Hanglage - Bauen auf der Schräge

Die Hanglage eines Grundstücks ist eigentlich kein Problem. Vorausgesetzt das Gelände kann den prüfenden Blicken der Inspektoren standhalten und bei der Planung wird mit und nicht gegen den Hang gearbeitet.

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Prüfung des Hanggrundstücks

Nicht jedes Grundstück am Hang ist geeignet für eine Hangbebauung. Ein kleines Detail, das zum Beispiel darauf hindeuten könnte, dass hier besser nicht gebaut wird, sind Risse in der Straße. Wenn diese kleinen Spalten quer zum Hang verlaufen, könnte das bedeuten, dass hier Erdschichten in Bewegung sind.

Generell kann nur ein Bodengutachten die nötigen Antworten liefern. So sollten zum Beispiel auch aufgefüllte Hänge ehemaliger Steinbrüche oder Mülldeponien vor der Planungsphase inspiziert werden. Es sind alles Kandidaten für ein mögliches Absacken des Erdreiches.

Bei fast jeder Hangbebauung ergibt sich das Problem des Oberflächen- bzw. Schichtenwassers. Durch sie wird die Kelleraußenseite genässt. Um die Kelleraußenwände gegen Bodenfeuchtigkeit zu schützen, muss das Wasser deshalb durch Drainagen abgeleitet werden. Für die nötigen Drainageleitungen reicht eigentlich ein Rohr mit einem Durchmesser von 100 mm aus. Wichtig ist vor allem, dass diese Leitungen überall von einem filterstabilen Sickermaterial umschlossen sind.

Arten der Hangbebauung nach Himmelsrichtung

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Eine Hanglage kann auch Vorteile haben. Um die vielversprechenden Möglichkeiten auch auszuschöpfen, müssen einige Aspekte beachtet werden. Die folgenden Beispiele unterschiedlicher Hangbebauung verdeutlichen dies.

Der Nordhang

nordhang.gifIn diesem Fall der Bebauung sollten Sie genau prüfen, was sich oberhalb Ihres Grundstückes noch ansiedeln könnte. Denn Häuser werfen besonders im Winter lange Schatten. Bei der Hangbebauung ist mit einer sogenannten Verschattung von 30 Metern und mehr zu rechnen.

Bei einem solch "schattigen Plätzchen" sollten Sie deshalb einige planerische Konsequenzen ziehen. Denn der Mangel an Sonne müsste beispielsweise mit einer Flut an Licht bekämpft werden können, sprich: große Fenster und andere Glasflächen sind ein Muss. Und Solarenergie können Sie selbstverständlich nur eingeschränkt nutzen.

Der Südhang

suedhang.gifWas dem Gebäude am Nordhang fehlt, ist an einem nach Süden abfallenden Hang zur Genüge vorhanden: Sonne. Ein solcher Bauplatz ist der Idealfall, da das Gebäude sozusagen in das Gelände "eingepackt" wird.

Nach Norden ist das Haus geschützt vor Wind und Wetter und nach Süden öffnet es sich eben in ganzer Höhe für die Sonne. Bei Südhangbebauung bietet sich deshalb auch die Möglichkeit passiver (z.B. Wintergarten) und aktiver Sonnenenergienutzung (Solarkollektoren).

Hangbebauung nach Bauweise

Das Split-Level

split-level-bauweise.gifDie Split-Level-Bauweise ist eine Spielart der Hangbebauung. Hier folgen die einzelnen Räume dem abfallenden Höhenniveau. Das heißt, dass die Erdgeschosszone immer am natürlichen Gelände liegt. Der Aufwand ist bautechnisch gesehen allerdings größer als bei anderen Bauweisen.

Ein Vorteil dieser Bauweise ist die optimale Nutzung des Wohnraumes, da Flure sehr klein ausfallen bzw. teils gar nicht gebraucht werden und auf ein extra Treppenhaus nicht benötigt wird. Weiterhin ermöglicht der an den Hang angepassten Grundriss und Aufteilung der Zimmer auf den verschiedenen Ebenen eine bessere Anbindung an den Außenbereich.

Nachteilig können für Bewohner die vielen Treppen bei Split-Level-Häusern empfunden werden. Vor allem für Kinder und Senioren erhöht sich die Sturzgefahr und Bauherren, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, sollten eine andere Bauweise wählen.

Für die Energiekonzepte ergeben sich die gleichen Fragen wie bei Süd- und Nordhang. Generell ist alles möglich, wenn nur ausreichend Sonne da ist.

Der Stelzenbau

stelzenbau-am-hang.gifEs gibt Hanglagen, bei denen ein Hangbau wegen des hohen Gefälles im üblichen Sinne nicht lohnenswert bzw. vielleicht sogar überhaupt nicht möglich ist. Hier bietet sich ein Stelzenbau an. Dabei liegt das Erdgeschoss des Hauses ein Stockwerk über dem Erdniveau. Üblicherweise befindet sich die Haustüre dann an der Rückseite des Gebäudes. Die Stelzen können aus Beton, Stahl oder Holz gebaut werden. Durch die „aufgestockten“ Etagen, ergeben sich eine tolle Aussicht und mehr Tageslicht gelangt in das Haus.

Die Energienutzung hängt hier ebenfalls von den bereits besprochenen Faktoren ab. Meist sind die Aussicht und Sonneneinstrahlung durch das hohe Niveau optimal.

Fazit

Bevor das Eigenheim auf einem Hanggrundstück errichtet wird, ist ein Baugrundgutachten unerlässlich. Tragfähigkeit, Beschaffenheit und Grundwasserstand muss ermittelt werden, um zu entscheiden, welche Bauweise sich für das Haus anbietet. Während der Bauphase sollte zudem immer wieder mit dem Austritt von Wasser ober- und unterirdisch. 

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