ELK Haus Erfahrung: “Wir wollten kein Haus von der Stange – also haben wir selbst geschweißt, gesägt und verlegt”
Als Kathi und Emanuel an einem nebligen Septembermorgen 2025 mit Kaffee im Gepäck auf ihr Grundstück in Hohenlohe fahren, steht dort schon ein LKW. Das Montageteam ist bereits dabei, Material auf die Bodenplatte zu sortieren. Wenige Stunden später hängt die erste Wand am Kran – und ein Paar, das sein Haus nicht nur gebaut, sondern buchstäblich mitgestaltet hat, erlebt den Moment, auf den es über ein Jahr hingearbeitet hat.
Kathi und Emanuel sind echte Selbermacher. Gemeinsam haben sie vor sieben Jahren einen Fiat Ducato zum Campervan ausgebaut, Kathi konstruiert Möbel am CAD-Arbeitsplatz und Emanuel designed und druckt Lampen auf dem 3D-Drucker. Weil ein Waschtisch nicht in Standardmaßen zu haben war, kauften die beiden kurzerhand ein Schweißgerät für 100 Euro und bauten ihn selbst. Ihr ELK Haus All-in-One 148 in Baden-Württemberg haben sie bewusst belagsfertig bestellt – nicht ausschließlich, um zu sparen, sondern weil sie ihr Zuhause selbst gestalten wollten.
Was sie dabei erlebt haben – von der Überraschung beim Baugrund mit 500 Tonnen extra Schotter über die Bemusterung in Wien bis zum selbst verlegten Parkettboden – erzählen sie im Interview.
Baupaar Kathi und Emi (Emanuel)
Standort Hohenlohe, Baden-Württemberg
Haustyp ELK Haus All-in-One 148
Bauweise Fertighaus, Holzrahmenbau
Ausbaustufe Belagsfertig (mit Bäder-Paket)
Wohnfläche 148 m² (+ 25 m² Terrassenüberdachung)
Geschosse 1,5 (Erdgeschoss + Obergeschoss mit 2 m Kniestock)
Grundstück 482 m², ca. 150.000 Euro inkl. Nebenkosten (290 Euro/m²)
Energiestandard KfW 40 (ohne QNG, ohne KfW-Förderung)
Hauspreis 410.000 Euro belagsfertig + ca. 10.000 Euro Bemusterung
Heizung/Klima Wärmepumpe, Lüftungsanlage mit Kühlfunktion, Fußbodenheizung/-kühlung
Solaranlage Extern vergeben, installiert Frühjahr 2026
Vertragsunterschrift November 2024
Stelltag 30. September 2025
Hausübergabe 23. Dezember 2025
Einzug Ende März 2026
Eigenleistung Estrich abschleifen (Sinterschicht entfernen), Parkett (verklebt), Innentüren, Waschtische, Wandpaneele, Treppe (Parkettverkleidung), Sockelleisten, Lichtschalter, Außenanlagen (laufend)
Referenzhaus Ja – für ELK Haus gelistet
Grundstückssuche in Hohenlohe: Punktesystem, drei Anläufe und ein Tipp aus dem Gemeindeblatt
Fertighaus.de: Bevor es ums Haus ging, brauchtet ihr erstmal ein Grundstück. Wie schwierig war die Suche in eurer Region?
Emanuel: In unserer Gegend werden Grundstücke nach einem Punktesystem vergeben: Wer verheiratet ist, bekommt Punkte. Wer Kinder hat, bekommt Punkte. Wer aus dem Ort kommt, bekommt Punkte. Wir sind nicht verheiratet und haben keine Kinder – da war es schwierig. Daher war die Suche mehrere Jahre erfolglos.
Kathi: In unserem jetzigen Wohngebiet hatten wir dann Glück – weil viele Bauplätze im Wohngebiet zurückgegeben wurden. Wahrscheinlich wegen der gestiegenen Zinsen. Als die Zinsen von unter einem Prozent schnell nach oben gingen, haben sich viele den Bau offenbar nicht mehr leisten können oder wollen. Dadurch kam eine neue Vergaberunde, und weil Emanuel früher in der Gemeinde gewohnt hat, haben wir genug Punkte bekommen.
Emanuel: Aufmerksam geworden sind wir durch meinen Vater, der das Angebot im lokalen Gemeindeblatt gelesen hat. Wir hatten das Grundstück dann vier Monate reserviert – gegen eine Gebühr, die man bei Kauf zurückbekommt. In der Zeit sind wir immer wieder hingefahren, zu unterschiedlichen Tageszeiten und Lichtverhältnissen, um ein Gefühl für die Lage zu bekommen. Man entscheidet sich ja oft zu schnell und merkt hinterher, dass es doch nicht hundertprozentig passt.
Warum ELK Haus? Wie ein lokaler Verkäufer den Unterschied machte
Fertighaus.de: ELK ist ein österreichischer Hersteller. Wie seid ihr auf ELK gekommen?
Emanuel: Unser Hausverkäufer hat hier im Ort sein Büro. Als ich früher zur Familie gefahren bin, bin ich da öfters vorbeigekommen und habe irgendwann einfach mal nachgefragt – ein Jahr bevor wir überhaupt ein Grundstück hatten. Die Chemie hat sofort gepasst. Er ist nicht der klassische Verkäufer, der Druck aufbaut, sondern einer, der dich von Anfang an bei allem unterstützt. Bis heute haben wir ein sehr gutes Verhältnis zu ihm.
Kathi: Das war tatsächlich einer der größten Unterschiede zu anderen Herstellern. Wir waren viel in Fertighausausstellungen, haben mit Keitel Haus, Vario-Haus, Luxhaus, Living Haus und vielen anderen gesprochen. Bei einigen wurde sofort Druck aufgebaut: Der Rabatt gilt nur noch zwei Wochen, danach wird alles viel teurer oder es kam einfach gar keine Rückmeldung seitens der Anbieter. Bei einer Lebensentscheidung war das für uns ein Ausschlusskriterium.
Fertighaus.de: Was hat euch an ELK konkret überzeugt – neben dem Verkäufer?
Emanuel: Die Preistransparenz. Wir hatten vor Vertragsunterschrift alle großen Posten mit konkreten Beträgen im Vertrag stehen. Wir wussten genau, was wir für unser Geld bekommen. Bei anderen Herstellern hätten wir bei Vertragsunterschrift nicht gewusst, wie das Haus im Detail aussieht und welche Kosten noch kommen.
Kathi: Und die Architektur. ELK war zu dem Zeitpunkt, im Vergleich zu anderen Anbietern, sehr modern aufgestellt – richtige 3D-Visualisierungen, nicht nur Grundriss-Skizzen. Wir wollten unbedingt diese Überdachungen, um das klassische Satteldach aufzulockern. Bei ELK hatten wir vor der Unterschrift ein fertiges Architekturkonzept. Das gab es bei anderen nicht.
Finanzierung und Förderung
Fertighaus.de: Euer Haus hat KfW-40-Standard, aber ihr habt die KfW-Förderung nicht mitgenommen. Warum?
Emanuel: ELK hatte uns einen zeitlich befristeten Rabatt angeboten, der nur bis zu einem bestimmten Datum galt. Wenn wir die KfW-Förderung beantragt hätten, wäre eine sogenannte aufschiebende Bedingung im Vertrag nötig gewesen. Das hätte bedeuten können, dass der Herstellerrabatt verfällt, bevor die Förderung bewilligt wird. Der Rabatt war höher als das, was wir von der KfW bekommen hätten, und das Zinsniveau der KfW war damals ähnlich wie bei unserer Bank. Wir haben gesagt: Das Risiko ist uns zu groß.
Kathi: Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung. Aber man muss sich wirklich hinsetzen und durchrechnen, ob sich die KfW-Förderung im eigenen Fall lohnt – das ist nicht automatisch so.
Redaktionelle Einordnung: Dieser Fall illustriert, dass KfW-Förderung nicht pauschal vorteilhaft ist. Wenn Herstellerrabatte mit zeitlicher Befristung konkurrieren und das freie Bankzinsniveau nah am KfW-Satz liegt, kann der Verzicht auf die Förderung finanziell sinnvoller sein. Bauherrinnen und Bauherren sollten beide Szenarien mit konkreten Zahlen durchrechnen, bevor sie den Kaufvertrag unterschreiben.
Belagsfertig statt schlüsselfertig: Warum Kathi und Emanuel selbst Hand anlegen
Fertighaus.de: Ihr habt euer ELK Haus belagsfertig bestellt und sogar Küche und Solar aus dem All-in-One-Paket herausgenommen. Warum?
Kathi: Für uns war von Anfang an klar: kein schlüsselfertiges Haus. Wir machen gerne Dinge selbst und wollten uns in unser eigenes Zuhause einbringen. Bei ELK gab es die Ausbaustufe belagsfertig, bei der der Estrich drin war und man die Bäder optional bezugsfertig ausführen lassen kann. Das hat perfekt gepasst.
Emanuel: Die Küche haben wir rausgenommen, weil die bei der Bemusterung in Wien in kurzer Zeit hätte geplant werden müssen. Wir wussten: Das reicht uns nicht. Am Ende waren wir bei drei Küchenstudios, insgesamt über zehn Stunden allein für die Planung im Küchenstudio, in dem wir letztlich gekauft haben – und hatten vorher schon eine konkrete Vorstellung. So konnten wir über mehrere Wochen Entscheidungen überdenken und die Planung mehrfach optimieren. Außerdem war es so möglich, unseren Wunsch-Küchenhersteller selbst zu wählen. Das wäre in einer Bemusterung unmöglich gewesen.
Über zehn Stunden Küchenplanung in drei Studios – das Ergebnis ist eine Küche, die bei einer Bemusterung so nicht entstanden wäre.
Fertighaus.de: Woher kommt diese DIY-Leidenschaft?
Kathi: Wir haben vor sieben Jahren einen Fiat Ducato komplett zum Campervan ausgebaut – ein leeres Fahrzeug, alles selbst gemacht. Das war unser erstes gemeinsames größeres Handwerksprojekt. Mein Vater hat außerdem eine sehr gut ausgestattete Werkstatt, und Emi beschäftigt sich schon lange mit verschiedenen DIY-Projekten, z.B. 3D-Druck, Elektronik und Design. Ohne diese Erfahrung und das Werkzeug hätten wir vieles wahrscheinlich nicht gemacht.
Emanuel: Anfangs dachten wir sogar, wir spachteln die Wände selbst. Ich habe dann bei einem Kollegen geholfen und schnell gemerkt: Das ist neben dem Beruf einfach zu viel. Man muss realistisch bleiben, was man zeitlich schafft.
Vom Grundstück bis zur Ausbaustufe: Der Hausbau-Assistent hilft Ihnen, die wichtigsten Entscheidungen strukturiert durchzugehen.
Jetzt Planung startenFertighaus.de: Das 3D-gedruckte Hausmodell kennt man von eurem Instagramkanal. Aber ihr habt die 3D-Planung noch viel weiter getrieben, oder?
Emanuel: Wir haben schon vor dem Bauantrag ein komplettes 3D-Modell des Hauses erstellt – nicht nur für den Druck, sondern für die Planung. Fensteranordnung, Symmetrie, Möbelplanung, alles haben wir vorher virtuell durchgespielt. Dann bin ich mit der Drohne übers Grundstück geflogen, habe daraus ein 3D-Geländemodell berechnet und das Haus draufgesetzt. So konnten wir virtuell durch unser Haus laufen, bevor ein einziger Stein gesetzt war.
Kathi: Das hat auch die Positionierung auf dem Grundstück beeinflusst. Der Architekt hätte das Haus klassisch parallel zur Straße ausgerichtet. Aber wir haben mit dem 3D-Modell herausgefunden, dass wir das Haus schräg in die Kurve drehen können – so haben wir weniger Hof und maximal viel Garten. Das Haus war das Maximum, was auf das Grundstück passte, wir brauchten sogar eine Befreiung für die Anbauten. Ohne die 3D-Planung hätten wir das nicht so optimieren können.
Bemusterung in Wien: Ein Tag, der 30 Jahre prägt
Fertighaus.de: Die Bemusterung fand bei euch noch in Wien statt. Wie lief der Tag ab?
Emanuel: Wir hatten einen Tag Bemusterung, weil wir belagsfertig bauen – bei Schlüsselfertig wären es zwei Tage gewesen. ELK hat uns zwei Übernachtungen im Hotel bezahlt. Wir haben das gleich verlängert und sind mit dem Camper noch ein paar Tage in Österreich geblieben.
Kathi: Am längsten hat die Fensterfarbe gedauert. Wir wollten definitiv kein Anthrazit, obwohl das inklusive gewesen wäre. Wir wollten einen anderen Grauton, aber der musste dann für Haustür, Rollladenschienen, Jalousien und Fensterbänke abgeglichen werden. Das konnte nicht alles vor Ort geklärt werden – aber im Nachgang hat es funktioniert.
Fertighaus.de: Die Holzfassade war ein deutlicher Aufpreis. Wie habt ihr euch entschieden?
Emanuel: Wir wussten, dass wir unter den Überdachungen und am Carport eine andere Optik wollten. Die Holzfassade war eine Option neben anderem Putz oder Designplatten. In der Bemusterung haben wir dann die Preise verglichen und uns entschieden. Insgesamt lag die Holzfassade bei 7.000 bis 8.000 Euro Aufpreis.
Kathi: Beim Putz wollte ich eigentlich einen Beige-Ton, das ist ja gerade Trend. Aber der Farbton, der inklusive war, hat uns in der großen Fläche nicht überzeugt – zusammen mit der Holzfassade konnte ich es mir nicht vorstellen. Also sind wir bei klassischem Weiss geblieben und setzen den Akzent mit dem Holz. Das war die richtige Entscheidung.
Insgesamt zahlten Kathi und Emanuel bei der Bemusterung rund 10.000 Euro Aufpreis – wesentlich weniger als bei vielen schlüsselfertigen Bauprojekten, weil sie bereits vor Vertragsunterschrift die großen Posten geklärt hatten und Erstattungen für weggelassene Positionen erhielten (Badmöbel, Eichentreppe, zweites Waschbecken etc.).
Die Straßenansicht: Weißer Putz, Holzfassade unter den Überdachungen, Solaranlage auf dem Dach – und Außenanlagen, die noch wachsen werden.
500 Tonnen Schotter: Als der Baugrund nicht mitmachte
Fertighaus.de: Auf eurem Grundstück gab es eine Überraschung. Was ist passiert?
Kathi: Wir hatten das Grundstück reserviert und wussten nichts von Altlasten. Irgendwann kam beiläufig eine E-Mail: Ach übrigens, Altlasten sind vorhanden. Da gingen natürlich die Alarmglocken los. Altlasten – das klingt erstmal dramatisch. Aber es war ein alter Hohlweg, der verfüllt worden war. Wir dachten: Wird schon nicht so schlimm.
Emanuel: Am zweiten Tag der Erdarbeiten rief unser Erdbauer an: Da kommt keine tragfähige Schicht. Er musste weiter runter. Am nächsten Tag wieder: Es wird nicht besser. Am Ende waren es zweieinhalb Meter tiefer als geplant. Das sah aus wie ein kleines Amphitheater.
Fertighaus.de: Was hat das in Euro bedeutet?
Emanuel: 25.000 bis 30.000 Euro Mehrkosten. 500 Tonnen Schotter extra, insgesamt über 600 Tonnen. Dazu kam, dass das ausgehobene Material auf die Deponie musste – man konnte es nicht einfach weiterverwenden. Aber die Gemeinde hat den Großteil der Kosten übernommen, weil die Altlast im Kaufvertrag dokumentiert war. Glück im Unglück.
Kathi: Was uns gerettet hat: Unser Erdbauer, ein Familienbetrieb aus der Gegend, hat alles im Zeitplan geschafft. Freitagnachmittag war er fertig, Montag ging die Bodenplatte los. Gerade noch rechtzeitig. Mit denen sind wir bis heute befreundet.
Grundstück, Hauspreis, Nebenkosten und unerwartete Mehrkosten: Der Budgetrechner hilft Ihnen, realistisch zu kalkulieren & schlägt passende Häuser vor.
Jetzt Budget berechnenStelltag: Gänsehaut an einem nebligen Septembermorgen
Fertighaus.de: Der 30. September 2025 – beschreibt doch mal die Szene.
Kathi: Es war ein dunkler, nebliger Morgen. Wir hatten Kaffee für das Montageteam dabei. Als wir ankamen, stand der LKW schon da – sie waren bereits am Abladen und haben alles auf der Bodenplatte vorbereitet. Kurze Zeit später hing die erste Wand am Kran. Es war noch dunkel. Ein Gänsehautmoment.
Emanuel: Direkt neben unserem Grundstück steht das Musterhaus unseres Verkäufers. Das durften wir während der Bauphase nutzen – Homeoffice mit direktem Blick auf die Baustelle. Das war ein Riesenvorteil.
Fertighaus.de: Wie lange hat die Montage gedauert?
Emanuel: Drei Tage. Am ersten Tag stand das komplette Erdgeschoss mit Carport, Eingangs- und Terrassenüberdachung. Am zweiten Tag Obergeschoss und Dach. Am dritten Tag wurde gedeckt, und abends hatten wir Richtfest – mit Strom im Haus. Die Glühbirnen funktionierten schon. Vier Leute im Montageteam plus Elektriker, extrem engagiert. Wir haben mittags Pizza bestellt und sie haben erst Stunden später gegessen, weil sie keine Pause machen wollten.
Ein ergreifender Augenblick: Am nebelverhangenen frühen Morgen am 30. September 2025 hebt der Kran die erste Wand auf die Bodenplatte.
Schweißen, Sägen, Verlegen: Die DIY-Projekte im Detail
Fertighaus.de: Euer Waschtisch ist wohl das spektakulärste Projekt. Wie ist die Idee entstanden?
Kathi: Von ELK gab es keine Badmöbel, die uns gefallen haben. Online habe ich dann was gefunden, das preislich aber nicht mehr so schön war. Und wir hatten ein Sondermaß: Unsere Wand ist 1,36 Meter breit, es gab aber nur 1,20 oder 1,40. Also habe ich den Waschtisch in CAD gezeichnet, die Proportionen geprüft – und dann gesagt: Lass uns einfach ein Schweißgerät kaufen und es ausprobieren. Das Komplettset gab es für 100 Euro. Mein Vater hatte früher auch schon geschweißt und konnte Tipps geben.
Emanuel: Die Schweißnähte waren nicht die schönsten, aber wir haben alles verschliffen und pulverbeschichtet lassen. Das Ergebnis ist super robust. Im Gästebad haben wir eine kleinere Variante gebaut, abgeschrägt, damit man trotz geringer Raumbreite ein großes Waschbecken unter bekommt.
Das DIY-Herzstück: Emanuel hat das Stahlgestell selbst geschweißt, den Wildeiche-Korpus im CAD konstruiert und auf Sondermaß gefertigt.
Im Gäste-WC löst der abgeschrägte Waschtisch ein Platzproblem: Die Tür ist fast so breit wie der Raum – durch die Schräge passt trotzdem ein großes Waschbecken.
Fertighaus.de: Der Parkettboden – verklebt auf 130 Quadratmetern. Wie lange hat das gedauert?
Emanuel: Drei Monate, jedes Wochenende von Freitagnachmittag bis Sonntagabend. Wir haben etwa 7.000 bis 8.000 Euro für Material und Treppenprofile bezahlt. Angebote vom Profi lagen beim Doppelten – ohne Treppe.
Kathi: Viele haben uns gesagt, Parkett verkleben kann nur der Profi. Ein Parkettverkäufer hat uns dann ermutigt: Wenn man nicht total unbegabt ist, kriegt man das hin. Man muss sich Zeit lassen. Der bessere Trittschall hat uns überzeugt – und keine Übergangsschienen.
Emanuel: Im Obergeschoss hatten wir dann einen Kniff: Durch den Richtungswechsel an der Treppe passte das Nut-und-Feder-System nicht mehr. Ein Kollege gab den entscheidenden Hinweis: Bei einer Reihe Nut und Feder entfernen – dann hat man wieder einen Neuanfang in der richtigen Richtung. War eigentlich simpel, wenn man es weiß.
Drei Monate, jedes Wochenende: Kathi und Emanuel verkleben ihren Parkettboden Diele für Diele auf dem Estrich.
Das Ergebnis: Verklebter Eichenparkett ohne Übergangsschienen – durchgehend vom Eingang bis zur Fensterfront.
Fertighaus.de: Die Wandpaneele im Eingangsbereich – die waren nicht geplant, oder?
Kathi: Überhaupt nicht. Wir hatten vergessen, den Verteilerkasten verlegen zu lassen. Als Emanuel ins Haus ging und den Kasten sah – auch noch versetzt statt mittig – musste eine Lösung her. Wir haben Wandpaneele genommen, die farblich zur Kochinsel passen, und mit Alu-Bildhaltern befestigt, damit man sie zum Verteilerkasten abnehmen kann. Den Spiegel habe ich erst mit KI visualisiert – ein großer Spiegel mittig sah einfach nicht gut aus. Also ein halbrunder, mit doppelseitigem Klebeband auf einem Paneel befestigt. So ist aus der Not eine unserer Lieblingsecken im Haus geworden.
Aus der Not geboren: Die Wandpaneele verbergen den vergessenen Verteilerkasten – und sind heute eine der Lieblingsecken im Haus.
Fertighaus.de: Eure Treppe ist auch kein Standard – wie habt ihr das gelöst?
Emanuel: Bei ELK wäre eine Eichentreppe inklusive gewesen. Aber das wäre ein anderes Holz als unser Parkett. Wir wollten alles aus einem Guss – eine Diele, überall gleich. Also haben wir die Eichentreppe abgewählt, eine Gutschrift bekommen und stattdessen nur die Bautreppe genommen. Bei unserem Parkettanbieter konnten wir dann Kantenprofile aus dem gleichen Holz im Werk fertigen lassen. Die mussten wir auf Länge zusägen und die Tritt- und Setzstufen ergänzen.
Kathi: Das hat um Einiges länger gedauert als der normale Boden, aber das Ergebnis ist wirklich schön – man geht vom Erdgeschoss über die Treppe ins Obergeschoss und sieht überall die gleiche Diele. ELK hätte auch eine Parketttreppe angeboten, aber die wäre ein anderes Produkt gewesen, nicht exakt unsere Diele. Und preislich natürlich auch teurer.
Mit Parkett verkleidete Treppe im ELK Haus – gleiche Eichendielen wie der Boden, Tritt- und Setzstufen aus einem Guss
Alltag im ELK Haus: Kühlung bei 40 Grad und dauerhaft Frischluft
Fertighaus.de: Was hat euch im Alltag positiv überrascht?
Emanuel: Die Kühlfunktion. Diesen Sommer hatten wir tagelang über 40 Grad. Selbst im Dachgeschoss war es angenehm. Nachts 28 bis 29 Grad draußen, Fenster zu – und es gab keine Nacht, in der wir nicht schlafen konnten. Das war die richtige Entscheidung, den Aufpreis für die Fußbodenkühlung in Kauf zu nehmen. Seit Ostern haben wir auch die Solaranlage mit Speicher drauf – extern vergeben, nicht über ELK. Das Schöne ist: An heißen Tagen, wenn wir die Kühlung brauchen, liefert die PV-Anlage am meisten Strom. Das ergänzt sich perfekt. Seit Montage waren wir bisher komplett autark.
Kathi: Und die Lüftungsanlage – die würde ich jedem empfehlen. Wenn wir vom Urlaub zurückkommen, ist die Luft im Haus perfekt. Früher in der Wohnung mussten wir nach zwei Wochen erstmal alle Fenster aufreißen. Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Man hat nie das Gefühl, lüften zu müssen.
Fertighaus.de: Gibt es etwas, das euch stört?
Kathi: An der Holzfassade schüsseln sich die Bretter leicht – das ist bei Nut-und-Feder-Fichte wohl normal, aber auf dem Muster war es nicht sichtbar. Wir müssen beobachten, wie sich das weiterentwickelt. Insgesamt sieht die Fassade trotzdem sehr gut aus. Es sind schon Spaziergänger stehen geblieben und haben sie bewundert. Ansonsten fällt mir nichts ein. Das ist wahrscheinlich das beste Zeichen.
Die Holzfassade im Detail – und die Terrasse, die noch auf ihren finalen Belag wartet.
Fertighaus.de: Gab es beim Aufbau selbst irgendetwas, das nicht perfekt lief?
Emanuel: Das Dach. Die Dachelemente waren vorgefertigt, relativ neu in der Produktion. Die hätten eigentlich perfekt zusammenpassen sollen, aber das Montageteam musste vor Ort noch einiges zuschneiden. Optisch ist es nicht ganz schön geworden – aber es ist auf dem Dachboden, das sieht niemand. Funktional ist alles in Ordnung, kein statisches Problem. Es ist ein optischer Mangel, den wir akzeptiert haben.
Was ein ELK Haus All-in-One 148 wirklich kostet
Fertighaus.de: Könnt ihr die Gesamtkosten aufschlüsseln?
Emanuel: Der Hauspreis belagsfertig war 410.000 Euro. Bei der Bemusterung kamen rund 10.000 Euro dazu – hauptsächlich die Holzfassade mit 7.000 bis 8.000 Euro und die Farbänderung bei den Fenstern. Dafür haben wir Erstattungen bekommen: keine Badmöbel, nur ein Waschbecken statt zwei, Bautreppe statt Eichentreppe.
Kathi: Das Grundstück lag bei 150.000 Euro inklusive Nebenkosten. Dann kamen die Baugrund-Mehrkosten von 25.000 bis 30.000 Euro.
Emanuel: Beim Parkett haben wir 7.000 bis 8.000 Euro für Material bezahlt – Profi-Angebote lagen beim Doppelten oder mehr. Bezüglich der Nebenkosten wir sind sehr nah an unserer Kalkulation geblieben, die Erdarbeiten ausgenommen.
Gesamtkosten ELK Haus AiO 148 – Kathi & Emanuel
Hauspreis (belagsfertig): 410.000 €
Bemusterung Aufpreis (netto): ca. 10.000 € (Holzfassade ca. 7.000–8.000 €, Fensterfarbe, Dachsparrenverkleidung – abzüglich Erstattungen für Badmöbel, Eichentreppe, zweites Waschbecken)
Grundstück: ca. 150.000 € (482 m², 290 €/m² inkl. Notar und Nebenkosten)
Baunebenkosten: ca. 100.000 €, davon:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Versicherungen, Bürokratie (Grundschuld, Notar, Baugenehmigung, Vermessung vor und nach Bau, externer Bausachverständiger) | ca. 20.000 € |
| Hausanschlüsse (Wasser, Strom, Telefon, Mehrspartenhauseinführung, Regenwasser/Abwasser, Baustrom/Bauwasser) | ca. 12.000 € |
| Erdarbeiten (inkl. Mehrkosten wg. alte Hohlweg) | ca. 30.000 € |
| Außenanlage (Terrasse, Hauseingang, Garten, Zisterne – eher niedrig angesetzt, wird in den nächsten Jahren wachsen) | ca. 35.000 € |
Fertigstellungskosten Eigenleistung/Vergabe: ca. 85.000 €, davon:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Spachtelarbeiten, Bodenbeläge, Streichen, Türen | ca. 35.000 € |
| Küche (extern geplant, drei Küchenstudios) | ca. 25.000 € |
| Solaranlage (extern vergeben) | ca. 15.000 € |
| Balkonbelag + Geländer (noch ausstehend) | ca. 10.000 € |
Gesamtkosten: ca. 755.000 €
(410.000 € + 10.000 € + 150.000 € + 100.000 € + 85.000 €)
Hinweis: Die Gemeinde hat einen Großteil der Mehrkosten beim Baugrund (25.000–30.000 €) übernommen. Der tatsächliche Eigenanteil an den Erdarbeiten ist daher niedriger als die veranschlagten 30.000 €. Außenanlagen und Balkon sind noch in Arbeit – die finale Summe kann steigen.
KfW-Förderung, Darlehensformen, Eigenkapital – welche Strategie passt zu Ihrem Bauvorhaben?
Jetzt Finanzierung berechnen1,5 Gesamtnote für ELK & nächste Schritte
Fertighaus.de: Wenn ihr eine Schulnote vergeben müsstet – welche wäre die?
Kathi: 1,5. Eine 1,0 würde ich nicht geben, weil wir relativ lange auf Nacharbeiten warten. ELK hat aktuell sehr viele Aufträge und zu wenig Kapazität. Die Teams, die dann kommen, sind großartig – super freundlich, gründlich, machen sogar Dinge mit, die nicht im Übergabeprotokoll standen. Aber man muss dranbleiben und nachhaken, bis ein konkretes Datum kommt.
Emanuel: Die Mängel selbst waren alle klein – keine Showstopper. In der Dusche war eine Fuge nicht sauber, eine Fliese ist beim Schneiden angebrochen. Das Team hat das dann bei einem Termin mit erledigt, obwohl wir das erst nach Übergabe bemerkt hatten. Man muss halt aktiv dranbleiben.
Fertighaus.de: Was steht als nächstes auf eurer Liste?
Emanuel: Lichtschalter. Im ganzen Haus haben wir noch die Standard-Lichtschalter ohne Abdeckung dran, weil ich eigene Lichtschalter entwerfe. Das wird ein Winterprojekt. Dazu kommt die Smart-Home-Integration. Einige Dinge sind schon über HomeAssistant (eine kostenlose Open-Source-Software, die als zentrale Steuerung für ein Smart Home dient) integriert, aber z.B. die Wärmepumpe und Lüftungsanlage sollen noch ins System, was wir dann Stück für Stück machen. Und oben auf der Terrassenüberdachung wollen wir irgendwann ein Glasgeländer für den Balkon anbringen. Auch selbst natürlich.
Kathi: Die Außenanlage läuft auch noch – Tiefbordsteine, Schotter auffüllen, Terrasse. Das wird sich noch ein bis zwei Jahre ziehen. Aber das war uns von Anfang an klar.
Redaktionelle Einordnung
ELK Haus lieferte bei Kathi und Emanuel ein preislich transparentes Paket, das sich durch vorab fixierte Kosten und die klar definierte All-in-One-Struktur auszeichnet. Die Kritikpunkte – Wartezeiten bei Nachbesserungen und die typische leichte Verformung des Holzes der Fassade, bei der sich die Ränder der Bretter nach oben wölben – betreffen nicht die Substanz des Hauses. Sie zeigen einen Hersteller im Wachstum, der gerade seine Kapazitätsgrenzen ausweitet, aber bei der Qualität der einzelnen Gewerke und Kulanz im Umgang mit Mängeln überzeugt. Die Gesamtbilanz ist positiv, besonders für Baufamilien, die bereit sind, vorab intensiv zu planen und eigenständig nachzuhaken.
Die Eigenleistung dieses Paares ist beeindruckend, aber sie ist nicht ohne Weiteres übertragbar. Kathi und Emanuel bringen Voraussetzungen mit, die die meisten Baufamilien nicht haben: eine komplett ausgestattete Werkstatt, Vorerfahrung aus einem Campervan-Ausbau, CAD- und 3D-Druck-Kenntnisse und die Bereitschaft, Neues zu lernen – vom Schweißen bis zum Parkettverkleben. Wer diese Basis nicht hat, sollte die Eigenleistung auf einfachere Gewerke beschränken (Malerarbeiten, Garten, einfache Montagen) und die eingesparte Summe realistisch kalkulieren. Emanuels eigene Erfahrung ist hier das ehrlichste Signal: Er wollte ursprünglich die Wände spachteln, hat auf einer anderen Baustelle dabei geholfen und eingesehen, dass das neben dem Beruf für ihn zeitlich nicht unterzubringen ist.
Die Zeitkosten der Eigenleistung verdienen besondere Aufmerksamkeit: Was ELK in drei Tagen aufstellte, bauen Kathi und Emanuel seit über einem halben Jahr im Innenausbau weiter – Innentüren und Sockelleisten fehlten, Lichtschalter sind provisorisch, Außenanlagen laufen noch. Das ist der Normalfall bei ambitionierter Eigenleistung neben Vollzeitjobs.
Wer den Bauprozess von der Grundstückssuche bis zur fertigen Holzfassade Schritt für Schritt nachverfolgen möchte, findet auf Kathis und Emanuels Instagram-Account @the_one_and_only_elk_148 die komplette Dokumentation mit Baustellenfotos, DIY-Details und Vorher-Nachher-Vergleiche.
Kathis und Emanuels 7 Tipps für Bauleute mit Ambition für DIY
- Vorab alles klären: Bohrt vor Vertragsunterschrift hartnäckig nach. Je mehr Posten mit konkreten Beträgen im Vertrag stehen, desto weniger Überraschungen bei der Bemusterung.
- Alles schriftlich festhalten: Nicht nur im Plan, sondern in Textform. Der Bauplan ist bei Streitfragen zweitrangig – was schriftlich vereinbart ist, zählt.
- Bemusterung vorbereiten: Besucht vorher regionale Bäder-Studios, schaut euch Bodenbeläge an, sammelt Ideen. Wenn ihr in der Bemusterung zum ersten Mal über Fliesen nachdenkt, wird es stressig.
- Muster- und Referenzhäuser besuchen: Wenn möglich, schaut euch fertige Häuser eures Anbieters an und sprecht mit den Bewohnern. Das gibt ein Raumgefühl, das kein Grundriss vermittelt.
- Zeit lassen bei allem: Küche, Boden, Fassade – jede Entscheidung braucht mehr Zeit als erwartet. Unsere Küchenplanung dauerte über zehn Stunden im Studio. Plant diesen Aufwand ein.
- Eigenleistung realistisch einschätzen: Parkett verlegen ist kein Hexenwerk, aber neben dem Beruf dauert es. Drei Monate jedes Wochenende für 130 Quadratmeter. Überschätzt euch nicht – findet den Mittelweg.
- VR-Begehung nutzen: ELK bietet eine Virtual-Reality-Begehung des eigenen Hauses an. Wir haben damit Raumgrößen, Fensteranordnung und Grundstückspositionierung geprüft. Nutzt jede Möglichkeit, euer Haus vorab zu erleben.
Häufige Fragen zu Bauerfahrungen mit ELK Haus