Wie baue ich ein Massivhaus? - Hilfreiche Hinweise und Tipps

Von Clara Flemming Am 28. August 2020

Stein auf Stein fügen, bis das Haus fertig ist - das ist die klassische und immer noch am meisten verbreitete Art des Hausbaus hierzulande. Das Massivhaus wird nach wie vor oft dem Fertighaus vorgezogen, obwohl der Bau in der Regel länger dauert und kostspieliger ist. Dafür überzeugt das Massivhaus mit seiner Langlebigkeit und seiner oft höheren Wertigkeit.

Welche Möglichkeiten gibt es, ein Massivhaus zu bauen, wann sollte man am besten damit starten und wie sieht ein guter Zeitplan aus? Darum geht es in diesem Beitrag.

Ein Massivhaus bauen - die möglichen Alternativen

In der Betriebswirtschaftslehre gibt es das grundlegende Entscheidungsproblem: Eigenfertigung oder Fremdbezug. Das findet man auch beim Massivhausbau. Hier heißt es: den Bau selbst in die Hand nehmen oder bauen lassen. Folgende drei Möglichkeiten stehen zur Auswahl.

Massivhaus mit Handwerkern bauen

Dass ein Massivhaus komplett in Eigenregie errichtet wird, ist die große Ausnahme. In der Regel werden damit diverse Handwerksfirmen für die einzelnen Gewerke beauftragt - zum Beispiel Maurer, Dachdecker, Zimmerleute, Elektriker, Heizungsbauer oder Fliesenleger. Eigenleistungen beim Bau überschreiten meist nicht 5 bis 10 Prozent Anteil am gesamten Projekt.

Die Planung des Baus übernimmt ein Architekt. Oft kümmert er sich auch um die Bauüberwachung und die Koordination der einzelnen Handwerker. Eine andere Möglichkeit ist, das selbst zu machen. Das bietet die größten Freiheitsgrade bezüglich Handwerkerauswahl und Preisverhandlungen, erfordert aber eine Menge Arbeit, Organisationstalent und Know How. Hier empfiehlt sich zumindest begleitender Architektenrat.

Benötigte Gewerke und Handwerker für den Massivhausbau

Massivhaus schlüsselfertig vom Hausanbieter bauen lassen

Ein schlüsselfertiges Massivhaus wird von verschiedenen Anbietern ermöglicht: von Bauträgern, Baufirmen und (Komplett-)Hausanbietern.

  1. Bauträger: errichten gewerbsmäßig Wohnbauten und andere Objekte und verkaufen sie. Es handelt sich also weniger um einen Massivhausbau als um einen Massivhauskauf. Das Grundgerüst des Baus steht von vornherein fest, als Käufer haben Sie aber die Möglichkeit, auf die Ausgestaltung Einfluss zu nehmen, insbesondere bei der Innenausstattung
  2. Generalunternehmen: eine Baufirma übernimmt hier die Funktion eines Generalunternehmers, der das Bauprojekt in Ihrem Auftrag bis zur Schlüsselfertigkeit durchführt. Er kümmert sich um die Handwerker-Auswahl und -koordination sowie um die Bauüberwachung. Der Plan kommt von einem durch Sie beauftragten Architekten, Sie sind und bleiben Bauherr
  3. Hausanbieter: hier erwerben Sie ein standardisiertes Hauskonzept vom Anbieter, der in der Regel auch als Generalunternehmer die Bauausführung übernimmt (Ausnahme: Bausatzhaus - siehe nächster Abschnitt). Das ersetzt die Beauftragung eines externen Architekten. Im Rahmen des jeweiligen Angebots und der Standardisierung können Sie die Ausgestaltung des Hauses mitbestimmen, Sie sind Bauherr.

Schlüsselfertig definiert jeder Anbieter individuell

"Schlüsselfertig" bedeutet in diesem Zusammenhang bei allen drei Varianten nicht unbedingt "bezugsfertig". Oft sind noch einige Endarbeiten bis zur tatsächlichen Bezugsfertigkeit zu leisten - in Eigenregie oder mit beauftragten Handwerkern.

Massivhaus als Bausatzhaus selbst bauen

Das Massivhaus als Bausatzhaus ist ein Kompromiss zwischen Hausbau in Eigenregie und dem Erwerb eines schlüsselfertigen Hauses. Hier liefert der Hausanbieter die Planung und die Baumaterialien. Sehr oft steht er auch in der Bauphase beratend zur Seite. Der eigentliche Aufbau ist aber selbst zu tätigen - in Eigenleistung, mit beauftragten Handwerkern oder in einer Kombination aus beidem. Weiterhin erhalten Sie beratende Unterstützung durch den Hausanbieter während des gesamten Bauprozesses.

Das Angebot von Bausatzhäusern richtet sich vor allem an Bauherren, die beim Bau in größerem Umfang als sonst üblich selbst aktiv bauen wollen und können. Der Architekt ist überflüssig, dessen Planungsaufgaben übernimmt der Hausanbieter und bei einem hohen Anteil an Eigenleistungen sind signifikante Kosteneinsparungen möglich.

Worin liegen Vorteile und Nachteile?

Das Haus selbst mit Handwerkern bauen oder mit einem Hausanbieter? Beides hat Vor- und Nachteile:

Beim selbst organisierten Bau muss man sich die Mühe der Handwerkerauswahl und -koordination selbst machen, dafür sind die Gestaltungsspielräume und Freiheitsgrade größer.

Beim Massivhaus vom Hausanbieter kann man den Hausbau in kompetente Hände geben, ist aber in den Gestaltungsmöglichkeiten etwas eingeschränkt. Das hängt allerdings wesentlich auch vom jeweiligen Anbieter ab.

Ein Bausatzhaus sollten Sie nur wählen, wenn Sie sich ein solches Vorhaben zutrauen und es auch tatsächlich darstellen können.

Wann mit dem Massivhausbau beginnen?

Das Frühjahr und der Frühsommer sind die besten Zeiten, um mit dem Massivhausbau zu starten. Die Errichtung des Rohbaus erfolgt dann während des Sommers. Das Risiko von Bauverzögerungen durch Schlechtwetter ist hier am geringsten. Außerdem kommt es vergleichsweise selten zu Problemen durch Feuchtigkeit. Baubelastend können allenfalls lang anhaltende Hitzeperioden wirken - wegen der Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit und starker Staubentwicklung.

Jeder Hausbau benötigt einen gewissen zeitlichen Vorlauf, für die Planung, die Baugenehmigung, die Auswahl von Handwerkern und die Organisation des Vorhabens. Der Baugrund muss erst für die Bebauung vorbereitet werden, in der Regel sind auch Finanzierungsfragen zu klären. Es kann daher nicht schaden, bereits kurz vor dem Jahresanfang mit dem Bauvorhaben zu beginnen und die Vorbereitung des Projektes in Angriff zu nehmen. Der Einzug sollte so noch vor Jahresende möglich sein.

Wie sieht ein guter Zeitplan aus?

Wie lange ein Massivhausbau braucht, hängt von vielen Faktoren ab. Bei guter Organisation, üblicher Größenordnung und ohne gravierende Verzögerungen sollte die Errichtung des Bauwerks bis zur Schlüsselfertigkeit binnen sechs Monaten möglich sein.

Ein idealtypischer Zeit- und Ablaufplan kann nach Erteilung der Baugenehmigung und Abschluss der organisatorischen Vorbereitung wie folgt aussehen.

Massivhaus Bauablauf

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