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Holzständerbau und Skelettbauweise - Konstruktion, Dämmung und Kosten

Noch heute stehen wir fasziniert vor alten Fachwerkhäusern. Die Holzkonstruktionen verleihen manchem historischen Stadtzentrum ein besonderes Flair - Bamberg, Quedlinburg oder Rothenburg sind drei Beispiele von vielen. Wenn Sie glauben, es handelt sich ausschließlich um eine Bauweise der Vergangenheit, befinden Sie sich im Irrtum. Holz wird bei uns gerade als Baumaterial wiederentdeckt - als natürlicher, nachwachsender Rohstoff ist er besonders umweltschonend und besitzt beim Bauen viele positive Eigenschaften. Der Holzständerbau und der Holzskelettbau setzen die alte Fachwerk-Tradition fort. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Was bedeutet Holzriegelbau?

Holzriegelbau ist ein Oberbegriff für Holzständerbau und Holzskelettbau. Er bedeutet, dass die Grundkonstruktion eines Hauses aus tragenden Holzbalken errichtet wird. Die Zwischenräume werden dann in geeigneter Weise geschlossen und gedämmt. Alle Balken, Wände, Pfeiler usw. außerhalb dieser Konstruktion haben keine tragende Funktion. Holzständerbau und Holzskelettbau sind zwei unterschiedliche Holzbauweisen, die diesem Prinzip Rechnung tragen. Leider werden die Begriffe nicht trennscharf verwendet. Das gilt auch für zwei weitere Holzbau-Begriffe - den Holzrahmenbau und den Holztafelbau. Dadurch kommt es häufig zu Begriffsverwirrungen.

Was sind die Merkmale der Skelettbauweise?

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Der Holzskelettbau ist die direkte Fortsetzung des alten Fachwerkbaus in modernem Gewand. Hier wird zunächst eine tragende Konstruktion aus senkrechten Stützen und horizontalen Trägern errichtet, die an ihren Schnittstellen miteinander verbunden sind. Dadurch entsteht ein Gerüst, das die gesamte Last des Bauwerks tragen muss und tatsächlich wie ein Skelett wirkt. Nach der Errichtung dieses Skeletts werden die Zwischenräume in geeigneter Weise ausgefüllt.

Das besondere Merkmal des Skelettbaus

Da die Füllungen keine tragende Funktion haben, können sie nachträglich verändert werden und eröffnen mehr Spielraum beim Materialeinsatz und bei der Gestaltung (zum Beispiel für große Glasflächen, Lehmbau). Die Statik des Bauwerks bleibt unberührt, solange das Skelett nicht angetastet wird. Das ist beim Holzrahmen- und Holzständerbau anders.

Was bedeutet Holzständerbauweise?

Beim Holzständerbau besteht die Tragkonstruktion aus - in etwa 50 cm Abstand - aufgestellten senkrechten Holzbalken, die mit Brettern bzw. Holzplatten versteift werden. Der Zwischenraum zwischen den Balken wird dadurch geschlossen - es entstehen Wände, deren Hohlräume mit Dämmmaterial (Mineralwolle, Perlite u.a.) gefüllt sind. Im Unterschied zum Holzskelettbau, bei dem die Zwischenräume eine eigenständige nichttragende Konstruktion darstellen, können spätere Eingriffe in diesen Grundaufbau statische Auswirkungen haben.

Der Begriff Holzrahmenbau wird häufig synonym für Holzständerbau benutzt. Manchmal findet er auch Anwendung, wenn statt parallel stehender Holzbalken eine Holzrahmenkonstruktion zum Einsatz kommt oder wenn die Errichtung etagenweise erfolgt - heute die gängige Bauweise. Die Holzbalken werden dann entsprechend abgeschnitten (abgebunden). Das Grundprinzip bleibt aber das gleiche. Das gilt auch für den Holztafelbau. Das Wesensmerkmal besteht hier darin, dass die Wandelemente bereits werksseitig - zu "Holztafeln" - vorgefertigt wurden und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden müssen. Der Holztafelbau kommt typischerweise bei Fertighäusern zum Einsatz. Er bildet eine spezielle Variante des Holzrahmenbaus.

Weiterführende Informationen
Unterschied zum Holzrahmen- und Holztafelbau

Was spricht für Ständerbau, was für Skelettbau?

Holz ist - unabhängig von der Bauweise - ein hervorragendes Baumaterial. Als nachwachsender Rohstoff ist es ressourcenschonend, bindet CO2 dauerhaft und ermöglicht besonders nachhaltiges Bauen. Holz nimmt die Temperatur der Umgebung nur langsam auf, so dass es im Winter die Wärme im Haus hält und im Sommer die Hitze außen vor bleibt. Außerdem sorgt es für angenehmes Raumklima. Dass Holzhäuser - bei entsprechender Pflege und Instandhaltung - eine lange Lebensdauer besitzen, beweisen die zahlreichen Fachwerkbauten aus früheren Jahrhunderten. Da Holz leichter als Stein ist, können Häuser auch ohne weiteres auf Grund errichtet werden, der sonst Probleme macht.

Anwendungsbereiche
    Die Skelettbauweise eignet sich besonders gut für die Errichtung mehrgeschossiger Bauten.

    Deshalb wird Holzskelettbau häufig bei gewerblich genutzten Gebäuden eingesetzt, die größer als normale Wohnhäuser sind. Auch wenn ein schon vorhandener Unterbau aufgestockt werden soll, greift man gerne auf das Holzskelett zurück. Das schließt die Anwendung bei Wohngebäuden nicht aus. Ein starkes Argument für das Skelett ist seine Flexibilität bezüglich nachträglicher Veränderungen. Wenn ein sehr transparenter Bau mit großen Fenster- oder Glasflächen realisiert werden soll, greift man fast immer auf den Skelettbau zurück. So lassen sich sehr filigran wirkende Bauwerke verwirklichen, wie beispielsweise moderne Fachwerkhäuser aus Glas.

    Der Holzständerbau kommt vor allem beim normalen Einfamilienhaus zum Tragen.

    Dabei wird entweder der Holzrahmenbau oder der Holztafelbau gewählt. Beim Holztafelbau funktioniert die Errichtung des Gebäudes dank der vorgefertigten Wandtafeln besonders zügig. Die Vorfertigung bietet außerdem Kostenvorteile. Allerdings ermöglicht auch der Holzskelettbau Ansätze für Fertigbau. Die nichttragenden Wandfüllungen lassen sich hier nämlich ebenfalls vorfertigen und müssen dann nur noch (ein)montiert werden.

Grundsätzlich gilt: es gibt kein eindeutiges Argument für Holzständer- oder Holzskelettbau. Was sich besser eignet, hängt vielmehr vom jeweiligen Vorhaben und dessen Gestaltung ab.

Was kosten beide Holzbau-Methoden?

Vielfach wird angenommen, dass Holzhäuser günstiger sind als Massivhäuser. Das stimmt so pauschal nicht, in der Regel bewegen sich die Kosten in vergleichbaren Größenordnungen. Beim Holzbau gilt ein Kostenansatz von 1.250 Euro/qm Wohnfläche als Orientierungswert. Deutliche Abweichungen nach oben und unten sind je nach verwendetem Material, Gestaltung und Hausanbieter einzukalkulieren. Gegenüber Massivhäusern bietet die Holzbauweise den Vorteil, dass mehr Eigenleistungen möglich sind. Bei Vorfertigung (Holztafelbau) sind weitere Kostenvorteile erzielbar. Ansonsten unterscheiden sich die diversen Holzbauweisen kostenmäßig nicht wesentlich.

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