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Neubau eines modernen Einfamilienhauses mit Gerüst und Solaranlage auf dem Dach – ein konkretes Bauprojekt einer Baufamilie auf Fertighaus.de

Baugenehmigungen steigen im 1. Halbjahr 2026 um 15 Prozent – stärkster Zuwachs seit zehn Jahren

Wolfram Wolbring
Aktualisiert am 25. August 2026
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Im ersten Halbjahr 2026 haben die Bauämter in Deutschland Baugenehmigungen für rund 126.300 Wohnungen erteilt – 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) vom 18. August 2026 hervor. Es ist der stärkste Halbjahres-Anstieg bei den Baugenehmigungen seit 2016. Allein im Juni 2026 wurden 21.600 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber Juni 2025.

Baugenehmigungen 1. Halbjahr 2026: Das Wichtigste in Kürze

  • 126.300 Wohnungen im 1. Halbjahr 2026 genehmigt (+15,1 % ggü. H1 2025)

  • Stärkster Halbjahres-Anstieg seit 2016 – allerdings von niedrigem Niveau

  • Einfamilienhäuser: +12,7 % auf 24.000 genehmigte Einheiten

  • Mehrfamilienhäuser: +16,9 % auf 67.000 Einheiten – zahlenmäßig stärkstes Segment

  • Zweifamilienhäuser: +27,3 % – stärkster prozentualer Anstieg aller Gebäudearten

  • Juni 2026: 21.600 Wohnungen (+13,8 %), davon 17.800 im Neubau (+14,1 %)

Die Zahlen im Detail: Deutliches Plus in allen Gebäudearten

Laut der Pressemeldung Nr. 291 des Statistischen Bundesamts vom 18. August 2026 wurden im gesamten ersten Halbjahr 2026 insgesamt 126.300 Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden erteilt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 (109.800 Wohnungen) entspricht das einem Zuwachs von 16.600 Einheiten oder 15,1 Prozent.

Einen höheren Halbjahres-Anstieg gab es zuletzt im Jahr 2016, als die Genehmigungszahlen um 30,4 Prozent auf 182.800 Wohnungen kletterten. Der aktuelle Anstieg erfolgt jedoch von einer vergleichsweise niedrigen Ausgangslage, da 2024 und 2025 die jeweils schwächsten ersten Halbjahre seit 2011 verzeichneten.

Tabelle: Baugenehmigungen Neubau-Wohngebäude H1 2026 nach Gebäudeart
Gebäudeart H1 2026 Veränderung ggü. H1 2025
Einfamilienhäuser 24.000 +12,7 % (+2.700)
Zweifamilienhäuser 7.700 +27,3 % (+1.700)
Mehrfamilienhäuser 67.000 +16,9 % (+9.700)
Wohnheime 4.400 +0,9 % (+40)
Neubau Wohngebäude gesamt 103.100 +15,8 % (+14.100)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 291 vom 18. August 2026

Zusätzlich wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 2.400 Wohnungen in neuen Nichtwohngebäuden genehmigt – ein Plus von 42,7 Prozent. Hierunter fallen beispielsweise Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen über Gewerbeflächen in Innenstadtlagen.

Auch im Bestand zeigt sich Bewegung: Für Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden wurden im ersten Halbjahr 20.800 Wohnungen genehmigt, 9,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Fertighaus-Anteil auf Allzeithoch – und die Erholung verstärkt den Trend

Ein Detail, das in diesen Zahlen von Destatis nicht separat ausgewiesen wird, aber für unserer Leser:innen besonders relevant ist: Der Fertigbau erholt sich schneller aus der Krise als der Gesamtmarkt. Laut BDF wurden im Gesamtjahr 2025 deutschlandweit 13.473 Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise genehmigt. Der Fertighaus-Anteil kletterte damit auf ein Allzeithoch von 26,5 Prozent. Zur Jahrtausendwende lag er noch bei 13 Prozent.

Übertragen auf die Daten für das erste Halbjahr 2026 heißt das: Von den 24.000 genehmigten Einfamilienhäusern im Neubau dürfte rund jedes vierte ein Fertighaus sein. Der Grund für die überproportionale Erholung: Fertighäuser bieten aufgrund der witterungsunabhängigen Vorfertigung besonders gute Planbarkeit und kürzere Bauzeiten – zwei Vorteile, die in einem Marktumfeld mit steigenden Kosten und unsicheren Zinsprognosen besonders gefragt sind.

Baupreise steigen – aber moderater als befürchtet

Die Genehmigungszahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Auf der Kostenseite meldet Destatis für Mai 2026 einen Anstieg der Baupreise für Wohngebäude um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Quelle: Destatis, PM Nr. 241 vom 10.07.2026). Die Steigerung fällt je nach Gewerk unterschiedlich aus: Betonarbeiten verteuerten sich um 3,6 Prozent, Zimmer- und Holzbauarbeiten dagegen um 7,3 Prozent.

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Einordnung durch einen Branchenexperten

"Insgesamt bleiben die durchschnittlichen Baupreise aber eher stabil. Das liegt daran, dass die großen Inputpreise – Sand, Ziegel, Holz – nicht stark gestiegen sind. Die Inflation ist ein Stück weit zurückgegangen, und den Zinseffekt vom Jahresanfang haben wir auch verkraftet, ohne dass er die Preise wesentlich beeinflusst hätte. Ein zentraler Grund dafür ist die seit 2022 insgesamt geringere Baunachfrage. Unsere Baupartner reagieren darauf mit Aktionen und Sonderangeboten für Bauherrinnen und Bauherren, um Bauinteressierte zu locken. Auch das dämpft das Gesamtbild, ist aber gleichzeitig eine große Chance für Bauherr:innen."

Dr. Sebastian Keitel, Geschäftsführer Fertighaus.de

Für Bauinteressierte bedeutet das: Wer Angebote mit Festpreisgarantie vergleicht, sichert sich die aktuellen Konditionen. Denn bei weiter steigender Baunachfrage, wie die Genehmigungstrends nahelegen, dürften die Aktionsangebote der Anbieter längerfristig gesehen abnehmen.

Einordnung: Erholung ja – aber von niedrigem Level

Die Zahlen markieren eine klare Trendwende nach drei schwachen Jahren. Zwischen 2022 und 2024 war die Zahl der Baugenehmigungen infolge gestiegener Baukosten, höherer Zinsen und regulatorischer Unsicherheiten kontinuierlich gesunken. Die absoluten Genehmigungszahlen des ersten Halbjahres 2026 liegen allerdings immer noch signifikant unter dem Stand der Jahre 2016 bis 2022.

Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2016 wurden noch 182.800 Wohnungen genehmigt, im ersten Halbjahr 2021 waren es rund 190.000. Die aktuellen 126.300 Genehmigungen sind ein positives Signal – aber es bleibt dennoch eine erhebliche Lücke zum früheren Niveau.

Was die Bauunternehmen melden – und warum das für Bauleute eine Chance ist

Die Statistik von Destatis zeigt das Genehmigungsvolumen – die ifo-Konjunkturumfrage verdeutlicht dagegen, wie es bei den Baufirmen selbst aussieht. Im Juli 2026 stieg das Geschäftsklima im Wohnungsbau leicht auf minus 29,3 Punkte (nach minus 30,6 im Juni). Der Anteil der Unternehmen, die über zu wenige Aufträge berichteten, sank von 43,7 auf 41,2 Prozent. Gleichzeitig nahmen die Stornierungen zu: 13,1 Prozent der Unternehmen meldeten abgesagte Projekte.

ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe ordnete die Zahlen Mitte August 2026 ein: Die gestiegenen Baugenehmigungen kämen offenbar langsam in der Branche an – bis daraus eine breite Erholung entstehe, sei es aber noch ein weiter Weg.

Für Bauinteressierte ist genau diese Lage ein Vorteil: Solange die Auslastung der Bauunternehmen noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau liegt, haben Baufamilien Verhandlungsspielraum – bei den Konditionen, bei der Bauzeit, bei der Ausstattung.

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Aktuelles Interview zur Marktlage

„Bauherrinnen und Bauherren, die sich das Bauen leisten können, sitzen derzeit am längeren Hebel. Das war vor ein paar Jahren nicht so – und das können Sie sich zunutze machen."

Dr. Sebastian Keitel, Geschäftsführer von Fertighaus.de

Was bedeutet das für Bauleute?

Die steigenden Genehmigungszahlen sind für Bauinteressierte ein zweischneidiges Signal. Einerseits zeigen sie, dass der Wohnungsbau in Deutschland wieder an Dynamik gewinnt und das Vertrauen in den Markt zurückkehrt. Andererseits bedeutet eine steigende Nachfrage perspektivisch auch wieder längere Wartezeiten bei Baufirmen und potenziell weiter anziehende Preise.

Wer aktuell einen Hausbau plant, profitiert noch von der Auftragslage der vergangenen Jahre: Kapazitäten bei Bauunternehmen und Handwerksbetrieben sind vielerorts verfügbar, Vorlaufzeiten vergleichsweise kurz. Mit weiter steigender Baunachfrage könnte sich dieses Zeitfenster in den kommenden Monaten schließen.

Drei konkrete Handlungsschritte für Bauinteressierte

  1. Kapazitäten sichern. Die ifo-Daten zeigen, dass aktuell noch 41 Prozent der Wohnungsbauer über Auftragsmangel klagen. Das gibt Ihnen als Bauherrin oder Bauherr Verhandlungsspielraum – bei Bauzeiten, bei Ausstattungsdetails, bei der Festpreisbindung. Dieses Fenster wird sich mit steigender Nachfrage schließen.
  2. KfW-Konditionen jetzt prüfen. Die aktuellen Förderprogramme – insbesondere KFN (Klimafreundlicher Neubau) mit zur Zeit 1,7 % Zins für EH40-Standard und WEF (Wohneigentumsförderung für Familien) – sind an Haushaltsmittel gebunden. Bei steigender Nachfrage könnten die Töpfe schneller ausgeschöpft sein.
  3. Angebote strukturiert vergleichen. Ein einzelnes Angebot sagt wenig. Vergleichen Sie mindestens drei Anbieter auf derselben Leistungsbasis – also mit identischer Ausstattungsstufe, vergleichbarer Wohnfläche und gleicher Energieeffizienzklasse. Unsere Haussuche macht diesen Vergleich einfach möglich, ohne dass Sie jeden Anbieter direkt einzeln kontaktieren müssen.
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Ausblick: Setzt sich der Aufwärtstrend fort?

Die nächsten Monatszahlen (Juli 2026) wird Destatis voraussichtlich im September veröffentlichen. Branchenbeobachtende gehen davon aus, dass der Aufwärtstrend bei den Genehmigungen anhält, solange die Bauzinsen stabil bleiben und die KfW-Förderprogramme weiter verfügbar sind. Ob das Plus ausreicht, um die von der Bundesregierung angestrebten 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zu erreichen, bleibt allerdings offen – hochgerechnet läge das Genehmigungsvolumen 2026 insgesamt bei rund 250.000 Einheiten und damit weiterhin unter dieser Zielmarke.

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Einschätzung aus der Branche

"Bauherrinnen und Bauherren, die ihr Projekt seit der Zinswende 2022 in die Schublade gelegt und darauf gewartet haben, ob sich die Bedingungen noch einmal verbessern, haben inzwischen gemerkt: Die Rahmenbedingungen sind stabil, sie werden nicht mehr 'besser' im Sinne der Nullzinsphase. Wer bauen will, sollte es jetzt tun. [...] Die Kapazitäten der Bauunternehmen sind derzeit nicht ausgelastet. Wer heute bauen will und die Genehmigung hat, kann teilweise innerhalb weniger Monate mit dem Bau beginnen. Vor ein paar Jahren waren Wartezeiten von zwei bis drei Jahren nichts Ungewöhnliches. Das hat einen großen Vorteil: schneller raus aus der Miete, weniger Unsicherheiten wegen paralleler Zahlungen von Miete und Zinsen, wie sie vor einigen Jahren durchaus vorgekommen sind. "

Dr. Sebastian Keitel, Geschäftsführer von Fertighaus.de

Häufige Fragen zu den Baugenehmigungen 2026

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