Reihenhaus-Grundriss modern bis klassisch
Mit einem gut geplanten Reihenhaus-Grundriss schaffen Sie auf einem kleinen Grundstück ein großzügiges Zuhause. Weil Reihenhäuser typischerweise nur zur Vorder- und Rückseite Fenster haben und mit einer gemeinsamen Wand an das Nachbargebäude grenzen, entscheidet die Grundrissplanung mehr als bei jeder anderen Bauform über Licht, Wohnkomfort und Alltagstauglichkeit. Wer die richtigen Weichen früh stellt – bei Etagenverteilung, Treppenlage, Fensterfronten und Raumzuschnitten – gewinnt spürbar Wohnfläche und Wohnqualität.
Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Grundregeln für die Planung eines Reihenhaus-Grundrisses mit schmalem Aufbau, die Unterschiede zwischen Reihenmittelhaus und Reihenendhaus sowie konkrete Beispiele aus dem Portfolio unserer Baufirmen. So können Sie einschätzen, welche Grundrisslösung zu Ihrem Grundstück, Ihrem Wohnflächenbedarf und Ihrer Lebenssituation passt – bevor Sie in die Detailplanung mit einem Anbieter einsteigen.
Grundriss Reihenhaus: Das Wichtigste in Kürze
Reihenhaus-Grundrisse fallen aufgrund gängiger Grundstücksbreiten von 5,50 bis 7 m schmal und länglich aus – meist zweigeschossig, seltener dreigeschossig.
Die Außenhülle (Höhe, Dachform, Fassade) muss mit den Nachbarhäusern harmonieren; die Raumaufteilung im Inneren lässt sich individuell gestalten.
Reihenmittelhäuser haben zwei fensterlose Kommunwände – Lichtplanung ist hier der wichtigste Faktor beim Grundriss.
Bad und Küche liegen aus praktischen Gründen häufig an der geteilten Wand, damit Wasser- und Abflussleitungen gebündelt werden können.
Ein offener Grundriss mit reduzierten Verkehrsflächen wirkt bei schmalen Häusern deutlich großzügiger als eine klassische Raumaufteilung mit langen Fluren.
Wie flexibel lassen sich Grundrisse fürs Reihenhaus planen?
Ein Reihenhaus-Grundriss ist innen individueller planbar, als er von außen wirkt.
Denn die äußere Erscheinung – also Höhe, Dachform, Fassade und Fensteranordnung an der Straßenseite – ist zwar durch den Bebauungsplan und die Grundstücksaufteilung weitgehend vorgegeben, sodass alle Häuser einer Reihe optisch als Einheit auftreten. Der Bebauungsplan ist in § 30 BauGB geregelt und definiert, welche baulichen Vorgaben für ein Grundstück gelten.
Aber innerhalb dieser äußeren Hülle gestalten Sie die Raumaufteilung weitgehend frei nach Ihren Bedürfnissen.
Kompromisse betreffen häufig:
- Traufhöhe und Dachneigung (in der Reihe einheitlich)
- Fensterformate an der Straßenseite (oft in Achsen vorgegeben)
- Fassadenmaterial und -farbe
Frei planbar bleiben dagegen:
- Zimmerzahl und Raumgrößen
- Position von Küche, Bad und Wohnzimmer
- Treppenlage und Treppenform
- offene oder klassische Raumstruktur
- Zusatzmerkmale wie bodentiefe Fenster, Erker, Wintergarten oder Dachterrasse
Reihenhaustaugliche Grundrisse liegen klassischerweise zwischen 105 und 145 m² Wohnfläche auf zwei Etagen.
Müssen sich Reihenhäuser-Grundrisse immer decken?
Nein. Reihenhäuser müssen im Grundriss nicht identisch sein – nur die äußere Kubatur soll harmonieren. In der Praxis ergeben sich zwei typische Konstellationen: Ein Bauträger errichtet eine geschlossene Reihe mit festen Grundrissvarianten, aus denen Sie eine Ausführung wählen können. Oder Sie bauen mit mehreren Baufamilien gemeinsam auf einem geteilten Grundstück und planen die einzelnen Grundrisse individuell mit Ihrem Anbieter.
Was sich technisch aus der Reihenbauweise ergibt: Zu- und Abläufe für Küche und Bad werden häufig in der Kommunwand geführt. Deshalb liegen Sanitärräume und Küchen benachbarter Häuser oft Rücken an Rücken – das spart Rohrleitungen und reduziert Baukosten. Die Grundrissfreiheit wird dadurch aber nur punktuell eingeschränkt, weil die Position von Wohnzimmer, Schlafzimmern, Ankleide oder Homeoffice vollständig Ihre Entscheidung bleibt.
Reihenhaus-Grundriss auf schmalem Grundstück: vier Grundregeln
Weil Reihenhausparzellen häufig nur 5,50 bis 7 m breit sind, entscheidet die Grundrissplanung besonders stark über das Raumgefühl. Mithilfe von vier Regeln bewahren Sie dennoch die Wohnqualität:
- Verkehrsflächen minimieren. Flure, Nischen und Winkel sind bei schmalem Zuschnitt teuer erkaufte Fläche. Dagegen lässt ein offenes Wohnkonzept mit fließenden Übergängen zwischen Küche, Ess- und Wohnbereich die vorhandenen Quadratmeter deutlich größer wirken. Faustregel: Verkehrsflächen sollten unter 15 Prozent der Wohnfläche liegen.
- Treppe strategisch platzieren. Die Treppe verbraucht in einem schmalen Reihenhaus überproportional viel Grundfläche. Daher ist eine gerade einläufige Treppe an der gemeinsamen Trennwand am flächeneffizientesten; darunter lässt sich Stauraum als maßgefertigter Schrank, Garderobe oder Gäste-WC integrieren. Wendeltreppen sparen Fläche, sind aber weniger komfortabel für den Möbeltransport.
- Licht in die Hausmitte führen. Zwei fensterlose Kommunwände (im Mittelhaus) oder eine (im Endhaus) bedeuten: Der Wohnkern muss von den Stirnseiten aus belichtet werden. Bodentiefe Fenster, ein zentraler Lichtschacht, eine Galerie über zwei Etagen oder ein Oberlicht über der Treppe bringen Tageslicht auch in innen liegende Bereiche.
- Sanitär und Küche bündeln. Bad, Gäste-WC und Küche an einer gemeinsamen Wand halten die Installationsschächte kurz. Wenn Sie ein zweites Bad im Obergeschoss planen, sollte es direkt über dem Bad im Erdgeschoss liegen.
Reihenmittelhaus vs. Reihenendhaus im Grundriss
Der grundlegendste bauliche Unterschied zwischen Reihenendhaus und Reihenmittelhaus liegt in der Zahl der belichtbaren Seiten. Das wirkt sich direkt auf die Grundrissplanung aus:
| Merkmal | Reihenendhaus | Reihenmittelhaus |
|---|---|---|
| Belichtbare Außenwände | 3 (Giebelseiten & eine Traufseite) | 2 (Vorder- und Rückseite) |
| Fensterflächen möglich | Straße, Garten, eine Seite | nur Straße und Garten |
| Grundstücksbreite typisch | 7–9 m | 5,50–7 m |
| Belichtung Wohnkern | seitlich möglich | Lichtschacht / Galerie / bodentiefe Fenster |
| Preis pro m² | tendenziell höher | tendenziell günstiger |
| Grundrissplanung | mehr Freiheit bei Raumlage | Küche/Bad meist an Kommunwand |
In beiden Fällen lohnt sich fast immer ein offener Grundriss im Erdgeschoss.
Übliche Reihenhaus-Grundrisse nach Wohnfläche
Generell ergeben sich drei bezeichnende Größenklassen für Reihenhäuser-Grundrisse:
Kompakt (100–115 m², 2 Etagen)
- EG: offener Wohn-Ess-Küchen-Bereich (ca. 35 m²), Gäste-WC, Diele mit Treppe, HWR
- OG: 2 Schlafzimmer, Familienbad
- Geeignet für: Paare, kleine Familien
Standard (115–135 m², 2 Etagen)
- EG: offener Wohn-Ess-Bereich, auf Wunsch separate Küche oder Küchenzeile, Gäste-WC, Diele, Hauswirtschaftsraum
- OG: 3 Schlafzimmer, Familienbad, ggf. Ankleide
- Geeignet für: Familien mit ein bis zwei Kindern
Großzügig (135–150 m², 2–3 Etagen)
- EG: offene Wohnküche mit Essbereich, auf Wunsch Küche getrennt, Gäste-WC, HWR, Eingangsbereich Diele, Treppe
- OG: 3 Schlafzimmer, Familienbad, Elternbad, Treppe, Flur
- DG (optional): Homeoffice, Gäste-/Kinderzimmer oder Hobbyraum, Treppe, Flur, ggf. Dachterrasse
- Geeignet für: Familien mit mehreren Kindern
Reihenhaus-Grundriss nach Lebenssituation planen
Der optimale Reihenhaus-Grundriss hängt weniger von der Quadratmeterzahl als von Ihrer Lebenssituation ab.
- Paare ohne Kinder: kompakter Grundriss auf zwei Etagen, offenes EG, eventuell Gästezimmer im OG als flexible Reserve.
- Familien mit Kindern: Standard-Grundriss, Kinderzimmer benachbart im OG, Elternschlafzimmer möglichst räumlich abgetrennt.
- Homeoffice / Selbstständige: Arbeitszimmer separat, idealerweise mit eigenem Zugang oder mindestens Tür zur Diele – nicht als Durchgangszimmer.
- Ältere: Grundrisse mit vollständigem Bad und Schlafraum im EG, damit das Obergeschoss später verzichtbar ist. Wenn möglich barrierefrei planen.
Bevor Sie sich auf einen Grundriss für Ihr Reihenhaus festlegen: Zeichnen Sie einen normalen Tagesablauf in den Plan ein. Wo frühstücken Sie? Wo trocknet Wäsche? Wo landet die Post? Ein Grundriss, der auf dem Papier großzügig aussieht, kann im Alltag wenig praktikabel sein, wenn Wege lang oder Übergänge unglücklich sind.
Reihenhäuser-Grundrisse: Passende Baupartner
Grundriss Reihenhaus: Häufige Fragen



