Bodenplatte

Schnurgerüst beim Haus: So wird es erstellt

Von Wolfram Wolbring Am 1. September 2021

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Die Bedeutung des Gerüsts ist den meisten Bauherren bekannt. Doch was sind Schnurgerüste und warum spielen sie beim Hausbau eine essenzielle Rolle? Damit die exakten Außenkanten und Abstände zum Nachbargrundstück beziehungsweise zur Grundstücksgrenze eingehalten werden, stellt man ein Schnurgerüst auf. Wer den Rohbau von einer Firma vornehmen lässt, erhält diese Leistung per Vertrag als Baunebenleistung. Wie die Aufstellung von Schnurgerüsten funktioniert und warum Sie wichtig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein Schnurgerüst?

Mit Hilfe des Schnurgerüstes wird auf dem Baugrundstück die korrekte Lage und die Abmessungen des künftigen Gebäudes festgelegt. Grundlage für die Vermessung ist der amtliche Lageplan: In diesem sind die erforderlichen Grenzabstände vermerkt. Für das genaue Vermessen der Lage und die Errichtung des Schnurgerüstes ist mit dem Geometer ein Fachmann zuständig. Es darf erst wieder entfernt werden, wenn die Wände des Erdgeschosses stehen.

Erstellung und Zweck eines Schnurgerüstes

Die Aufstellung von Schnurgerüsten gehört zu den ersten Maßnahmen im Rohbau. Explizit wird diese Arbeit in dem Moment vorgenommen, in dem der Erdaushub erfolgt. Die Maßnahme dient dazu, jederzeit die volle Kontrolle des Bauplans zu haben und zu wissen, ob die Außenmaße des geplanten Gebäudes der vorgesehenen Position entspricht. Da es hier auf Präzision ankommt und beim Schnurgerüst ein rechter Winkel essenziell ist, sollten Sie diese Arbeiten von einer Fachfirma erledigen lassen. Um die Gebäudeecken zu markieren, wird ein so genannter Schnurbock erstellt. Schnurböcke bestehen aus 3 vertikal in den Boden getriebenen Holzpfosten, die durch zwei horizontal vernagelte Bretter verbunden werden. Nur wenn die Geometrie hier passt, wird das Schnurgerüst ein rechter Winkel und damit eine adäquate Markierung sein.

Das ist sein Zweck

Mit einem Schnurbock markieren Sie die Gebäudeecken grob. Für die Feinjustierung ist eine Vermessung nötig, die durch einen Fachmann vorgenommen wird. Wie sich aus der Bezeichnung "Schnurböcke" entnehmen lässt, werden anschließend Schnüre gespannt. Es ist sinnvoll, zur Sicherung der Messergebnisse eine Verlängerung zu integrieren und so weitere Verlaufspunkte zu markieren. Der Schnurbock hat den Zweck, die Außenmaße der Mauern zu markieren und das exakte Ergebnis der Messung zu verdeutlichen.

Der Geometer bringt eine waagerechte Höhenmarke an, diese legt die Oberfläche des Erdgeschossbodens fest. Mit verzinkten Drähten werden schließlich die abgesteckten Ecken des Gebäudes auf das Gerüst übertragen und mittels Nägeln oder Kerben fixiert. Von den Drähten aus kann jeder Punkt der Mauerflucht senkrecht nach unten gelotet werden.

Was braucht man für ein Schnurgerüst?

Diese Materialien werden benötigt:

  • zwölf Pflöcke mit der Länge von mindestens einem Meter
  • mindestens acht Latten mit einer Länge von ca. 1,50 Meter
  • ausreichend Nägel
  • Rolle Maurerschnur/ verzinkter Draht
  • Vorschlaghammer und Hammer
  • Messer
  • Maßband mit mindestens 15 Meter Länge
  • Wasserwaage
  • Anschlagwinkel
  • Kreuzlinienlaser
  • Nivelliergerät

Die im Bauplan befindlichen Planungspunkte müssen auf das Gelände übertragen und möglichst stabil gekennzeichnet werden. Dafür werden die Achsen und Abgrenzungen des Bauwerks vom Projektplan auf dem Baugrund vermarkt.

Bezugspunkte können auch außerhalb des Baugrundstücks liegen
Die für die Aushebung der Baugrube und Errichtung des Gebäudes notwendigen Bezugspunkte können dabei auch außerhalb des eigentlichen Bauareals liegen. Sie sind für die richtige Lage und auch die Fußbodenhöhe des künftigen Gebäudes entscheidend.

Grobabsteckung

Mit der Grobabsteckung werden die Ecken des Gebäudes mittels Holzpflöcke gekennzeichnet. Stehen diese, kann das ausführende Bauunternehmen die Baugrube ausbaggern.

Feinabsteckung

Sind die Erdarbeiten abgeschlossen, kommt es bei der Feinabsteckung zur Errichtung des Schnurgerüstes. Nägel kennzeichnen dabei die Punkte, an denen die Außenwände des Gebäudes schneiden. Werden diese mit Draht oder Schnüren verbunden, sind die maßgeblichen Achsen sichtbar und der eigentliche Bau kann beginnen.

Aufbau eines Schnurgerüsts

Der Aufbau eines Schnurgerüsts setzt sich aus vier Arbeitsschritten zusammen. Hierbei ist es wichtig, dass Sie in jeder Phase präzise arbeiten und überprüfen, ob bei Ihrem Schnurgerüst ein rechter Winkel abgesteckt wurde. Folgen Sie diesen Tipps, können Sie sich auf optimal ausgerichtete Schnurböcke verlassen und sich sicher sein, dass die Maße den Vorschriften des Bauamtes entsprechen und die Grenzen zum Nachbargrundstück beachten.

1) Schnurgerüste abstecken

Um die Schnurgerüste abzustecken, sollten Sie die Pfosten in einem bis zwei Metern Entfernung zur späteren Außenmauer einschlagen.

2) Schnurgerüste einmessen

Messen Sie den Schnurbock genau ein, da sich die Maße später nicht mehr verändern dürfen. Die eingeschlagenen Pfosten und die vernagelten Bretter sowie die daran befestigten Schnüre behalten ihre Position bei.

3) Höhe des Schnurgerüsts einmessen

Im Regelfall ist die Höhe des Schnurgerüsts identisch mit der Fußbodenoberkante laut Bauplan. Daher ist es wichtig, dass Sie vor der Absteckung und Berechnung den Bauplan kennen und wissen, in welcher Höhe Sie die Schnüre spannen und Ihr Gerüst aufstellen können.

4) Einreichen durch Sachverständigen / Abnahme durch Baubehörde

Ehe der eigentliche Bau beginnt, hat ein Bausachverständiger der Behörde Ihr Gerüst abgenommen und die Absteckung bestätigt. Vor der Entfernung der Schnüre ist es wichtig, dass die Bodenplatte gegossen und an die Maße angepasst wurde. Eine vorherige Entfernung kann zu straf- und zivilrechtlichen Folgen führen, da es sich bei Schnurgerüsten um einen Nachweis der korrekten Bemaßung handelt.

Einen Fachmann vermessen lassen
Die Anforderungen an die Beschaffenheit eines Schnurgerüsts sind enorm. Wird das Einmessen durch einen Sachverständigen durchgeführt, bekommt die Baubehörde die Einmessbescheinigung direkt. Andernfalls muss alles vom Bauamt abgenommen werden. Daher sollte die Vermessung unbedingt von einem Fachmann durchgeführt werden. Wichtig ist auch, dass beim Schnurgerüst ein rechter Winkel vorhanden ist und dass Sie wissen sollten, dass es in diesem Bezug keinen Toleranzspielraum gibt.

Regeln zur Einmessung

Um die Einmessung von Schnurgerüsten vorzunehmen, sind die Grenzsteine ein wichtiger Kennwert Ihres Grundstücks. Ein Fachmann nutzt elektronische Messgeräte, mit denen er die vor Ort vorhandenen Werte in die Baupläne überträgt. Die maximale Toleranz befindet sich bei plus/minus 2,5 Millimetern.

So wird die seine Höhe festgelegt

Die Oberkante der Schnurgerüstlatten stellt im Regelfall auch die Oberkante des Fußbodens im EG dar. Für die Bemessung kommen Rotationslaser - klassischerweise auch eine Schlauchwaage - zum Einsatz.

Kann Gebäudehöhe visualisieren

In der Schweiz ist diese Praktik üblich. Um ein Gebäude in seiner Höhe zu visualisieren, werden Stangen an den Gebäudekanten der Absteckung positioniert. Hieraus entsteht ein Baugespann, mit dem sich die reale Höhe eines Bauwerks erkennen und im Bezug auf die Umgebungsbebauung betrachten lässt.

Schnurgerüste: Rechtliche Bedeutung

Die frühzeitige Entfernung des Schnurgerüsts hat nicht ohne Grund strafrechtliche und zivilrechtliche Folgen. Denn anhand der Schnurspannung kann bewiesen werden, wie hoch und wie groß ein Gebäude ist und welche Außenmaße es aufweist. Auch die öffentliche Anzeige der Grenzabstände spielt hierbei eine essenzielle Rolle. Entfernen Sie die Konstruktion eines Schnurgerüsts daher nie, bevor die Bodenplatte gegossen und die maßgenaue Fertigung von einem Fachmann abgenommen wurde.

Häufige Fragen zum Thema Schnurgerüst:

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