Was ist ein Fertighaus? - Die Grundlagen verständlich erklärt

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    Was ist ein Fertighaus?

    In einfachen Worten stellt ein Fertighaushersteller Einzelteile in Produktionshallen fertig und liefert diese zum Grundstück, um sie vor Ort in wenigen Tagen zu einem Haus zusammenzusetzen. Per Definition ist ein Fertighaus ein Haus bestehend aus industriell und witterungsunabhängig gefertigten Bauteilen wie Wand- und Deckenelementen, das auf einem Fundament (Bodenplatte oder Kellerdecke) errichtet wird.

    Der am häufigsten genutzte Baustoff ist Holz, es gibt aber auch Möglichkeiten mit Beton oder Leichtbeton (Blähton) zu bauen. Alle Materialien haben hervorragende Dämmeigenschaften, trotzdem kommen moderne Häuser in Fertigbauweise nicht mehr ohne zusätzliche Dämmschichten aus. So erzielt ein konventionelles Fertighaus bereits gute Werte hinsichtlich seines Energieverbrauchs.

    Fertighausanbieter unterteilen ihre Angebote in häufig drei Ausbaustufen

    • Schlüsselfertiges Fertighaus: häufig bezugsfertig, in manchen Fällen Boden- und Wandarbeiten selbst zu leisten.
    • Ausbauhaus: witterungsbeständiges Haus mit unfertigem Innenausbau.
    • Bausatzhaus: Bauleute erhalten den Bausatz und setzen ihn selbst zum Haus zusammen.

    Je größer der Eigenanteil, desto geringer werden die Kosten.

    Wissenswertes und weitere Grundlagen zum Fertighaus

    Nur in Deutschland wird bereits jeder sechste Neubau in Fertigbauweise errichtet. In Österreich machen Fertighäuser rund ein Drittel der neuen Wohnbebauung aus. Die Massivbauweise ist der noch bevorzugte Weg, das Eigenheim zu bauen, doch sind die Vorteile der Fertigbauweise unverkennbar.

    Energieeffizientes Bauen ist heutzutage gesetzlich vorgeschrieben. Fertighausanbieter optimieren ihre Häuser im Hinblick auf Energiewerte schon lange und sind in dieser Disziplin führend. Zudem ist ein Fertighaus die schnellste Art zu seinem eigenen Haus zu kommen.

    Fertighaus Aufbau

    Quelle: Jeanette Dietl / fotolia.com

    Je nach Größe, individuellen Wünschen und Herstellern vergehen zwischen drei und sieben Monate von der konkreten Planung bis zur Übergabe. Je mehr sich vorfertigen lässt und je größer die Wandelemente sind, desto schneller kann das Haus vor Ort errichtet werden. Während das Fundament noch aushärtet, beginnt bereits die Konstruktion der einzelnen Elemente, in denen – je nach Bauweise – von der Elektrik über die Gas- und Wasserversorgung bis zur Dämmung bereits die wesentliche Ausstattung verbaut ist.

    Vor Ort wird das Fertighaus dann üblicherweise in ein bis drei Tagen montiert. Auch Fertigteile aus Mauerwerk, Beton, Lehm, Stahl oder Systembausteinen sind auf dem Fertighausmarkt nicht unüblich.

    Welche Bauweise hinter der Fassade steckt, sieht man nur, wenn genau dies beabsichtigt ist. Denn es gibt kaum einen Baustil, der nicht bedient wird. Selbst ausgefallene Wünsche erfüllen heutzutage viele Anbieter - so sind die meisten Fertighäuser heutzutage indivuell geplant und auf den Kunden zugeschnitten.

    Abgrenzung zu „Massivhaus“ oder „Architektenhaus“

    Aufgrund dieser breiten Angebotspalette, den Möglichkeiten der Individualisierung und den unterschiedlichen Bauweisen ist eine begriffliche Abgrenzung zu Häusern in herkömmlicher Bauweise schwer und Bezeichnungen wie „Architektenhaus“ oder „Massivhaus“ teilweise irreführend.

    Massivhaus

    Quelle: fefufoto / fotolia.com

    Unter einem Massivhaus versteht man häufig ein klassisch Stein auf Stein gebautes Haus, das ohne einen hohen Grad an Vorfertigung vor Ort auf der Baustelle errichtet wird. Mit dem Begriff Architektenhaus wird häufig die Tatsache unterstrichen, dass das Haus zusammen mit einem unabhängigen Architekten individuell geplant wurde und von häufig verschiedenen Baufirmen für die unterschiedlichen Gewerke errichtet wird. Diese Begriffe lassen jedoch außer Acht, dass auch Massivhäuser teilweise vorgefertigte Elemente beinhalten können oder dass auch Architekten nicht selten auf gewisse Vorlagen und Hausmodelle zurückgreifen, die jeweils entsprechend angepasst werden.

    Bei Fertighausanbietern verhält es sich ebenfalls nicht immer so, dass ein Muster modifiziert wird. Einige Hersteller bieten ihrerseits an, Häuser auf Basis der individuellen Bedürfnisse von Grund auf mit einem hauseigenen Architekten zusammen neu zu planen und trotzdem in Fertigbauweise mit allen entsprechenden Vorteilen vorzufertigen. Zudem gibt es auch Fertighaushersteller, die zumindest Teilelemente in Massivbauweise errichten. Die Grenzen sind heutzutage also fließend und letztendlich ist es entscheidend, dass der Baupartner die individuellen Bedürfnisse voll abdecken kann. Generell lassen sich durch die Wahl eines verlässlichen Partners mit Fertighausbauweise jedoch die folgenden Vorteile erzielen:

    Die Vor und Nachteile eines Fertighauses im Überblick

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    Wie fertig ist „fertig“? - Die verschiedenen Ausbaustufen des Fertighauses

    Nicht alle Fertighäuser entstehen am Fließband und nicht jedes Fertighaus wird „schlüsselfertig“ übergeben. Und selbst „schlüsselfertig“ kann unterschiedliche Fertigungsgrade bedeuten. Diese reichen von dem Punkt, dass man noch selber tapeziert, streicht oder einen Boden verlegt bis zu einem All-Inklusive Paket, bei dem nach der Übergabe nur noch die Möbel und Einrichtungsgegenstände fehlen. Bei manchen Herstellern helfen auch Innenarchitekten bei der Innenraumgestaltung und Möbel werden auf Maß angefertigt.

    Ob ein Haus „fast fertig“, „schlüsselfertig“, „bezugsfertig“ oder gar vollkommen eingerichtet ist, hängt von der konkreten Vertragsgestaltung und dem Leistungsangebot des einzelnen Anbieters ab. Hier lohnt es sich, das Angebot genau zu lesen und die Leistungen mit dem Hersteller abzustimmen.

    Neben diesen Ausbaustufen gibt es jedoch weitere Konzepte. Wenn bei dem Haus bei Übergabe noch grundlegende Arbeiten selbst zu übernehmen sind, spricht man von einem „Ausbauhaus“. Auch hier gibt es verschiedene Fertigungsgrade. Gerade wer nur mit einem geringeren Budget planen kann, findet so einen Weg, den Traum vom Haus Wirklichkeit werden zu lassen.

    Solche Häuser sind bedeutend günstiger und bieten zudem viel Raum für individuelle Noten. Man kann beispielsweise nichttragende Innenwände selber in Trockenbauweise einziehen, selber Leitungen oder einen Boden verlegen. Ebenso kann man Wände selber verputzen. Das spart Geld auf Kosten eigener Arbeitszeit.

    Wer handwerkliches Geschick besitzt, sich ein solches Projekt zutraut und auf helfende Familienmitglieder und Freunde zurückgreifen kann, wird in einigen Wochen Arbeit aus dem Ausbauhaus einen bezugsfertigen Neubau erschaffen.

    Die geringste Ausbaustufe ist das Bausatzhaus. Wobei man noch lange nicht jedes Haus als Bausatz kaufen kann. Tatsächlich ist dieser Anteil sogar sehr klein und nur wenige Anbieter haben sich auf diese Nische spezialisiert. Der weit überwiegende Anteil der Fertighäuser ist in Holzständer- oder Holztafelbauweise gefertigt und muss von Profis montiert werden.

    Ein Fertighaus selber zusammenbauen

    Blockhaus

    Prädestiniert für den Selbstbau sind Häuser in Blockbohlenbauweise. Dabei kann es sich entweder um ganze Baumstämme handeln oder große kantige Bohlen, wie man sie beispielsweise von Häusern aus dem alpinen Raum oder dem Schwarzwald kennt. Allerdings sollte man im Umgang mit einem Kran geübt sein.

    Auch Fertighäuser in Massivbauweise gibt es als Bausatz. Grundlage sind hier Wandelemente, die man aufeinandersetzt. Sie sind zumeist hohl und werden einmal aufgestellt mit Beton gefüllt.

    Diese Arbeiten selbst durchzuführen birgt Risiken. Nicht nur solche, sich beim Bau oder jemand anderes zu verletzen, sondern auch Patzer wie Materialbeschädigung oder falsche Zusammensetzung. Jeder falsche Bauschritt kann desaströse Ausmaße annehmen.

    Holztafelbau und Holständerbau dominieren den Fertighausmarkt

    Auch wenn es Fertighäuser auch in Massivbauweise gibt, machen diese einen sehr kleinen Teil aus. Hierfür werden - was bei gewerblich genutzten Gebäuden häufig vorkommt - Betonfertigteile vor Ort zusammengefügt. Doch auch Wände in Ziegelbauweise können vorgefertigt und vor Ort zu einem Haus zusammengesetzt werden. Der weit überwiegende Teil aller Fertighäuser wird in Holzbauweise gefertigt. Der wesentliche Unterschied zwischen den Holzbauweisen liegt in dem Grad der Vorfertigung.

    Die verschiedenen Holzbauweisen vorgestellt

    Holztafelbau

    Der Holztafelbau ist die vermutlich bekannteste Bauweise für Fertighäuser. Grundlage bilden ein mit Holztafeln beplankter Holzrahmen. Die Holztafeln sind entscheidend für die Statik des Hauses. Elektroleitungen, Türen und Fenster werden häufig schon im Werk in die fertigen Einzelteile aus Holz und Beton eingebaut. Auch Versorgungsleitungen und Dämmung sind bereits in den Wänden an Ort und Stelle. Selbst Decken und Dächer lassen sich auf diese Weise vorfertigen. So entsteht in kürzester Zeit ein Haus.

    Holzständerbau

    Eine andere ebenfalls weit verbreitete Bauweise ist der Holzständerbau. Er blickt in Deutschland auf eine lange Tradition zurück. Schon Fachwerkhäuser beruhen auf der Ständerbauweise. Querstreben reichen von der Schwelle bis zum Dach (meist in tragenden Wänden) und sorgen für die nötige Stabilität des Ständerwerks. Während beim Fachwerkbau diese sich so ergebenden Fächer („Gefache“) verfüllt wurden, wird bei der heutzutage häufig praktizierten Holzrahmenbauweise der Holzrahmen nach dem Aufstellen mit Holztafeln verkleidet. Auch eine Beplankung mit Gipswerkstoffen ist üblich und wer ein offenes, lichtdurchflutetes Wohnerlebnis möchte, kann viel Glas verbauen. Die Holzrahmenbauweise ist in den USA die für Einfamilienhäuser übliche Bauweise.

    Blockhäuser

    Häuser in Blockbohlenbauweise beruhen auf gestapelten Holzbohlen. Bei diesen kann es sich entweder um ganze Baumstämme oder um zugeschnittene Kanthölzer handeln. Diese werden passend aufeinander gestapelt und fest miteinander verbunden. Das massive Holz hat eine hohe Dämmwirkung, dennoch werden die Wände von innen verkleidet. So verschwinden Kabel- und Versorgungsleitungen aus dem Blickfeld. So können auch äußerlich rustikale wirkende Häuser im Inneren eine hochmoderne Optik erhalten.

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    Massive Fertighäuser

    Es gibt Fertighäuser auch aus Stein- und Betonfertigteilen, diese machen aber nur einen kleinen Bereich auf dem Fertighausmarkt aus. Dennoch gibt es sie und auch sie bieten Raum für eine persönliche Gestaltung. Bei Gewerbeimmobilien sind vorgefertigte Betonteile eine ganz übliche Praxis. Manche Bauherren vertrauen lieber auf massiv gemauerte Wände und entscheiden sich vorschnell gegen ein Fertighaus. Doch selbst Wände aus Stein und Zement lassen sich vorfertigen, so dass auch massive Häuser innerhalb kürzester Zeit errichtet werden können.

    Welche Bauweise oder welche Ausbaustufe in einem Haus steckt, sieht man diesen in den meisten Fällen nicht an. Auch Blockhäuser können schlüsselfertig übergeben werden. Holzleichtbauweise kann sich auch hinter einer Fassade aus Mauerwerk verstecken. Selbst die Bauweisen für optisch ähnliche Häuser können sich je nach Hersteller unterscheiden.

    Musterhäuser und Musterhausparks helfen bei der Auswahl

    Musterhaus und Musterhauspark

    Um die Gesamtwirkung eines Hauses zu erfassen, die Größenverhältnisse zu realisieren und Materialien live zu erleben, lohnt sich der Besuch eines Musterhauses oder eines Musterhausparks. Auch wenn man sein Haus nicht 1:1 wie das Musterhaus aufteilen will, erhält man einen ein Gefühl für den Raum, den das Haus bietet und erhält erste Anregungen, wie man das Haus einrichten wird.

    Beim Besuch von Musterhausparks kann man zudem verschiedene Anbieter direkt miteinander vergleichen. So realitätsnah wie in einem Musterhaus können kein Foto, kein Grundriss und keine 3D-Visualisierung einen Eindruck vom künftigen Eigenheim vermitteln. Auch die Kontaktaufnahme zu den Herstellern ist denkbar einfach. Anbieter können ihr Angebot direkt am Objekt vorstellen und auf Themen eingehen, die man so noch gar nicht bedacht oder anders eingeschätzt hätte.

    Ebenso gewinnt man einen ersten Eindruck von den Fertighausanbietern, was über die Auswahl des passenden Anbieters mit entscheiden kann. Man sieht, wie transparent er auftritt, ob er wirkliche Beratung bieten möchte oder nur ein Verkaufsinteresse hat.

    Selbst wenn man zunächst Impressionen sammeln möchte, hilft die Besichtigung von Musterhäusern bei der Entscheidungsfindung weiter.

    Die Geschichte des Fertighausbaus

    Die Idee, in kurzer Zeit viel Wohnraum zu schaffen, wurde zu Zeiten der Industrialisierung geboren. Bis sie tatsächlich umgesetzt wurde, vergingen aber Jahre. Die architektonischen Vordenker der Bauhausbewegung trieben die Idee mit dem Konzept des „modularen Bauens“ entscheidend voran.

    Doch konnte sich die Fertigbauweise erst Mitte des Zwanzigsten Jahrhundert durchsetzen. Auf der einen Seite stehen Raumzellenbauweise und Containerbauweise, wie man sie im Plattenbau nach wie vor sieht, auf der anderen Seite steht die Verwirklichung des Traums vom „Häuschen im Grünen“, den sich ab den 1950er Jahren immer mehr Bürger verwirklichten, da sie ihn nun auch wirtschaftlich stemmen konnten.

    Alsbald bekamen Fertighäuser den Ruf vom „Haus von der Stange“. Auch heute noch kommt dieses Klischee vielen in den Sinn, wenn sie „Fertighaus“ hören. Auch wenn das am Fließband gefertigte Haus der ursprünglichen Idee entspricht, so wird es der Praxis mittlerweile nicht mehr gerecht. Der weit überwiegende Teil aller Fertighäuser wird nach den persönlichen Wünschen der Bauherren geplant und gefertigt. Tatsächlich bieten Fertighäuser mehr Raum für eine individuelle Gestaltung als es häufig in von einem Bauträger entwickelten Wohngebieten der Fall ist. Auch deswegen wächst der Fertighausmarkt kontinuierlich.

    Fazit:

    Ein Fertighaus ist schnell errichtet, wird mit nur einem Partner gebaut und besitzt hervorragende Energieeigenschaften. Moderne Häuser in Fertigbauweise können dem gewünschten Stil optisch angepasst werden und trotzdem auf moderne und staatlich geförderte Energiestandards setzen.

    Mit Vertragsabschluss zum Bau eines solchen Hauses werden die Einhaltung der Bauzeit und alle vereinbarten Leistungen garantiert. Man kann sehr genau kalkulieren und organisieren.

    Die Nachteile verwendeter Werkstoffe sind hinlänglich bekannt und die Methoden, diese auszuräumen gehören für gewöhnlich zum Standard eines jeden guten Fertighausanbieters.

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