Die wichtigsten Versicherungen für Bauherren nach dem Einzug

Jeder Bauherr freut sich, wenn sein Bau vollendet ist und das neue Eigenheim bezogen werden kann. Dabei sollte nicht vergessen werden, die Immobilie auch gut zu versichern. Ebenfalls wichtig ist ausreichender Versicherungsschutz im Zusammenhang mit den Pflichten als Hauseigentümer. Mehr zur Hausversicherung erfahren Sie hier.

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Beim Thema Hausbesitzer-Versicherung geht es um die Abdeckung von zwei Gefahren: von Schäden, die im Rahmen der Haftung als Hausbesitzer entstehen können sowie von möglichen Schäden am und im Haus. Beide Risiken sind unter Umständen existenziell. Die Beseitigung der Folgen eines Brandes oder eines Sturms kann zehntausende Euro kosten. Im schlimmsten Fall wird das Haus sogar komplett zerstört und muss neu errichtet werden. Mit einer entsprechenden Hausversicherung ist wenigstens sichergestellt, dass dafür genug Geld zur Verfügung steht. Weniger bekannt ist, dass auch die Hausbesitzer-Haftpflicht sich finanziell existenzgefährdend auswirken kann. Nach dem deutschen Haftungsrecht besteht eine betraglich unbegrenzte Haftung - ein Risiko, gegen das eine Absicherung möglich ist. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen rund um Ihr Haus. 

Versicherungen Übersicht

Wohngebäudeversicherung - Schutz bei Schäden am Bau 

Die Wohngebäudeversicherung ist so etwas wie die Kasko-Versicherung fürs Eigenheim. Sie tritt bei Schäden ein, die durch bestimmte Ereignisse am Gebäude auftreten. In diesem Fall übernimmt die Versicherung die Kosten für Aufräumarbeiten, Reparaturen und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Wohngebäudeversicherungen umfassen üblicherweise die Bausteine:

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    Feuerversicherung:

    diese Versicherung greift bei Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion und Implosion. Früher war in einigen Bundesländern der Abschluss einer Feuerversicherung Pflicht. Dies ist inzwischen nicht mehr der Fall. 

    Leitungswasserversicherung:

    leistet Schadensersatz, wenn Leitungswasser bestimmungswidrig aus Leitungen austritt und dadurch Schäden verursacht. Ein klassischer Schadensfall ist der Rohrbruch. Auch bei frostbedingten Schäden an Wasserleitungen und deren Folgen greift die Leitungswasserversicherung. 

    Sturm- und Hagelversicherung:

    Sturm und Hagel sind zwei elementare Naturgewalten, die erhebliche Schäden verursachen können. In diesem Fall zahlt die Sturm- und Hagelversicherung für die Schadensbeseitigung. Ein Sturm liegt ab Windstärke 8 vor. Weitere Elementargefahren deckt die Sturm- und Hagelversicherung nicht ab. Dafür wird eine extra Elementarschaden-Versicherung benötigt.

Der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung ist grundsätzlich freiwillig, aber - trotz der nicht unbeträchtlichen Prämien - sehr zu empfehlen. Die Gebäudeversicherung ist die wichtigste Hausversicherung überhaupt. Mag auch das Schadensrisiko begrenzt sein, wenn ein Schaden auftritt, sind die finanziellen Folgen oft gravierend. Es ist möglich, Feuerversicherung, Leitungswasserversicherung sowie Sturm- und Hagelversicherung als separate Versicherungen abzuschließen - ggf. sogar bei unterschiedlichen Anbietern. In der Praxis wesentlich häufiger ist die sogenannte verbundene Wohngebäudeversicherung bei einem Anbieter, die automatisch die drei Versicherungsbausteine enthält. Alle Versicherungen "unter einem Dach" - das macht im Schadenfall auch die Regulierung einfacher. 


Die Prämie bei der Wohngebäudeversicherung richtet sich nach dem Versicherungsumfang und der Versicherungssumme, die sich wiederum am Wert der Immobilie bemisst. Üblich ist die Vereinbarung der sogenannten "gleitenden Neuwert"-Klausel. Danach wird die Versicherungssumme regelmäßig der Entwicklung der Baupreise angepasst, um stets eine ausreichende Deckung zu gewährleisten. Die Prämie steigt dementsprechend automatisch im Zeitablauf. Wohngebäudeversicherungen kosten mehrere hundert Euro im Jahr. 

Elementarschaden-Versicherung - gegen Naturgewalten

Im Rahmen der "normalen" verbundenen Wohngebäudeversicherung sind nur die Elementar-Gefahren Sturm- und Hagel abgedeckt. Wer sich gegen weitere Naturgefahren schützen will, benötigt eine Elementarschaden-Versicherung. Sie kann als Zusatz-Baustein einer Wohngebäudeversicherung vereinbart werden, ein Abschluss als separater Vertrag ist dagegen nicht möglich. Elementarschäden sind Schäden durch Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Lawinen, Erdrutsche oder Erdsenkungen. Diese Schäden können immer nur komplett versichert werden - man kann sich also nicht bestimmte Schadensereignisse "herauspicken", die beispielsweise in einer Region besonders häufig auftreten. 


Bei den Prämien spielt vor allem das Überschwemmungsrisiko eine wichtige Rolle. Dabei legt die Versicherungswirtschaft ein regional differenziertes Schema mit vier Gefährdungsklassen zugrunde. Dort wo das Überschwemmungsrisiko überdurchschnittlich hoch ist, fällt auch die Prämie entsprechend höher aus. Im Extremfall wird der Versicherungsschutz sogar ganz abgelehnt. Der Abschluss einer Elementarschadenversicherung ist immer eine Frage der Abwägung zwischen Versicherungskosten und der Wahrscheinlichkeit, dass Elementargefahren tatsächlich zum Tragen kommen. 

Hausratversicherung - damit die Einrichtung versichert ist 

Das was die Wohngebäudeversicherung für das Gebäude bietet, leistet die Hausratversicherung für die darin enthaltene Einrichtung. Das heißt, sie tritt bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm- und Hagel ein, auch eine erweiterte Elementarschadenversicherung ist möglich. Darüber hinaus zahlt die Hausratversicherung bei Schäden durch Einbruch, Diebstahl und dem damit in Zusammenhang stehendem Vandalismus. Wegen der gleichartigen Gefahren wird die Hausratversicherung häufig mit der Wohngebäudeversicherung in einem Vertrag verbunden. Ein separater Versicherungsabschluss ist ebenso möglich. Die Prämie orientiert sich an der Versicherungssumme. Um Unterversicherung zu vermeiden, kann oft ein Unterversicherungsverzicht vereinbart werden. 

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung 

Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung wird benötigt, wenn Sie in Ihrem Haus in größerem Umfang Wohnraum vermieten. Als Eigentümer ist man verpflichtet, bei der eigenen Immobilie für Verkehrssicherheit zu sorgen. Dabei besteht nicht nur Haftung für Schäden durch Verletzung der Verkehrssicherungspflicht, sondern auch für solche, die durch vom Objekt ausgehenden Gefahren verursacht sind. Bei Wohnungseigentum im Rahmen einer Wohnungseigentümer-Gemeinschaft ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung ebenfalls sinnvoll. 


Sind Sie Hausbesitzer und bewohnen das Objekt ausschließlich selbst, deckt üblicherweise die normale private Haftpflichtversicherung die Haftpflicht ab. Wird nur ein einzelnes Zimmer oder eine Einliegerwohnung im Haus vermietet, kommt es darauf an, ob zusätzlich eine eigene Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung notwendig ist. Zum Teil greift hier die private Haftpflichtversicherung, zum Teil nicht. Hier hilft nur ein Blick in die Versicherungspolice. 

Gewässerhaftpflichtversicherung 

Eine Gewässerhaftpflichtversicherung benötigt, wer eine Ölheizung hat und zu diesem Zweck einen Heizöltank betreibt. Dieses Haftpflichtrisiko wird durch die normale private Haftpflichtversicherung nicht abgedeckt. Bei Öltanks ist immer der Betreiber - im Zweifel der Hausbesitzer - in der Haftung, nicht der Schadenverursacher. Gerade bei Nähe zu Trinkwasserzonen, Naturschutzgebieten, Seen oder Flüssen ist dieser Versicherungsschutz elementar. Die Haftung für Gewässerverunreinigungen kann sehr teuer werden. 

Welche Versicherungen sind wirklich wichtig?

Unser Überblick zu den verschiedenen Versicherungen am Haus zeigt: es kommt auf den jeweiligen Einzelfall an, welche Versicherungen ein Hausbesitzer benötigt. Auf eine Wohngebäudeversicherung sollte kein Eigentümer verzichten, das gilt auch für die Hausratversicherung. Ob ein Elementarschadenschutz sinnvoll ist, muss für jedes Objekt individuell abgewägt werden. Eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht-Versicherung oder eine Gewässer-Haftpflicht-Versicherung macht nur in bestimmten Konstellationen (Vermietung, Öltank-Betrieb) Sinn, ist dann aber unter den gewissen Umständen sehr ratsam. 


Auf jeden Fall empfiehlt sich immer ein Versicherungsvergleich. Damit lassen sich nachhaltig Kosten sparen. Allerdings kommt es nicht nur auf den Preis an, sondern auch auf das berühmte Kleingedruckte. Gerade bei den Hausversicherungen gibt es Leistungsunterschiede.