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Den Keller optimal dämmen und abdichten

Sie gehört zu den wichtigsten Entscheidungen, die Bauherren im Vorfeld der Bauphase treffen müssen: Soll das neue Eigenheim unterkellert werden oder nicht? Auch ein späteres Nachrüsten ist noch möglich - allerdings mit viel Aufwand und Schwierigkeiten verbunden.

Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: Mehr Stauraum für Vorräte, nicht genutzte Möbel und Deko. Ein Abstellplatz und Winterlager für Fahrräder, Hobby- und Gartengeräte. Ein Standort für die Heizanlage und die Waschküche. Und natürlich ein Rückzugsort und Hobbyraum. All das kann in einem Keller unter dem Wohnhaus seinen Platz finden.

Doch wann genau braucht der Keller eine Dämmung und wie verhält es sich mit der Abdichtung?

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Abdichtung des Kellers

Ganz gleich, ob nachträgliche oder Neubau-Unterkellerung, Bauherren und Hausbesitzer haben die grundlegende Entscheidung zu treffen, welche Form der Abdichtung sie wählen wollen. Feuchtigkeit ist, gerade im Sommer, eine große Gefahr, denn sie kann nicht nur zu Schimmel führen, sondern auch die Bausubstanz angreifen. Zunächst sollten Sie durch einen Fachmann feststellen lassen, an welchen Stellen die Abdichtung besonders wichtig ist. Davon hängt nämlich im nächsten Schritt die Wahl der richtigen Maßnahme ab.

Man unterscheidet zum einen zwischen:

  1. Vertikalabdichtung
  2. Horizontalabdichtung

Und zum anderen zwischen::

  1. Innenabdichtung
  2. Außenabdichtung (weiße oder schwarze Wanne)

Worin liegt der Unterschied zwischen Vertikal- und Horizontalabdichtung?

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Vertikalabdichtung (Vertikalsperre)

Bei der Vertikalabdichtung handelt es sich um eine Flächenabdichtung entlang der Kellerwände. Ein Keller kann sowohl von außen als auch von innen vertikal abgedichtet werden. Von außen ist dabei die sicherere Variante und kommt bei den meisten Neubauten zum Einsatz. Eine innere Vertikalabdichtung wird meist nur bei einer nachträglichen Abdichtung von alten Häusern angewandt.

Horizontalabdichtung (Horizontalsperre)

Bei der Horizontalabdichtung hingegen handelt es sich um eine Abdichtung unter der Kellerdecke im Mauerwerk parallel zum Boden. Somit wird verhindert, dass aus dem Boden aufsteigendes Wasser ins Mauerwerk gelangt, aufsteigt und es folglich feucht werden lässt. Die Horizontalsperre gehört bei allen Neubauten zum Standard.

Außenabdichtung oder Innenabdichtung - was macht wann Sinn?

Außenabdichtung - Schwarze oder weiße Wanne?

Soll eine Außenabdichtung vorgenommen werden, haben Sie die Wahl zwischen einer weißen Wanne und einer schwarzen Wanne. Auch bei einer nachträglichen Kellerabdichtung kann das noch möglich sein, falls sich die Kellerwände von außen noch erreichen lassen.

Beim Preis unterscheiden sich die beiden Möglichkeiten heute kaum noch voneinander. Weiße Wannen gelten deshalb dort als unentbehrlich, wo Wasser von unten oder seitlich auf die Kellerwände oder die Bodenplatte drückt. Und diese Voraussetzungen sind fast überall gegeben, wodurch die schwarze Wanne immer mehr vom Markt verschwindet.

Ist eine Innenabdichtung des Kellers sinnvoll?

Kommt man bei einer nachträglich geplanten vertikalen Kellerabdichtung nicht mehr von außen an die Kellerwände heran oder wäre das mit einem zu hohen Aufwand verbunden, bleibt einem nur die Innenabdichtung. Die Kellerwände von innen abzudichten, ist jedoch nur bei einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 60 Prozent sinnvoll, da es bei einer höheren Luftfeuchtigkeit zu Schimmelbildung kommen kann. Außerdem haben von innen abgedichtete Keller eine schlechtere Wärmedämmung, da das Mauerwerk durchfeuchtet bleibt.

Außen abdichten ist immer besser als innen
Soweit technisch und finanziell machbar, sollten Sie sich also immer für die Außenabdichtung entscheiden – am besten gleich von Anfang an, beim Neubau Ihres Hauses.

Auch die Dämmung des Kellers ist wichtig

Feuchtigkeit kann nicht nur von außen kommen, sondern auch durch Kondensation feuchter Luft an den Kellerwänden entstehen. Um dem vorzubeugen, ist es hilfreich, Ihren Keller zu dämmen und zu beheizen. Dazu kommt, dass für bis zu 12 Prozent der Wärmeverluste eines Hauses der Keller verantwortlich ist.

Was obendrein für die Kellerdämmung spricht, ist die Steigerung der Fußbodentemperatur, die besonders bei einer Nutzung als Hobby- oder Wohnkeller einen großen Vorteil darstellt.

Wie wird ein Keller gedämmt?

Man unterscheidet zwischen diesen beiden Varianten:

  1. Innendämmung
  2. Außendämmung (auch Perimeterdämmung)

Sollte ein Keller von außen oder von innen gedämmt werden?

Perimeterdämmung - Keller von außen Dämmen

Die Perimeterdämmung (auch Sockeldämmung) von außen ist, trotz des größeren Aufwands, der Innendämmung überlegen. Es müssen zwar bei Altbauten erst die Kellerwände freigelegt werden, wenn die Dämmplatten dann jedoch befestigt sind, bietet die Perimeterdämmung den besten Schutz gegen Wärmeverlust und Schimmel.

Als Dämmstoff kommt EPS (expandierter Polystyrol-Hartschaum), Schaumglas oder XPS (extrudierter Polystyrol-Hartschaum) zum Einsatz. Diese Materialien sind wasserundurchlässig und sehr druckbeständig. Soll der Keller als Hobby- oder Wohnkeller genutzt werden ist die Perimeterdämmung unausweichlich.

Wie und wann wird ein Keller von innen gedämmt?

Ist eine solche Nutzung nicht oder nur gelegentlich geplant - handelt es sich also primär um einen Nutzkeller - und ist die Bausubstanz in gutem Zustand, kann eine Innendämmung genügen. Vorteile der Innendämmung sind die niedrigeren Kosten und dass sie bei einer nachträglichen Dämmung des Kellers oft die einzige Möglichkeit ist. Durch das Anbringen der Dämmstoffe an den Innenseiten der Wände verliert der Keller allerdings etwas an Größe. Nachdem der gesamte Raum vollständig getrocknet wurde, werden die Kellerwände entweder kapillaraktiv gedämmt oder dampfdicht gemacht.

Bei der letzteren Methode, die am einfachsten und günstigsten ist, wird eine Dämmschicht an den Wänden befestigt und anschließend eine Dampfsperre darauf angebracht. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich Kondenswasser zwischen Dämmschicht und Kellerwand sammelt.

Die neuere kapillaraktive Dämmung ist teurer, jedoch auch wirksamer gegen Schimmelbildung. In einem kapillaraktiven System wird der Feuchtigkeitstransport in Raumrichtung verstärkt. Die Feuchtigkeit kann aufgenommen und dann an die Raumluft abgegeben werden. Als Dämmstoff kommen hier vor allem Dämmplatten aus Calciumsilikat oder Mineralschaum in Frage.

Auch hier gilt: Keller besser von außen dämmen
Hier verhält es sich wie mit der Abdichtung: Der Schutz von außen ist dem Schutz von innen immer vorzuziehen, solange das finanziell und technisch möglich ist.

Wann reicht eine Dämmung der Kellerdecke?

Wenn der Keller nur als unbeheizter Lager- oder Abstellraum dienen soll, ist eine Dämmung der Kellerdecke ausreichend. Dann ist lediglich zu vermeiden, dass sich die Kälte vom Keller bis in das bewohnte Erdgeschoss ausbreitet und dort für hohe Heizkosten und kalte Füße sorgt. Die Kellerdecke an der Unterseite zu dämmen ist relativ günstig, ohne Hilfe vom Handwerker umsetzbar und macht sich sehr schnell bezahlt.

Grundsätzlich sind nach der Energieeinsparverordnung Dämmplatten mit einer Dicke von wenigstens acht Zentimeter nötig. Diese werden dann an die Kellerdecke geklebt oder gedübelt und sorgen schnell und unkompliziert für weniger Heizkosten. Als Material eignen sich dabei Stein- oder Mineralwolle, Polyurethan oder Polystyrol.

Probleme bei der Kellerdeckendämmung
Problematisch kann sein, wenn die Raumhöhe zu niedrig ist, Leitungen an der Decke angebracht sind oder die Decke uneben ist. Doch auch diese Hindernisse lassen sich relativ unkompliziert beseitigen und mindern die Rentabilität der Kellerdeckendämmung nur unerheblich.

Ist eine Dämmung des Kellerbodens sinnvoll?

Ob auch der Kellerboden gedämmt werden sollte, hängt wieder von der Kellernutzung ab. Handelt es sich um einen Wohn- oder Hobbykeller, kann eine Kellerbodendämmung hilfreich sein. Diese wird wie die Deckendämmung auch von innen angebracht. Beachten Sie auch hier den Verlust an Raumhöhe und das Türen und Treppensockel an die Aufbodendämmung angepasst werden müssen.

Braucht man eine Heizung im Keller?

Bei der Planung kommt häufig die Frage auf, ob der Keller nun beheizt oder nicht beheizt werden soll. Einige Verbraucher nehmen auch eine Teilbeheizung vor. Experten warnen jedoch davor, dass dieses Vorhaben nicht sehr klug ist. Bedingt durch eine Teilbeheizung ergeben sich auf einer Etage relativ große Temperaturunterschiede zwischen den Räumen, was wiederum ein guter Nährboden für Schimmel ist. Sollten Sie Ihren Keller auch in der Freizeit nutzen, beheizen Sie ihn komplett. Dient der Keller als reiner Stauraum, können Sie sich die Heizung sparen.

Hinzu kommt, dass viele Eigenheimbesitzer vollkommen falsch lüften. Experten empfehlen, dass das Lüften im Winter vorgenommen werden sollte. Dies liegt daran, dass die Luft zur kalten Jahreszeit wesentlich trockener ist. Im Sommer tragen Sie durchs Lüften die Feuchtigkeit ins Haus und bieten dem Schimmel einen wunderbaren Nährboden.

Wärmedämmung ist Pflicht
Bei beheizten Kellern ist die Wärmedämmung gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) Pflicht .
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