Thermobodenplatte - Basis für ein Energiesparhaus

Von Clara Flemming Am 25. Februar 2020

Energieeffizienz ist heute eine wichtige Anforderung beim Hausbau, ob es um konventionell errichtete Häuser oder ausgesprochene Energiespar- oder Passivhäuser geht. Eine entsprechende Bauweise spart Energiekosten und ist ein aktiver Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Mit einer Thermobodenplatte verfügt Ihr Haus über die beste Basis, um energieeffizient zu sein. Thermobodenplatten gibt es bereits seit 1968, in Deutschland seit 1990. Im Folgenden erklären wir, was es mit dieser besonderen Art des Fundaments auf sich hat.

Was ist eine Thermobodenplatte

Thermobodenplatten sind eine energieeffiziente Lösung bei Häusern ohne Unterkellerung und gehören bei Energiespar- und Passivhäusern in der Regel zum Standard. Jedes Haus benötigt ein Fundament als "Zwischenstück" und Verbindung zwischen Mauerwerk und Erdreich. Die Thermobodenplatte stellt eine Alternative zu herkömmlichen Streifen- oder Plattenfundamenten dar. Sie zeichnet sich durch eine besonders ausgeprägte Wärmedämmung aus und kann - bei integrierter Heizung - auch selbst Wärme abgeben.

Energieeffizienz durch Thermobodenplatte
Eine Thermobodenplatte trägt zur Reduzierung von Wärmeverlusten bei, ist selbst Teil der Heizung und hilft so, nachhaltig Energiekosten zu sparen.

Die Hauptfunktion einer konventionellen Bodenplatte besteht darin, die Last des Bauwerks gleichmäßig an das Erdreich weiterzugeben. Dadurch sollen nachträgliche Bodenverformungen im Untergrund verhindert werden, die zu Rissen im Mauerwerk führen und im Extremfall die Statik gefährden könnten. Bei Thermobodenplatten kommen zusätzlich zur Lastverteilung Wärmefunktionen hinzu. Diese betreffen insbesondere die verstärkte Wärmedämmung. Thermobodenplatten sind sozusagen "extra stark eingepackt", um Kälte aus dem Erdreich abzuweisen und Wärmeverluste zu vermeiden. Grundsätzlich kann die Wärmedämmung bei der Bodenplatte von oben oder von unten erfolgen. Bei Energiesparhäusern ist die Dämmung von unten Standard. In vielen Fällen enthält die Thermobodenplatte bereits Leitungen für Strom, Ab- und Frischwasser, die dann nicht gesondert verlegt werden müssen.

Bodenplatte mit Fußbodenheizung
Zusätzlich werden bei Thermobodenplatten häufig Heizschleifen in den Beton integriert. Die Bodenplatte fungiert dann zugleich auch als Fußbodenheizung. Sie schützt nicht nur vor Wärmeverlust, sondern gibt auch Wärme ab. Auf extra Heizestrich kann in diesem Fall verzichtet werden.

Manchmal wird der Begriff "Thermobodenplatte" nur für Bodenplatten mit integrierten Heizschleifen verwendet, manchmal ganz allgemein für Bodenplatten mit verstärkter Wärmedämmung. Das gilt es bei Angeboten zu beachten. Zum Teil wird auch von Energiesparbodenplatte oder Schwedenplatte gesprochen. Letzterer Begriff ist der Name eines bekannten Anbieters für Thermobodenplatten.

Konstruktion und Errichtung

Thermobodenplatten benötigen aufgrund ihrer Wärmewirkung weniger Erdaushub als eine konventionelle Bodenplatte. Statt sonst 80 cm genügen 30 cm (bei integrierten Heizschleifen). Durch Einsatz von frostunempfindlichem Material unterhalb der Platte wird auch das aufwendige Betonieren von Streifenfundamenten überflüssig.

Der Aufbau der Thermobodenplatte geschieht idealtypisch wie folgt:

  1. Zunächst wird eine aus Kies oder Schotter bestehende Frostschutzschicht (kapillarbrechende Schicht oder Rollierung) angelegt, zum Beispiel aus besonders wärmedämmendem Schaumglas-Granulat.
  2. Oft kommen zwei Lagen Hartschaum gegen Feuchtigkeit und Kälte hinzu. Die Dämmung sollte auch die Seiten gut abdecken, um Wärmebrücken entgegenzuwirken.
  3. Die Fläche wird anschließend mit modernster Technik planiert, so dass eine hundertprozentig glatte und ebene Oberfläche entsteht.
  4. Es folgt die Einsetzung von Versorgungsleitungen für Wasser, Strom usw. gemäß Verlegeplan.
  5. Darauf werden die Dämmplatten über die gesamte Fläche der Bodenplatte verlegt (Perimeterdämmung). Eine Abdichtbahn aus selbstklebender Folie soll evtl. aufsteigende Feuchtigkeit abweisen. Darüber kommt eine zweite Dämmschicht.
  6. Auf Grundlage des vorgesehenen Raumplans und nach Kennzeichnung der Innenwände werden anschließend die Rohre für die Fußbodenheizung verlegt, zusätzlich auch die Rohre für Wasser und Abwasser als Ringleitung. Dort wo tragende Wände errichtet werden sollen, werden Bewehrungskörbe und Baustahlmatten angebracht.
  7. Schließlich wird der Beton in die dämmende Schalung eingegossen, verdichtet und geglättet. Nach der Aushärtung ist die Thermobodenplatte fertiggestellt.
  8. Die Errichtung einer Thermobodenplatte dauert üblicherweise zwischen drei und fünf Tagen.

Vorteile von Thermobodenplatten im Überblick

Multifunktional
Die Thermobodenplatte dient gleichzeitig als Fundament, Wärmedämmung und Heizung.

Schnelle Errichtung
Ein herkömmliches Fundament muss erst gegossen werden und dann mehrere Wochen trocknen, während die Thermobodenplatte - inkl. Erdarbeiten - in wenigen Tagen fertiggestellt ist. Die Bauzeit verkürzt sich dadurch signifikant, teils um gut einen Monat.

Schutz vor Feuchtigkeit
Es besteht keine Feuchtigkeitsproblematik oder Schimmelgefahr durch die lange Trocknungszeit herkömmlicher Bodenplatten. Die Thermobodenplatte schützt das Haus wirksam vor Feuchtigkeit aus dem Erdreich.

Hervorragender U-Wert
Die Platte verhindert Wärmeabgabe nach unten in den Boden und nach außen. Die Wirkung wird mit dem sogenannten U-Wert (ein Maß für die Wärmedämmung von Bauteilen) gemessen. Je niedriger der U-Wert umso höher die Dämmungswirkung. Thermobodenplatten erreichen einen geringen U-Wert von 0,17. Kommt zusätzlich Schaumglasschotter unter die Platte, kann der U-Wert bis auf 0,10 gesenkt werden.

Integrierte Heizfunktion
Ist eine Flächenheizung integriert, verhindert die Thermobodenplatte nicht nur Wärmeverluste, sondern trägt auch aktiv zur Wärme im Haus bei. Beim Fußboden lassen sich Oberflächentemperaturen von 18 bis 24 Grad Celsius erreichen. Die Heizkosten werden durch diese positiven Wärmewirkungen um mindestens 30 Prozent reduziert.

Kein Estrich vonnöten
Abwasser- und Frischwasserleitungen sind bereits eingelassen und müssen nicht extra verlegt werden. Der Hersteller bereitet die Oberfläche passgenau für den Bodenbelag vor und glättet sie. Ein Heizestrich wird nicht benötigt. Ein Bodenbelag mit Fliesen, Parkett oder Laminat kann sofort erfolgen. Das spart Kosten und das Haus ist schneller bezugsfertig.

Was kostet eine Thermobodenplatte?

Eine konventionelle Bodenplatte kostet 100 bis 120 Euro je Quadratmeter. Bei einer Thermobodenplatte ist aufgrund der "Zusatzausstattung" mit Mehrkosten zu rechnen. Im Schnitt kalkuliert man hier mit 140 bis 150 Euro je Quadratmeter. Die Kosten liegen also um 25 bis 40 Prozent höher. Bei einer Bodenplatte von 100 Quadratmetern macht das zum Beispiel einen Unterschied von 3.000 bis 4.000 Euro aus. Angesichts der gesamten Baukosten fällt das nicht besonders ins Gewicht.

Heizkosten Einsparungspotential
Im Vergleich zu einer herkömmlichen Bodenplatte, können mit einer Thermobodenplatte jährlich bis zu 60 Prozent der Heizkosten eingespart werden.

Dem stehen finanzielle Vorteile gegenüber: Kostenersparnisse durch sonst zusätzlich erforderliche Heizungsmontage und Estrichverlegung, außerdem fortlaufend niedrigere Heizenergiekosten. Unter dem Strich rechnet sich die Thermobodenplatte und die Investition amortisiert sich innerhalb kurzer Zeit. Die Mehrkosten sind der einzige nennenswerte Nachteil der Thermobodenplatte, der jedoch bei genauerer Betrachtung nicht stichhaltig ist.

Fazit: Die Anschaffung lohnt sich nicht nur bei Energiesparhäusern

Insgesamt bedeutet die Thermobodenplatte im Vergleich zur konventionellen Bodenplatte eine überschaubare Zusatzinvestition, die sich langfristig auszahlt. Wer Energieeffizienzstandards erfüllen will und auf eine Unterkellerung verzichten möchte, kommt an der Thermobodenplatte kaum vorbei. Eine andere Frage ist, ob ein Haus ohne Keller Sinn macht. Das spart zwar einerseits Baukosten, bedeutet aber auch einen erheblichen Verlust an Stauraum, Nutzungsmöglichkeiten und ggf. auch weniger Wohnfläche. Das ist eine Grundsatzentscheidung beim Hausbau.

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