Fertighaus Grundlagen: Ihre Fragen beantwortet

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    Fertighaus - in 24 Stunden schlüsselfertig aufgebaut!

    Ich habe vor ein paar Wochen einen Bericht im Fernsehen gesehen, der von einer Fertighaus-Firma handelte, die ein Fertighaus in 24 Stunden schlüsselfertig aufgebaut hat! Das Haus wird nach vorheriger Planung am Zeichentisch in einer Fabrik hergestellt und dann vor Ort zusammengebaut.

    Den Bericht haben wir auch gesehen. Er war durchaus positiv - aber was dort gezeigt wurde, ist nicht etwas Verblüffendes, sondern der Normalfall. Alle Fertighäuser werden in einer "Fabrik" (Montagehalle) vorgefertigt und dann im Nullkommanix (meistens 1-3 Tage) aufgebaut. Allerdings dauert der vollständige Innenausbau im Anschluss i.d.R. nochmal 2 Monate, bevor man von "schlüsselfertig" sprechen kann. 

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    Ab welcher Windstärke fängt ein Fertighaus an zu fliegen?

    Sie fragen an, bis zu welcher Windstärke Fertighäuser sicher sind, Nun denn, es sind noch keine deutschen Fertighäuser weggeflogen, auch nicht die von X. Was bei Massiv- wie bei Fertigbauten immer passieren kann ist, dass Dachziegel von einer Sturmböe abgetragen werden. Wenn Sie TV-Bilder aus den USA sehen, wo Häuser durch die Luft fliegen, so müssen Sie wissen, dass diese Häuser in Deutschland gar nicht aufgestellt werden dürfen. Die Baubehörde würde ganz einfach keine Baugenehmigung erteilen. Bei der Statik muss mit einem bestimmten Faktor auch die Windbelastung berücksichtigt werden. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Fertighaus oder ein Massivhaus handelt. Die Berechnung, ab wann ein Fertighaus anfängt zu fliegen, können wir nicht für Sie durchführen. Vielleicht kennen Sie in der Bekanntschaft aber einen Statiker, der das für Sie macht.

    Fertighaus abmontieren und umsetzen - geht das?

    Wir haben ein Schwedenhaus von 1975. Können wir dies demontieren lassen und an anderer Stelle wieder aufbauen? Wer macht so etwas, die Firma existiert nicht mehr? Unsere Nachbarn hatten dasselbe mit einem deutschen Hersteller vor, jedoch war das Haus so geschraubt, dass es unmöglich war, es wieder aufzubauen !!

    Fertighäuser sind keine "Mobilhomes" und werden so solide gebaut und verankert, daß sie eben nicht während ihrer Ferien abmontiert und gestohlen werden können. "Schwedenhaus" ist kein geschützter Begriff, es gibt dutzende Hersteller, die "Schwedenhäuser" herstellen. Wenn Sie das Haus abmontieren wollen, so legen Sie einem Zimmermeister aus Ihrer Nähe die Konstruktionspläne vor (diese hebt man ja auf!) und fragen ihn, ob das überhaupt geht. Bitte lesen Sie in diesem Zusammenhang unbedingt unseren Beitrag über den Kauf von Musterhäusern. Dabei geht es auch um den Abbau und Wieder-Aufbau.

     

    Fertighaus an Doppelhaushälfte anbauen?

    Thomas G.: "Besteht die Möglichkeit, ein Fertighaus an eine bestehende Doppelhaushälfte anzubauen? Wie sieht es mit der Bodenplatte aus? Mein Grundstücksnachbar und ich wollen mit Keller bauen. Mein Nachbar möchte sofort loslegen, ich erst später. Ist es sinnvoll, die Bodenplatte direkt gemeinsam zu machen und erst später ein Fertighaus auf meinem Grundstück zu erbauen? Wie sieht es mit den Maßen aus?"

    "Natürlich können Sie ein Fertighaus an eine bestehende Doppelhaushälfte anbauen. Sie müssen dann die genauen Maße dieser Haushälfte den Fertighausherstellern übermitteln. Möglicherweise haben die Hersteller schon für Ihre Maße ein passendes "Gegenstück". Wenn nicht, mussen Sie sich für einen Hersteller entscheiden, der auch individuell baut. Diese Hersteller finden Sie auf unserer Seite.

    Es ist immer besser und billiger, wenn Bodenplatten, Keller und Kellerdecken eines Doppelhauses gleichzeitig angelegt werden. Bedenken Sie bitte, was es alleine kostet, wenn eine Baugrube ausgehoben werden muß. In jedem Fall sollten Sie besonders darauf achten, daß eine entsprechende Schalldämmung eingebaut wird, damit sich der Schall nicht über Bodenplatte und Kellerdecke ins Nachbarhaus überträgt.

    Wir raten dazu, nicht nur die Bodenplatte, sondern gleich das ganze Kellergeschoß anzulegen - eventuell auch als Fertigkeller."

    Haltbarkeit: Fertighäuser von 1974 - nur 50 Jahre haltbar?

    Andreas N.: "Ich habe folgende Fragen zu einem Fertighaus (Baujahr 1974, Außenwände Holzrahmen m. Steinwolldämmung)

    1. Stimmt es, dass sich die Dämmung im Lauf der Jahre setzt, so dass die Isolierung deutlich schlechter wird? Wenn ja, kann dies wieder nachgebessert werden?
    2. Wie lange hält der Holzrahmen? Ich habe gehört, dass Fertighäuser aus den 70er Jahren eine Lebensdauer von 50 Jahren haben?
    3. Kann ich in Innenwänden problemlos einen Durchbruch (für eine Schiebetür) machen?
    4. Wie kann ich nachträglich Leitungen (Stromleitung, Wasserleitung) verlegen?"

    "Lieber Andreas, da wir die Dämmung nicht kennen, können wir dazu nichts sagen. Sollte sich diese gesetzt haben, kann nachgebessert werden. Diese Frage betrifft im übrigen nicht den Fertighausbau, sondern auch den Massivhausbau, in dem z. T. mit denselben Materialien gedämmt wurde oder wird.

    Zu 2:
    Kein Holzbauingenieur oder Forstwirt mag begreifen, wieso Vollkonstruktionsholz von 1970 schlechter als das von 2015 sein soll. Da der Holzrahmenbau in Skandinavien die übliche Bauweise ist, wundere ich mich, wieso ich in Schweden nur intakte Dörfer vorgefunden habe. Nach 50 Jahren müsste doch alles zusammengefallen sein - oder?

    Zu 3:
    Gehen Sie zu einem Zimmermann, legen Sie diesem die Baupläne vor (die müssen ja noch vorhanden sein) und der sagt Ihnen, wie man Innenwände versetzen oder durchbrechen kann. Problematisch ist das nicht.

    Zu 4:
    Wie Sie selbst sagen, ist die Grundkonstruktion ja ein Holzrahmen. Folglich ist es wesentlich einfacher, in einem Rahmen Leitungen zu verlegen, als in einer Massivwand. Möglicherweise müsste die Innenbeplankung an der einen oder anderen Stelle geöffnet werden. Die Leitungen werden dann verlegt, eine neue Beplankung wird vorgenommen (meistens Gipskartonplatten), das Ganze wird verputzt.

    Umbauarbeiten - ganz gleich bei welcher Bauweise - machen immer Dreck. Im Fertigbau relativ wenig."

    Sind gebrauchte Fertighäuser weniger wert?

    Gibt es eine Tabelle, aus der man ablesen kann, was ein gebrauchtes Fertighaus nach 10 oder 20 Jahren wert ist? Stimmt es, dass gebrauchte Fertighäuser weniger wert sind, als Massivhäuser?

    Eine solche Tabelle gibt es nicht. Wer sollte diese auch aufstellen bei 400 Herstellern und über 10.000 Hausvarianten? Der Fachbereich Architektur der FH Lüneburg hat aber nach einer Befragung von 50 Bausachverständigen so etwas wie eine Tendenz herausgefunden. Dabei kam heraus, dass der "als Ausgangswert zur Schätzung des Verkehrswertes dienende Sachwert" von Wohngebäuden für neue (bis etwa 10 Jahre alte) Gebäude aus Holz-Fertigbauweise und Mauerwerksbauweise sich nicht oder nur geringfügig unterscheidet, während sich bei älteren Häusern Sachwertunterschiede ergeben können.

    Das sind aber theoretische Abhandlungen. Wie immer kommt es darauf an, wie ein Gebäude gepflegt worden ist.

    Wände von Fertighäusern - heizen die auf?

    Ich spiele mit dem Gedanken, mir ein Fertighaus zuzulegen. Jetzt habe ich aber gehört, daß sich die Wände von Fertighäusern im Sommer fürchterlich aufheizen und so im Haus für ein stickiges Barackenklima sorgen sollen. Bei Wänden, die konventionell Stein auf Stein gebaut worden sind, besteht die Gefahr angeblich nicht. Stimmt das?

    Steine heizen auf und Speichern die Hitze lange - denke mal an den "Heißen Stein", auf dem Dein Steak brutzelt und an den heißen Sand auf Fuertoventura, der ja nichts anderes ist, als winziges Gestein. Würde eine Steinwand nicht gedämmt, würde die im Stein gespeicherte Hitze auch nach Sonnenuntergang noch schön lange auch in die Innenräume abgeben werden. Barackenklima entsteht nur in ungelüfteten Bretterbuden, die nicht gedämmt sind und auch kein Luftzug hereindringt. Das trifft auf Fertighäsuer natürlich nicht zu."

    Werden Fertighäuser in Polen hergestellt?

    Haben Sie Erfahrungen mit den Firmen F. und D.? Wie steht es um die Qualität der Häuser von diesen Herstellern? Stimmt es, dass die Häuser der Firma D. tatsächlich in Polen gefertigt werden?

    Wir kennen keine Firma F., deshalb können wir dazu nichts sagen. Die Firma D. ist uns als leistungsstarker Hersteller bekannt. Ob er seine Häuser in Dänemark, Deutschland oder Polen herstellt, ist unerheblich. Auch die Firma D. erfüllt alle deutschen Normen und verwendet nur die Materialien, die in Deutschland zugelassen sind, sonst dürfte keines ihrer Häuser bei uns genehmigt werden. Wenn Sie Polen in Verbindung bringen mit minderwertiger handwerklicher Arbeit, so ist Ihre mögliche Meinung falsch. In Polen werden bauliche Handwerkskünste beherrscht, die bei uns kaum noch jemand kann. Nicht umsonst sind polnische Baukolonnen weltweit unterwegs, um schwierigste Restaurierungsarbeiten zu erledigen.

    Wertbeständigkeit: Sinken Fertighäuser im Wert?

    Lisa B.: "Mich würde interessieren, wie die Wertbeständigkeit bei Fertighäusern ist. Wir würden gerne bauen, sind uns aber unsicher, ob wir nicht im Falle eines Hausverkaufes enorme Verluste hinnehmen müssten, zumindest im Gegensatz zu einem Massivhaus. Vielleicht können Sie uns weiterhelfen."

    Richtig ist, dass Fertighäuser aufgrund von gezielt verbreiteten Vorurteilen einen geringeren Wiederverkaufswert haben, den man mit 10 % ansetzen muß. Von "enormen Preisunterschieden" keine Rede. Im übrigen kommt es immer darauf an, in welchem Zustand ein Haus gleich welcher Bauart angeboten wird. Wichtige Faktoren sind auch die Größe, die Lage und die gärtnerische Gestaltung des Grundstücks. Wie man weiß, sind heutzutage manche Grundstücke teurer als die Häuser, die darauf stehen. Doch aus welchem Grund bauen Sie ein Haus? Doch nicht, um es in Kürze zu verkaufen, sondern um darin möglichst lange und glücklich zu leben. Also ist Ihre Frage eher hypothetischer Natur. Häuser steigen immer im Wert (wenn sie in gutem Zustand sind). Ein Haus, das Sie heute für 200.000 Euro Massiv bauen lassen, ist in 10 Jahren vielleicht 280.000 Euro wert, als Fertighaus 255.000. Welchen enormen Verlust wollen Sie denn da erlitten haben?

    Wie erdbebensicher sind denn Fertighäuser?

    "Ein Massivhausanbieter erzählte uns, daß erstens die Haltbarkeit und Garantiezeit bei Fertighäusern nicht gleichwertig mit denen von Massivhäusern wäre und das zweitens Fertighäuser vom Staat nicht gleichwertig gefördert werden. Ist dies korrekt? Und wie sieht es mit Erdbebensicherheit (DIN) bzw. Bau in einem Bergbaugebiet aus?"

    "Auf unserer Website sind nicht nur Fertighaushersteller vertreten, deren Häuser auf einer Holzrahmenkonstruktion basieren, sondern auch solche, die vorgefertigte, aber massive Fertighäuser herstellen - oder Selbstbauhäuser Stein auf Stein. Wir sind also objektiv.

    Sowohl von Banken als auch vom Staat werden beide Haustypen absolut gleichwertig behandelt. Auch die Garantie nach VOB ist für beide Haustypen gleich. Die Haltbarkeit eines Fertighauses ist auch nicht geringer, als die eines Steinhauses. Man spricht allgemein von 100 Jahren.

    Häuser, die auf einer Holzkonstruktion beruhen (siehe Japan, siehe San Franzisko), sind erdbebensicherer als Steinhäuser. Die Frage ist für Deutschland aber ziemlich irrelevant - auch wenn es in Ihrer Gegend schon einmal ein Beben gab.

    Bergschäden treten ja zunächst an der Bodenplatte / am Fundament auf. Auch ein Fertighaus ruht auf einer Betonbodenplatte. Wenn diese aufbricht oder sich verschiebt, können sich auch die Wände verschieben. Die gemauerte Wand kann dabei reißen oder im Extremfall einstürzen, die Wand aus einer Holzkonstruktion natürlich auch."

    Fertighausanbau an Massivbau, ist das möglich?

    Sie wollen an das Massivhaus Ihrer Schwiegereltern ein Fertighaus anbauen und wollen wissen, ob das überhaupt geht. Das ist grundsätzlich möglich und in der Regel gar kein Problem. Sie müssen das mit dem Hersteller Ihrer Wahl besprechen.

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