Hanse Haus Erfahrung: Hausbau 2.0 mit Typ-1-Diabetes und viel Eigenleistung
Coco und Jens haben schon einmal gebaut. 2020 bezogen sie ein 85 Quadratmeter großes Reihenhaus – damals zu zweit, mit zwei Katzen und einer Ecke für einen Arbeitsplatz in der Galerie unterm Dach. Dann kam ihr Sohn, Jens wechselte ebenfalls ins Homeoffice, und jeder Winkel des Hauses war belegt. „Fun Fact: Mein Büro war im Kleiderschrank versteckt”, verrät Coco und lacht. Weil auch die Reihenhaus-Siedlung mit ihrer verhältnismäßigen Enge und dem doch städtischen Umfeld nicht mehr passte, stand die Entscheidung: noch einmal bauen – aber diesmal richtig.
Was ihren Fall besonders macht: Coco und Jens leben beide mit Typ-1-Diabetes und tragen rund um die Uhr Insulinpumpen mit einem algorithmusgesteuerten Loop-System. Deshalb ist Baustress für sie keine Befindlichkeit, sondern eine messbare Größe – Blutzuckerkurven, die bei körperlicher Arbeit abstürzen und bei Adrenalin hochschießen. Trotzdem haben sie ihr zweites Bauprojekt durchgezogen, mit viel Eigenleistung und einem Umzug 70 Kilometer aufs Land. Ihr Erfahrungsbericht zeigt, was man beim zweiten Hausbau besser macht – und warum Diabetes kein Grund ist, nicht zu bauen.
Baufamilie Coco und Jens mit Sohn (4 Jahre) und 2 Katzen
Standort bei Ansbach, Mittelfranken (Bayern)
Haustyp Einfamilienhaus, Fertighaus mit Satteldach (1,5-geschossig)
Hersteller / Modell Hanse Haus Variant 25-165
Bauweise Holztafelbauweise (Fertigbau)
Wohnfläche ca. 155 m² (halbe Geschosshöhe OG)
Grundstück 840 m²
Energiestandard QNG-zertifiziert, KfW-Kredit klimafreundlicher Neubau
Heizung / Technik Wärmepumpe, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, PV-Anlage, Smart Home
Hauspreis (inkl. Bodenarbeiten) ca. 470.000 € (ohne Grundstück)
Eigenleistung Spachteln, Tapezieren, Streichen, Türen, Böden (Vinyl), Außenanlagen komplett
Stelltag Oktober 2025
Einzug Anfang 2026
Vorheriges Haus Reihenhaus (von großem Immobilien-Projektentwickler Deutsche Reihenhaus), 85 m², Bezug 2020 – inzwischen verkauft
Besonderheit Beide Bauleute leben mit Typ-1-Diabetes (Insulinpumpe + CGM-Loop-System)
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Vom Reihenhaus zum Fertighaus – warum nochmal bauen?
Fertighaus.de: Ihr habt 2020 ein Reihenhaus bezogen – was war der Moment, in dem ihr gemerkt habt: Das reicht nicht mehr?
Wir sind 2020 zu zweit eingezogen, mit zwei Katzen und einem ausgebauten Dachgeschoss als Schlafzimmer. Das hätte vom Platz her grundsätzlich gereicht. Aber dann kam unser Sohn, und mein Mann hat auch noch die Arbeit gewechselt und ist ins Homeoffice gegangen. Da ist das Haus mit seinen 85 Quadratmetern aus allen Nähten geplatzt. Wir haben es logistisch gut gemeistert – mein Büro war im Kleiderschrank versteckt, damit unser Sohn wenigstens einen Teil des Zimmers als Kinderzimmer nutzen konnte. Aber wir haben einfach gemerkt: Es engt uns ein. Dazu kam durch die Reihenhaus-Optik eine ständige Präsenz von Nachbarn. Nach drei Jahren intensivem Abwägen haben wir gesagt: Komm, wir wagen es noch mal. Wir wissen, wir schaffen das – auch mit Kind.
Vorher: Das 85 m² Wohnfläche umfassende Reihenhaus, in dem Cocos Büro notdürftig im Kleiderschrank untergebracht war.
Fertighaus.de: Warum habt ihr euch diesmal für ein Fertighaus entschieden?
Uns hat das Raumklima in der Holzbauweise einfach überzeugt. Wir hatten uns zwei Ausstellungen angeschaut mit verschiedenen Materialien und Anbietern, und Holzbauweise hat sich am besten angefühlt – vom Raumklima und von den Möglichkeiten her. Da war schnell klar: Das ist genau das, was wir wollen.
Nachher: Dasselbe Paar, zwei Häuser, fünf Jahre Abstand. Der fertige 1,5-Geschosser von Hanse Haus mit PV-Anlage, Carport und gepflasterter Zufahrt – Außenanlage in Eigenleistung.
840 Quadratmeter Möglichkeiten: Das Grundstück bei Ansbach, bevor der erste Stein lag.
Warum Hanse Haus?
Fertighaus.de: Welche Anbieter habt ihr euch angeschaut, und was hat am Ende für Hanse Haus gesprochen?
Wir hatten Danwood, FingerHaus, OKAL Haus und Hanse Haus in der engeren Auswahl. Bei Hanse Haus hat uns schon die Grundriss-Ausstellung überzeugt. Und dann war das Gespräch mit dem Verkaufsberater einfach super – wir haben menschlich gematcht. Das war uns wichtig: Wir wollten nicht, dass uns jemand etwas vorgibt, sondern gemeinsam entscheiden können.
Was uns dann endgültig überzeugt hat: Zwei Tage vor der Vertragsunterschrift haben wir festgestellt, dass der Grundriss, den wir ausgesucht hatten, doch nicht passt – wir brauchten mehr Stellfläche und ein zusätzliches Zimmer. Unser Ansprechpartner hat sofort alle Kostenaufstellungen für die größeren Modelle geschickt und den Vertrag komplett neu aufgesetzt. Das hat uns gezeigt: Die sind wirklich für uns da. So etwas habe ich beim ersten Hausbau nicht erlebt.
Fertighaus.de: Ihr habt mit der QNG⁺-Line das Modell Variant 25-165 von Hanse Haus gebaut, eine Bauserie, die eine QNG-Zertifizierung beinhaltet. Was hat das für eure Finanzierung bedeutet?
Durch die QNG-Zertifizierung konnten wir den KfW-Kredit für klimafreundlichen Neubau nutzen. Das waren für uns fast eineinhalb Prozentpunkte weniger beim Jahreszins – das ist richtig viel über die gesamte Laufzeit.
Diabetes und Hausbau: 150 Packungen Gummibärchen
Fertighaus.de: Ihr lebt beide mit Typ-1-Diabetes und tragt Insulinpumpen mit Loop-System. Für Menschen, die das nicht kennen: Was bedeutet das im Alltag?
Diabetes ist eine 24/7-Aufgabe mit vielen Einflussfaktoren – Stress, Hormonspiegel, körperliche Aktivität. Durch die Insulinpumpe und den myloop Algorithmus, der quasi eine künstliche Bauchspeicheldrüse simuliert, habe ich eine deutliche Erleichterung, weil ich nicht mehr ständig an Diabetes denken muss. Aber ganz abschalten kann man nie.
Typ-1-Diabetes: Eine Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Anders als Typ 2 ist er nicht lebensstilbedingt und erfordert lebenslang eine externe Insulinzufuhr. In Deutschland leben laut Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) rund 380.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes.
Insulinpumpe (bei Coco: Ypsopump): Ein kleines Gerät, das am Körper getragen wird und über einen Katheter unter der Haut kontinuierlich Insulin abgibt. Ersetzt die Insulinspritze. Die Basalrate – also die gleichmäßige Grundversorgung mit Insulin über den Tag – wird automatisch geliefert; zusätzliche Dosen vor Mahlzeiten oder bei hohen Werten gibt man manuell.
CGM / Dexcom G6: Ein kontinuierliches Glukose-Messsystem (Continuous Glucose Monitoring). Ein kleiner Sensor unter der Haut misst alle fünf Minuten den Gewebezucker und sendet die Werte ans Smartphone oder die Pumpe. Dadurch sieht man den Blutzuckerverlauf in Echtzeit – inklusive Trendpfeilen und Alarmen bei Unter- oder Überzuckerung.
Loop-System (bei Coco: myloop): Ein Algorithmus, der CGM-Daten und Insulinpumpe miteinander verbindet. Er passt die Insulinabgabe automatisch an den aktuellen Blutzuckerwert an – quasi eine künstliche Bauchspeicheldrüse. Das System kann Unterzuckerungen vorbeugen, indem es die Insulinzufuhr rechtzeitig reduziert. Auf der Baustelle bedeutet das: Der Algorithmus arbeitet mit, aber bei starker körperlicher Belastung kommt auch er an seine Grenzen.
Fertighaus.de: Was hat Diabetes mit Hausbau zu tun?
Man kann nicht einfach loslegen mit Spachteln oder Streichen. Durch die Insulinpumpe bekommt der Körper ständig Insulin, und bei körperlicher Arbeit – Leiter rauf, Leiter runter, stundenlang streichen – zieht der Körper den Zucker aus dem Blut. Da rasselt man super schnell in den Unterzucker. Ich muss meinen Blutzucker vorher bewusst höher halten, auf etwa 180 statt der Norm von 100, damit ich arbeiten kann.
Wir hatten eigentlich immer eine Tasche voll Gummibärchen, Traubenzucker und Süßgetränke auf der Baustelle. Am Ende haben wir die Gummibärchenpackungen gezählt: Es waren rund 150 Packungen allein in den drei Monaten Ausbauphase.
Fertighaus.de: Gab es Tage, an denen ihr aufhören musstet?
Ja, auf jeden Fall. Bei Unterzucker braucht man erstmal eine Pause – zehn, fünfzehn Minuten, manchmal eine halbe Stunde. Und wenn die Werte richtig niedrig waren, haben wir uns auch mal einen halben Tag genommen, um den Körper wieder aufzutanken. Das Schwierige dabei: Die anderen, die mithelfen, machen weiter, und man hat ein schlechtes Gewissen. Klar, man muss pausieren, aber man kann nicht weitermachen. Das ist so wie ein Engelchen und Teufelchen auf der Schulter sitzen zu haben.
Und dann die Baustellen-Tücken: Wir haben uns versehentlich Pumpenkatheter rausgerissen, der Blutzuckersensor ist an der Leiter oder an Baumaterial hängen geblieben. Die Pumpe rutscht mal runter. Das passiert, wenn man so im körperlichen Tun ist. Dann brauchst du sofort Ersatzmaterial – und das muss sauber sein, nicht verstaubt vom Baudreck. Wir hatten einen Erste-Hilfe-Kasten nur für unser Diabetes-Equipment, geschützt vor Staub.
Die Bauphase: Vom Stelltag bis zum Einzug
Fertighaus.de: Am Stelltag kam das Montageteam morgens um sieben – abends stand das Obergeschoss. Wie hat sich das angefühlt?
Ich fand das total emotional. Mir sind wirklich die Tränen gekommen, weil man dann sein Haus sehen kann, wo man in Zukunft leben wird, Erinnerungen schaffen kann. Dieses Raumgefühl zum ersten Mal zu erleben – jetzt geht es los, jetzt starten wir den Traum vom Einfamilienhaus. So etwas hatten wir beim Reihenhaus nicht, weil das ein ganz anderer Bauprozess war.
Stelltag: Morgens um sieben stand die erste Wand – abends das Obergeschoss.
Fertighaus.de: Welche Eigenleistungen habt ihr übernommen?
Wir haben vor allem aus Kostengründen viel selbst gemacht: Wände spachteln, tapezieren und streichen, Türen einbauen und Böden legen – alles innen. Die Außenanlagen haben wir komplett auf unsere eigenen Schultern genommen, inklusive Terrasse und Zufahrt. Was Hanse Haus im Paket hatte – die Bäder und das Smart Home –, das haben die Subunternehmer gemacht.
Erste Arbeitstage im Rohbau: Die Fenster tragen noch Schutzfolie, draußen liegt Schnee.
Fertighaus.de: Was hat am längsten gedauert?
Das Spachteln, ganz klar. Rund acht Wochen. Wir mussten uns erst reinfuchsen, vor allem in die vier Qualitätsstufen. Man spachtelt auf, lässt trocknen, schleift ab, trägt wieder auf. Irgendwann verliert man fast die Freude daran, weil man Material aufträgt, nur um den Großteil davon gleich wieder abzutragen. Denn ohne sauberes Schleifen zwischen den Lagen bekommst du keine ebene Fläche, die Schichten haften schlecht, und am Ende musst du trotzdem alles wieder runtermachen und von vorn anfangen. Aber dann haben wir den Eckenspachtel entdeckt – ein Werkzeug, das wir durch Zufall über Erfahrungsberichte gefunden haben. Damit werden die Ecken wirklich gerade. Jede Ecke in diesem Haus hat diesen Eckenspachtel gesehen.
Tapezieren, Streichen und Boden legen ging dann super schnell. Da waren wir im Flow.
Beim Trockenbau und bei verputzten Wänden unterscheidet man vier Spachtelqualitäten – je höher die Stufe, desto glatter die Oberfläche:
Q1 reicht für Flächen, die später nicht sichtbar sind, etwa hinter Fliesen oder Vorsatzschalen. Hier werden nur die Fugen und Schraubenköpfe grundverspachtelt.
Q2 ist der Standard für Wände, die tapeziert oder mit strukturiertem Putz versehen werden. Die Fugen werden sauber verspachtelt und geschliffen, leichte Unebenheiten bleiben aber tolerierbar, weil die Tapete sie kaschiert.
Q3 kommt zum Einsatz, wenn feine Wandbeläge oder glatte Anstriche geplant sind. Die gesamte Fläche wird dünn überspachtelt und geschliffen – nicht nur die Fugen, sondern auch die Plattenstöße und Übergänge.
Q4 ist die höchste Stufe: Die komplette Wand wird vollflächig gespachtelt und mehrfach geschliffen, bis eine nahezu perfekte Oberfläche entsteht. Nötig bei Streiflicht oder hochglänzenden Anstrichen – und entsprechend die zeitaufwendigste Variante.
Coco und Jens haben alle vier Stufen in Eigenleistung durchlaufen – ein Aufwand, der ihre acht Wochen Spachtelzeit erklärt.
Eigenleistung im Flow: Nachdem das Spachteln acht Wochen gedauert hatte, funktionierte das Verlegen des Vinylbodens sehr schnell.
Fertighaus.de: Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Team von Hanse Haus?
Wir haben viel abgesprochen – per E-Mail, direkt mit dem Bauleiter und den Subunternehmern. Hanse Haus ist auf unsere Eigenleistungs-Planung eingegangen und hat eine vorzeitige Hausübergabe ermöglicht, damit wir parallel arbeiten konnten. Alle haben sich an die Termine gehalten, und wenn irgendwas nicht gepasst hat, wurde es sofort behoben. Das kannte ich vom ersten Hausbau anders. Das war wirklich eine positive Überraschung.
Eigenleistung mit CrossFit-Fitness & Hausbau mit Kind
Fertighaus.de: Du trainierst CrossFit und Hyrox – hat dir das auf der Baustelle geholfen?
Da CrossFit viel Gewichtheben beinhaltet, habe ich natürlich eine gewisse Fitness, um schwere Sachen zu tragen – 25-Kilo-Säcke Zementmörtel, Farbeimer, Pflastersteine für die Außenanlagen. Das hat mir wirklich geholfen. Die Baustellenarbeit war dann auch mein CrossFit-Ersatz, weil ich in der Zeit keine Energie mehr hatte, noch in die Box zu gehen.
Mein Mann Jens ist eher der Ausdauer-Typ. Nach drei Monaten Innenausbau und einem Monat Außenausbau hat er gesagt: „Wenn ich jetzt etwas Schweres hochhebe, geht das auf einmal viel leichter.” Er hat durch die Baustellenarbeit richtig Muskeln aufgebaut.
Was auch passiert ist: Leute, die nicht wissen, dass ich CrossFit als Sport mache, haben gesagt: „Ach, lass mal, ich mach das schon.” Zum Beispiel bei der riesigen Glaswand unserer bodentiefen Dusche. Die mussten wir immer wieder hin und her tragen. Da habe ich einfach mitgeholfen – und einige waren überrascht, dass es geht.
Abendschicht auf der Baustelle: Die Spots sind drin, der Vinylboden kommt als Nächstes.
Fertighaus.de: Euer Sohn hat auch mitgeholfen?
Bauen mit Kind ist machbar, aber nicht einfach – vor allem mit einem Dreijährigen. Er wollte natürlich sehr viel mitmachen und durfte das auch: Grob spachteln, streichen. In seinem Zimmer hat er das Farbkonzept selbst ausgesucht – Blau als Grundfarbe, dazu Gelb und Lila als Akzente. So ist das ein Zimmer geworden, das ihm wirklich gehört und gefällt. Bei den Höhenarbeiten war aber Schluss.
Irgendwann haben wir dann doch entschieden, ihn von der Baustelle fernzuhalten, weil die Konzentration einfach fehlt, wenn man ständig auf ein Kind achten muss. Unsere Eltern haben uns wahnsinnig unterstützt – er hatte ganz viele Oma-und-Opa-Wochenenden. Bei den Stelltagen durfte er aber natürlich dabei sein. Das sind Erfahrungen, die er nicht vergisst.
Sein Zimmer, seine Farben: Der Dreijährige hat Blau, Gelb und Lila selbst ausgesucht – und beim Streichen mitgeholfen.
70 Kilometer zum Neuanfang: Ankommen auf dem Land
Fertighaus.de: Ihr seid 70 Kilometer weggezogen – in ein Dorf bei Ansbach. Wie kam die Entscheidung?
Da spielen viele Faktoren rein: Die Nähe zu Jens’ Familie Richtung Baden-Württemberg, das Geschäftsgebiet von Jens, und ich habe die Möglichkeit für Homeoffice. Wir haben eine Checkliste gemacht – Infrastruktur, Internet fürs Arbeiten zuhause, Sportvereine, wie sind die Menschen drauf. Und der Grundstückspreis auf dem Land war natürlich auch ein Argument. Als alle Haken gesetzt waren, haben wir gesagt: Okay, wir ziehen aufs Land zurück. Ich bin ja auch am Land groß geworden.
Fertighaus.de: „Ob ich Angst habe? Ja, ein bisschen” – das hast du mal in Bezug auf den Hausbau gesagt. Was hat dir Sorgen gemacht?
Neuer Ort, neues Haus, weit weg von meiner Heimat. Man weiß nicht, wie es kommt. Aber im Endeffekt war die Angst völlig unbegründet. Wir haben alle Nachbarn eingeladen – auf Kaffee und Kuchen, auch die, die beim Richtfest nicht dabei sein konnten. Wir haben Flyer verteilt wegen der Straßensperrung beim Stelltag und uns dabei gleich vorgestellt. Nach einem halben Jahr sind wir gut integriert. Unser Sohn ist sehr gut im Kindergarten angekommen, und die Nachbarn waren neugierig auf den Fertigbau, den sie so in ihrem Dorf noch nicht erlebt hatten.
Und dann dieser Ausblick: Man hat den Blick aufs Feld, sieht die Tiere – das ist einfach was ganz anderes als ein Reihenhaus. Unser Sohn kann alleine auf den Spielplatz gehen und kommt wieder, wie es ihm gefällt. Auch unsere Katzen lieben die Umgebung. Das war genau die richtige Entscheidung.
Was sich durch den Umzug für unseren Diabetes verändert hat: Wir müssen eine neue Apotheke aufbauen. In unserer alten Stammapotheke kannten sie uns, hatten alles vorrätig. Das muss sich jetzt erstmal wieder etablieren.
Learnings: Was beim zweiten Mal anders lief
Fertighaus.de: Was habt ihr beim Fertighaus von Anfang an besser gemacht als beim Reihenhaus?
Wir haben uns viel mehr Gedanken gemacht zu Grundriss, Fenstergrößen, Steckdosen. Im Reihenhaus war alles vorgegeben, da konnte man nichts verändern. Diesmal konnten wir wirklich für uns bestimmen: Lüftungsanlage, Smart Home, PV-Anlage, Vinylboden statt Laminat. Das waren alles bewusste Entscheidungen, die wir sofort getroffen haben, weil wir aus dem ersten Bau wussten, was wir wollen.
Fertighaus.de: War der Zweitbau am Ende teurer als geplant?
Ja, definitiv. Wir haben einen Fehler gemacht, den ich nicht noch mal machen würde: Die Fenster im Obergeschoss waren zu klein geplant. Als das Haus stand, habe ich sofort gesagt: Das muss umgeplant werden, weil die Räume sehr dunkel waren. Im Reihenhaus hatten wir schon große Fenster – das hätten wir wissen müssen. Zum Glück war die Fassade noch nicht dran, also konnten wir nachträglich bodentiefe, breitere Fenster einsetzen. Hanse Haus hat das an einem Tag gemacht. Aber die ungeplanten Mehrkosten waren schon da.
Fertighaus.de: Was ist deine Top-drei-Liste für Erstbauende?
- Überlegt genau, was ihr wollt – nicht nur den Haustyp, sondern schaut euch echte Häuser an, um ein Gefühl für Raumgrößen zu bekommen. Zwölf Quadratmeter und sechzehn Quadratmeter fühlen sich völlig anders an, als es auf dem Grundriss aussieht.
- Denkt in die Zukunft – eine bodentiefe Dusche ist kein Luxus, sondern sinnvoll, falls man mal eine Verletzung hat oder im Alter unten wohnen will. Wir haben bewusst ein vollständiges EG-Bad und ein Zimmer eingeplant, das man zum Schlafzimmer umfunktionieren könnte.
- Smart Home und gute Gebäudetechnik lieber gleich mitmachen als nachrüsten – das spart langfristig Zeit und Geld.
Fazit: Kommt ein drittes Mal?
Fertighaus.de: Wenn jemand mit Diabetes fragt: Kann ich ein Haus bauen?
Klar kannst du das bauen – egal ob Diabetes oder nicht. Hausbau ist die Erfahrung wert, und Diabetes schränkt einen dabei nicht ein.
Fertighaus.de: Würdest du Hanse Haus weiterempfehlen?
Definitiv. Die Kommunikation mit dem Aufstellteam und der internen Abteilung hat wirklich gut funktioniert. Die Standardqualität ist hoch, man weiß, woher die Baumaterialien kommen – Hanse Haus hat eine eigene Produktion für Fenster und Holz in Deutschland. Und sie sind auf unsere Wünsche eingegangen, von der Vorbemusterung bis zur kurzfristigen Grundrissänderung.
Fertighaus.de: Steht ihr jetzt auf der Terrasse, Blick aufs Feld – und denkt: Drittes Mal?
Also, so wie ich uns kenne, werden wir definitiv noch mal ein drittes Mal bauen – das hat sich gefühlt als unser Hobby entwickelt. Aber erst wirklich weit in der Zukunft. Und dann würden wir alles machen lassen.
Redaktionelle Einordnung
Cocos Interview zeigt, dass Bauen mit einer chronischen Erkrankung trotzdem gut möglich ist. Dass beide Partner Typ-1-Diabetes haben und trotzdem umfangreiche Eigenleistungen stemmen, ist ein seltenes und ermutigendes Praxisbeispiel. Außerdem liefert der Vergleich von Zweit- und Erstbau – von einem 85 m² großen Reihenhaus zu einem Fertighaus mit 155 m²– konkrete Entscheidungshilfen für alle, die über einen Wechsel der Wohnsituation nachdenken. Nicht zuletzt legen die QNG-Zertifizierung über die Hauslinie von Hanse Haus und der daraus resultierende Zinsvorteil von rund 1,5 Prozentpunkten dar, wie Fertigbau und Förderprogramme zusammenspielen können.
Weitere Einblicke in den Hausbau und Fortschritt bei Coco und Jens finden Sie auf Instagram unter cocoko.k.
Sie planen selbst ein Fertighaus? Bestellen Sie kostenlos Kataloge von Hanse Haus und anderen Anbietern und vergleichen Grundrisse, Preise und Ausstattung.
Zum Hausbau-AssistentenCocos 6 Tipps für den Hausbau mit Fertighaus
- Raumgrößen live erleben, nicht nur auf dem Grundriss: 155 m² fühlen sich ganz anders an, als sie auf Papier aussehen. Besucht Musterhäuser und Ausstellungen, um ein Raumgefühl zu entwickeln.
- Fenstergrößen nicht unterschätzen: Wir mussten im OG nachträglich auf bodentiefe Fenster umrüsten, weil die Räume zu dunkel waren. Lieber einmal mehr zum Musterhaus fahren und Lichteinfall checken.
- Smart Home und Gebäudetechnik gleich miterledigen: Nachrüsten kostet mehr Zeit und Geld als die Erstausstattung. Rollosteuerung, Sensorik und elektronisches Türschloss nutzen wir täglich.
- Eigenleistung realistisch planen – Spachteln dauert am längsten: Acht Wochen für ein ordentliches Ergebnis. Tapezieren, Streichen und Boden gingen dann umso schneller.
- Barrierefreie Elemente einplanen, auch wenn ihr jung seid: Bodentiefe Dusche im EG und ein Zimmer, das zum Schlafzimmer werden kann – das braucht man vielleicht nie, aber man ist froh, wenn man es hat.
- Als Paar mit Diabetes auf der Baustelle: Vorplanen und Pausen akzeptieren. 150 Packungen Gummibärchen, ein Erste-Hilfe-Kasten nur fürs Diabetes-Hilfsmittel und die Bereitschaft, auch mal einen halben Tag auszusetzen.
Häufige Fragen zum Hausbau mit Hanse Haus und Diabetes