zu geringen Teilen aus Fein- und Mittelsand. Im Dreiecksdiagramm der Bodenarten findet man mittleren Boden in den Bereichen lehmiger Sand und sandiger Lehm.

    Schwerer Boden (Tonboden, Lehmboden)

    Schwere Böden besitzen einen hohen Ton- und Lehmanteil. Sie können viel Wasser aufnehmen, das allerdings den Pflanzen nur zu einem geringen Teil zur Verfügung steht. Das liegt an der hohen Haftung der Wassermoleküle an den Bodenpartikeln. Schwere Böden neigen zur Bodenverdichtung. Besonders Knollen- und Wurzelfrüchte wachsen daher nur spärlich. Da Sickerwasser nur langsam weitergeleitet wird, entsteht bei Regen schnell die Gefahr der Staunässe. Dadurch keimen die Pflanzen nicht oder kaum. Um die Wasserdurchlässigkeit zu verbessern, kann man Sand hinzugeben. Die Bodenstruktur wird durch Gründüngung, organischen Dünger oder Kompost verbessert. In der Landwirtschaft bezeichnet man tonige Böden auch als Minutenböden. Bei Regen ist der Boden zu nass, weil der Acker in ein Schlammfeld verwandelt wird und lässt sich nicht behandeln. Ist der Boden zu trocken, lässt er sich ebenfalls nicht behandeln, weil er hart und rissig wird.

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