Holzständerbau und Skelettbauweise - Konstruktion, Dämmung und Kosten

Von Clara Flemming Am 22. August 2019

Noch heute stehen wir fasziniert vor alten Fachwerkhäusern. Die Holzkonstruktionen verleihen manchem historischen Stadtzentrum ein besonderes Flair - Bamberg, Quedlinburg oder Rothenburg sind drei Beispiele von vielen. Wenn Sie glauben, es handelt sich ausschließlich um eine Bauweise der Vergangenheit, befinden Sie sich im Irrtum. Holz wird bei uns gerade als Baumaterial wiederentdeckt - als natürlicher, nachwachsender Rohstoff ist er besonders umweltschonend und besitzt beim Bauen viele positive Eigenschaften. Der Holzständerbau und der Holzskelettbau setzen die alte Fachwerk-Tradition fort.

Hier erfahren Sie mehr zu der Bauweise für Holzhäuser.

Was bedeutet Holzriegelbau?

Holzriegelbau ist ein Oberbegriff für Holzständerbau und Holzskelettbau. Er bedeutet, dass die Grundkonstruktion eines Hauses aus tragenden Holzbalken errichtet wird. Die Zwischenräume werden dann in geeigneter Weise geschlossen und gedämmt. Alle Balken, Wände, Pfeiler usw. außerhalb dieser Konstruktion haben keine tragende Funktion.

Holzständerbau und Holzskelettbau sind zwei unterschiedliche Holzbauweisen, die diesem Prinzip Rechnung tragen. Leider werden die Begriffe nicht trennscharf verwendet. Das gilt auch für zwei weitere Holzbau-Begriffe - den Holzrahmenbau und den Holztafelbau. Dadurch kommt es häufig zu Begriffsverwirrungen.

Was sind die Merkmale der Skelettbauweise?

Fachwerkhaus 95 1.0 Exterior 1

Der Holzskelettbau ist die direkte Fortsetzung des alten Fachwerkbaus in modernem Gewand. Hier wird zunächst eine tragende Konstruktion aus senkrechten Stützen und horizontalen Trägern errichtet, die an ihren Schnittstellen miteinander verbunden sind. Dadurch entsteht ein Gerüst, das die gesamte Last des Bauwerks tragen muss und tatsächlich wie ein Skelett wirkt. Nach der Errichtung dieses Skeletts werden die Zwischenräume in geeigneter Weise ausgefüllt.

Besonderes Merkmal des Skelettbaus

Da die Füllungen keine tragende Funktion haben, können sie nachträglich verändert werden und eröffnen mehr Spielraum beim Materialeinsatz und bei der Gestaltung (zum Beispiel für große Glasflächen oder Lehmbau). Die Statik des Holzhauses bleibt unberührt, solange das Skelett nicht angetastet wird. Das ist beim Holzrahmen- und Holzständerbau anders.

Was bedeutet Holzständerbauweise?

Beim Holzständerbau besteht die Tragkonstruktion aus aufgestellten senkrechten Holzbalken, die mit Brettern bzw. Holzplatten versteift werden. Der Zwischenraum zwischen den Balken wird dadurch geschlossen - es entstehen Wände, deren Hohlräume mit Dämmmaterial (Mineralwolle, Perlite u.a.) gefüllt sind. Im Unterschied zur Skelettbauweise ist der Abstand zwischen den Balken weitaus geringer- in etwa 50 cm Abstand.

Späterer Umbau erschwert
Im Unterschied zum Holzskelettbau, bei dem die Zwischenräume eine eigenständige nichttragende Konstruktion darstellen, können spätere Eingriffe in diesen Grundaufbau statische Auswirkungen haben.

Unterschied zum Holzrahmen- und Holztafelbau

Der Begriff Holzrahmenbau wird häufig synonym für Holzständerbau benutzt. Manchmal findet er auch Anwendung, wenn bei einem Holzhaus statt parallel stehender Holzbalken eine Holzrahmenkonstruktion zum Einsatz kommt oder wenn die Errichtung etagenweise erfolgt - heute die gängige Bauweise. Die Holzbalken werden dann entsprechend abgeschnitten (abgebunden). Das Grundprinzip bleibt aber das gleiche.

Das gilt auch für den Holztafelbau. Das Wesensmerkmal besteht hier darin, dass die Wandelemente bereits werksseitig - zu "Holztafeln" - vorgefertigt wurden und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden müssen. Der Holztafelbau kommt typischerweise bei Fertighäusern zum Einsatz. Er bildet eine spezielle Variante des Holzrahmenbaus.

Demnach basieren sowohl die Holzrahmenbauweise als auch die Holztafelbauweise auf dem Ständerbau.

Ausführliche Informationen dieser Konstruktionsweisen

Was spricht für Ständerbau, was für Skelettbau?

Holz ist - unabhängig von der Bauweise - ein hervorragendes Baumaterial. Als nachwachsender Rohstoff ist es ressourcenschonend, bindet CO2 dauerhaft und ermöglicht besonders nachhaltiges Bauen. Holz nimmt die Temperatur der Umgebung nur langsam auf, so dass es im Winter die Wärme im Haus hält und im Sommer die Hitze außen vor bleibt. Außerdem sorgt es für angenehmes Raumklima.

Dass Holzhäuser - bei entsprechender Pflege und Instandhaltung - eine lange Lebensdauer besitzen, beweisen die zahlreichen Fachwerkbauten aus früheren Jahrhunderten. Da Holz leichter als Stein ist, kann ein Holzhaus auch ohne weiteres auf einem Grund errichtet werden, der sonst Probleme macht.

Anwendungsbereiche der Konstruktionen

Grundsätzlich gilt: es gibt kein eindeutiges Argument für Holzständer- oder Holzskelettbau. Was sich besser eignet, hängt vielmehr vom jeweiligen Vorhaben und dessen Gestaltung ab.

Eine besondere Form des Holzständerbaus

Was kosten beide Holzbau-Methoden?

Vielfach wird angenommen, dass Holzhäuser günstiger sind als Massivhäuser. Das stimmt so pauschal nicht, in der Regel bewegen sich die Kosten in vergleichbaren Größenordnungen. Beim Holzbau gilt ein Kostenansatz von 1.750 Euro/qm Wohnfläche als Orientierungswert. Deutliche Abweichungen nach oben und unten sind je nach verwendetem Material, Gestaltung und Hausanbieter einzukalkulieren.

Gegenüber Massivhäusern bietet die Holzbauweise den Vorteil, dass mehr Eigenleistungen möglich sind, wodurch Bauherren kosten sparen können. Bei Vorfertigung (Holztafelbau) sind weitere Kostenvorteile erzielbar.

Ansonsten unterscheiden sich die diversen Holzbauweisen kostenmäßig nicht wesentlich.

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