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Fertighaus von Hanse Haus mit Terrassenüberdachung, Essbereich und Whirlpool im Garten, Photovoltaikanlage auf dem Süddach

Hanse Haus: Erfahrungen mit einem Fertighaus – Anjas & Simons Rückblick nach 7 Jahren

Dr. Aviva Köberlein
Aktualisiert am 28. Juli 2026
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Es ist Juli 2026, sieben Jahre nach dem Einzug. Anja sitzt im offenen Wohnzimmer ihres Fertighauses in Mittelfranken. Simon kommt zwischendurch aus dem Garten dazu, wo er gerade die Terrasse erneuert. Draußen liegen Terrassendielen aus Kerama, einem recycelbaren Kunststoff, bereit, drinnen lacht ihr kleiner Sohn. Hündin Emmi schaut entspannt zu. Es ist der ganz normale Alltag in einem Haus, das seit sieben Jahren bewohnt, belebt und erweitert wird.

2019 hatten Anja und Simon auf Fertighaus.de von ihrem damals größten Projekt neben dem Hausbau berichtet: der Installation einer Photovoltaikanlage durch einen externen Anbieter. Sieben Jahre später hat sich vieles verändert – Nachwuchs ist dazugekommen, ein zweites Kind ist unterwegs, die Terrasse zeigt unerwarteten Verschleiß, die Klimaanlage läuft, und Simon hat sich vom Holzfan zum Kunststoff-Pragmatiker gewandelt. Was geblieben ist: die Überzeugung, dass dieses Haus genau das richtige war. „Selbst wenn wir im Lotto gewinnen würden, würden wir nicht wegziehen", sagt Anja.

Das Gespräch mit den beiden stellt nicht nur ein Update dar – es ist eine Langzeitbilanz. Was hält, was nicht, was sie heute anders machen würden. Und was sieben Jahre im eigenen Fertighaus einem beibringen, das kein Ratgeber ersetzen kann.

Steckbrief
  • Baufamilie Anja & Simon (+ Sohn, Hund Emmi, 2. Kind erwartet)

  • Standort Mittelfranken, Bayern

  • Haustyp Einfamilienhaus, Fertighaus (schlüsselfertig/bezugsfertig), Modell Variant 35-172

  • Hersteller Hanse Haus

  • Wohnfläche ca. 165 m²

  • Grundstück ca. 600 m²

  • Besonderheiten Standerker mit Zwerchgiebel und Flachdach, bodentiefe Fensterfront, Satteldach (Süd-/Nord-Ausrichtung), Galerie im OG

  • Heiztechnik Luft-Wasser-Wärmepumpe + Fußbodenheizung

  • PV-Anlage 6,9 kWp (21 Module à 330 W, Südseite), externer Anbieter, Speicher (2025 erneuert)

  • Nachrüstungen Klimaanlage (3 Geräte OG, 4. geplant), Whirlpool, Wallbox, Kerama-Terrasse (in Arbeit)

  • Vertragsunterzeichnung 2018

  • Einzug Oktober 2019

  • Böden Vinyl (EG), Laminat (OG), Holztreppe

  • Keller Nein (bewusste Entscheidung)

Das Haus: Standerker, Galerie und ein immer wieder empfohlener Garderobenraum

Das Fertighaus von Hanse Haus fällt schon von außen auf: Der Standerker mit Zwerchgiebel und Flachdach dominiert die Frontseite, eine bodentiefe Fensterfront lässt viel Licht ins Obergeschoss. Gleichzeitig ist das Satteldach komplett Süd-Nord ausgerichtet – die gesamte Südhälfte trägt Photovoltaikmodule. Dabei basiert die Architektur auf einem Hausentwurf, den Anja und Simon im Musterhauspark in Günzburg live gesehen hatten (Hausmodell Variant 35-172).

Fertighaus.de: Wie habt ihr dieses Haus gefunden?

Simon: Der Außengrundriss ist ein Standardgrundriss von Hanse Haus gewesen. Geplant war das Haus so ähnlich, auch mit dem Terrassendach, das aus dem Dach hervorgeht. Das haben wir uns im Musterhauspark in Günzburg live angeguckt. Beim Musterhaus gab es eigentlich noch eine Vertäfelung am Erker, die wir recht schön fanden, aber am Ende wäre die ein Mehraufwand beim Reinigen gewesen – deswegen haben wir uns dagegen entschieden.

Anja und Simons Fertighaus von Hanse Haus – sieben Jahre nach dem Einzug. Die überdachte Terrasse mit Essbereich ist im Sommer der Mittelpunkt des Familienalltags.

Anjas und Simons Fertighaus von Hanse Haus – sieben Jahre nach dem Einzug. Die überdachte Terrasse mit Essbereich ist im Sommer der Mittelpunkt des Familienalltags.

Fertighaus.de: Was war schlüsselfertig – und was habt ihr separat vergeben?

Simon: Es war ein bezugsfertiges Haus mit Bädern, Böden, Küche, Wänden – alles im Haus. Die Garage war auch noch von Hanse Haus. Aber alles andere – Terrasse, Terrassendach, Haustürvordach – haben wir selbst vergeben. Wobei Hanse Haus die Vorarbeiten erledigt hat: beispielsweise Balken fürs Terrassendach ins Haus hinten ziehen lassen, als Vorbereitung.

165 m² Wohnfläche auf einem 600 m² großen Grundstück, ohne Keller – „weil man im Keller nur Sachen sammelt", wie Anja es auf den Punkt bringt. Die bewusste Entscheidung gegen den Keller hat sich für die beiden bewährt: Was gelagert werden muss, wandert auf den nicht ausgebauten Dachboden oder in das Nebengebäude im Garten.

Fertighaus.de: Was funktioniert im Alltag anders als geplant?

Simon: Eigentlich nutzen wir alle Räume so, wie sie vorgesehen waren. Nur: Wir haben vor Corona gebaut, da gab es Homeoffice nur bei bestimmten Verträgen. Zu dieser Zeit hätte keiner gewusst, dass man mal zwei Büros im Haus braucht. Jetzt wird es mit Kind Nummer zwei etwas eng – das zweite Kinderzimmer war bisher mein Büro. Wir haben oben eine große Galerie, die wird dann wahrscheinlich zum Büro umgestaltet. Man kann theoretisch auch eine Wand reinziehen.

Anja: Sonst ist alles perfekt so, wie es gedacht war. Und das Allererste, was wir jedem empfehlen: unser Schuh- und Jackenzimmer, also eine separate Garderobe, direkt am Eingang. Da kann man alles reinstellen, wenn man nach Hause kommt. Das Haus sieht sofort aufgeräumt aus.

Simon: Der einzige Punkt ist der Hauswirtschaftsraum. Den hat man 2019 mit diesen Maßen geplant, und das wirkte, als hätte man genug Platz. Aber mit Speicher, größeren Sicherungskästen, Waschmaschine, Trockner und der Wärmepumpen-Inneneinheit ist es eng. Anderthalb Quadratmeter mehr – dann könnte man noch um den Wäscheständer rumlaufen.

Photovoltaik nach sieben Jahren: 6.000 Kilowattstunden

Im ersten Artikel von Anja und Simon aus dem Jahr 2020 war die PV-Anlage das zentrale Thema: externer Anbieter statt Paket von Hanse Haus, Installation vor der Estrichtrocknung, Regelbesteuerung für die MwSt.-Erstattung. Sieben Jahre später liegen echte Betriebsdaten vor.

Anjas und Simons Baubericht zum Projekt PV-Anlage beim Hausbau

Fertighaus.de: Wie sieht die PV-Bilanz nach sieben Jahren aus?

Simon: Wir haben eine Erzeugung von rund 6.000 Kilowattstunden pro Jahr, aber im Verbrauch mehr als das Doppelte – weil wir mittlerweile zwei E-Autos fahren, dazu die Klimaanlage, den Whirlpool, die Wärmepumpe. Alles elektrisch. Wir kaufen immer noch sehr viel dazu. Gerade habe ich erst vorgestern einen neuen Stromvertrag abgeschlossen, und wir planen mit 6.000 kWh Zukauf. Im Sommer haben wir Überschuss – da lädt das Auto smart, wenn Überschuss da ist. Aber decken können wir nur die Hälfte unseres Bedarfs. Grund hierfür ist auch, dass Solarmodule heute wesentlich leistungsfähiger sind als 2019, mittlerweile gibt es welche mit bis zu 600 Watt.

Fertighaus.de: Die Entscheidung für den externen PV-Anbieter statt des Hersteller-Pakets – war sie richtig?

Simon: Ich denke, es ist sogar besser, wie wir das geregelt haben – weil der Ansprechpartner hier aus dem Ort ist und die Wege kürzer sind. Die Anlage vom Hausanbieter wäre kleiner berechnet gewesen und wohl teurer. Zar war der Speicher zwischendurch kaputt – der Hersteller hatte ein bekanntes Problem, hat die Speicher kontrolliert runtergefahren. Aber wir haben eine relativ hohe Kompensation bekommen, und letztes Jahr wurde der Speicher komplett ausgetauscht. Ein ganz neuer. Also kein Nachteil – eher ein gutes Geschäft.

Fertighaus.de: Und die Regelbesteuerung – ihr hattet damals gewechselt, um die MwSt. zurückzubekommen?

Simon: Genau, wir waren anfangs Kleinunternehmer und sind dann in die Regelbesteuerung gewechselt. Nach fünf Jahren gibt es da keine Vorteile mehr, also bin ich wieder zurückgewechselt. Der Vorteil für mich: keine zusätzliche Steuererklärung mehr. Mittlerweile gibt es ja eh keine Umsatzsteuer mehr für PV-Anlagen und Speicher.

Stauseeholz nach sieben Jahren: „Schimmel, Splitter, Tschüss"

Fertighaus.de: Warum hattet ihr euch damals für dieses Stauseeholz entschieden?

Simon: Wir haben damals wirklich sehr viel recherchiert: Welches Holz splittert nicht, welches ist lange haltbar, welches muss man wenig pflegen. Ich bin eigentlich ein absoluter Holzfan – ich habe sogar mal eine Tischlerausbildung angefangen. Dieses Stauseeholz hat sich dann herauskristallisiert als sehr haltbar und wasserresistent, weil es im Stausee lag. Und weil der Whirlpool in der Terrasse steht, war Wasserbeständigkeit wichtig.

Fertighaus.de: Wann wurde klar, dass es nicht funktioniert?

Anja: Als unser Kleiner angefangen hat zu krabbeln. Seine Finger waren ständig voll mit kleinen Holzsplittern. Als er dann gelaufen ist, hatte ich das Gleiche unter den Füßen. Teilweise 1 cm große Splitter. Ich war damit sogar beim Kinderarzt.

Simon: Es wurde spröde und porös, hat angefangen zu verfaulen, besonders an der Unterkonstruktion. Wir haben es zwischendurch geschliffen, dann wie einen Flickenteppich ausgebessert. Aber mit Kind Nummer zwei auf dem Weg macht es keinen Spaß, immer aufzupassen, dass niemand barfuß laufen kann. Also: alles raus, neue Unterkonstruktion, Kerama drauf.

Verwitterte, gräulich vergraute Stauseeholz-Diele mit einer helleren Flickstelle als Reparatur

So sieht Stauseeholz nach sieben Jahren aus: vergraut, rissig, mit Flickstellen aus Restholz ausgebessert – der sichtbare Beweis für Simons Beschreibung als „Flickenteppich" im Interview.

Fertighaus.de: Warum Kerama?

Simon: Wir hatten WPC angeschaut, aber die Preisstufen und Varianten – Hohlkammer oder nicht, coextrudiert oder nicht – fand ich unübersichtlich. Dann sind wir zufällig an einem Baustoffzentrum in Erlangen vorbeigefahren, die hatten eine große Ausstellung draußen. Da sind wir über alle Dielen drübergelaufen. Kerama hat uns optisch und vom Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Außerdem: lange Garantie, chlorwassertauglich, hohe Rutschfestigkeit. Es ist recycelter Kunststoff, fühlt sich aber tatsächlich relativ holzähnlich an.

Anja: Ich bin neulich mit unserem Sohn drübergelaufen und habe zu Simon gesagt: Bist du dir sicher, dass ich keine Splitter bekommen kann? Es sieht wirklich aus wie Holz und fühlt sich auch so an.

Simon: Heute würde ich gar nichts mehr aus Holz machen – sogar die Tischplatte hier, auf der das Tablet steht, wollte ich eigentlich aus Eiche haben. Ist mittlerweile ein PVC-beschichteter Tisch.

Luftaufnahme mit direktem Vergleich: links alte, graue Stauseeholz-Dielen, rechts neu verlegte Kerama-Kunststoffdielen

Der Unterschied auf einen Blick: altes Stauseeholz (links) neben frisch verlegtem Kerama (rechts) – genau der Kontrast, den Anja und Simon im Interview beschreiben.

Fertig verlegte Kerama-Kunststoffdielen als Pool-Abdeckung, im Hintergrund Garten mit Palmen und Kinderspielgerüst

Die neue Pool-Abdeckung aus Kerama ist bereits fertig – die große Terrasse folgt als nächstes Projekt.

Holztreppe, Vinyl und die klügste Entscheidung für wenig Geld

Fertighaus.de: Neben der Terrasse: Was haltet ihr nach sieben Jahren von euren anderen Materialentscheidungen?

Anja: Die Treppe. Die ist aus Holz, und Emmi läuft da zehnmal am Tag hoch und runter. Wenn es klingelt und sie oben ist, gibt sie Vollgas nach unten und bremst – die Treppe ist komplett voll mit Kratzspuren. Wenn mir der Wäschekorb runterfällt, gibt es eine Delle. Deswegen sieht die Treppe schon etwas abgenutzt aus. Eine Betontreppe wäre beständiger und tausendmal schöner.

Anja: Mit dem Vinyl unten sind wir super zufrieden. Oben haben wir Laminat – da hatte ich Bedenken wegen Wasser beim Putzen, aber oben ist alles weniger in Betrieb, da passt das. Und bei der Küchenarbeitsplatte überlegen wir manchmal, ob Granit oder Stein besser gewesen wäre – wenn man einen heißen Topf direkt von der Platte schieben will, braucht man immer den Untersetzer.

Fertighaus.de: Gab es eine Entscheidung, die wenig gekostet hat, aber im Alltag viel bringt?

Anja: In unserer Dusche haben wir eine Einbuchtung in der Wand, ein Nischenregal – in das man Shampoo und andere Kosmetik reinstellen kann. Das war damals ein relativ kleiner Aufpreis. Aber bevor wir da irgendeine Duschablage aus dem Möbelhaus reinhängen, dachte ich: lieber einmal gescheit einplanen. Und das ist tatsächlich nach sieben Jahren immer noch praktisch und schön.

Simon der Selbstmacher: Vom schlüsselfertigen Haus zum Dauerprojekt

Im ersten Bericht betonten Anja und Simon: alles aus einer Hand, keine Eigenleistung. Sieben Jahre später hat Simon einen Sichtschutz gebaut, den gesamten Garten eingezäunt, einen Weinkühlschrank in die Küche integriert, die Poolabdeckung erneuert und verlegt gerade die komplette Terrasse neu. Die Tischkreissäge dafür war übrigens ein Weihnachtsgeschenk von Anja. „Wir schenken uns sehr emotionale Dinge", kommentiert Anja mit einem Augenzwinkern.

Fertighaus.de: Wann hat der Selbstmach-Modus angefangen?

Simon: Ich mache eigentlich gerne alles selber. Aber wir kommen beide nicht aus der Region, arbeiten in der Industrie, hatten zu dem Zeitpunkt keine Handwerkerkontakte hier. Wer ist gut, wer ist verlässlich – wussten wir nicht. Deswegen haben wir beim Haus entschieden: alles aus einer Hand. Aber parallel haben wir dann Dinge im Garten gebaut, das Sitzfenster, die Zäune, den Weinkühlschrank.

Fertighaus.de: Wo ist die Grenze – was macht ihr nicht selbst?

Anja: Die Elektrik in der Garage hat Simon selbst verlegt. Nach sieben Jahren haben wir dann doch mal einen Elektriker drübergucken und alles sauber verkabeln lassen.

Simon: Bei Elektrik, Klimaanlage, allem was durchs Dach geht – das legen wir lieber in Profihände. Stichpunkt Versicherung, Gewährleistung, ruhiges Gewissen. Aber Dinge wie den Wasserhahn zu wechseln, Fliesen ersetzen, Vinyl ausbessern – das geht alles.

Hanse Haus nach sieben Jahren: zehnmal Kundenservice in fünf Jahren

Fertighaus.de: Wenn ihr heute nochmal einen Hersteller wählen müsstet – wieder Hanse Haus?

Anja: Ja. Ein Hausbau ist ein sehr emotionales Projekt. Da kann viel schiefgehen, und teilweise ist es auch schiefgegangen. Aber am wichtigsten ist, dass man sich auf den Anbieter verlassen kann. Der Kundenservice war immer zur Stelle. Zwar waren wir hin und wieder ein bisschen ärgerlich, mir sind auch mal am Telefon die Tränen gekommen – aber dann kam immer alles in Ordnung. Ich würde das Verhältnis zum Hausanbieter als ein fast familiäres Umfeld beschreiben. Jederzeit wieder.

Fertighaus.de: Was ist konkret schiefgegangen?

Simon: Schlimmer als die Setzrisse war der Maler. Sehr viele Blasen, kleine Steinchen hinter dem Glasfaservlies. Und im Bad beim Fliesenleger – da bildete sich immer wieder ein kleiner Riss, weil sie einen Spalt zu groß gemacht hatten. Aber: Hanse Haus war in den fünf Jahren Garantiezeit bestimmt zehnmal hier. Am Ende haben sie es wirklich nochmal richtig aufgerissen und alles ordentlich ausgebessert.

Simon: Wir haben sogar gesagt: Wenn ihr das innerhalb der fünf Jahre Garantie ausbessert – umso besser, dann ist danach quasi alles frisch renoviert. Und das haben sie gemacht.

Simon: Und noch ein Punkt, der mir wichtig ist: Geduld haben. Ein Hausbau ist keine Onlinebestellung, die ankommt und man reklamiert, wenn sie nicht gefällt. Wenn beide Seiten zusammenarbeiten, auch mit dem Baupartner, wird am Ende alles gut. Wir hören oft von Freunden, die sofort auf die Barrikaden gehen – und dann sind beide Parteien nicht mehr gut zu sprechen aufeinander.

Zum Anbieterprofil von Hanse Haus

Klimaanlage im Fertighaus: „Damit würden wir heute starten"

Anja: 2023, nach vier Jahren, haben wir gemerkt: So ein Fertighaus ist sehr gut isoliert. Da geht echt nichts raus an Wärme im Sommer. Daher haben wir drei Klimageräte oben nachgerüstet. Jetzt überlegen wir, nach dem heißen Sommer auch noch eine vierte unten zu ergänzen.

Simon: Alle, die wir kennen und eine passive Kühlung haben, sagen am Ende: reicht nicht. Die Klimaanlage ist wirklich der Punkt, wo wir mittlerweile denken: Damit würden wir heute von vornherein starten. Wenn man von der Arbeit nach Hause kommt und nicht schwitzen muss – das ist einfach ein Wohlfühlfaktor. Am Ende auch Luxus. Aber einer, der sich lohnt.

Unter heutigen Bedingungen – würden Anja und Simon wieder bauen?

Simon: Das relativiert sich. Damals hat Anja noch studiert, bei manchen Themen haben wir deswegen gespart. Die Galerie hätten wir nicht unbedingt gebraucht, die haben wir trotzdem genommen. Andererseits: Wenn beide arbeiten, gönnt man sich vielleicht mehr Luxus – aber die höheren Zinsen und gestiegenen Preise gleichen das wieder aus. Wir hätten alles genauso gemacht. Nur den HWR einen Quadratmeter größer, und eventuell ein weiteres Büro.

Fertighaus.de: Ihr habt euer Haus geplant, als ihr noch kein Kind hattet. Gibt es Entscheidungen, die ihr mit dem Wissen von heute anders treffen würdet?

Anja: Unser Sohn hat sich komplett in unser Leben integriert. Jedes Zimmer ist nach wie vor das gleiche, nur dass ein bisschen mehr Spielzeug in der einen oder anderen Ecke dazugekommen ist. Simon hat Stauräume im Wohnzimmer konzipiert – Couchtische, die eigentlich Aufbewahrungskästen sind. Abends verschwinden die Spielsachen, tagsüber kann sich unser Sohn austoben.

Simon: In der Galerie oben hatten wir sogar mal eine Schaukel an der Decke für den Kleinen. Das Schuh- und Jackenzimmer am Eingang hilft natürlich auch mit Kind enorm. Eigentlich passt alles – wir brauchen eben nur den einen zusätzlichen Raum für das zweite Büro.

„Es ist ein Lebensprojekt – wenn man das übersteht, ist man für alles Weitere gewappnet"

Fertighaus.de: Was ist die eine Sache, die ihr einer befreundeten Person mitgeben würdet, die jetzt ein Fertighaus mit PV baut?

Anja: Bau von vornherein eine Klimaanlage ein.

Fertighaus.de: Und wenn ihr eure Hausbau-Erfahrung in einem Satz zusammenfasst?

Anja: Ich erinnere mich, dass es sehr emotional war. Ich habe öfters mal geweint und war ziemlich oft an meinen Grenzen. Aber es ist ein Lebensprojekt. Und wenn man das als Beziehung übersteht, ist man auch für Kinder und alles Weitere gewappnet.

Simon: Man muss das wirklich als ein ganzes Projekt sehen, das auch lange dauert – und vielleicht auch erst nach fünf Jahren alles so ist, wie man es möchte.

Anja beschreibt ihr Haus am Ende des Gesprächs so: „Mein Haus ist perfekt und ich liebe es dort zu wohnen. Es ist groß genug, nicht zu groß. Man muss es ja auch sauber halten. Der Garten ist perfekt – den pflegt Simon. Es ist dörflich, aber trotzdem in der Nähe der Stadt. Es ist alles, was wir uns erträumt haben."

Redaktionelle Einordnung

Anjas und Simons Geschichte ist ein Beleg dafür, dass ein Fertighaus kein abgeschlossenes Produkt ist, sondern ein Prozess. In sieben Jahren sind aus zufriedenen Erstbewohnern erfahrene Hausbesitzer geworden, die ihr Haus nicht nur nutzen, sondern permanent anpassen: Klimaanlage nachrüsten, Terrasse erneuern, Stauräume für Kinder schaffen, Galerie zum Büro umwidmen. Für Bauinteressierte sind besonders drei Punkte aus diesem Gespräch bemerkenswert:

  1. Die ehrliche PV-Bilanz mit konkreten Zahlen nach sieben Jahren Betrieb.
  2. Die Materialwahl bei der Terrasse – ein Realtest, den kein Prospekt ersetzen kann.
  3. Das partnerschaftliche Verhältnis zum Hersteller – Hanse Haus kam in fünf Jahren bereitwillig rund zehnmal zum Nachbessern, und genau deswegen lautet das Urteil der Baufamilie: „jederzeit wieder". Das ist eine Aussage, die nach sieben Jahren besonders glaubwürdig ist.

Mehr vom Bauprojekt und Alltag von Anja und Simon gibt's auf Instagram: @fertighaus.bau

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Anjas & Simons Fertighaus in Mittelfranken: Das Wichtigste in Kürze

  • Anja und Simon bauten 2019 ein schlüsselfertiges Fertighaus von Hanse Haus in Mittelfranken – 165 m² Wohnfläche, 600 m² Grundstück, komplett mit PV-Anlage und Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  • Die PV-Anlage (6,9 kWp, externe Vergabe) erzeugt rund 6.000 kWh pro Jahr. Dennoch kaufen sie wegen zwei E-Autos, Wärmepumpe, Klimaanlage und Whirlpool etwa gleich viel Strom dazu.
  • Die Stauseeholz-Terrasse versagte nach rund 5 Jahren: Schimmel, Holzsplitter und Fäulnis – das Kind musste mit Splittern sogar zum Kinderarzt. Simon verlegt jetzt selbst Kerama-Dielen als Ersatz.
  • Wichtigste Nachrüstung: eine Klimaanlage (2023). „So ein Fertighaus ist sehr gut isoliert – da geht echt nichts raus an Wärme im Sommer."
  • Rückblickend fehlen ein zweites Büro (Homeoffice war 2019 kein Thema) und anderthalb Quadratmeter mehr im Hauswirtschaftsraum.
  • Hanse Haus als Hersteller: „Jederzeit wieder." In fünf Jahren kam der Kundenservice rund zehnmal zum Nachbessern – Malerarbeiten und Fliesenleger waren die größten Themen.

Anjas Tipp für alle, die heute bauen: „Bau von vornherein eine Klimaanlage ein."

Häufig gestellte Fragen

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