Leitfaden für das Beratungsgespräch zum Hausbau

Leitfaden für das Beratungsgespräch zum Hausbau

Index

    Mit einer Mischung aus Aufregung, Unsicherheit und Skepsis stehen viele Bauinteressierte vor dem ersten Beratungsgespräch zu ihrem Traumhaus. Bei der Sichtung des möglichen Eigenheims hat man schon die ersten Recherchen unternommen und sich über einige Details informiert. 

    Um bei dem Gespräch mit dem Ansprechpartner der Baufirma nicht einfach nur das Haus verkauft zu bekommen, sondern sämtliche Informationen und Optionen zu den Themen Preis, Bauleistungen und Extras zu erhalten, sollte einiges beachtet werden. Mit diesem Leitfaden geht man nicht nur gut vorbereitet in das Treffen, sondern hat auch bessere Chancen das passende Angebot zu bekommen.

    Vor dem Termin

    Informationen über das Unternehmen und deren Service in Erfahrung bringen

    Wenn Sie sich über einen Hausanbieter informieren möchten, ist es ratsam sich nicht nur auf der offiziellen Seite aufzuhalten, sondern auch auf unabhängigen Internetseiten zu belesen. Bei einer Suchmaschine nach “Erfahrungen” und “Kritik” zu dem Anbieter zu suchen, ist ein guter Anfang. Sie werden bemerken (wie in allen Bereichen des Themas Hausbau), dass es viele Meinungen, Wege und komplexe Sachverhalte gibt.

    Es lohnt sich daher Zeit und Mühe zu investieren, die richtigen herauszulesen. Wir von Fertighaus.de sind dauerhaft bemüht, Ihnen die beste unabhängige Plattform für alle Fragen zu sein. Jedoch helfen Ihnen auch private  Bautagebücher und Berichte einiger Nutzer, die mit dem gewählten Hersteller bereits gebaut haben.

    Achten Sie darauf, dass sich Ihre Informationsquellen auch auf Ihren geplanten Bauort beziehen. Bei einigen Unternehmen gibt es regionale Unterschiede und Partnerunternehmen, die von unterschiedlicher Qualität sein können.

    Deutlich machen, dass alle Informationen überprüfen werden

    Es ist wichtig, dass es den Verkaufsberater nicht verstimmt oder unruhig werden lässt, wenn man ihm verdeutlicht, dass man im Anschluss an das Gespräch die Vielzahl von Informationen noch einmal in Ruhe durchgehen wird. Es ist ebenso möglich zu signalisieren, sich an den Bauherrenschutzbund zu wenden.

    Der Markt an Hausbaufirmen ist groß - Vergleichen ist in Ordnung

    Bei der Menge an verschiedenen Fertighausfirmen, mit ihren speziellen Haustypen, ist es nur vernünftig, sich so viele Angebote wie möglich einzuholen. Dies ist auch den Vertretern bekannt und so muss man gewappnet sein, sollte er versuchen zu schnell eine Unterschrift zu erzwingen.

    Es ist im eigenen Interesse, das am besten passende Haus mit genau den Konditionen und Möglichkeiten, die man sich für sich und seine Familie wünscht.

    Definieren Sie Ihre genauen Vorstellungen, Kompromisse und Limits

    Oft genug kommt es vor, dass wichtige Fragen zum Budget, zum Aussehen des Hauses und zu den eigenen Vorstellungen erst während des Gespräch mit dem sogenannten Vertriebler aufkommen. Unter diesen Bedingungen ist es jedoch schwer die objektiv beste Lösung für das gesamte Projekt zu finden.

    Rechnen Sie auch deshalb mit langen Terminen und mehr als einem Beratungsgespräch. Es ist nicht selten, dass ein erstes Gespräch mehr als vier Stunden einnimmt. Sie können damit rechnen, Ihre Vorstellungen aufmalen oder in Worte fassen zu müssen.

    Damit prüft der Anbieter einerseits Ihre derzeitige Phase im Projekt, andererseits aber auch, wie groß das Bauinteresse bei Ihnen tatsächlich ist, wie flexibel und wie emotional Sie dem Thema gegenüberstehen.

    Planen und rechnen - bekannte Daten und Fakten helfen bei der Einordnung

    In einem guten Beratungsgespräch werden Ihnen viele Fragen zu Ihrer Situation, zu Ihren Wünschen und Ihrem Bedarf gestellt. Haben Sie ein Grundstück? Ist Ihre Finanzierung geregelt? Welche Vorstellungen haben Sie von Ihrem Haus?

    Je besser man auf diesen Fragenkatalog antworten kann, desto leichter wird es für alle Parteien. Jede offene Frage oder größere Unbekannte kostet Zeit. Keine Angst: Man muss nicht den perfekten Plan mitbringen; die Berater sind in der Regel so gut geschult, dass sie jeden Hausbauinteressierten genug informieren kann, um sich der Tragweite eines Hausbaus bewusst zu sein. Jedoch hilft jede vorher bedachte Komponente, eine klare Antwort zu geben. Außerdem versichern Sie sich mit angeeignetem Wissen und Kenntnis Ihrer Zahlen und Daten davor, in einen etwaigen Verkaufstrick zu tappen.

    Symapthie und Vertrauen dem Berater gegenüber ist wichtig, jedoch sollte eine Grundskepsis erhalten bleiben. Immerhin geht es darum, sich über viele Jahre an einen Kredit zu binden.

    Mit einer positiven Grundeinstellung herangehen

    Zwar wird man in der Recherche zu Baufirmen immer wieder auf harsche Kritik stoßen, doch muss man diese realistisch bewerten und bedenken, dass negative Erfahrungen im Verhältnis öfter veröffentlicht werden. Zufriedene Bauherren genießen das Haus und lassen weitaus seltener Ihre Freude in die Öffentlichkeit.

    Paragraphendschungel

    Quelle: Fotolia - blende11.photo

    Notizen, Fakten, Aufzeichnungen mit ins Gespräch nehmen

    Informationen, Fragen und gemalte oder visualisierte Vorstellungen helfen, die eigene Idee besser verständlich zu machen. Viele Berater fordern Sie ohnehin dazu auf, Ihre Vorstellungen jedes Stockwerks aufzumalen und zu beschreiben, um Ihre Wünsche zu erfassen.

    Denken Sie vorab über Steck-, Internet- und Telefondosen nach, Fenster, Positionen Ihrer etwaigen Massivschränke und anderer Dinge nach, die schon vorweg geplant werden können.

    Während des Gesprächs

    Auf das Bauchgefühl achten und den persönlichen Eindruck vom Treffpunkt gleich auf sich wirken lassen

    Der erste Eindruck sollte in die Entscheidung, ob man mit dem gewählten Unternehmen bauen möchte oder nicht, mit einbezogen werden. Das Bauchgefühl ist nicht selten auch als Vorahnung zu deuten.

    Ist der Eindruck eher schlecht oder fühlt man sich nicht gut aufgehoben, beschwert es die weiteren Prozesse - davon Abstand zu nehmen und auch andere Anbieter anzuhören beziehungsweise sich auch andernorts beraten zu lassen, ist eher die Regel als die Ausnahme.

    Die eigenen Vorstellungen darlegen, bevor der Kundenberater das Haus präsentiert

    Der Kundenberater weiß am besten, ob das gewünschte Haus zu den eigenen Rahmenbedingungen passt und kann durch gezielte Fragen feststellen, wie gut sich diese Vorstellungen umsetzen lassen. Sehr wichtig ist dabei der Abgleich von Budget und allen zum Haus zugehörigen Kosten.

    Ist man an einen guten Vertreter geraten, wird dieser aus ihrer Vorstellung ermessen können, ob das Haus finanzierbar ist oder welche Optionen nötig wären. Sehr negativ ist es, wenn der Vertreter nicht auf die Situation des Bauinteressierten eingeht oder diese selber schönrechnet.

    Alle Kosten müssen transparent und logisch aufgeschlüsselt werden

    Bei der Phrase “garantierter Festpreis” oder anderen Komplettpreisen sollte man sehr vorsichtig sein. Jeder Hausbau besteht aus einzelnen Kosten, die der Vertriebler so genau wie möglich darstellen können muss.

    Sind die eigenen Wünsche teurer als das Budget es erlaubt, setzt ein guter Berater genau da an - ehrlich und mit geeigneten Alternativen. Jedoch muss immer bedacht werden, dass der Berater keine externen Anbieter oder Dienstleister mit in seine Rechnung nimmt.

    Ist beispielsweise ein günstiger Innenausbau mit Handwerkern möglich, gibt es bei den meisten Anbietern verschiedene Ausbaustufen, die gewisse Arbeiten in die Verantwortung des Bauherrn übergeben. Das Sparpotenzial ist allerdings nicht allzu groß, wenn man mit einzelnen Handwerkern zusammenarbetet. Darüber hinaus fällt der Aufwand für die Organisation der Arbeiten beim Bauherrn an.

    Es handelt sich jederzeit um eine Beratung und nicht um einen Verkauf

    Es kann nicht oft genug gesagt werden - beim ersten Gespräch nie etwas unterschreiben und sonstige Zusagen geben. Gerade wenn man dazu gedrängt wird. Vorwände mit speziellen bald endeten Angeboten und eine neue Preisliste, wo das Projekt teurer würde, machen Baufirmen unglaubwürdig.

    Nach dem Grundsatz, dass Verkaufsberater Abschlüsse benötigen, kann man selber die Initiative beim Verhandeln übernehmen und hat dabei gute Voraussetzungen.

    Die Unterschrift

    Quelle: Fotolia - Björn Wylezich

    Wichtige Hinweise und Tipps

    Der Verkaufsberater sollte neben Vorteilen auch mit Nachteilen offen umgehen

    Natürlich ist ein Vertreter der Baufirma von seinem Produkt überzeugt. Doch es gibt nicht das perfekte Haus für jede Situation und Vorstellung - damit muss man Kompromisse ansprechen, Lösungen finden und so zusammen das bestmögliche Ergebnis finden.

    Wann immer Fragen aufkommen, stellen Sie sie und drängen Sie auf eine Antwort. Natürlich kann es vorkommen, dass insbesondere sehr weitführende Fragen nicht sofort beantwortet werden können, jedoch sollte es nach gewisser Bedenkzeit immer Antworten geben.

    Fangfragen stellen, um die Objektivität und Qualität des Vertrieblers zu kontrollieren

    Mit einer Frage wie “Welche Zusatzleistungen benötigt meine Familie?” wäre es richtig, wenn der Berater die einzelnen Optionen durchgeht und dabei auf die Bedürfnisse der Bauherren eingeht. Wenn einzelne Versicherungen und Details als “unverzichtbar” beworben werden, sollte man hinterfragen, warum das so ist.

    Quellen

    • Titelbild: Fotolia - contrastwerkstatt