Welche Erschließungskosten fallen für das Grundstück an?

Auf der Suche nach dem Traumgrundstück? Für neues Bauland können zusätzlich Erschließungskosten anfallen. Verschaffen Sie sich einen Überblick, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Auf dem Weg zum Traum vom eigenen Haus stolpern angehende Bauherren regelmäßig über den Begriff der Erschließungskosten, der im ersten Anlauf ein wenig Kopfzerbrechen bereiten kann. Um diesen, je nach geplantem Bauvorhaben auch fünfstelligen Kostenpunkt in der eigenen Kalkulation nicht zu unterschätzen, sind frühzeitig detaillierte Informationen zum Grundstück zu berücksichtigen.

Empfohlene Häuser für Sie

Was gehört zu einer Erschließung?

Die Erschließung eines Grundstücks sorgt dafür, dass die geplante Immobilie an die öffentliche Infrastruktur angeschlossen wird. Dies umfasst im technischen Bereich den Anschluss an örtliche Ver- und Entsorgungsnetze für Wasser, Abwasser, Strom, Gas oder Fernwärme und Telekommunikation.

Die Zuwegung des Grundstücks wird durch die verkehrsmäßige Erschließung sichergestellt. Dazu gehört unter anderem der Bau von Straßen, Gehwegen und Beleuchtung bis hin zu Lärmschutzanlagen.

Beispiele für üblicherweise anfallende Arbeiten sind:

  • Anschluss an die Trinkwasserversorgung
  • Anschluss an die Kanalisation
  • Verbindung mit Gas- oder Fernwärmenetz
  • Sicherstellung der Stromversorgung
  • Verlegung von Kabeln für Telekommunikation, TV- und Datennetz
  • Verkehrsanbindung durch Straßen und Gehwege
Infografik mit den Erschließungsmaßnahmen eines Grundstücks

Arbeiten, die vor der Grundstücksgrenze durchgeführt werden, gelten als öffentliche Erschließungsarbeiten. Zu den privaten Arbeiten zählen hingegen die baulichen Maßnahmen innerhalb des Grundstücks bis hin zum Hausanschluss.

Die Anschlusssituation für Ver- und Entsorgungsleitungen wird idealerweise bereits frühzeitig bei der Planung mit dem Architekten berücksichtigt. Eine geschickte Anbindung des Gebäudes an die öffentlichen Netze kann zusätzliche Kosten minimieren.


Die Erschließungskosten für ein Grundstück setzen sich somit aus den Kosten für die technische Erschließung sowie verkehrsmäßige Erschließung zusammen und werden anteilig auf den Eigentümer umgelegt. Nach §129 des Baugesetzbuchs (BauGB) muss die Kommune selbst hier nur 10 Prozent der anfallenden öffentlichen Kosten übernehmen. Diese können je nach Lage des Grundstücks und Umfang der erforderlichen Baumaßnahmen stark variieren und sind immer für den Einzelfall zu prüfen.

Hausbaubegriffe verständlich erklärt
Unser Lexikon bietet ein umfangreiches Nachschlagewerk zu Baufachbegriffen, das Ihnen hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Jetzt entdecken

Wonach richtet sich der Erschließungsbeitrag?

Die gesicherte Erschließung stellt grundsätzlich die Voraussetzung für die Bebauung eines Grundstücks dar. Der Erschließungsgrad ist somit bereits im Rahmen der Kaufüberlegung zu prüfen, da je nach örtlicher Gegebenheit ein erheblicher Erschließungsbeitrag an die Kommune zu entrichten sein kann. Grundstücke, die mit dem Kürzel "ebf" als Zusatz zum Bodenwert gekennzeichnet sind, sind erschließungsbeitragsfrei. Fehlt dieser Zusatz, sollte der Grad der Erschließung rechtzeitig beim Verkäufer des Grundstücks erfragt werden.

Nicht oder nur teilweise erschlossene Grundstücke haben in der Regel einen deutlich niedrigeren Kaufpreis, da die Erschließungskosten noch nicht angefallen sind und so auf den Käufer umgelegt werden. Dies ist beim Vergleich von Grundstücken unterschiedlichen Ausbauzustands in die Kaufüberlegung mit einzubeziehen.

Wie hoch sind die Erschließungskosten?

Um ein Grundstück zu erschließen, sind je nach Ausgangssituation unterschiedlichste Arbeiten erforderlich. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass, je weiter ein Grundstück von vorhandenen Straßen sowie Ver- und Entsorgungsleitungen entfernt liegt, desto teurer wird die Erschließung. Die anfallenden Kosten für die einzelnen Gewerke variieren zudem stark regional und nach Umfang der Arbeiten.

Überblick über typische Erschließungskosten

Trinkwasser2.000 - 5.000 Euro
Kanalisationab 4.000 Euro abhängig von der Größe der zu schaffenden Wohnfläche
Anbindung Gas- oder Fernwärmenetzab 1.000 Euro
Stromversorgungab 2.000 Euro
Kabel für Telekommunikation, Kabel- und Datennetzunter 1.000 Euro
Verkehrsanbindung durch Straßen und Gehwegekann ggf. über 5.000 Euro liegen, stark abhängig von den örtlichen Begebenheiten

Die Erschließungskosten liegen häufig über 10.000 Euro für ein gewöhnliches Baugrundstück. Bei weiten Entfernungen zum kommunalen Versorger können diese Werte deutlich höher ausfallen. Die Kosten der Erschließungsarbeiten sind in der Regel nach Abschluss der Arbeiten zu bezahlen. Viele Kommunen lassen sich jedoch mit der Fertigstellung der Verkehrserschließung solange Zeit, bis alle Bauplätze in einem Gebiet vollständig bebaut sind und stellen erst dann die Schlussrechnung.

Einen kleinen Trost bietet hier die aktuelle Steuerrechtsprechung. Die Erschließungskosten für ein privates Grundstück können im Rahmen der Steuererklärung als Handwerkerleistung steuerlich geltend gemacht werden.

Wie lange dauert eine Grundstückserschließung?

Um rechtzeitig mit dem Bau der eigenen Immobilie beginnen zu können, ist eine großzügige Zeitplanung für die Umsetzung der Erschließungsarbeiten vorzusehen. In Abhängigkeit der lokalen Randbedingungen und der Auslastung der kommunalen Verwaltung sollte mindestens mit einer Dauer von sechs Monaten gerechnet werden, um ein Grundstück zu erschließen. Je mehr Gewerke erforderlich und je länger die Strecken zum öffentlichen Netzanschluss, desto länger können auch die Bauarbeiten dauern. Selbst in voll erschlossenen Gebieten kann bei Ausweisung einer zweiten Baureihe, z.B. nach Grundstücksteilung, eine Erschließung erforderlich sein. Hier sorgen andere Faktoren, wie Platzmangel, Leitungskreuzungen und viele Gewerke auf engem Raum dafür, dass die Erschließung ebenfalls kosten- und zeitintensiv werden kann.

Nur ein Klick zu Ihrem Traumhaus...
Finden Sie hier Häuser verschiedener Anbieter inkl. Grundrissen und Preisen