Was Sie bei der Grundrissplanung beachten sollten

Maßgeblich für die Erstellung des Grundrisses  ist zunächst einmal der Bebauungsplan, in dem der Handlungsspielraum klar definiert ist. Handelt es sich bei der baulichen Maßnahme um ein Fertighaus, ist der Grundriss  bereits vorgefertigt und wird meist aus Kostengründen nur geringfügig angepasst. Wer jedoch die Freiheit hat, darauf Einfluss zu nehmen, sollte entsprechend vorbereitet sein. Wir haben die wesentlichen Tipps zur Planung des Grundrisses für Sie zusammengefasst.

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Wohnbedarf ermitteln und Wünsche berücksichtigen

Den eigenen Wohnraumbedarf ermitteln

Unabhängig vom Haustyp geht es bei der Gestaltung der eigenen vier Wände um die Ermittlung des Wohnraumbedarfs und um die optimale Raumplanung. Die Grundrissplanung wird bereits durch die Form, die Größe und die Ausrichtung des Grundstücks bestimmt, wobei ein typisches Einfamilienhaus eine Wohnfläche zwischen 100 und 160 Quadratmeter aufweist. Ein Architekt, ein Bauplaner oder andere Experten helfen bei der Bedarfsermittlung des Wohnraums, die auch von der Konstruktion des Hauses und vom finanziellen Spielraum abhängt. Im Dialog werden bei der Grundrissplanung zunächst grundsätzliche Fragen geklärt:


  • Wird das Haus unterkellert und der Dachstuhl ausgebaut?
  • Wie viele Wohn- und Schlafräume einschließlich Kinder- und Gästezimmer sowie Ankleideräume soll das Haus haben?
  • Wie viele Badezimmer und WC´s sind vorgesehen?
  • Werden besondere Räume benötigt, zum Beispiel ein Hobbyraum, ein Hauswirtschaftsraum, ein Partykeller, ein Fitnessraum oder ein Saunaraum?
  • Wie werden die Räume auf die verschiedenen Ebenen verteilt?
  • Wird eine offene oder abgeschlossene Küche präferiert? 


Grundrisszeichnung mit LinealenBei der Grundrisserstellung  sollte auf eine bestimmte Mindestgröße der Räume geachtet werden, um räumliche Enge zu  vermeiden. Die Größenverhältnisse sollten ausgewogen sein, und ungenutzte Flächen sollte vermieden  werden. Die Mindestgröße für den Wohn- und Essbereich liegt zwischen 30 und 40 Quadratmetern, während für Schlaf- und Kinderzimmer 15 bis 20 Quadratmeter ausreichend sind. Die Größe von Küche und Bad variiert zwischen 6 und 12 Quadratmetern. Wenn Sie Ihren Grundriss planen, ist es ratsam in die Zukunft zu schauen  und schon jetzt eine spätere Umnutzung von Räumen zu berücksichtigen, beispielsweise für den Fall wenn die Kinder irgendwann ausziehen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Überlegung hin zu der Realisierung einer barrierefreien Wohnweise, die vor allem im hohen Alter von Bedeutung werden kann. Treppen, Schwellen, Stufen oder auch enge Passagen könnten dabei irgendwann mal zum Hindernis werden.

Gewohnheiten und Wünsche bei der Grundrissplanung berücksichtigen

Beim Grundriss sollten auch die Gewohnheiten und Wünsche der Hausbewohner berücksichtigt werden. Wichtige Anhaltspunkte für die Grundrissplanung liefert die aktuelle Wohnsituation, die es sich anhand der nachfolgenden Fragestellungen zu skizzieren lohnt.


  • Was funktioniert im aktuellen Wohnraum gut und was ist verbesserungswürdig?
  • Wie oft wird welcher Raum genutzt, und gibt es aufgrund einer hohen Auslastung Verbesserungsvorschläge?
  • Für welche Aktivitäten wird der Wohnraum genutzt und sind dafür ausreichend Raum oder eine besondere Ausstattung notwendig? Beispiele hierfür sind eine Leseecke, eine Spielecke, ein Computer- oder Entertainmentbereich, ein Hundeplatz oder eine Musizierecke?
  • Wie wird die Küche genutzt - lediglich zum routinemäßigen Kochen oder auch zum Essen oder zum gemeinsamen Kochen mit Familienmitgliedern oder Freunden?
  • Sind häufig Gäste zu Besuch, für die ein Gästezimmer mit einem eigenen Bad sinnvoll ist?
  • Gibt es bereits Einrichtungsgegenstände, die auch in der neuen Immobilie aufgestellt werden und die einen erhöhten Platzbedarf haben?


Grundsätzlich gilt, dass der Grundriss zu den Bedürfnissen seiner Bewohner passen sollte, um spätere Spannungen und Stresssituationen zu vermeiden. Das gilt für ein zweites Bad oder WC bei einer Familie ebenso wie für ein ausgewogenes Verhältnis von Gemeinschaftsbereichen, die ausreichend Raum für Kommunikation lassen, gleichzeitig aber auch Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Himmelsrichtungen berücksichtigen

Warum die Ausrichtung eines Hauses nach Himmelsrichtungen wichtig ist

Haus wird seitlich von der Sonne angestrahltNorden, Osten, Süden und Westen - die Ausrichtung eines Hauses ist ein Faktor, der oftmals bei der Grundrissplanung vernachlässigt oder unterschätzt wird. Tatsächlich entscheidet er aber über die optimale Nutzung der wärmenden Sonnenenergie. Sie hat nicht nur Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden, sondern auch auf die Heizkosten. Die nach Norden ausgerichteten Räume bleiben zu jeder Jahreszeit ohne Sonnenlicht, während die Räume auf der Ostseite von der Morgensonne profitieren. Im Sommer sind es vor allem die Räume auf der Westseite eines Hauses, die das meiste Sonnenlicht bis zum Sonnenuntergang abbekommen, während nach Süden ausgerichtete Räume in der Übergangszeit und im Winter von der wärmenden Sonnenenergie profitieren. Da auch die Nachbarbebauung sowie umliegende oder auf dem Grundstück befindliche Bäume Einfluss auf die Lichteinwirkung haben, ist es wichtig, sich das Baugrundstück zu unterschiedlichen Tageszeiten anzusehen und das Verhalten des Lichts unter diesen Gesichtspunkten zu beobachten. Welche Himmelsrichtung sich für welche Räume und welche Verglasung eignet - wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst:


  • Große Fenster an der Südseite garantieren eine bessere Erwärmung der Innenräume insbesondere im Winter. Um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden, sollten Außenjalousien angebracht werden, während ein innenliegender Sonnenschutz ein Aufheizen des Raumes nur in geringem Maß verhindern kann. Aus diesen Gründen sollte die Süd- und auch die Westseite Wohnräumen vorbehalten bleiben.
  • Auch die Westseite einer Immobilie kann aufgrund der Sonneneinstrahlung großzügiger verglast werden. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Westseite als Wetterseite intensiveren Witterungseinflüssen ausgesetzt ist.
  • Im Norden ist eine geschlossene Bauweise empfehlenswert, da keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Fenster trifft. Insoweit eignet sich die Nordseite für den Anbau einer Garage oder eines Carports.
  • Im Osten geht die Sonne auf, weshalb auf der Ostseite oftmals die Schlafräume angesiedelt sind. Das Aufstehen fällt leichter, wenn die Morgensonne in das Schlafzimmer scheint.


Im Idealfall ist die Nordseite der Straße zugewandt und der Dachfirst in Ost-West-Richtung positioniert. Diese Ausrichtung unterstützt die Südausrichtung der Verglasung. Die Südseite des Daches, zum Beispiel eines Satteldachs oder Pultdachs, erlaubt außerdem die optimale Positionierung einer Solaranlage oder einer Photovoltaik-Anlage.

Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eigenverantwortlich geplante Grundrisse immer teurer sind als standardisierte Grundrisse,. Um einen perfekten Grundriss zu erstellen, ist es wichtig, einen Bauplaner, Architekten oder einen anderen Experten zu Rate zu ziehen. Die Grundrissplanung wird vom Bebauungsplan sowie von der Größe und Lage des Grundstücks beeinflusst. Der Grundriss eines Hauses sollte nicht nur zu seinen Bewohner passen, sondern auch auf das jeweilige Grundstück abgestimmt sein. Persönliche Wohnbedürfnisse, familiäre Abläufe sowie kommunikative Bereiche und Rückzugsmöglichkeiten sollten in die Planung des Grundrisses mit einfließen. Wichtig ist eine langfristige Planung mit Blick in die Zukunft, sodass auch nach einem eventuellen Auszug der Kinder eine sinnvolle Nutzung sichergestellt ist.

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