Dachziegel Arten

Das Dach gegen Wind und Sturm sichern

Von Wolfram Wolbring Am 1. September 2021

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Starke Stürme können Dächer abdecken und große Sturmschäden nach sich ziehen. Doch wie können Sie vorsorgen und eine Sturmsicherung "einbauen", damit Ihr Dach bei enormen Windstärken oder Orkanböen von bis zu 120 km/h keinen Schaden nimmt? Eine fachmännische Dachsicherung ist wichtig und kann zum Beispiel erfolgen, in dem Sie bei Dachziegeln Klammern anbringen. Starke Winde und Orkanböen sind auch in Deutschland keine Seltenheit mehr. Hier erfahren Sie, welche Bedeutung die Windsicherung hat und wie Sie sturmsichere Dachziegel befestigen.

Der Windsog und seine Folgen

Sie müssen sich den Windsog wie einen leistungsstarken Staubsauger vorstellen. Bereits ab Windstärken 7, was 50 bis 60 km/h beträgt, können lose Dachziegel angehoben und abgetragen werden. Hat sich nur ein Dachziegel angehoben oder hängt lose in seiner Halterung, reicht dieses marginale Leck für gravierende Sturmschäden aus. Windstärke 7 erzeugt einen Sog mit einem Zuggewicht von 100 kg. Allerdings kann der Windsog nur Schäden anrichten, wenn Sie auf eine Sturmsicherung verzichtet und die Dachziegel nicht mit Sturmklammern angebracht haben. Bei einem unsachgemäß gedeckten Dach kann die Versicherung die Kostenübernahme für Sturmschäden ausschließen, da Sie als Bauherr und Eigentümer sorgfaltspflichtig sind und eine entsprechende Dachsicherung verwenden sollten.

Deshalb sind alte Dächer so anfällig

Die meisten alten Dächer sind nicht mehr vollständig intakt. Einzelne Dachziegel sind lose, Dachpappen und Metallabdeckungen sind an den Enden nach oben gebogen oder eingerissen. Hier hat der Wind leichtes Spiel, selbst wenn es sich nicht um Orkanböen handelt. Jeder Baustoff hat ein "Haltbarkeitsdatum". Hausdächer mit einem Alter zwischen 25 und 50 Jahren sollten daher regelmäßig auf Schäden kontrolliert und repariert - oder ausgetauscht werden. Bedenken Sie auch, dass es zum früheren Bauzeitpunkt nicht die Vorschriften zur Windsicherung gab, die heute für feste Dacheindeckungen und einen Extrahalt durch Ziegelklammern und Sturmhaken für Dachziegel sorgt.

Wie steht es um neue Dächer?

Wurde Ihr Dach nach dem Jahr 2011 saniert, ist bereits eine stärkere Sturmsicherung beachtet worden. Auch die Befestigung und die Materialien sind heute robuster als es früher der Fall war. Fakt ist, dass Sie bei einem Neubau deutlich weniger sturmgefährdet sind und sich darauf verlassen können, dass die Windsicherung hält und dass Ihr Dach im Normalfall nicht vom Sturm abgedeckt wird. Die Sturmsicherung ist immer individuell und wird von einem Dachdecker vorgenommen. Er bezieht die geographische Lage und das Risiko von Sturmschäden in die Windsogsicherung mit Sturmklammern ein. Die Berechnung legt den Grundstein für ein sturmsicheres neues Haus.

So können Schäden vorgebeugt werden

Bei älteren Dächern, die Sie noch nicht neu eindecken lassen möchten, sollten Sie zweimal im Jahr eine Sichtkontrolle durchführen lassen. Damit können Sie einen Dachdecker beauftragen, der die Ziegel auf ihren Sitz prüft und gegebenenfalls lockere oder beschädigte Dacheindeckungsmaterialien austauscht. Um beim Neubau eine moderne Dachsicherung zu montieren, nutzen Sie Sturmklammern, mit denen Sie die Dachziegeln klammern und sie fest mit der Dachlatte verbinden.

Windklammern

Wind- beziehungsweise Sturmklammern sind bei allen nach 2011 eingedeckten Dächern Pflicht. Wenn Sie die Dachziegel befestigen und an besonders schädigungsanfälligen Stellen Sturmhaken am Dachziegel und an der Lattung darunter befestigen, kann Ihr Dach auch bei einer starken Böe nicht abheben. Bei Ziegelklammern handelt es sich um rostfreie Metallklammern, die Sie für Ziegeldächer, für Dachsteine und für Dachplatten auf einer Lattung verwenden können. Diese Methode ist eine professionelle Windsogsicherung und sollte von einem erfahrenen Dachdecker vorgenommen werden.

Sturmsichere Dacharchitektur

Steildächer sind aufgrund ihrer Bauart weniger anfällig für Sturmschäden als Flachdächer. Das liegt daran, dass ein geneigtes Dach eine geringere Angriffsfläche bietet, während der Wind unter ein flaches Dach fahren und nicht ausreichend gesicherte Ziegel schneller anheben kann. Die Windsicherung sollten Sie daher bereits in der Dacharchitektur einplanen und bedenken, dass die Risiken je nach Standort und Sturmhäufigkeit unterschiedlich sind. Auch die Dacheindeckung spielt eine Rolle. Schiefer und Titanzink sind weniger sturmanfällig als Ziegeldächer oder Dachsteine.

Was tun nach Schaden?

Nach einem Sturmschaden sollten Sie umgehend handeln. Eine Meldung bei der Wohngebäudeversicherung und die Beauftragung eines Dachdeckerbetriebs sind essenziell. Verschobene und gebrochene Dachziegel begünstigen die Schimmelbildung im Haus und sind ein Risiko für Passanten. Als Hauseigentümer stehen Sie in der Haftung, jegliche von Ihrem Dach ausgehende Gefahr sofort zu beheben. Dokumentieren Sie die Schäden und beauftragen eine Firma, die Ihr Dach umgehend repariert.

Welche Dachformen sind besonders unempfindlich?

Satteldächer und andere Formen von Schrägdächern sind unempfindlich gegen Sturmschäden. Dennoch sollten Sie die Dachsicherung mit Sturmklammern einer Berechnung vom Fachmann unterziehen lassen. Er wird anhand der geographischen Lage und der Windlastzone die richtigen Dachziegel mit Sturmklammern befestigen und so dafür sorgen, dass Ihr Dach auch bei stärkeren Böen standhält und schadenfrei bleibt.

Häufige Fragen zum Thema Dachsicherung:

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