Der Dachboden von einem Haus kann ganz unterschiedlich genutzt werden. Doch oftmals wird der zusätzliche Platz nur als Rumpelkammer oder als Abstellraum genutzt. Für diese Zwecke ist der Dachboden definitiv zu schade. Durch einen Dachausbau lässt sich der Dachboden ohne Probleme sinnvoll erweitern und anschließend flexibel verwenden. So lohnt es sich selbst, einen Spitzboden ausbauen zu lassen oder selbst auszubauen, um ein gemütliches Fleckchen im Eigenheim zu schaffen.

Viele Hausbesitzer scheuen sich vor einem Ausbau ihres Dachbodens. Meistens befürchten sie einen zu großen Aufwand oder haben Angst, dass durch die handwerklichen Aufgaben die Dachausbau Kosten viel zu teuer werden. Doch sind diese Ängste begründet?

Erster Schritt: Dach auf Dichtheit prüfen

In der Realität ist ein Dachboden ausbauen deutlich einfacher und problemloser, als es sich die meisten Hausbesitzer vorstellen. Möglich ist ein Dachausbau sowohl bei massiv gebauten Häusern als auch bei modernen Fertighäusern. Trotzdem sollten die nötigen Facharbeiten nur von einem erfahrenen Handwerksunternehmen durchgeführt werden.

Bevor dann mit dem Dachboden ausbauen begonnen wird, muss zuerst eine umfangreiche Prüfung durchgeführt werden. In diesem wichtigen Prozess wird genau festgestellt, ob das Hausdach auch überall dicht ist.

Die Prüfung ist wichtig
Wer auf eine umfangreiche Prüfung verzichtet, der läuft Gefahr, dass das Dach undicht ist und dies sorgt für Komplikationen. Im Hinblick auf die Fertigstellung des Dachausbaus ist dies besonders problematisch, denn die Leckstellen lassen sich nach der Fertigstellung nur äußerst schwierig beseitigen.

Zweiter Schritt: Einen Gestaltungsplan entwerfen

Ist die Maßaufnahme erfolgt, sollten sich die Hausbesitzer als erstes einen maßstabsgerechten Gestaltungsplan erstellen lassen. In dem umfangreichen Grundrissplan sollten unbedingt alle wesentlichen Bauteile, wie zum Beispiel Türen, Fenster, Elektro- und Wasseranschlüsse verzeichnet sein.

Ganz gleich ob Sie einen Dachboden oder einen Spitzboden ausbauen, sehr viele Dachstühle können dank ihrer optisch ansprechenden Balkenkonstruktion reizvoll umgestaltet und vielseitig genutzt werden. Die einzelnen Balken und Teile der Balkenkonstruktionen dürfen nur entfernt werden, wenn die Hausbesitzer einen statischen Nachweis und eine Genehmigung besitzen.

Die Facharbeiten nur von einem erfahrenen Fachmann durchführen lassen
Besitzen die Hauseigentümer nicht die ausreichenden handwerklichen Kenntnisse für die nötigen Facharbeiten, dann sollten sie diese besser nicht durchführen. Mit den nötigen Maurerarbeiten und den Elektro- sowie Wasseranschlüssen wird besser ein erfahrener Fachmann beauftragt.

Isolierung und Wärmedämmung sind besonders wichtig beim Dachausbau

Seit 1984 müssen beim nachträglichen Ausbau von einem Dachgeschoss höhere gesetzliche Anforderungen (Wärmeschutzverordnung) erfüllt werden. Decken und Dachschrägen, die sich unter nicht ausgebauten Dachräumen befinden, dürfen höchstens einen Wärmedurchgangskoeffizient von 0,3 W/(m2 K) besitzen. Eine 140 mm dicke Mineralfasermatte mit der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 erfüllt diese Anforderung. Die wärmeübertragenden Flächen des Gebäudes (Dächer und Wände) sollten auf jeden Fall luftdicht ausgeführt werden. Eine allseitig befestigte und an den Überlappungen zuverlässig überdichtete Polyethylenfolie ist für diesen Zweck am sichersten.

Bei einem nicht belüfteten Dach muss sich unter der Wärmedämmung eine Dampfsperrschicht befinden. Aluminiumkaschierte Dämmstoffe, die fachgerecht eingebaut werden, erfüllen diese Forderung. Im Bereich der Dachhaut sollte somit als erstes für eine ausreichende Wärmedämmung gesorgt werden. Die Dicke vom Dämmmaterial hängt von der Wärmeleitfähigkeitsgruppe und dem Platz zwischen der Unterkante der Dacheindeckung und der Sparren ab. Mit Handtackern oder Feindraht- sowie Feindrahtklammern lassen sich die Folien problemlos befestigen. Mit einem Elektrotacker geht es natürlich schneller.

Ausführliche Informationen und Tipps zur Wärmedämmung

Welches Material wird zur Dämmung benötigt?

Für die Berechnung des Dämmmaterials muss die lichte Breite zwischen den einzelnen Sparren gemessen werden. Der Handel bietet verschiedenes Dämmmaterial mit einer unterschiedlich guten Isolierwirkung. Dieses unterteilt sich in verschiedene Wärmeleitfähigkeitsgruppen. Die Gruppen können je nach Art und Aufbau variieren.

Informationen zu ökologischen Dämmstoffen

Arbeitsschritte bei der Dämmung des Dachgeschosses

Schritt 3: Dachverkleidungen mit Dämmmaterial und Profilholz

Es gibt generell drei verschiedene Möglichkeiten für die Verkleidung eines Daches.

1) Waagerechte Verkleidung ohne sichtbare Sparren

  • Sparren werden mit dem Profilholz genau waagerecht überdeckt
  • Isolierung erfolgt meistens über eine aluminiumkaschierte Randleistenmatte
  • Dachlatten (2,8 x 4,8 cm) werden um die Dämmstoffdicke zurückversetzt und dann innenseitig an die Sparren genagelt
  • Das Dämmmaterial sollte 12 cm dick sein und stramm zwischen den Sparren eingepasst werden
  • Als Dampfsperrschicht eignet sich eine 0,22 mm dicke PE-Folie, die einfach angeheftet wird
  • Das Profilholz anbringen und Sparren, die nicht fluchtgerecht verlaufen, mit Sperrholzplättchen und Latten ausgleichen

2) Waagerechte Verkleidung mit sichtbaren Sparren

  • Verkleidung und Isolierung werden zwischen den Sparren eingepasst
  • Profilholz und isolierte Matten werden von den Latten am Dachsparren gehalten
  • Eine Schattenfuge kann links und rechts noch berücksichtigt werden und sorgt für Eleganz

3) Senkrechte Verkleidung und verdeckte Sparren

  • Es entsteht eine ununterbrochene Verkleidung und diese betont die Raumhöhe
  • Eine 12 bis 14 cm Dämmstoffschicht wird zwischen den Sparren eingeklemmt
  • Dachlatten werden waagerecht in einem Abstand von ca. 60 cm aufgebracht

Die Abstände gelten natürlich auch für Holzverkleidungen mit eingebautem Dämmmaterial. Zwischen der Verkleidung und der Dämmstoffschicht muss die Luft ausreichend zirkulieren. Als Mindestabstand gelten 2 cm.

Dachausbau Kosten

Beim Dachboden ausbauen fallen unterschiedliche Ausgaben an, die wiederum durch verschiedene Faktoren beeinflusst werde. So spielen vor allem der Zustand des Dachbodens sowie dessen Größe eine entscheidende Rolle. Was weiterhin die Dachausbau Kosten beeinflusst, ist die gewünschte Ausstattung - die Wahl der Dämmung, Böden, Fenster und Wandgestaltung bestimmen den finalen Preis. Im Schnitt sollten Sie mindestens 10.000 bis 30.000 Euro für den Ausbau eines Dachbodens kalkulieren.

Beim Einbau von Dachgauben erhöht sich der Preis um ca. 6.000 Euro pro Gaube. Vergessen Sie zudem nicht die Kosten für die Entkernung, sofern eine notwendig ist.

Eine kurze Auflistung der Dachausbau Kosten:

  • Dachdämmung: 60 bis 250 Euro pro qm (abhängig von der gewählten Dämmung)
  • Dachfenster: ca. 500 bis 1.500 Euro pro Fenster (abhängig von Größe, Form, Verglasung und Material)
  • Einbauwände: ca. 20 Euro pro qm (ohne Wandgestaltung)
  • Türen: ca. 100 Euro pro Tür
  • Böden: ca. 10 bis 30 Euro pro qm (abhängig vom gewählten Bodenbelag)
  • Heizung: ca. 600 Euro pro Heizkörper
  • Treppe: ab ca. 2.00 bis 4.000 Euro

Zusammenfassung: Wie wird ein Dach fachgerecht ausgebaut und isoliert?

Wenn Sie einen Dachboden ausbauen, gewinnen Sie Raum und erhalten zusätzliche Nutzfläche. Selbst wenn Sie nur einen Spitzboden ausbauen möchten, bietet dieser einen gemütlichen Raum ideal für Kinder, Gäste oder zum Arbeiten. Als Erstes wird das Dach im Hinblick auf undichte Stellen überprüft, danach wird ein Gestaltungsplan erstellt. Mit den Facharbeiten sollten die Besitzer unbedingt einen erfahrenen Handwerker beauftragen. Das Dach muss im Hinblick auf die geltenden Verordnungen auch richtig isoliert werden. Je nach Art des Ausbaus kommt unterschiedliches Dämmmaterial samt Isolierung zum Einsatz.

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