Fertighaus oder Massivhaus: Welcher Haustyp ist besser?

Fertighaus oder Massivhaus: Welcher Haustyp ist besser?

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    Vor dem Hausbau trifft man beinahe unweigerlich auf die entscheidende Frage, die die Weichen für den weiteren Verlauf des Projekts stellt. Soll das Eigenheim in Fertigbauweise oder in Massivbauweise errichtet werden? Pauschal beantworten lässt sich diese Frage nicht. Auch der Preis-Leistungs-Vergleich lässt keine Bauweise als die eindeutig bessere erkennen. Dafür gibt es zu viele Unterschiede bei Materialqualitäten, Dämmstoffen, Bauzeiten und individuellen Wünschen, die eine Empfehlung für oder gegen eine Bauweise unmöglich machen.

    Die Kernfrage sollte lauten, mit welcher Bauweise sich am besten, schnellsten und wirtschaftlichsten die eigenen Wünsche umsetzen lassen. Welche Weise passt besser in den eigenen Plan. Dazu einige Eigenschaften, die sich durch mit der Art des Bauens unterscheidet. 

    Frei planbares Haus von Living Haus

    Quelle: Solution 143 - Living Haus by Bien-Zenker

    Planbarkeit

    Geht es darum, möglichst genau planen und schnell in sein Haus einziehen zu können, ist das Fertighaus die bessere Wahl, weil es von der Vertragsunterschrift bis zum Einzug meist nicht länger als vier bis sechs Monate braucht. Die eigentliche Aufbauphase ist in der Regel innerhalb von ein bis drei Tagen beendet, wodurch Witterungsbedingungen nahezu keinen Einfluss auf die Hausaufstellung nehmen können. Ein Massivhaus kann auch schlüsselfertig von einem Anbieter kommen, doch ist die Errichtung eines massiv gebauten Hauses nicht so schnell zu realisieren. Das Wetter kann sich nachteilig auf die Bauphase auswirken, doch ist auch die Massivbauweise längst nicht mehr so langsam realisiert, wie es einst der Fall war.

    Stabilität

    Die vorwiegend aus Holz gebauten Fertighäuser können mit der Stabilität massiven Steins nicht mithalten. Doch heißt das nicht zwangsläufig, dass ein Massivhaus auch langlebiger als ein Fertighaus ist. Beide Varianten sind witterungsbeständig, jedoch bei Erschütterung und starkem Feuchtigkeitseinbruch auch beide gefährdet. Ohne äußere Einflüsse hält ein Fertighaus mehr als 100 Jahre und kann sich mit den Werten von Massivhäusern messen. 

    In Überschwemmungsgebieten zählen Fertighäuser als die schlechtere Wahl, doch sind die verwendeten Materialien nicht so anfällig, wie man hinlänglich zu lesen bekommt. Holz ist einmal durchnässt fähig zur Trocknung, ohne dass es bleibende Schäden behält. Nasses Mauerwerk aus Stein ist dagegen auch nicht vor Schimmelbildung gefeit. Tritt der schlimmste Fall ein, ist keine Bauart sicher – man kann sich jedoch für diesen Fall versichern.

    Stabiles Haus von Town & Country

    Quelle: Landhaus 142 - Town & Country

    Energieeffizienz

    Noch vor gesetzlichen Verschärfungen in Sachen Umweltschonung und Energieeffizienz waren Fertighausanbieter in einer Vorreiterrolle für hervorstechende Dämmwerte. Einerseits durch die ohnehin schon guten Materialeigenschaften des Baustoffs Holz, andererseits aber durch stete Verbesserung anderer Dämmstoffe, um die Attraktivität von Fertighäusern sukzessive zu verbessern. Es gibt auch Massivhausanbieter, die der gezwungenen Trendwende zuvorkamen und Materialienforschung betrieben haben, doch liegt der natürliche Vorteil bei Holz und Fertighäusern. 

    Stein speichert die Wärme besser als Holz, schottet sie demnach aber nicht in gleicher Weise ab. Grundsätzlich ließe das den Rückschluss zu, dass ein nicht mehr geheizter Raum in einem Massivhaus langsamer abkühlt als in einem Fertighaus, doch dichten Dämmmaterialien den Wohnraum so gut ab, dass dieses Beispiel nur in der Theorie funktioniert. Es hieße auch, dass Massivhäuser mehr Energie nach außen abgäben. Heutige Dämmungen zielen darauf ab, das Haus komplett abzudichten, so dass möglichst wenig Energie entweichen kann. 

    Grundsätzlich lassen sich Fertighäuser mit dünneren Wänden realisieren, wodurch der Wohnraum besser ausgenutzt werden kann, doch braucht es andererseits einen besseren Schallschutz als Massivhäuser. Fertighausanbieter können dieser Problematik mittlerweile sehr wirksam begegnen.

    Fazit:

    Es gibt nicht die einfache Wahl für Jedermann. Es gibt Gründe, warum immer mehr Fertighäuser errichtet werden, doch kann man auch für das Massivhaus argumentieren. Geht es um schnelle Realisierung eines Bauprojekts, ist das Fertighaus etwas besser. Geht es um absolute Individualisierung mit Umsetzung exakter Vorstellungen, kann es bei Fertighäusern zu Problemen kommen – insbesondere bei solchen in Ständerbauweise. Tragende Elemente lassen sich bei Massivhäusern in der Planung um einiges besser verschieben. 

    Preislich kann man mit beiden Bauweisen sehr tief, aber auch sehr hoch landen. Hochwertiges Holz kann weitaus mehr kosten als mancher Stein. Die Planung eines Architekten kann in der Umsetzung sehr hohe Kosten hervorrufen – bei Massivhäusern und Fertighäusern. 

    Wenn es darum geht, besonderen Schallschutz zu genießen, wählt die Massivbauweise. Wer den Charme eines Holzhauses sucht, kann sich nicht der Massivbauweise bedienen, sehr wohl kann kühler Bauhausstil-Charme auch durch Fertigbauweise realisiert werden. 

    Es bleibt eine Frage des Geschmacks und des Gefühls. Keine Wahl ist richtig oder falsch.

    Fertig- und Massivhäuser

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    Quellen

    • Titelbild: VARIO-Haus, Dennert Massivhaus