Definition von Bausatzhaus und Mitbauhaus

Von Thomas Müller Am 27. August 2020

Sie werden als Rohbauhaus, Bausatzhaus, Mitbauhaus oder Selbstbauhaus angeboten - haben aber alle dieselbe Bedeutung: Der Rohbau des Eigenheims wird in Eigenleistung erstellt. Normalerweise bleibt es aber nicht beim selbst errichteten Rohbau, auch der Ausbau wird vom Bauherrn selbst übernommen.

Jedes Bausatzhaus ist also auch ein Ausbauhaus, wenn man es genau nehmen will. Wer sich für ein Bausatzhaus entscheidet, sollte vor allem eines mitbringen - viel Zeit und Geduld. Neun bis zwölf Monate oder 1.000 Arbeitsstunden kann es dauern, bis das Häuschen steht. Und wer über keine handwerklichen Talente verfügt, bei dem braucht es noch länger. Wer die Zeit hat, für den lohnen sich die Mühen allerdings, schließlich können einige zehntausend Euro Baukosten gespart werden. Auf das Baumaterial und die Bauweise ist der Selbermacher dabei nicht festgelegt - fast alles vom Holz über Verfüllziegel bis hin zu Porenbeton ist möglich. Jedoch ist das Massivhaus größtenteils die bevorzugte Bauweise für ein Baustazhaus.

Was ist bei einem Bausatzhaus enthalten?

Was bedeutet Bausatzhaus?
Bei einem Bausatzhaus erhalten Sie alle Baumaterialien, Statik und Baupläne von einem Hausanbieter. Sie selbst bauen dann das gesamte Haus selbst auf, wobei Ihnen der Anbieter während aller Bauphasen bis zur Fertigstellung beratend zur Seite steht. Mitunter werden Ihnen Workshops angeboten, in denen Sie sich notwendiges Fachwissen zum Selbstbau aneignen können.

Im Folgenden werden die verschiedenen Bauweisen für Bausatzhäuser erklärt.

Wohnblockhaus aus Holzbohlen

Bei Wohnblockhäusern sieht die Sache schon anders aus. Die einzelnen Holzbohlen sind bereits so zugesägt und nummeriert, dass sie nur noch an- und aufeinander gefügt werden müssen. Die Teile sind leicht zusammenzusetzen und enthalten alles, was der Bauherr benötigt - von den Schrauben über Leisten bis zu den Beschlägen.

Wer in den ersten Tagen etwas Hilfe braucht, kann sich einen so genannten Richtmeister engagieren, der mit Rat und Tat zur Seite steht.

Bausatzhaus aus Holzspanstein

Bei einem Holzspanstein-System werden die Vorteile des Baustoffes Holz mit den Vorteilen von Beton verbunden. Die Steine haben eine Hülle aus Holzspänen und sind innen hohl. Der Hohlraum in der fertigen Wand wird anschließend mit Beton verfüllt. Die Steine werden einfach trocken aufeinandergesetzt, ohne zu kleben oder zu mörteln. Lediglich die erste Steinreihe kommt in eine Mörtelschicht. Hierbei erhält der Bauherr aber Hilfestellung vom Baustellen-Service oder Hausanbieter.

Der Stein ist leicht und lässt sich mit einer einfachen Säge durchtrennen. Für Selbermacher ist er daher ein sehr guter Baustoff.

Mantelbetonbauweise wie mit Lego

Ein selbstgebautes Massivhaus errichtet aus Mantelbeton ähnelt der Verwendung von Holzspanstein. Anstelle der Holzspanhülle gibt es bei diesem System eine Hülle aus Styropor oder Neopor. Was Styropor ist, dürfte jeder wissen. Neopor stammt ebenfalls von der BASF und ist eine Weiterentwicklung des Styropors. Im Vergleich zu Styropor kann Neopor Wärmestrahlung deutlich besser abschirmen, so dass für die gleiche Dämmleistung ein deutlich geringerer Materialeinsatz erforderlich ist. Styropor bzw. Neopor sind Schalung und Wärmedämmung zugleich.

Die einzelnen Elemente werden wie Legosteine aufeinandergesetzt, sind mit Noppen und Nuten versehen, die ineinander rasten und anschließend mit Füllbeton ausgegossen werden.

Massivhaus Bausatzhaus von einem Anbieter

Massivhäuser aus KS-Plansteinen, Porenbeton oder Porotonziegeln lassen sich ohne Probleme in Selbstbauweise errichten. Das machen bereits viele Häuslebauer unabhängig von einem Bausatzhausanbieter. Hier kann man aber nicht von einem Bausatzhaus sprechen.

Der Unterschied zum konventionellen Massivbau liegt nämlich darin, dass beim Bausatzhaus in Massivbauweise das gesamte Material, das zum Bau Ihres Hauses benötigt wird, vom Bausatzhausanbieter vollständig auf die Baustelle geliefert wird. Vom ersten Sack Zement bis zum letzten Farbtopf. Der Bauherr muss also nicht Dauergast beim Baustoffhandel sein oder ein Dauerabo im Baumarkt einrichten. Er bekommt alles aus einer Hand. Das spart Zeit und Nerven.

Fertighaus Bausatzhaus in Holzrahmenbauweise

Wenn Sie sich ein Fertighaus als Bausatz wünschen, eignet sich die Holzrahmenbauweise am besten. Bei solch einem Bausatzhaus sind alle Außenwand- und Innenwandelemente sowie die Decke und der Dachstuhl in der Lieferug enthalten. Der Bauherr baut die riesigen Elemente, die mit dem Autokran versetzt werden, selbst mit seinem eigenen Team auf. Der Vorteil: der Rohbau lässt sich innerhalb eines Tages schaffen.

Viel mit Selbermachen ist bei dieser Methode allerdings nicht. Zum Versetzen der Elemente ist ein Kran nebst Kranführer notwendig. Und die Teile sollten auch nicht ohne fachmännische Aufsicht zusammengefügt werden. Insgesamt ist das System Holzrahmenbau daher zwar möglich, wird aber nicht allzu häufig von Bauherren in Anspruch genommen. Besser eignet sich hier ein Ausbauhaus in Holzrahmenbauweise, wobei nur der Innenausbau vom Bauherren selbst vorgenommen wird.

Massives Fertighaus aus Blähtonelementen

Auch Massivhaus Bausatzhäuser aus Blähtonelementen werden angeboten. Hier ist es aber so ähnlich wie bei den Häusern in Holzrahmenbauweise. Die Elemente sind so groß, dass sie nur mit einem Kran montiert werden können. Auch erfolgt der Aufbau unter Mithilfe eines Richtmeisters, mit dem Selbermachen ist es also nicht so weit her - zumindest beim Aufbau. Eigenleistungen unter Anleitung sind möglich bei folgenden Schritten:

  • Vorbereiten der Sohle, Kanalgräben und Drainage
  • Betonieren der Sohle
  • Isolieren der Sohlplatte
  • Montage und Isolierung der Fertigelemente
  • Verlegen der Fertigteildecken
  • Dachstuhl, wenn dieser aus isolierten Fertigelementen erstellt wird
  • Fliesen,- Fußboden- und Malerarbeiten

Alle anderen Leistungen richten sich nach den Fertigkeiten des Bauherrn und dessen Hilfskräfte.

Bausatzhäuser werden (fast) alleine aufgebaut

Eine Gemeinsamkeit haben aber alle Bausatzhäuser - sie werden in einem kompletten Bausatz für den Rohbau auf die Baustelle geliefert und der Bauherr setzt die einzelnen Teile zu einem vollständigen Haus zusammen. Völlig auf sich alleine gestellt ist er dabei natürlich nicht. Viele Anbieter von Bausatzhäusern bieten Schulungskurse an. Dort werden die künftigen Hausbesitzer in die Grundlagen der Materie eingeführt. Und sollten während des Hausbaus Probleme auftreten, steht auf jeden Fall ein Bauleiter beratend zur Seite. Und ist der einmal nicht erreichbar, kann beim Hersteller telefonisch um Rat gefragt werden.
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