Grundriss planen - Richtwerte für Raumgrößen

Von Clara Flemming Am 18. März 2020

Sie planen einen Hausbau und sind sich noch nicht im Klaren über den Grundriss? Ein Grundriss ist eine zweidimensionale Darstellung der Raumaufteilung eines Bauwerks. Er bildet neben Ansichten und Schnitten ein wesentliches Element jeder Bauzeichnung, an der sich wiederum die Bauplanung ausrichtet. Im übertragenen Sinne könnte man den Grundriss auch mit einer Landkarte eines Bauwerks vergleichen. Er zeigt die Anordnung der Räume in einem Bau und deren Flächen.

Doch wie groß sollte ein Schlafzimmer sein? Und wie viel Quadratmeter eignen sich für einen Wohnraum mit offener Küche? Dieser Artikel gibt einige Richtwerte für Raumgrößen und hilft Ihnen somit bei der Grundrissplanung.

Die benötigte Wohnfläche - Basis für den Grundriss

Wie viel Wohnfläche wird überhaupt benötigt? Das ist eine wesentliche Ausgangsfrage bei der Grundrissplanung. Die Antwort hängt u.a. von der vorgesehenen Zahl der Bewohner des Hauses und Ihren persönlichen Ansprüchen ab. Eine vierköpfige Familie benötigt mindestens ein Wohnzimmer, Elternschlafzimmer, zwei Kinderzimmer, Bad und ein zusätzliches WC. Weitere Räume kommen je nach Wunsch und Bedarf hinzu, zum Beispiel: Arbeitszimmer, Gästezimmer, Hauswirtschaftszimmer, Vorratskammer, ein weiteres Bad/WC usw.. Ausgehend von den gewünschten Größen der einzelnen Räume lässt sich der Wohnflächenbedarf ermitteln. Verkehrsflächen - Eingangsbereich, Flure, Treppen bis 3 Stufen - sind mit zu berücksichtigen.

Die Wohnfläche ist stets etwas kleiner als die Grundfläche bzw. Geschossfläche, da der Platzbedarf für Wände, Türnischen, Treppen usw. nicht zur Wohnfläche zählt. Das gilt auch für Flächen, die wegen Schrägen oder sonstiger baulicher Gestaltungen de facto nicht für Wohnzwecke nutzbar sind. Diese Flächen zählen zur Nutzfläche.

Verhältnis Wohnfläche zu Grundfläche
Überschlägig rechnet man etwa 75 bis 80 Prozent der Grundfläche/Geschossfläche als Wohnfläche. Umgekehrt betrachtet heißt das: 100 qm Wohnfläche bedeuten 125 bis 133 1/3 qm Grundfläche/Geschossfläche.

Wer es ganz genau wissen will, kann sich an die Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung halten. Hier ist im Detail geregelt, was zur Wohnfläche zählt und was nicht. Typische Einfamilienhäuser haben Wohnflächen zwischen 100 und 140 qm. Nach oben gibt es praktisch keine Grenzen.

Gehört zur Wohnfläche

  • Fenster und Wandnischen mit mehr als 13 cm Tiefe
  • Einbaumöbel
  • Fest eingebaute Sanitäranlagen, Heizgeräte usw.
  • Treppen bis 3 Stufen
  • Flächen unter Treppen und Dachschrägen mit Raumhöhe bis 2 m zu 100 %

Zählt nicht zur Wohnfläche

  • Flächen mit weniger als 1 m Raumhöhe (unter Dachschrägen)
  • Vormauerungen
  • Türnischen
  • Treppen mit mehr als 3 Stufen
  • Kellerräume, Heizungsraum, Waschküche, Garage

Des weiteren zählen Flächen unter Treppen und Dachschrägen mit einer Raumhöhe zwischen 1 und 2 m zu 50 % zur Wohnfläche. Gleich verhält es sich mit unbeheizten aber umbauten Wintergärten. Balkone und Terrassen hingegen zählen nur zu 25 % (höchstens zu 50 %) zur Wohnfläche.

Wie viel Quadratmeter für welche Räume?

Mit welchen Wohnflächen sollte man bei einzelnen Räumen kalkulieren, um sich wirklich wohl zu fühlen? Nachfolgend ein paar Orientierungswerte für bestimmte Räume. Was Sie persönlich planen, hängt natürlich von Ihren Vorstellungen und Bedürfnissen ab.

Größen verschiedener Räume zusammengefasst:

RaumGröße
Eingangsbereichmin. 5 qm
Wohn- und Esszimmer30 - 40 qm
Kücheca. 10 qm
Badezimmer und WCca. 8 qm (Gäste-WC ca. 3 qm)
Schlafzimmer12 qm (ohne Ankleide)
Ankleideca. 6 qm
Kinderzimmerca. 15 qm
Arbeitszimmer8 - 10 qm
Gästezimmer10 qm
HWR3 - 5 qm

Verkehrsflächen im Haus clever planen

Kein Haus kommt ohne Verkehrsflächen aus. Das sind Flächen für Eingänge, Durchgänge und Treppen, um die einzelnen Räume zu erreichen und von Stockwerk zu Stockwerk zu gelangen. Abgeschlossene Verkehrsflächen schotten zwar den Wohnbereich von Durchgangsverkehr ab, verbrauchen aber auch viel Fläche. Wenn sie offen sind, lassen sich solche Verkehrsflächen gut in den Wohnbereich integrieren und vergrößern dadurch die nutzbare Wohnfläche.

"Tote" Räume - zum Beispiel unter Treppen - lassen sich für Einbauschränke nutzen und vergrößern somit den Stauraum. Auch das bedeutet Platzgewinn. Mit intelligent geplanten Verkehrsflächen lassen sich auch bei begrenzter Grundfläche Räume gestalten, die großzügig und weitläufig wirken.

Wie groß sollte eine Einliegerwohnung sein?

Eine Einliegerwohnung ist nach amtlicher Definition eine weitere Wohnung in einem Eigenheim, die eine selbständige, räumlich und wirtschaftlich abgeschlossene Wohneinheit darstellt, in der eine unabhängige Haushaltsführung möglich ist. Nicht selten wird eine Einliegerwohnung zur Vermietung genutzt. Dies bedingt üblicherweise einen eigenen Zugang sowie mindestens das Vorhandensein eines Wohnraums, einer Kochecke und eines Bads/WC's.

Es gibt keine bundesrechtliche Vorschrift, wie groß eine Einliegerwohnung mindestens sein muss. Allerdings haben einzelne Bundesländer Vorgaben zu Mindestwohnflächen pro Person für Mietwohnungen erlassen. Vielfach gelten 25 qm als Richtwert für die Mindestgröße. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit wird oft auch mit einer Größe von 50 qm gerechnet.

Es kommt nicht nur auf die Fläche an

Die Fläche eines Raumes ist sicher wichtig, aber nicht alleine entscheidend für komfortables Wohnen. Es kommt auch auf die Anordnung und den Zuschnitt der Räume an.

  • Bei Häusern mit mehr als einem Geschoss wird der Bereich des täglichen Wohnens üblicherweise im Erdgeschoss angesiedelt. Hier befinden sich Wohn- und Esszimmer, Küche und ggf. ein Gäste-WC.
  • Schlafräume, Kinderzimmer, Arbeits- und Gästezimmer werden oft im ersten Stockwerk bzw. unter dem Dach geplant.
  • Einliegerwohnungen plant man entweder ebenfalls im Erdgeschoss oder im Souterrain.
  • Wirtschafts- und Vorratsräume sind bevorzugt im Keller untergebracht.
  • Eine Vorratskammer befindet sich gerne direkt neben der Küche.
  • Ein Bügelzimmer eignet sich in der Nähe zu Schlafzimmern.

Rechteckige Räume sind für Möblierung besser geeignet als Räume mit Ecken und Kanten oder mit abgerundeten Wänden. Der Raumzuschnitt ist aber auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Was beeinflusst die Größe der Wohnfläche?

Eigene Vorstellungen zum Grundriss zu entwickeln ist sinnvoll. Die eigentliche Planung obliegt aber dem Architekten bzw. Hausanbieter. Nicht jede gewünschte Raum- und Flächenaufteilung lässt sich umsetzen. Das gilt sowohl für Fertighäuser als auch für Massivhäuser. Bei Doppelhaushälften gibt es zum Beispiel nur eine begrenzte Zahl an möglichen Varianten der Aufteilung. Sie ist auch eine Frage der Statik.

Oft setzt aber nicht nur der Haustypus der eigenen Kreativität Grenzen, sondern auch der Hauspreis. Jeder Quadratmeter weniger bedeutet auch weniger Kosten. Das gilt sowohl für den Bau des Hauses als auch später, wenn es darum geht, die Räume zu beheizen. Für kleinere Räume wird weniger Heizenergie benötigt als für größere oder offene Wohnräume.

Der perfekte Grundriss wird es selten, oft muss man Kompromisse eingehen, die dennoch zu einem komfortablen Wohnerlebnis führen und viele Bedürfnisse berücksichtigen. Die meisten Hausanbieter sind darauf spezialisiert, einen cleveren Grundriss zu entwerfen, der einerseits Wohnfläche minimiert und andererseits Wohnkomfort maximiert.

Fazit
Der perfekte Grundriss wird es selten, oft muss man Kompromisse eingehen, die dennoch zu einem komfortablen Wohnerlebnis führen und viele Bedürfnisse berücksichtigen. Die meisten Hausanbieter sind darauf spezialisiert, einen cleveren Grundriss zu entwerfen, der einerseits Wohnfläche minimiert und andererseits Wohnkomfort maximiert.
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