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Fassadenverkleidung aus Holz - Möglichkeiten und Kosten

Von Clara Flemming Am 22. Dezember 2020

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Sieht aus wie ein Bauwerk aus Holz, ist aber keins - Fassadenverkleidungen aus Holz verleihen Gebäuden ein unverwechselbares Äußeres, das sich positiv von seiner Umgebung abhebt. Holzfassaden besitzen viele gute Eigenschaften, sind sehr kreativ gestaltbar und optisch ansprechend. Die häufig geäußerte Befürchtung schneller Verwitterung und der Anfälligkeit gegen Umwelteinflüsse ist bei richtiger Holzwahl und Holzpflege unbegründet. Mehr zu Fassaden aus Holz erfahren Sie in diesem Beitrag.

Welche Möglichkeiten der Fassadengestaltung mit Holz gibt es?

Man findet grundsätzlich vier Arten von Holzwerkstoffen, die für Fassadenverkleidungen eingesetzt werden:

Welche Holzarten eignen sich zur Fassadenverkleidung?

Grundsätzlich kommen für Holzverkleidungen alle heimischen Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche oder Douglasie in Betracht.

Fichtenholz wird gerne verwandt, da es hohe Festigkeit besitzt und bei uns häufig vorkommt. Das wirkt sich positiv bei den Kosten aus. Ähnliche Eigenschaften wie Fichtenholz besitzt Tannenholz.

Das Holz von Lärchen, Kiefern, Douglasien und Eichen ist noch beständiger als Fichte oder Tanne und lässt sich sogar ohne Oberflächenbehandlung zur Fassadenverkleidung einsetzen.

Die Holzfassade richtig versiegeln

Ohne Oberflächenbehandlung vergraut das Holz im Lauf der Zeit - ein natürlicher Alterungsprozess, der bei allen Holzarten auftritt und keine Qualitätsminderung darstellt. Mit Schutzanstrichen kann das äußere Erscheinungsbild des Holzes beeinflusst werden.

  • Lasuren beugen der Vergrauung vor und bewahren zugleich die Holzmaserung, nur die Farbe ist nicht unbedingt "holz-like" - dafür lassen sich auf diese Weise besondere optische Effekte erzielen. Genau das Gegenteil will die Vergrauungslasur - sie soll Holz bewusst alt aussehen lassen und wird für weniger vergraute, witterungsgeschützte Holzflächen genutzt, um ein einheitliches Erscheinungsbild der Fassade zu wahren.
  • Eine Alternative zur Lasur ist die Lackierung, dabei wird aber die Holzmaserung zugedeckt. Der Holzeffekt geht dadurch ein Stück weit verloren.
Beide Oberflächenbehandlungen - Lasur und Lackierung - bedürfen der regelmäßigen Nachbehandlung und Auffrischung: bei Dünnschichtlasuren alle ein bis vier Jahre und bei Mittelschichtlasuren alle zwei bis sieben Jahre. Lackierungen brauchen nur alle acht bis fünfzehn Jahre eine Erneuerung.

Was kostet eine Fassade aus Holz?

Die Kosten einer Holzfassade hängen von vielen Faktoren ab, so dass generelle Angaben kaum möglich sind. Neben der Fassadenfläche spielen vor allem folgende Eigenschaften eine Rolle:

  • die Fassadenform (großflächige Fassaden sind vorteilhafter als verwinkelte)
  • die Holzart und Holzbearbeitung
  • die Art der Fassadenverkleidung (Latten, Lamellen usw.)
  • die Konstruktionsweise der Fassadenverkleidung
  • die Frage, ob eine zusätzliche Dämmung erforderlich ist oder nicht

Reine Fassadenverkleidungen mit nur einer Traglattung sindab 50 Euro pro Quadratmeter zu haben. Ist zusätzlich eine Fassadendämmung erforderlich - zum Beispiel, um den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes zu genügen - verdoppeln sich die anzusetzenden Quadratmeterkosten leicht. Je nach gewählter Holzart, Konstruktion und Ausführung können die Fassadenkosten aber auch leicht ein Mehrfach von 50 Euro (ohne Dämmung) bzw. 100 Euro (mit Dämmung) betragen.

Für eine Verkleidung von 200 Quadratmeter Fassadenfläche wäre demnach ohne Dämmung mit mindestens 10.000 Euro zu rechnen, mit Dämmung mit mindestens 20.000 Euro.

Wie pflege und schütze ich Holzverkleidungen am besten?

Der Werkstoff Holz an sich ist sehr widerstandsfähig und beständig. Das beweisen jahrhundertealte Holzkonstruktionen. Wie jede andere Fassadenverkleidung bedarf aber auch die Holzfassade des Schutzes und der Pflege.

Das größte Risiko für die Lebensdauer von Holz ist dauerhafte Durchfeuchtung. Daher ist schon von vornherein durch geeignete bauliche Maßnahmen für einwandfreie Wasserableitung und Absicherung gegen Wassereindringen zu achten. Dort wo Spritzwasser das Holz schädigen könnte (Bodenbereich, im Fensterumfeld), muss die Holzverkleidung einen ausreichenden Abstand aufweisen. Eine gute Hinterlüftung zwischen tragender Wand und Außenverkleidung trägt dazu bei, dass das Holz bei Feuchtigkeit schneller wieder austrocknen kann. Das fördert die Lebensdauer.

Neben dem konstruktiven Holzschutz kann man auch mit laufender Wartung und Pflege etwas für die Beständigkeit einer Holzfassade tun. Auf die regelmäßige Erneuerung einer Oberflächenbehandlung ist bereits oben hingewiesen worden. Lasuren müssen dabei schneller und häufiger erneuert werden als Lackierungen. Kleine Schäden können einfach ausgebürstet und nachgestrichen werden, bei Algen und Pilzen ist eine Biozidlösung zu empfehlen. Aufgetretene Risse im Holz sollten frühzeitig verschlossen werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Für die Reinigung von Fassadenverschmutzungen genügt oft etwas Wasser und eine Wurzelbürste.

Holzfassade: Vorteile und Nachteile im Überblick

Holzfassade Vorteile

  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und als Fassadenmaterial ökologisch-nachhaltig
  • Holzfassaden sind kreativ gestaltbar und ermöglichen ein unverwechselbares, optisch ansprechendes Äußeres
  • Bei entsprechender Wartung und Pflege sind Holzverkleidungen sehr langlebig
  • Dämmung einer Holzfassade ist in der Regel kein Problem
  • Holzfassaden eignen sich für jeden Haustyp, auch Teilverkleidungen mit Holz sind gut möglich

Holzfassade Nachteile

  • Natürliche Vergrauung des Holzes wird nicht von jedem geschätzt, betroffen ist vor allem unbehandeltes Holz
  • Durch notwendige Nachbesserungen und Erneuerungen sind Holzfassaden arbeitsintensiver und aufwändiger als herkömmliche Fassaden (z.B. Putz)
  • Holzfassaden sind tendenziell kostenintensiver als normaler Putz - es kommt aber auch auf die jeweilige Ausführung und die Gegebenheiten an
Fazit
Sie müssen also nicht unbedingt ein reines Holzhaus bauen, um den natürlichen Charme einer Holzfassade zu gewinnen. Jedes Fertighaus und Massivhaus kann problemlos mit Holz verkleidet werden. Wenn Sie jedoch nicht auf die gemütliche Atmosphäre durch eine Holzbalkendecke in den Wohnräumen verzichten wollen, so sollten Sie sich für ein aus Holz gebautes Haus entscheiden. Ein gesundes Wohnklima, geringer CO2-Fußabdruck und besondere Nachhaltigkeit inklusive.
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