Fertighaus mit Einliegerwohnung bauen: Vorteile, Kosten und Förderung
Ein Massiv- oder Fertighaus mit Einliegerwohnung verbindet zwei Lebensentwürfe unter einem Dach: Sie schaffen Wohnraum für die eigene Familie und zugleich eine weitere, abgeschlossene Wohneinheit, die Sie vermieten oder für Angehörige nutzen können. Das macht diese Bauform finanziell wie persönlich attraktiv – die Mieteinnahmen entlasten die Finanzierung, und Großeltern oder erwachsene Kinder wohnen in der Nähe, ohne dass jemand auf Privatsphäre verzichtet.
Ein solches Projekt wirft jedoch Fragen auf: Was kostet ein Haus mit Einliegerwohnung wirklich? Welche Förderungen gibt es 2026? Und worauf kommt es bei Vermietung und Steuer an? Dieser Ratgeber gibt verlässliche Antworten – mit aktuellen Zahlen, einer transparenten Beispielrechnung und einem Überblick über Ihre Möglichkeiten von Haustyp über Ausbaustufe bis Bauweise. So planen Sie fundiert und treffen die richtigen Entscheidungen für Ihr zukünftiges Zuhause.
Hausbau mit Einliegerwohnung: Das Wichtigste in Kürze
Eine Einliegerwohnung ist eine kleinere, abgeschlossene Wohneinheit mit eigenem Bad und eigener Küche innerhalb eines größeren Wohnhauses – meist mit separatem Zugang.
Ein Haus mit Einliegerwohnung kostet typischerweise rund ein Drittel mehr als ein vergleichbares Einfamilienhaus ohne zweite Einheit. Der Quadratmeterpreis von 2.700 Euro verhält sich dabei sehr ähnlich, Mehrkosten entstehen vor allem durch die größere Gesamtfläche.
Ausschlaggebend für den Hauspreis sind hauptsächlich Größe, Energieeffizienz, Ausbaustufe, Ausstattung und Bauregion.
Die KfW-Förderung ‚Klimafreundlicher Neubau‘ (297/298) wird je Wohneinheit gewährt. Verfügt ein Neubau über eine zusätzliche, förderfähige Einliegerwohnung als eigenständige Wohneinheit, kann sich dadurch der insgesamt mögliche Kreditrahmen erhöhen.
Wird eine Einliegerwohnung vermietet, können die auf sie entfallenden Werbungskosten – etwa Abschreibungen, Schuldzinsen sowie Unterhalts- und Bewirtschaftungskosten – steuerlich geltend gemacht werden. Bei einer auf Dauer angelegten Vermietung gilt dies grundsätzlich in vollem Umfang, wenn die Miete mindestens 66 % der ortsüblichen Marktmiete beträgt (§ 21 Abs. 2 EStG).
Eine selbst genutzte Einliegerwohnung ist steuerlich nicht absetzbar.
Was ist ein Fertighaus mit Einliegerwohnung?
Ein Massiv- oder Fertighaus mit Einliegerwohnung ist ein Wohnhaus, das neben der Hauptwohnung eine zweite, kleinere und baulich abgeschlossene Wohneinheit enthält. Diese verfügt über ein eigenes Bad und eine eigene Kochmöglichkeit – eine Küchenzeile genügt. So bleibt die Einliegerwohnung eigenständig nutzbar und ist doch Teil eines übergeordneten Wohnhauses, meist eines freistehenden Einfamilienhauses oder Bungalows.
Der Zugang erfolgt häufig über einen separaten Eingang an der Gebäudeseite; möglich ist auch ein gemeinsames Treppenhaus. Ob Sie sich für ein Fertig- oder Massivhaus entscheiden, bleibt Ihnen überlassen – beide Bauweisen eignen sich gleichermaßen.
Einliegerwohnung – eine abgeschlossene, kleinere Wohneinheit mit eigenem Bad und eigener Küche innerhalb eines größeren Wohnhauses, in der Regel mit separatem Zugang.
Je nach Wohnfläche und Verwendungszweck kann eine Einliegerwohnung aber auch weitläufiger ausfallen und eine gehobene Ausstattung aufweisen. So lassen sich innerhalb eines Bauprojekts mit einem smarten Grundriss zwei durchaus großzügige Wohnräume für unterschiedlich große Haushalte schaffen.
Für Förderung und steuerliche Einordnung steht die Abgeschlossenheit an vorderster Stelle: Als eigenständige Wohneinheit gilt die Einliegerwohnung meist nur, wenn sie einen eigenen Zugang, ein eigenes Bad und eine eigene Küche hat. Historisch geht der Begriff auf die Unterbringung von Landarbeitern – den „Einliegern“ – im bäuerlichen Wohnhaus zurück; in der Nachkriegszeit förderte der Gesetzgeber den Bau von Einliegerwohnungen, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
Wie viel Quadratmeter Grundstück für ein Haus mit Einliegerwohnung?
Planen Sie einen Hausbau mit Einliegerwohnung im Erdgeschoss, wobei letztere eine Wohnfläche von 60 qm haben soll, während die größere Wohneinheit über 135 qm verfügt, beträgt die Grundfläche beim Bau über 1,5 Etagen 130 qm. Demzufolge erfordert ein solches Haus mit Einliegerwohnung eine Grundstücksgröße von 630 qm.
Nutzen Sie unseren kostenlosen Hausbau-Assistenten, um das perfekte Massiv- oder Fertighaus mit Einliegerwohnung für Ihre persönlichen Anforderungen sowie den optimalen Baupartner zu finden!
Jetzt Hausbau-Assistenten startenWelche Vorteile bietet ein Haus mit Einliegerwohnung?
Ein Haus mit Einliegerwohnung bietet finanzielle und persönliche Vorteile – je nachdem, ob Sie die zweite Einheit vermieten oder selbst nutzen.
- Zusätzliche Einnahmen. Vermieten Sie die Einliegerwohnung dauerhaft oder als Ferienwohnung, fließen die Mieteinnahmen zunächst in die Finanzierung und später etwa in die Altersvorsorge.
- Förderung je Wohneinheit. Die KfW gewährt den zinsverbilligten Kredit im Programm „Klimafreundlicher Neubau“ (297/298) je Wohneinheit – aktuell bis zu 100.000 Euro, mit Nachhaltigkeitssiegel QNG bis zu 150.000 Euro. Dabei wird eine Wohnung von der KfW als Wohneinheit bezeichnet. Zählt die Einliegerwohnung baurechtlich als eigenständige, abgeschlossene Wohneinheit und erfüllt das gesamte Gebäude die jeweiligen Fördervoraussetzungen, erhöht sich der insgesamt mögliche Förderkredit entsprechend.
- Steuerliche Vorteile bei Vermietung. Bei Vermietung können Sie anteilige Kosten – Finanzierungszinsen, Abschreibung (AfA), Reparaturen und Erhaltungsaufwand – als Werbungskosten geltend machen. Voraussetzung für den vollen Abzug ist, dass die Miete mindestens 66 % der ortsüblichen Miete beträgt oder eine positive Totalüberschussprognose bei einer Miete zwischen 50 % und unter 66 %. Andernfalls kürzt das Finanzamt den Abzug anteilig (§ 21 EStG). Eine selbst genutzte Einliegerwohnung ist dagegen nicht absetzbar.
- Generationenübergreifendes Wohnen. Ob erste eigene Wohnung der erwachsenen Kinder oder altersgerechtes Zuhause für die Großeltern – ein Haus mit Einliegerwohnung eignet sich ideal als Mehrgenerationenhaus.
Fertighaus mit Einliegerwohnung
Massives Haus mit Einliegerwohnung
Stadtvilla mit Einliegerwohnung
Haus mit Einliegerwohnung ebenerdig
Haus mit Einliegerwohnung schlüsselfertig
Was kostet ein Fertighaus mit Einliegerwohnung?
Ein Massiv- oder Fertighaus mit Einliegerwohnung kostet typischerweise rund ein Drittel mehr als ein durchschnittliches Einfamilienhaus ohne zweite Einheit – das zeigt auch unsere Auswertung der aktuellen Angebote: rund 513.000 Euro als üblicher schlüsselfertiger Hauspreis gegenüber rund 386.000 Euro bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus.
Vor allem entsteht der Aufschlag aber durch die zusätzliche Wohnfläche, weil Häuser mit Einliegerwohnung im Median rund 190 Quadratmeter groß sind, übliche Einfamilienhäuser dagegen nur etwa 146 Quadratmeter. Außerdem fallen beim Hausbau mit Einliegerwohnung ein weiteres Bad, eine zweite Küche sowie zusätzliche Leitungen, Türen und Innenwände preislich ins Gewicht.
Generelle Preisfaktoren sind beispielsweise Ausbaustufe, Energiestandard, Hausgröße, Ausstattung, Dachform und Bauregion. Des Weiteren kommen zum reinen Objektpreis für Ihr Haus mit Einliegerwohnung noch Ausgaben für Keller oder Bodenplatte, Außenanlage und Baunebenkosten hinzu. Genauso müssen Sie die Kosten für das Baugrundstück einkalkulieren.
Angebotspreise pro Quadratmeter für ein Haus mit Einliegerwohnung
Pro Quadratmeter liegt ein Haus mit Einliegerwohnung schlüsselfertig mit rund 2.700 Euro dagegen im Marktdurchschnitt – einen Aufpreis gegenüber gleich großen Einfamilienhäusern gibt es nicht.
Das wirkt zunächst überraschend, hat aber zwei Gründe: Zum einen besteht die Einliegerwohnung zum größten Teil aus zusätzlichen Wohn- und Schlafräumen, also vergleichsweise einfach ausgebauter Wohnfläche – die teureren aber überschaubar gehaltenen Zusatzbestandteile wie das zweite Bad, die zweite Küche und die zusätzlichen Leitungen verteilen sich also auf eine größere Gesamtfläche und fallen im Quadratmeterpreis weniger ins Gewicht.
Zum anderen unterscheiden sich Häuser mit Einliegerwohnung häufig in der Ausstattung von klassischen Einfamilienhäusern: Da sie oft als Mehrgenerationen- oder Vermietungslösung geplant werden, steht meist praktische Funktion im Vordergrund, weniger hochwertige Innenausstattung – auch das dämpft den Quadratmeterpreis. Damit erhöht die Einliegerwohnung den Gesamtpreis vor allem über die zusätzliche Fläche, nicht über einen höheren Quadratmeterpreis.
Quelle: eigene Datenauswertung Fertighaus.de, 62 redaktionell geprüfte Angebote mit Einliegerwohnung gegenüber 1.918 Einfamilienhäusern ohne Einliegerwohnung, Ausbaustufe schlüsselfertig, Stand April 2026 (Mediane der Haus- und Quadratmeterpreise).
Was kostet ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung? Beispielrechnung
Wie sich die Gesamtkosten zusammensetzen, zeigt eine Beispielrechnung für ein schlüsselfertiges, 1,5-geschossiges Fertighaus mit Einliegerwohnung im Erdgeschoss: 210 m² Wohnfläche (140 m² Hauptwohnung, 70 m² Einliegerwohnung) zu 2.700 Euro/m², mit Nutzkeller. Das angenommene Grundstück befindet sich in Hessen mit 660 m²; der durchschnittliche Kaufwert für baureife Wohnbaufläche lag dort zuletzt bei rund 287 Euro/m² (Destatis).
| KOSTENFAKTOR | PREIS |
|---|---|
| Fertighaus mit Einliegerwohnung (210 m² × 2.700 €/m²) | 567.000 € |
| Grundstück (660 m² × 287 €/m²) | 189.420 € |
| Kaufnebenkosten Grundstück (GrESt Hessen 6 % + Notarin/Grundbuch ca. 2 %) | 15.154 € |
| Keller (140 m² × 1.000 €/m²) | 140.000 € |
| Außenanlage (15 % der Bausumme) | 106.050 € |
| Baunebenkosten (20 % der Bausumme) | 141.400 € |
| Sonstige Kosten, z.B. Umzug, Richtfest, Fahrtkosten zur Baustelle (5 % der Bausumme) | 35.350 € |
| = Haus mit Einliegerwohnung: Kosten Gesamt | 1.194.374 € |
KfW- und regionale Förderung 2026 für Ihr Haus mit Einliegerwohnung
Für den energieeffizienten Hausbau mit Einliegerwohnung stehen 2026 mehrere Förderwege offen:
- Klimafreundlicher Neubau (KfW 297/298): zinsverbilligter Kredit je Wohneinheit, bis 100.000 Euro (Effizienzhaus 40 oder – befristet – Effizienzhaus 55) bzw. bis 150.000 Euro mit QNG-Siegel. Fossile Heizsysteme sind ausgeschlossen.
- Wohneigentum für Familien (KfW 300): Nachfolgeprogramm des ausgelaufenen Baukindergeldes. Förderfähig sind Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von höchstens 90.000 Euro (plus 10.000 Euro je weiterem Kind). Voraussetzung ist die Selbstnutzung – für eine vermietete Einliegerwohnung greift dieses Programm nicht. Sie können das Programm für die selbst bewohnte Hauptwohnung nutzen und die Einliegerwohnung vermieten.
- KfW-Wohneigentumsprogramm (KfW 124): Unterstützt den Bau von selbstgenutzten Eigenheimen oder Eigentumswohnungen mit zinsgünstigem Darlehen bis zu 100.000 Euro pro Vorhaben.
- Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment – Wohngebäude (KfW 296): Zinsverbilligter Kredit bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit für den Bau von klimafreundlichen und flächeneffizienten Wohnimmobilien.
- Regionale Förderung: Im oben genannten Beispiel könnten Sie neben dem Hessen-Darlehen beim Ersterwerb eines Baugrundstücks zur Errichtung selbst genutzten Wohneigentums in Hessen zusätzlich das Hessengeld beantragen, das die Grunderwerbsteuer (in Hessen 6 %) teilweise ausgleicht. In den meisten Bundesländern und Kommunen stehen ähnliche Förderungen für den Neubau bereit.
Tipp: Stellen Sie Förderanträge immer vor Vertragsabschluss und binden Sie eine Energieeffizienz-Expertin ein.
Einliegerwohnung vermieten: Was Sie beachten sollten
Eine vermietete Einliegerwohnung kann sich lohnen – mit klaren Absprachen und sauberer Abrechnung beugen Sie Konflikten vor. Als komfortable Größe für eine Vermietung gelten etwa 50 bis 60 m²; ab rund 30 m² lässt sich eine Einzelperson unterbringen.
- Verbrauch trennen: eigene Zähler für Strom, Wasser und Heizung sowie eine separate Heizkostenabrechnung schaffen Klarheit.
- Miethöhe prüfen: Orientieren Sie sich am örtlichen Mietspiegel. Wer den vollen steuerlichen Werbungskostenabzug behalten will, sollte mindestens 66 % der ortsüblichen Miete verlangen.
- Regeln festlegen: klare Absprachen zu Garten- und Hauspflege, getrennte Mülltonnen.
- Versicherungen: Der Mieter sollte eine eigene Haftpflichtversicherung haben; eine Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein.
- Barrierearm planen: Eine ebenerdige, barrierearme Einliegerwohnung lässt sich flexibler vermieten.
Wie viel qm fürs Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung einplanen?
Beim Grundriss eines Hauses mit Einliegerwohnung zählen vor allem drei Dinge: ein separater Eingang, die Lage zur Hauptwohnung und die Größe.
Dabei richtet sich die Größe nach dem Verwendungszweck. Für die Vermietung an alleinstehende Auszubildende oder Studierende genügen etwa 30 m². Soll die Wohnung profitabel vermietet werden oder Verwandten ein komfortables Zuhause bieten, sind 50 bis 60 m² angemessen.
Meist liegt die Einliegerwohnung im Erdgeschoss – ideal für eine barrierearme Planung. Möglich sind auch ein verbundener Anbau für mehr Privatsphäre, ein ausgebautes Dachgeschoss mit Außentreppe oder – in Hanglage – ein Souterrain, das durch bodentiefe Fenster und direkten Gartenzugang aufgewertet wird.
Varianten von Häusern mit Einliegerwohnung
Beliebte Anbieter für Häuser mit Einliegerwohnung
Einliegerwohnung, Zweifamilienhaus, Doppelhaus oder Mehrfamilienhaus?
Die Begriffe werden oft verwechselt, unterscheiden sich aber klar in Größe, Aufteilung und rechtlicher Einordnung:
| Merkmal | Haus mit Einliegerwohnung | Zweifamilienhaus | Doppelhaus | Mehrfamilienhaus |
|---|---|---|---|---|
| Einheiten | Hauptwohnung + kleinere Nebeneinheit | zwei gleichwertige Wohnungen, meist übereinander | zwei baugleiche Häuser mit einer gemeinsamen Trennwand | drei oder mehr Wohnungen |
| Größe | Einliegerwohnung deutlich kleiner | beide etwa gleich groß | Doppelhaushälften gleich groß | unterschiedlich |
| Eingang | meist separater Zugang | oft gemeinsames Treppenhaus | separate Eingänge | gemeinsames Treppenhaus |
| Einordnung | Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung | Zweifamilienhaus, meist mit Teilungserklärung | zwei rechtlich eigenständige Haushälften auf getrennten Grundstücken oder Realteilung | Mehrfamilienhaus |
Ein freistehendes Haus, dessen Hauptwohnung deutlich größer ist als die zweite Einheit, gilt als Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung – trotz der zusätzlichen Wohnung. Ab drei Wohnungen spricht man von einem Mehrfamilienhaus.
Haus bauen mit Einliegerwohnung: Häufige Fragen






