Luxhaus - Pultdach Klassik 233 Exterior 1

Das Pultdach: vielseitig und individuell

Von Wolfram Wolbring Am 9. September 2021

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Pultdächer wurden früher hauptsächlich für die Eindeckung von Lagerhallen und Garagen verwendet. Doch dieses relativ flache Dach weist viele Vorteile auf und hat sich auch als Bedachung für Wohnhäuser durchgesetzt. Pultdächer verleihen dem Haus eine individuelle Note und eröffnet viele Möglichkeiten bei der Wohnraumgestaltung. Der Name leitet sich von dem jedem Schüler bekannten Schreibpult ab.

Das ist ein Pultdach

Pultdächer stellen von der Konstruktion her ein halbes Satteldach dar, ist allerdings viel flacher. Je nach Neigungswinkel weist es eine nur geringe Schräge auf, was bedeutet, dass der Wohnraum, anders als beim Satteldach, durch die Schräge kaum eingeschränkt ist. Im Gegensatz zum Flachdach verfügen Pultdächer über einen Dachfirst und eine Traufe. Die Ausrichtung des Pultdaches ist variabel, häufig wird die das Dach nach Nordwesten zur Wetterseite ausgerichtet. Wenn allerdings das Dach zur Installation einer Photovoltaikanlage gedacht ist, sollte die Ausrichtung nach Süden zur Sonnenseite erfolgen. Außer den einfachen Pultdächern gibt es das Doppelpultdach, das auch versetztes Pultdach genannt wird. Bei dieser Konstruktion sind auf einem Haus zwei Pultdächer angebracht, die versetzt angebracht sind. Jedes dieser Pultdächer ist eigenständig und verfügt über einen eigenen First und eine eigenen Traufe.

Optische Merkmale

Optisch erinnern Pultdächer eher an ein Flachdach, doch das Pultdach ist gleichmäßig zu einer Seite geneigt. Da das Pultdächer auf zwei unterschiedlich hohen Wänden aufliegen, unterscheidet man beim Pultdachhaus die hohe Wand, deren Abschluss der Dachfirst bildet, und die niedrigere Wand, auf der sich die Dachtraufe befindet. Ein versetztes Pultdach, das genaugenommen aus zwei unabhängigen Pultdächern besteht, bietet sehr viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, was dem Haus einen unverwechselbaren Charakter verleiht.

Konstruktion eines Pultdaches

Das einfache Pultdach weist nur eine einzige große Dachfläche auf. Der First befindet sich auf der hohen Wand und nicht, wie beispielsweise beim Satteldach, in der Mitte der Grundfläche. Die Dachkonstruktion Pultdach weist dadurch eine deutlich kleinere Dachfläche auf, damit verbunden ist der verringerte Materialaufwand. Gleiches gilt für ein versetztes Pultdach. Die Dachkonstruktion Pultdach ist insgesamt weniger aufwändig als beim Satteldach oder Walmdach, sie ist jedoch unter anderem von der geplanten Innenraumgestaltung abhängig. Denn nach diesen Gesichtspunkten wird die Tragkonstruktion und der Einsatz der Stützbalken konzipiert.

Pultdach und seine Neigung

Der größte Vorteil bei der Dachkonstruktion Pultdach ist die flexible Gestaltung der Dachneigung. Je nach Geschmack und der Innenraumplanung kann eine Neigung zwischen 10 und 60 Grad gewählt werden, üblich ist allerdings ein Neigungswinkel von 20 bis 25 Grad. Ist die Neigung steil, muss bei der Innenraumgestaltung die Einbuße von Wohnfläche hingenommen werden, denn die dadurch entstehende Dachschräge verringert die nutzbare Wohnfläche. Bei einem Pultdachhaus mit geringer Dachneigung gibt es im Wohnraum unter dem Dach kaum Beeinträchtigungen, das Thema schräge Wände kann komplett vernachlässigt werden. Allerdings ist bei der Berechnung der Neigung auf das verwendete Material zur Dacheindeckung zu achten, denn nicht jedes Eindeckungsmaterial ist für jeden Neigungswinkel geeignet.

Eindeckung und Dämmung

In Abhängigkeit zum Neigungswinkel sind beim Pultdachhaus nahezu alle Eindeckungsmaterialien einsetzbar. Flache Pultdächer eigenen sich sogar zur Begrünung, hier sollte der Neigungswinkel jedoch nicht über 15 Grad betragen. Wer sein Pultdachhaus mit Ziegel, Schiefer oder Dachsteinen decken lassen möchte, sollte darauf achten, dass die Dachneigung über 22 Grad aufweist. Bei der Eindeckung mit Metallen wie Zink oder Kupfer darf der Neigungswinkel nicht mehr als 35 Grad betragen. Wer Solardachziegel verwenden oder eine Photovoltaik-Anlage nutzen möchte, sollte insgesamt auf die Ausrichtung achten, es ist ratsam, das Pultdachhaus in diesem Fall nach Süden auszurichten.

Ein wichtiges Thema beim Pultdachhaus ist die Dämmung des Pultdaches. Wer hier am falschen Ende spart, zahlt diesen Fehler im Winter mit hohen Heizkosten und hat im Sommer Saunaklima im Dachgeschoß. Doch auch die Dämmung ist von der Dachneigung abhängig. Man unterscheidet die Aufsparrendämmung, die Zwischendämmung und die Untersparrendämmung. Hinsichtlich der Dämmstoffe steht dem Bauherrn die gesamte Palette der gängigen Materialien offen, wobei häufig die natürlichen Dämmstoffe bevorzugt werden. Hier stehen unter anderem Holzfaser, Schafwolle, Hanf, Flachs, Kork, Holzwolle oder Stroh zur Verfügung.

Vorteile und Nachteile

Zu den Vorteilen eines Pultdaches gehört die hohe Flexibilität der Gestaltung. Außerdem punktet diese Dachform mit ihrer einfachen Konstruktion, geringem Materialaufwand, geringem Wohnraumverlust und hohem Lichteinfall im Obergeschoß. Im Gegensatz zum Flachdach verzeichnen Pultdächer einen guten Abfluss des Regenwassers. Als Nachteil ist lediglich die Gefahr der schnellen Hitzeentwicklung in dem Dachgeschoss zu nennen, der jedoch mit entsprechender Dämmung begegnet werden kann. Der höhere Aufwand für die Dämmung ist zu den Nachteilen zu rechnen.

Photovoltaik-Anlage

Das Pultdachhaus bietet sich für die Nutzung einer Photovoltaik-Anlage geradezu an. Durch die Dachkonstruktion Pultdach ist man flexibel in der Gestaltung, sollte jedoch auf die Ausrichtung achten, um den höchstmöglichen Nutzen ziehen zu können.

Kosten eines Pultdaches

Das Pultdach weist eine geringere Dachfläche als ein Satteldach auf und bedingt daher geringere Kosten, was die eigentliche Dachkonstruktion Pultdach angeht. Allerdings sind höhere Kosten für die Dämmung zu berücksichtigen. Insgesamt ist die Form Pultdaches in der Regel jedoch günstiger als ein Satteldach und ähnliche Dachkonstruktionen.

Häufige Fragen zum Thema Pultdach::

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