Wie können die Kosten für das Grundstück reduziert werden?

Bei den Baukosten nehmen die Kosten für das Grundstück inzwischen oft schon ein Drittel der zur Verfügung stehenden Summe ein. Bezahlbares Bauen wird deshalb immer mehr das zentrale Thema beim kostengünstigen Bauen. Hier lohnt es sich ganz besonders, nach Alternativen zu suchen. Bebauungspläne werden meist noch so aufgestellt, als ob Bauland unbegrenzt zur Verfügung stehen würde. Aber sie lassen sich ändern.

Gemeinsam bauen und Kosten teilen

Als kostengünstig haben sich Hausgruppen mit kleinen Privatflächen - in Verbindung mit einer großzügig bemessenen Gemeinschaftsfläche - herausgestellt. Besonders bieten sich hierbei Doppelhäuser, Merhfamilienhäuser und Reihenhäuser an.

Wenn diese Hausformen in einem bestehenden Bebauungsplan nicht möglich scheinen:

Die Änderung eines rechtskräftigen Bebauungsplanes ist mit Zustimmung der Kommune und eventuell der Nachbarn fast immer machbar. Bei den Behörden rennt man offene Türen ein, da hier Fachleute sitzen, die längst ein Gespür für die Qualität des verdichteten Bauens entwickelt haben.

Hausbaubegriffe verständlich erklärt
Unser Lexikon bietet ein umfangreiches Nachschlagewerk zu Baufachbegriffen, das Ihnen hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Jetzt entdecken

Ein Beispiel: Für ein Reihenmittelhaus genügen ca. 200 Quadratmeter an "Privatfläche" für das Haus einschließlich Garten. Schließen sich zehn Familien zusammen und erwerben zusätzlich zum Privatgrund eine Gemeinschaftsfläche von etwa 500 Quadratmetern, so kauft jede Familie ihre eigenen 200 Quadratmeter plus einem Zehntel der Gemeinschaftsfläche. Für diese insgesamt 250 Quadratmeter ist ein Durchschnittspreis von ca. 170.000 Euro fällig. Dafür stehen aber jeder Familie insgesamt 700 Quadratmeter zur Verfügung, die bei einem freistehenden Einfamilienhaus mit 350.000 Euro zu Buche schlagen würden.

Restgrundstück

Eine besondere Bedeutung kommt auch "schwer zu bebauenden" Grundstücken zu. Hanggrundstücke, Restgrundstücke an Kreuzungen oder auch frei gewordene Militärgelände sind Liegenschaften in oft guter Lage und haben darüber hinaus ein gewachsenes Umfeld mit guter Verkehrsanbindung. Hinter der Bebauung solcher Grundstücke sollte immer und in erster Linie ein durchdachtes Gesamtkonzept stecken, das auf die Besonderheiten dieser Grundstücke individuell eingehen muss. Für die Lösung dieser Probleme ist der Architekt ein ausgebildeter Fachmann, er kann in seinen Voruntersuchungen bereits den möglichen baulichen Rahmen abstecken.

Erbbaurecht

Wieder in Mode gekommen ist auch das Erbbaurecht. Es berechtigt dazu, ein Grundstück zu bebauen und wie ein Eigentümer zu nutzen. Dafür muss der Erbbauzins bezahlt werden. Von der Höhe der Zinsen hängt es ab, ob daraus ein gutes Geschäft wird. Von Vorteil ist, dass kein Eigenkapital eingesetzt wird. Die speziellen Vorteile und Probleme dieser Grundstücksbeschaffung sind so vielschichtig, dass ein Rechtsfachmann eingeschaltet werden sollte. 

Ausführliche Infos finden Sie in unserem Fachbeitrag zum Erbbaurecht.

Bauerwartungsland

Wer warten kann, kann auch Bauerwartungsland kaufen, das im Flächennutzungsplan einer Gemeinde zur Bebauung als vorgesehen ausgewiesen ist, für das aber noch kein verbindlicher Bebauungsplan aufgestellt wurde.

Vorteil

  • Das zu erwartende Bauland ist meist sehr günstig.

Nachteil

  • Das Risiko, wann und ob es je Bauland wird, liegt alleine beim Käufer.

Ratenkauf

Interessant kann auch der Ratenkauf sein. Hier wird der Kaufpreis nicht in einer Summe und sofort, sondern in Form einer monatlichen Rate bezahlt. Dabei wird bei der Grundstücksfinanzierung oft auf die Hilfe einer Bank verzichtet, da kein großes Startkapital von Nöten ist.

Kosten die beim Grundstück hinzukommen

Erschließungskosten

Bei einem voll erschlossenen Grundstück sind auch alle Erschließungskosten im Kaufpreis enthalten. Sind hier Unklarheiten, sollte im notariell beurkundeten Kaufvertrag exakt festgehalten werden, wer welche Kosten trägt. Hier müssen mit den Vorbesitzern klare Verhältnisse geschaffen werden. Ob und in welchem Umfang Folgekosten für Infrastrukturmaßnahmen der Gemeinde zu erwarten sind, erfährt man auf dem zuständigen Gemeindeamt. Sollten diese unzumutbar hoch erscheinen, wird dies mit Sicherheit Einfluss auf den Grundstückspreis haben.

Notargebühren

Für jede Beurkundung, die ein Notar vornimmt, wird eine Gebühr fällig. Diese richtet sich nach dem Geschäftswert. Die Beurkundung des Kaufvertrages einschließlich der Auflassung und der Bewilligung der Auflassungsvormerkung kann in einem Akt erledigt werden. Wird die Auflassung nicht zusammen mit dem Abschluss des Kaufvertrages erklärt, so ist eine weitere Amtshandlung des Notars notwendig, es werden erneut Gebühren fällig.

Fazit

Nehmen Sie von vorneherein Abschied vom Traum des Tausendquadratmeter-Grundstücks in Südlage mit Blick auf die Alpen. Auch auf kleinen und schwierigen Grundstücken kann man tolle Häuser errichten und schön wohnen. Gemeinsam bauen bringt oft zusätzlichen Freiraum zu reduziertem Preis. Lassen Sie sich nicht die gesamten Erschließungskosten aufs Auge drücken - das kann schwer ins Geld gehen.

Nur ein Klick zu Ihrem Traumhaus...
Finden Sie hier Häuser verschiedener Anbieter inkl. Grundrissen und Preisen