Wandaufbau Massivhaus - Was ist die beste Dämmung?

Von Clara Flemming Am 7. September 2020

Kein Hausbau kann heute Wärmedämmung vernachlässigen. Das gilt selbstverständlich auch und gerade bei Massivhäusern. Für ausreichende Dämmung stehen Bauherren verschiedene Optionen zur Verfügung. Wir wollen uns an dieser Stelle näher mit den Möglichkeiten befassen und einen Überblick geben.

Wärmedämmung heute - wichtiger denn je!

In früheren Zeiten war Wärmedämmung eher ein Nebenaspekt beim Bau. Das hat sich in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten gründlich geändert. Gesetzliche Vorschriften, gestiegene Energiepreise, aber auch das gewachsene Umweltbewusstsein haben Energieeffizienz beim Bauen in den Fokus gerückt. Eine gute Dämmung ist eine wesentliche Voraussetzung für sparsamen Energieverbrauch. Sie verhindert Wärmeverluste beim Heizen und unnötiges Eindringen von Außenkälte in Wohnräume.

Die entscheidende rechtliche Grundlage für energieeffizientes Bauen bildet seit 2002 die inzwischen mehrfach novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie wird künftig durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst. Die einzuhaltenden Energiesparstandards sind im Zeitablauf immer weiter verschärft wurden. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu minimieren. Das hat zum Teil auch unerwünschte Nebenwirkungen. So werden Dämmschichten tendenziell dicker und Häuser immer dichter abgeschlossen - mit potentiell negativen Effekten für das Raumklima und für die Feuchtigkeit. Umso wichtiger ist es, die beste Dämmung zu finden, die möglichst allen Anforderungen gerecht wird.

Innenwanddämmung vs. Außenwanddämmung - Was ist besser?

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Dämmstoffe anzubringen:

  1. außen an Wänden (Außenwanddämmung)
  2. an Innenwänden (Innenwanddämmung)

Bei der Außenwanddämmung wird das Gebäude praktisch komplett "eingepackt", bei der Innenwanddämmung werden dagegen nur die Wandinnenseiten gedämmt, ungedämmt bleiben die Wandanschlüsse. Der Dämmeffekt ist daher tendenziell etwas geringer.

Innenwanddämmung für Neubauten
Bei Neubauten wir die Außenwanddämmung deswegen bevorzugt eingesetzt, während man die Innenwanddämmung eher bei nachträglicher Dämmung im Bestand nutzt, zum Beispiel bei Altbau-Sanierungen.

Bei der Außenwanddämmung ist das sogenannte Wärmedämmverbundsystem (WDVS) typisch, bestehend aus aufgeklebten, gedübelten und verputzten Styroporplatten. Grundsätzlich eine gute Lösung, manchmal kann es aber im Zeitablauf zu Außenwand-Rissen und Fugen durch Plattenschrumpfung kommen.

Dämmung durch den Wandaufbau an sich

Massivhäuser haben energetisch einen Vorteil: massive Wände aus Stein sorgen - anders als holzbasierte Hausteile - bereits per se für eine gute Wärmedämmung. Dabei kommt es entscheidend auf den Stein, zum Teil auch auf die Wandstärke an. Die Industrie liefert Mauersteine mit niedriger Wärmeleitfähigkeit, was den Bau von Energiesparhäusern begünstigt. Selbst der klassische Ziegel wird heute in hochwärmedämmenden Varianten angeboten. Dadurch kann oft sogar auf eine Extra-Dämmung verzichtet werden.

Generell unterscheidet man folgende Formen des Wandaufbaus.

Wandaufbau Formen

Welche Dämmstoffe gibt es?

Für Dämmungen stehen unterschiedliche Dämmstoffe zur Verfügung. Sie unterscheiden sich bezüglich des Ausgangsmaterials und der Dämmwirkung. Die Stoffe haben jeweils spezifische Vorteile und Nachteile, die sie für den Einsatz in bestimmten Dämmbereichen geeigneter oder weniger geeignet machen.

Hier ein Überblick der gängisten Dämmstoffe für den Eigenheimbau:

Synthetische Dämmstoffe

Synthetische Dämmstoffe werden aus Kunststoffen hergestellt und sind überwiegend in Plattenform erhältlich, gelegentlich auch als Schaum. Gängig sind:

  • Expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS) - besser bekannt als Styropor
  • Extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS) - Styrodur
  • Polyurethan (PUR); Phenolharzplatten
  • Vakuumisolierpaneelen (VIP)

Synthetische Dämmstoffe kommen innen wie außen zum Einsatz. Styropor ist besonders beliebt, da günstig, leicht zu verarbeiten und gut wärmedämmend.

Mineralische Dämmstoffe

Dabei handelt sich um Glas- und Steinwolle in Rollen- oder Mattenform und Schaumglas als Platte oder Schotter. Diese Dämmstoffe werden gerne - aber nicht nur - bei Dachdämmungen eingesetzt. Mineralische Dämmstoffe haben im Allgemeinen sehr gute Dämmeigenschaften. Nachteil ist der oft hohe Energieverbrauch bei der Herstellung (schlecht für die Ökobilanz).

Natürliche Dämmstoffe

Natürliche, ökologische Dämmstoffe werden immer beliebter, da sie gut für die Umwelt sind. Dazu gehören u.a. Matten, Filzstoffe oder Stopfmaterialien aus:

  • Flachs
  • Holzfaser
  • Zellulose
  • Schafwolle
  • Hanf
  • Kork

Da es sich um nachwachsende Rohstoffe handelt, sind natürliche Dämmstoffe besonders umweltfreundlich. Allerdings müssen sie aus Brandschutzgründen und für Festigkeit behandelt werden. Natürliche Dämmstoffe sind eher nicht feuchtigkeitsresistent und eignen sich daher nicht für die Außendämmung.

Dämmwirkung des Putzes - innen oder außen

Zwar dient das Verputzen mehr dem Feuchteschutz und der Optik, es kann aber auch eine gewisse Dämmwirkung haben. Es gibt sogar spezielle Wärmedämmputzsysteme, die aus Mörteln angereichert mit dämmenden Zuschlägen bestehen. Wärmedämmputze sind stärker als "normaler" Putz und erreichen Stärken von bis zu 100 mm - üblich sind sonst 20 bis 30 mm.

Auch Innenputze können zur Dämmung beitragen - oft das Mittel der Wahl bei Altbauten. Der Vorteil hier im Vergleich zu anderen Innendämmungen: der Dämmputz ist platzsparender und kann auch an schwierigen Stellen leicht angebracht werden. Ungünstige Nebenwirkungen für das Raumklima sind allerdings möglich, wie generell bei einer Innendämmung.

Fazit

"Die" beste Dämmung gibt es nicht. Grundsätzlich ist die Außendämmung der Innendämmung vorzuziehen - sofern möglich. Massivhäuser bringen von vornherein gute Dämmvoraussetzungen mit. Manchmal ist hier sogar auf eine spezielle Wanddämmung verzichtbar. Ansonsten gibt es heute eine Vielzahl an guten Dämmlösungen, die für Energieeffizienz sorgen.
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