Tapezieren leicht gemacht

Von Thomas Müller Am 29. Juli 2016

Von Zeit zu Zeit muss ein Tapetenwechsel her, um sich zuhause wieder wohl zu fühlen. Dafür muss man nicht in der Ferne schweifen, ein Besuch im nächstgelegenen Baumarkt reicht vollkommen aus. Auch wenn man die Arbeit zunächst scheuen mag - der Aufwand lohnt sich. Aus diesem Grund haben wir hier ein paar Tipps für Sie zusammengetragen, mit denen das Tapezieren im besten Fall sogar richtig Spaß macht.

Die richtige Tapete

Dass Tapete ist nicht gleich Tapete ist, dürfte spätestens mit einem prüfenden Blick in das Warenagebot des Baumarktes auffallen. Neben klassischer Raufaser findet man Blümchentapeten, verschiedene Strukturen und Vliestapeten. Damit einher gehen verschiedene Eigenschaften, Anfertigungs- und Verarbeitungsmerkmale, die durch Symbole am Anfang und Ende jeder Tapetenrolle gekennzeichnet werden.

Wieviel Tapete muss es sein?

Damit Sie nicht zu wenige Rollen Tapete kaufen, sollten Sie die Flächen für Fenster und Türen mit einrechnen, da sich ein gewisser Verschnitt nicht vermeiden lässt. Der Bedarf sollte also frühzeitig ermittelt werden. Damit Sie im Baumarkt nur noch schnell die Rollen einpacken müssen, ist die Information, dass eine Eurorolle (das gängigste Tapetenformat) 0,53 m breit und 10,05 m lang ist, sicherlich hilfreich. Ihren Tapetenbedarf können Sie den folgenden Tabellen entnehmen.

Bedarfsermittlung bei Eurorollen (10,05 x 0,53 m)

Anzahl der Tapetenrollen
RaumumfangRaumhöhe 2,10 - 2,35 mRaumhöhe 2,40 - 3,05 mRaumhöhe 3,10 - 4,00 m
6 m345
10 m578
12 m6810
15 m71013
18 m91115
20 m101217
24 m111521

Bedarfsermittlung bei Raufasertapeten (33,5 x 0,53 m)

RaumumfangAnzahl der Tapetenrollen bei Raumhöhe 2,10 - 2,35 mAnzahl der Tapetenrollen bei Raumhöhe 2,40 - 3,05 mAnzahl der Tapetenrollen bei Raumhöhe 3,10 - 4,00 m
6 m133
10 m233
12 m234
15 m334
18 m345
20 m345
24 m457

Das richtige Werkzeug zum Tapezieren

Für optimale Ergebnisse braucht man natürlich das richtige Werkzeug. Dazu gehören die folgenden Utensilien:

  • Tapeziertisch
  • Leiter
  • Quast und Eimer
  • Tapezierbürste
  • Moosgummi-Rolle
  • Nahtroller
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Tapetenschere
  • Cuttermesser
  • Lot
  • Tapeziermesser

Alte Tapeten von der Wand entfernen - wie geht's einfach?

Wie leicht sich alte Tapete von der Wand lösen lässt, hängt nicht zuletzt vom Untergrund ab.

Im Normalfall klebt die Tapete direkt auf Putz. Die Arbeit wird deutlich erleichtert, wenn der "erste Ankleber" eine Grundierung aufgetragen hat. Häufiger ist es jedoch der Fall, dass er sich diese Arbeit gespart hat. Dann muss man etwas mehr Energie aufbringen. Wie immer im Leben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, der Tapete (oder mehreren, über einander klebenden Tapetenschichten) zu Leibe zu rücken.

Schwierigkeitsgrad Latextapeten und -farben

Latextapeten oder Latexfarbe lassen natürlich das Wasser nicht einziehen. In diesem Fall sollte man mit einer Stachelwalze die Tapete gründlich perforieren. Danach kann man die Tapete befeuchten. Natürlich kann durch die Löcher nicht soviel Wasser dringen, so dass man den Vorgang unter Umständen einige Male wiederholen muss.

Putzschäden beseitigen

Risse oder Putzschäden die zutage treten, sobald die alte Tapete oder der alte Anstrich ab ist oder beim Abtragen verursacht wurden, müssen ausgebessert und geglättet werden. Mit einem Gips-Reparaturspachtel geht das besonders einfach und problemlos.

Dafür müssen zuerst alle lockeren Putzreste aus der Schadstelle mit dem Spachtel oder einer groben Bürste entfernt werden. Staub und kleine Teilchen lassen sich mit dem Staubsauger entfernen. Dübellöcher lassen sich mit Spachtelmasse aus der Tube schnell schließen.

Tapezieruntergrund vorbereiten

Alte Tapete

  • Belag entfernen und den darunter liegenden Putz mit einer dünnen Kleistermischung vorkleistern (Hinweise dazu finden Sie in der Anrührtabelle auf Ihrer tesa Kleister-Packung).

Leimfarben

  • Mit Wasser und Tapetenablöser abwaschen, danach mit lösemittelfreiem Tiefengrund behandeln.

Öl-/Lackfarben

  • Anschleifen, mit wasserverdünntem Lackanlauger abwaschen und anschließend Rollenmakulatur kleben.

Löcher, Risse

  • Lose Teile entfernen, mit Füllspachtel alle Schadstellen ausfüllen und glätten oder einfach tesa Rissbrücke nehmen.

Größere Putzunebenheiten

  • Mit der Glättkelle großflächig Füllspachtel auftragen, glätten und nach dem Trocknen abschleifen.

Sandende Untergründe

  • Den Putz mit Tiefgrund festigen.

Rauhe Putze

  • Vollflächig spachteln oder Rollenmakulatur kleben.

Stark saugende Untergründe

  • Vorkleistern oder Tiefengrund auftragen.

Gipskarton

  • Lösemittelfreien Tiefengrund auftragen oder mit Tapetenwechselgrund vorbehandeln.

Rost-/ Wasserflecken

  • Fleckendecker oder Isolierfarbe auftragen.

Schimmel

  • Untergrund reinigen und mit Anti-Schimmel-Grundierung behandeln.

Der richtige Kleister

Entsprechend der Beschaffenheit Ihrer Tapeten wählen Sie nun den geeigneten Kleister aus, z.B. für Papier-, Raufaser-, Spezial-, Textil-, Vinyl- oder Vliestapeten. In der Regel muss man den Packungsinhalt vollständig in kaltes Wasser geben, 1 Minute lang klumpenfrei rühren und dann 10 Minuten ruhen lassen. Dann den Eimerinhalt noch einige Male kräftig durchrühren, und schon kann der Kleister verwendet werden.

Tapetenbahn einkleistern und kleben

Eine Tapetenbahn sollte immer so hoch sein wie die Wand. Zusätzlich sollte man noch etwa 10 cm für den Verschnitt hinzurechnen. Bei Vliestapeten wird der Kleister direkt auf der Wand aufgetragen, bei allen anderen Tapeten werden die abgeschnittenen Bahnen auf der Rückseite mit einem Quast eingekleistert. Dabei die Ränder nicht vergessen!

Bevor die Tapete aber an die Wand kommt, muss sie weichen. Dazu einfach die Bahnen von links und rechts zur Mitte hinfalten, so dass die eingekleisterten Flächen aufeinander liegen. Die benötigten Weichzeiten können je nach Hersteller variieren.

Profi-Tipp: Da speziell die Wände in Altbauten nur selten wirklich gerade sind, sollte man nicht sich nicht an einer Zimmerecke orientieren, wenn man die Tapeten senkrecht kleben möchte. Lieber sollte man zuvor eine trockene Bahn Tapete an die Wand halten und deren Verlauf mit einem Bleistift nachzeichnen. An dieser Linie kann man nach der Weichzeit die erste Bahn kleben. Die nächsten Bahnen einfach in der Reihenfolge kleben, in der Sie sie eingekleistert haben.

Man sollte immer vom Fenster weg, das heißt "mit dem Licht", kleben, so dass möglicher Überlappungen später keine Schatten werfen. Bilden sich Blasen, sollte man die Bahnen von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten andrücken und mit der Tapezierbürste nacharbeiten. Gewebe- und Vliestapeten sollten mit einer Andruckwalze aus Moosgummi angedrückt werden.

Die weiteren Bahnen

Die folgenden Bahnen werden nun einfach auf Stoß geklebt (also so, dass sich die Kanten der Bahnen gerade berühren). Den an der Fußleiste überstehenden Rest der Tapetenbahnen markieren Sie zunächst mit dem Rücken einer Schere und schneiden ihn dann ab. Die Tapete darf nach dem Tapezieren nicht zu schnell trocknen. Vermeiden Sie also Zugluft und heizen Sie nicht zu stark! Kleisterflecken lassen sich am besten sofort mit einem feuchten Schwamm entfernen, bevor sie antrocknen.

Um die Ecke tapezieren

Messen Sie zunächst an mehreren Stellen den Abstand vom Rand der letzten geklebten Bahn zur Ecke. Zum größten Abstand geben Sie noch 1 cm zu, denn mit der nächsten Bahn müssen Sie ungefähr 1 bis 2 cm über die Ecke hinauskommen. Schneiden Sie nun die Bahn in die gewünschte Breite. Sie verwenden beide Teile der Tapetenbahn. Zunächst wird der ausgemessene Streifen wie die bisherigen Bahnen nach links ausgerichtet verklebt. Die Bahn muss in der Ecke gut und möglichst faltenfrei eingepasst werden. Entstehen dabei Falten, muss man diese sofort einschneiden und übereinander kleben.

Der Reststreifen wird entlang einer lotrechten Anschlaglinie ausgerichtet. Diese Anschlaglinie müssen Sie zuvor mit Senklot, Bleistift und Lineal konstruieren. Dabei müssen Sie sorgfältig vorgehen, da am Reststreifen alle übrigen Bahnen der neuen Wand ausgerichtet werden.

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