Kaputte Wand

Mit einer Mängelrüge richtig auf Baumängel hinweisen

Von Wolfram Wolbring Am 1. September 2021

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Am schönsten ist es, wenn Ihr Hausbau ohne Mängel und damit ohne die Notwendigkeit einer Rüge fertiggestellt wird. Doch wenn es anders ist, sollten Sie wissen, dass eine Mängelrüge eine Frist und eine konkrete Beschreibung des Mangels aufweisen muss. Hier erfahren Sie, wie Sie Mängel richtig anmahnen und worauf Sie achten müssen, damit Ihr Schreiben rechtssicher ist und von Ihrem Baupartner ernstgenommen werden muss.

Das ist eine Mängelrüge - Definition

Eine Mängelanzeige nach VOB ist eine Rüge, die mit einem Stichtag zur Mängelbeseitigung angefertigt wird. Die Mängelrüge im Allgemeinen ist eine Anmahnung mit Aufforderung zur Behebung aller Baumängel, die bestenfalls vom Sachverständigen bestätigt wurden. Es handelt sich hierbei um eine form- und inhaltsgebundene Mitteilung an die Baufirma, die eine Leistung nicht vollständig oder nicht vertragsgemäß erbracht hat.

Das sollten Sie beachten

Mängelrügen sind zeitgebunden und müssen zwingend binnen einem Monat nach der Entdeckung des Baumangels eingereicht werden. Ehe Sie über die schriftliche Anmahnung nachdenken, sollten Sie das Gespräch mit dem Bauunternehmen suchen und zur Behebung der Mängel auffordern. Zeigt sich die Firma uneinsichtig, ist eine fristgebundene Mängelanzeige nach VOB ein rechtssicherer Weg. Listen Sie alle Mängel sachlich auf und vermeiden Spekulationen über deren Entstehung und Ursache. Fotos und Gutachten dienen als Nachweis über den bestehenden Mangel und sollten dem Antrag auf Nachbesserung beigefügt werden. Versenden Sie das Dokument per Einschreiben und bitten Sie um eine schriftliche Terminierung zur Beseitigung der Mängel.

Inhalt bei Mängelrügen

Ihren Wunsch zur Nachbesserung müssen Sie konkret formulieren. Es muss ersichtlich sein, welche Mängel Sie rügen und in welcher Form / Schwere er vorliegt. Je mehr Details Sie zum Mangel auflisten, desto besser weiß der Bauunternehmer, welchen Zeitraum und wie viele Arbeitskräfte er für die Beseitigung benötigt. Mängelrügen sind reine Symptombeschreibungen, sodass Sie sich nicht über die Ursache äußern und diesbezüglich spekulativ schreiben sollten. Wichtig: Der Bauunternehmer hat das Recht zur Mängelbeseitigung. Eine Aufforderung zur Schadenersatzzahlung mit dem Vermerk der Selbstbehebung des Mangels muss von der Baufirma nicht akzeptiert werden.

Fristen beachten

Für die Mängelbeseitigung müssen Sie keine Frist setzen. Dennoch empfiehlt es sich, die Mängelrüge mit einer Frist in Form eines konkreten Datums anzufertigen. Anderenfalls könnte das Bauunternehmen die Behebung hinauszögern, da Sie keine klaren Verhältnisse geschaffen haben. Für die Einreichung eine Mängelrüge ist eine Frist von 1 Monat vorgeschrieben. Daher ist es wichtig, dass Sie keinesfalls länger warten und vorhandene Mängel zu spät anzeigen. Worauf müssen Sie bei einer Mängelrüge mit Frist achten? Wenn die Fristsetzung bei der Mängelrüge zum Beispiel zu kurz gesetzt ist, muss der Bauunternehmer diesen Termin nicht akzeptieren. Bedenken Sie, dass die Schadenbehebung auch daran scheitern kann, wenn Sie längere Beschaffungszeiten für Materialien unbedacht lassen oder anderweitig eine unrealistische Frist setzen. Im Regelfall beträgt die Frist 14 Tage.

Mängel selbst beheben

Davon sollten Sie absehen. Das Recht haben Sie zwar, allerdings tragen Sie in diesem Fall auch die Kosten und die Haftung. Handelt es sich um kleinere Mängel, kann die Eigenleistung dennoch ein guter Weg sein. Wenn Sie die Behebung durch den Bauunternehmer wünschen, sollten Sie sich in Geduld üben - aber auch schon in der Rüge darauf hinweisen, dass Sie bei nicht fristgemäßer Behebung ein anderes Unternehmen beauftragen. Hier ist darauf hinzuweisen, dass Sie den Mängelverursacher zur Kostenübernahme auffordern können, auch wenn Sie nach Verstreichen der Frist selbst eine Firma beauftragen.

Notfalls mit Vertragskündigung drohen

Wissen Sie, dass Sie mit dem Bauunternehmen nicht mehr zusammenarbeiten möchten, sollten Sie Ihre Mängelrüge zum Beispiel direkt mit einer Kündigungsandrohung formulieren. Damit sichern Sie sich ab, falls die Frist nicht eingehalten, der Mangel nicht beseitigt oder die Vertragspartnerschaft generell beendet wird. Die Androhung einer Vertragskündigung inklusive dem Hinweis auf die Kostenübernahme, wenn Sie einen Ersatzdienstleister beauftragen, sind vorsorgende - aber wichtige Inhalte von Mängelrügen.

Anleitung einer Mängelrüge

Fehler im Content oder in der Formulierung sind die häufigsten Gründe dafür, dass eine Mängelrüge zum Beispiel abgelehnt wird oder keine Beachtung findet. Die folgenden 12 Schritte sollten Sie daher präzise befolgen und bei allen Informationen sachlich bleiben.

  • konkrete Benennung beider Vertragsparteien
  • das korrekte Datum der Mängelrüge
  • der Bezug auf den Vertrag und auf das Projekt
  • die detailgenaue Einzelbeschreibung aller Mängel
  • der Verzicht auf Beurteilungen, Schätzungen und Vermutungen
  • der Mängelumfang
  • Verzicht auf Verallgemeinerungen
  • Fotos, ein Gutachten und Pläne unterstreichen das Schreiben
  • Erwartung auf Nachbesserung, Hinweis auf die Unzufriedenheit mit der spezifischen Leistung
  • die datumsgenaue Frist zur Nachbesserung angeben
  • Kündigung androhen, falls die Frist ungenutzt verstreicht
  • Absendung per Einschreiben mit Rückschein

Häufige Fragen zum Thema Mängelrüge

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