Kniestockhöhe Dachgeschoss

Drempel und Kniestock: Welche Höhe ist sinnvoll?

Von Clara Flemming Am 3. September 2021

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Als Bauherr kommen Sie mit ganz unterschiedlichen, Ihnen bisher unbekannten Begriffen in Berührung. Wenn es um Ihren Dachstuhl geht, sind Bezeichnungen wie Drempel und Kniestock gebräuchlich. Doch was ist das und wofür stehen die Begriffe? Hier erfahren Sie, worum es bei einer Drempelwand geht und wofür die Bezeichnung Abseitenwand steht.

Da die Höhe gerade dann wichtig ist, wenn ein niedriger Dachbodenausbau erfolgt, werden wir Ihnen die Bedeutung des Kniestocks ausführlich erläutern und Ihnen aufzeigen, worauf Sie beim Hausbau in diesem Bereich achten sollten.

Was ist ein Drempel bzw. Kniestock?

Beide Begriffe werden für das senkrechte Wandstück, das sich zwischen der oberen Geschossdecke und der Dachtraufwand befindet, verwendet. Explizit handelt es sich um die Außenwand, die über der Rohdecke des letzten Geschosses eines Hauses erbaut wird. Ob Sie von einer Drempelwand oder von einer Kniestockwand sprechen, stellt fachlich keinen Unterschied dar. Beide Bezeichnungen sind richtig und werden für das gleiche Bauteil des Hauses verwendet.

Die meisten Häuser mit Dachschrägen haben eine Kniestockwand, die je nach Bauweise sehr niedrig oder höher ausfallen kann. Lediglich bei bis zur Rohdecke reichenden Dächern wird auf die Abseitenwand verzichtet, da das Dach in diesem Fall unmittelbar auf der letzten Geschossdecke aufliegt.

Wie berechnet man den Kniestock?

Im Neubau sollten Sie vorab überlegen, ob der Dachboden später zu Wohnzwecken oder zum Beispiel als Büro ausgebaut werden soll. In diesem Fall ist ein niedriger Dachbodenausbau ohne Drempelwand keine Lösung, da eine nachträgliche Erhöhung des Kniestocks kostenintensiv und schwierig ist.

Eine Kniestockhöhe von 40 bis 80 cm wäre bei einer Dachneigung von 45° optimal, wenn Ihr Dachgeschoss als volle Wohnfläche geplant und als Vollgeschoss errichtet werden soll. Die Berechnung überlassen Sie am besten einem Architekten, der den Bebauungsplan hinzuzieht und die Vorschriften daraus im Hausbau umsetzt. Damit Sie den Kniestock nicht erhöhen und nachträglich eine kostspielige Anhebung des Daches vornehmen brauchen, sollten Sie diese Berechnung der geplanten Wohnfläche im Dachgeschoss unmittelbar in der Bauplanung vornehmen lassen.

Tipp:
Je höher die Drempelwand ist, desto mehr Stell- und Wohnfläche schaffen Sie unter Ihrem Dach.

Was beeinflusst die Wahl der Drempelhöhe?

Zunächst sollten Sie festlegen, wie Sie das Dachgeschoss oder den Raum unter Ihrem Dach nutzen möchten. Soll der Raum zu Wohnzwecken dienen, ist ein höherer Kniestock ratsam. Dient er lediglich als Abstellraum, kann der Kniestock geringer gehalten werden. Ein sehr niedriger Dachbodenausbau schränkt die Nutzungsmöglichkeiten ein. Daher sollten Sie die Drempelhöhe nicht zu niedrig wählen oder gar auf eine Drempelwand verzichten. Auch wenn Sie den Kniestock erhöhen und das Dach nach oben versetzen lassen können, sind die Kosten und der Aufwand dieser baulichen Maßnahme nicht zu unterschätzen.

Eine niedrige Drempelhöhe kann nur auf zweierlei Art behoben werden.

  1. Sie erhöhen die Wand nachträglich.
  2. Sie ziehen an einer Wandseite eine Zwischenwand ein und schaffen auf diesem Weg Stellfläche.

Letztere Möglichkeit nimmt allerdings viel Raum und ist daher nicht die beste Lösung, wenn es um den Ausbau des Dachstuhls zu Wohnzwecken geht. Darüber hinaus wird die Wahl der Kniestockhöhe durch die Vorgaben im Bebauungsplan beeinflusst.

Wichtig:
Möchten Sie beispielsweise eine Wohnung im Dachgeschoss vermieten, muss die Kniestockhöhe bei einer Dachschräge von 45° mindestens 40, besser aber 80 cm betragen. Andernfalls zählt die darunter befindliche Fläche nicht zur Wohnfläche, wodurch Ihre Mieteinnahmen sinken. Die optimale Höhe sollte so gewählt werden, dass Sie den Dachstuhl jederzeit ausbauen und ihn bei Bedarf als Wohnfläche nutzen können.

Kniestock erhöhen: Wie geht das?

Grundsätzlich kann ein niedriger Dachbodenausbau im Nachhinein behoben werden. Wie Sie den Kniestock erhöhen und was Sie beachten sollten, zeigen wir Ihnen hier in einer kurzen Übersicht.

  1. Baugenehmigung einholen (vorab im Bebauungsplan wichtige Informationen zu Möglichkeiten einsehen)
  2. vorhandenes Dach abdecken, alten Dachstuhl entfernen oder ihn hydraulisch anheben
  3. Kniestockwand mauern und dämmen
  4. eingeplante Fenster in der Abseitenwand setzen
  5. Neubau oder Wiederaufsetzung des Dachstuhls
  6. Dach- und Dachstuhldämmung vornehmen
  7. Dach neu eindecken
  8. Außenwände verkleiden, verputzen und streichen
  9. Heizungsrohre und elektrische Leitungen verlegen
  10. Innendämmung und Wandverkleidung vornehmen
  11. Dachbodenausbau abschließen

Häufige Fragen zu Drempel und Kniestock:

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