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Modernes Kampa-Plusenergie-Fertighaus in Berlin, Bezirk Marzahn-Hellersdorf, mit weißer Fassade, Solardach und gepflegtem Vorgarten

Fertighaus in Berlin: Wie wir mit Kampa unser Plusenergiehaus gebaut haben

Dr. Aviva Köberlein
Aktualisiert am 4. Mai 2026
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Es ist ein gewöhnlicher Nachmittag im April 2026, vier Jahre nach dem Einzug. Anton sitzt am großen Esstisch in seiner offenen Wohnküche am nordöstlichen Stadtrand von Berlin, die Mittelinsel hinter ihm, der Wohnessbereich vor ihm. Zwei Kinder, zwei berufstätige Eltern, ein Plusenergie-Fertighaus von Kampa, das im Hintergrund leise vor sich hin arbeitet. Die Photovoltaik produziert Strom, die Wärmepumpe heizt, der Speicher gleicht aus. Es funktioniert. Es funktioniert sogar dann, wenn man sich, wie Anton unumwunden zugibt, nicht akribisch um die Optimierung kümmert.

Die Geschichte, die Anton erzählt, ist keine Hochglanz-Bauherrenstory. Sie ist die Geschichte eines Paares, das in der Pandemie 2020 beschlossen hat, raus aus der Lichtenberger Wohnung zu ziehen, das ein 880-Quadratmeter-Grundstück über ImmoScout gefunden und sich mit anderen Bauherren geteilt hat, das mit 0,69 % Effektivzins finanzieren konnte und am Ende knapp über eine Million Euro investiert hat. Es ist auch die Geschichte eines Bauleiters, der zeitweise überfordert war – und wie Anton damit umgegangen ist.

Für Bauinteressierte mit ähnlichen Plänen ist genau das wertvoller als jede Hersteller-Broschüre: Was lief gut, was lief schief, was hätte er heute anders gemacht. Hier ist sein Bericht.

Steckbrief: Anton und Leonie, Kampa-Plusenergiehaus in Berlin, Bezirk Marzahn-Hellersdorf
  • Baufamilie: Anton & Leonie mit zwei Kindern

  • Standort: Berlin (Bezirk Marzahn-Hellersdorf)

  • Anbieter: Kampa

  • Bauweise: Fertighaus, Holztafelbauweise

  • Qualität: Premium-Segment, gehobene bis luxuriöse Ausstattung

  • Energiestandard: Plusenergiehaus (Standard bei Kampa)

  • Wohnfläche: ca. 188 qm

  • Grundstücksgröße: 880 qm

  • Haustyp: Stadtvilla

  • Hausabmessung: 10 × 12 Meter

  • Vertragsunterzeichnung: Sommer 2020

  • Einzug: Februar 2022

  • Bauzeit: ca. 1,5 Jahre

  • Gesamtkosten: knapp über 1 Mio. Euro (Grundstück + Haus + Außenanlagen)

  • Effektivzins: 0,69 %

  • Förderung: KfW-Kredit 153 über 120.000 Euro mit 30.000 Euro Tilgungszuschuss; BAFA-Zuschuss für Wärmepumpe (Marktanreizprogramm)

  • Heiztechnik: Viessmann-Wärmepumpe + Fußbodenheizung

  • PV-Anlage: ca. 9 bis 10 kWp

  • Stromspeicher: ca. 9 kWh

  • Besonderheiten: Wallbox, E-Auto, Fasssauna im Garten

Wie wir auf ein Fertighaus gekommen sind

Anfang 2020 wohnten Anton und Leonie mit ihrer Tochter Ella in einer Lichtenberger Wohnung. Die Pandemie kam auf, und mit ihr ein Wunsch, den viele Familien in dieser Zeit teilten: etwas Eigenes haben. Mehr Platz. Einen Garten. Aber nicht irgendein Haus.

Fertighaus.de: Wer hat zuerst gesagt: Wir bauen ein Haus?

Wir haben 2020 den Wunsch entwickelt – vor allem getrieben durch Corona. Wir hatten damals nur Ella als Tochter und haben in einer eigentlich schönen Wohnung in Lichtenberg gewohnt, aber wollten doch etwas Eigenes haben.

Fertighaus.de: Habt ihr den Massivbau ernsthaft geprüft, oder war ein Fertighaus von Anfang an gesetzt?

Leonie hat von Anfang an gesagt, sie will Holzständerbau, also ein Fertighaus. Ein Massivhaus kam tatsächlich gar nicht in Frage. Mir war es eigentlich egal, und ich habe mich gefügt.

Fertighaus.de: Was war Leonies Hauptbeweggrund für die Holzbauweise?

Nachhaltiger. Gesünder. Ökologischer. Sie hatte eine klare Vorstellung davon, dass Massivbau nass und feucht ist, und dass Holzbau einfach moderner und besser zur Familie passt.

Offene Wohnküche mit dunkler Einbauküche, Kücheninsel und großer Glasfront im Kampa-Fertighaus

Die offene Wohnküche mit Mittelinsel ist das Herzstück des Hauses, die Küche selbst haben Anton und Leonie extern beauftragt, nicht über Kampa.

Fertighaus.de: Welche anderen Fertighaus-Hersteller habt ihr angeschaut?

Mit WeberHaus haben wir gesprochen. Die hatten zu diesem Zeitpunkt aber extrem lange Vorlaufzeiten, deswegen haben wir das relativ schnell wieder fallen lassen. Wir hatten noch mal das Gespräch geführt, weil sie ein Grundstück mit Bauträgerbindung hatten, das gepasst hätte. Aber dann haben uns die zwei Jahre Vorlaufzeit abgeschreckt. Bei Kampa lief es schneller – das war am Ende der entscheidende Punkt.

Fertighaus.de: Warum dann Kampa konkret?

Wir haben uns ein paar Anbieter angeschaut, und Kampa kam einfach in Summe gut weg. Schönes Haus, viel Individualität, gute Flexibilität bei der Planung, gute Qualität. Und ich komme tatsächlich aus der Ecke der Kampa-Zentrale aus dem Süden – ich bin in Stuttgart aufgewachsen. Für mich war das also auch ein bisschen Heimatgefühl.

Hinweis der Redaktion: Kampa positioniert sich bewusst im Premium-Segment des Fertighausmarkts. Der Hersteller aus dem baden-württembergischenAalen baut seit über 120 Jahren in Holztafelbauweise und gehört neben beispielsweise WeberHaus, Huf Hausund SchwörerHauszu den deutschen Holzbauanbietern im gehobenen bis luxuriösen Bereich. Antons und Leonies Hauspreis bewegt sich im zeitlichen Rückblick entsprechend in einer Größenordnung, die bei einem Hersteller im preisbewussten Bereich deutlich niedriger liegen würde, allerdings bei einem anderen Ausstattungsstandard.

Das Grundstück in Marzahn-Hellersdorf – Glück, Tempo, Anzahlung

Die Grundstücksfrage stellt beim Hausbau in Berlin häufig den Engpass dar. Anton und Leonie haben ihr Grundstück über ein öffentliches Portal gefunden – aber gewonnen haben sie es durch Geschwindigkeit und Bereitschaft, sich zu binden.

Fertighaus.de: Habt ihr überhaupt erwogen, ins Brandenburger Umland zu ziehen?

Stand eigentlich nicht zur Debatte, dass wir außerhalb suchen. Für mich war Berlin gesetzt, und wir haben bewusst im Osten gesucht – also die rechte Hälfte, nördlich und südlich auch ein bisschen. Leonie ist Ostkind, in Ostberlin groß geworden, sie wollte nicht in den Westen. Wir haben nicht in Spandau oder Steglitz geguckt. Das waren für Leonie einfach nicht die cooleren Viertel.

Fertighaus.de: Wo habt ihr das Grundstück gefunden?

Wir haben es über ImmoScout gefunden. 880 Quadratmeter in Marzahn-Hellersdorf, ein relativ schmales, langes Grundstück. Eigentlich war das ein größeres Grundstück, ich glaube über 2.500 Quadratmeter, dementsprechend auch sehr teuer. Wir haben den Anbieter angeschrieben und gesagt, wir würden gerne nur einen Teil davon nehmen. Das hat ganz gut geklappt: Es haben sich mehrere Leute auf das Inserat gemeldet, und wir haben es im Prozess dann aufgeteilt.

Fertighaus.de: Wie realistisch ist diese Sucherfahrung heute noch?

Auf jeden Fall realistisch – aber es ist auch viel Glück. Wir haben sämtliche Portale gescreent. Am Ende ist es die Schnelligkeit, die einem das Grundstück gewährt. Wir waren die ersten, die da waren, direkt mit Finanzierungsbestätigung, und haben gesagt, wir machen eine Anzahlung. Das ist das Wichtigste.

Fertighaus.de: Wie hat sich der Wert seit dem Kauf entwickelt?

Wir tracken das nicht akribisch, aber der Bodenrichtwert ist schon ein bisschen gestiegen. Es gab dann auch eine Anpassung, mittlerweile stagniert es eher. Aber positiv entwickelt hat es sich auf jeden Fall.

Fertighaus.de: Wie ist Marzahn-Hellersdorf als Lebensumfeld für eure Familie?

Wir fühlen uns sehr, sehr wohl. Hier ist eine Einfamilienhaus-Siedlung, super ruhig. Die Luft ist spürbar besser als in der Stadt. Mit den Nachbarn ist es richtig cool: drei, vier Familien drumrum mit ähnlich alten Kids. Es entwickelt sich gut, es ziehen junge Familien hin. Und man ist trotzdem schnell in der Stadt, wenn man sie braucht.

Garten mit Spielhaus, Klettergerüst und Terrasse auf dem 880-qm-Grundstück in Marzahn-Hellersdorf

Das 880 Quadratmeter große Grundstück am nordöstlichen Stadtrand von Berlin bietet Platz für zwei Kinder, Garten und Außenanlagen.

Drei Tage Bemusterung in Freiwalde

Die Bemusterung ist der Moment, in dem aus Plänen Entscheidungen werden. Für Berlin und Brandenburg läuft das bei Kampa konzentriert in einem dreitägigen Termin im Bauinnovationszentrum in Freiwalde ab – mit Übernachtung in einem nahegelegenen Hotel und der Möglichkeit, die Familie mitzubringen.

Fertighaus.de: Wie lief die Bemusterung konkret ab?

Wir waren drei Tage lang da, wurden eingeladen, haben übernachtet. Die Großeltern waren mit dabei und haben auf Ella aufgepasst, sodass wir uns voll auf die Bemusterung konzentrieren konnten. Wir haben die Elektroplanung gemacht: wo alle Steckdosen, wo alle Schalter sind. Dann Fenster ausgesucht, Farben, Fußbodenbeläge, Sockelleisten, Fensterbretter, Türgriffe, Innentüren. Die ganze Badplanung mit Fliesen ist auch ein längerer Block, dazu die Treppe – bei uns eine vollholzene. Es war anstrengend, aber eine wirklich coole Zeit.

Modernes Masterbad mit freistehender weißer Badewanne im Plusenergie-Fertighaus von Kampa

Das Bad hat Antons Schwager als Innenarchitekt mitdesignt, die Bad-Keramiken haben die Bauleute bewusst nicht über Kampa, sondern extern beschafft. Eine Ausnahme bildet beispielsweise diese Badewanne von Kampa.

Fertighaus.de: Wo seid ihr dort untergebracht worden?

Das war ein älteres, kleines Hotel direkt nebenan. Nichts Spektakuläres, aber praktisch. Freiwalde passt von der Entfernung gut, wenn man aus Berlin kommt.

Fertighaus.de: Welche Mehrkosten sind bei der Bemusterung entstanden?

Wenn überhaupt 10.000 Euro – wir haben sogar ein, zwei Sachen rausgenommen. Die Bad-Keramiken haben wir nicht über Kampa genommen. Den Balkon haben wir gestrichen und später selbst gemacht. Dafür haben wir Parkett reingenommen, und das war der größte Kostentreiber. Eine Geschosserhöhung unten haben wir auch noch genommen, ein paar Steckdosen mehr, andere Fenster – lauter kleine Aufpreise, nichts, wo man aus den Wolken fällt. Aber Parkett war der dickste Posten.

Fertighaus.de: Gab es Differenzen mit Leonie bei den Entscheidungen?

Bemerkenswert wenig. Wir waren uns generell einig. Bei der Küche haben wir uns später selbst gekümmert – die war nicht über Kampa, das haben wir extern gelöst. Aber bei den Bemusterungs-Entscheidungen lagen wir meistens auf einer Linie.

Wenn das Haus in drei Tagen steht

Im Massivbau dauert der Rohbau Monate. Beim Kampa-Fertighaus stand das Haus innerhalb von drei Tagen. Anton und Leonie hatten sich mit ihrer Tochter extra einen Wohnwagen gemietet, um auf dem Grundstück zu übernachten und nichts zu verpassen. Es ist die Phase, an die Anton sich emotional am stärksten erinnert.

Fertighaus.de: Was war für euch der prägendste Moment der Bauphase?

Eigentlich zwei Momente. Als die Bodenplatte da war, das war krass – weil man dann sieht: Hier kommt jetzt das Haus drauf. Wir haben mit Kerzen den Grundriss auf die Bodenplatte gelegt. Schlechte Foto-Qualität, aber für uns ein schönes Bild.

Frisch gegossene Bodenplatte mit verlegten Hausanschlüssen vor dem Fertighaus-Aufbau in Berlin

Die Bodenplatte mit den verlegten Anschlüssen: der Moment, in dem Anton zum ersten Mal das Grundstück als Bauplatz wahrnahm. Das Haus selbst stand wenige Wochen später.

Aber der wirklich krasseste Moment war, als das Haus gestellt wurde. Wir haben uns einen Camper gemietet und waren drei Tage am Stück dabei, standen vorne auf dem Grundstück und haben mit beobachtet, wie sie das Haus aufbauen. Auch mit Ella damals. Der Stelltrupp war richtig cool, die haben uns oft mitreingenommen, und wenn dann plötzlich die einzelnen Zimmer da waren und nur das halbe Haus stand – das war krass zu sehen, wie schnell das geht.

Mobilkran hebt vorgefertigtes Obergeschoss-Wandelement im Abendlicht auf den Rohbau in Berlin

Eines der letzten Wandelemente kommt nach oben. Drei Tage nach Beginn der Aufstellung folgte das Richtfest mit Zimmermannsspruch.

Blick durch Fensterfront in den noch offenen Rohbau eines Kampa-Fertighauses während der Aufstellung mit Stelltrupp und Materialvorbereitung

Während der Aufstellung sind die zukünftigen Bewohner oft mit auf der Baustelle. Anton hatte einen Camper gemietet, um drei Tage durchgehend dabei zu sein.

Fertighaus.de: Und das Richtfest?

Das war am dritten Tag. Auch cool, weil die Zimmermänner es ein bisschen mitgemacht haben. Wir standen oben am Dachstuhl, jeder hat einen Nagel reingeschlagen, der Zimmermann hat seinen Spruch gesagt. Wir hatten vorher Flyer in der Nachbarschaft verteilt, und es kamen wirklich viele Leute zum Richtfest. Schöner kurzer Moment in einer ansonsten längeren Bauphase.

Vorgefertigter Dachstuhl aus Holz auf einem Tieflader-LKW vor der Anlieferung an die Baustelle in Berlin

Vorgefertigter Dachstuhl bei der Anlieferung: Beim Fertighaus kommen auch die Dachelemente werkstattfertig auf die Baustelle.

Kleinere Schwierigkeiten beim Bau

Auch bei einem etablierten Fertighaus-Hersteller wie Kampa läuft eine Bauphase nicht reibungslos. Anton spricht offen über die Probleme, die mit ihrem Bauleiter aufgetreten sind – und wie sie sie gelöst haben.

Fertighaus.de: Welche Probleme gab es mit der Bauleitung?

Es war wahrscheinlich eine Zeit, in der einfach sehr viel gebaut wurde, und unser Bauleiter war dadurch ein bisschen überfordert. Er war oft unverbindlich. Auf den konnte man sich nicht so richtig verlassen. Man hat angerufen, er meinte, er kümmert sich – und dann ist nichts passiert. Es waren keine weltbewegenden Sachen, aber lauter Kleinigkeiten, die genervt haben und wo man hinterher sein musste.

Fertighaus.de: Welche konkreten Pannen sind passiert?

Zwei Sachen, die ich konkret nennen kann. Wir haben einen kleinen Balkon, der war in der Bauphase noch nicht ganz abgedichtet. Es hat geregnet, und Wasser ist reingelaufen. Das andere: Ein Wasseranschluss hat gefehlt, als der Estrich schon gelegt war. Da kann man dann nichts mehr ausgleichen. Es musste eine neue Leitung von einem Punkt zum anderen gelegt werden. Auch im Bad gab es einen Anschluss, mit dem etwas nicht stimmte. Da kommt dann im Nachgang einer und bessert nach. Aber drauf pochen muss man schon.

Fertighaus.de: Wie habt ihr das gelöst?

Klassisch eskalieren. Wenn man mit dem Bauleiter nicht weiterkommt, geht man eine Stufe höher. Wir hatten dann meistens den Kontakt zu seinem Chef, manchmal noch darüber. Dranbleiben, Druck machen, dass es gelöst wird. Da muss man dem Bauleiter auf gut Deutsch so lange auf den Sack gehen, bis er sich kümmert. Das ist nicht schön, aber es funktioniert.

Fertighaus.de: Habt ihr eine externe Baubegleitung in Betracht gezogen?

Hatten wir tatsächlich kurz am Anfang. Aber ehrlich gesagt war der Typ, den wir hatten, von der Person her unangenehm und hat Dinge bemängelt, die kein wirklicher Baumangel waren. Schrauben oder Nägel im Dachstuhl, die zwei Zentimeter weiter Abstand hätten haben müssen – sowas. Das war mir zu viel. Außerdem nimmt eine externe Baubegleitung nicht wenig Geld. Da wir die Flexibilität hatten, dass ich vor Ort sein und mich in die Themen einarbeiten konnte, hat es ohne gereicht. Aber ich würde auf jeden Fall sagen: Mindestens eine Person sollte da sein. Egal ob extern oder man selbst – man muss hinterher sein, auch wenn man schlüsselfertig baut. Du hast einfach zu viele Gewerke.

Plusenergie im Alltag: Läuft auch ohne Mikromanagement, wäre aber ausbaufähig

Plusenergie war für Anton und Leonie kein bewusst gewählter Faktor, sondern Standard bei Kampa und damit schlichtweg Grundbedingung. Genau das macht ihre Erfahrung wertvoll: Sie zeigt, was ein Plusenergiehaus auch dann leistet, wenn die Bewohner sich nicht jeden Tag um ideale Verschattung und optimalen Eigenverbrauch kümmern.

Plusenergie-Fertighaus mit PV-Anlage auf dem Schrägdach und Garten in Berlin

Die rund 9 bis 10 kWp starke Photovoltaikanlage ist bei Kampa im Plusenergie-Standard enthalten.

Fertighaus.de: Was heißt Plusenergie bei euch technisch konkret?

Kampa baut grundsätzlich mit Viessmann – das ist eigentlich gesetzt. Es ist immer eine PV-Anlage, ein Batteriespeicher und eine Wärmepumpe drin. Bei uns ist die PV-Anlage rund 9 bis 10 kWp, der Speicher liegt auch bei etwa 9 kWh. Dazu Wallbox und E-Auto, die wir direkt mitgeplant haben. Die Wallbox haben wir von Kampa vorbereiten lassen, das E-Auto hatten wir schon vorher. Aber dadurch passt das Plusenergie-Konzept noch besser zu unserem Alltag.

Fertighaus.de: Wie viel Strom produziert ihr pro Jahr, und wie viel davon nutzt ihr selbst?

Die exakten Jahreszahlen kann ich gerade nicht aus dem Kopf nennen – die App wurde zwischendurch gewechselt, da muss ich noch in den historischen Daten suchen. Aber im Sommer haben wir eine richtig gute Abdeckung. Ich würde schätzen, 60 bis 70 Prozent Eigenverbrauch über den Tag, aufs Jahr gerechnet. Im Winter geht es runter, aber im Schnitt sind wir auf jeden Fall über 50 Prozent.

Wochenchart der PV-Anlage: Stromverbrauch zwischen 9 und 22 kWh, Erzeugung zwischen 8 und 19 kWh über sieben Tage

Eine Aprilwoche im Plusenergiehaus: An vier von sieben Tagen lag die PV-Erzeugung über dem Tagesverbrauch, der Überschuss wurde ins Netz eingespeist.

Fertighaus.de: Holt ihr alles raus, was technisch möglich wäre?

Ehrlich gesagt nicht. Wir achten nicht so krass darauf, wann wir die Waschmaschine oder den Trockner anmachen. Auch das Auto laden wir, wenn wir wollen. Man könnte das Plusenergie-Konzept deutlich besser optimieren – mit Verschattung, mit gezielter Tageszeitenplanung. Unser Nachbar hat ein Fertighaus eines anderen Herstellers, vergleichbarer Standard. Der zieht das konsequent durch und hat im Sommer spürbar kühlere Räume als wir. Aber bei dem ist der Aufwand auch höher. Für uns mit zwei kleinen Kindern und Vollzeitjobs ist die Realität: Das Haus arbeitet im Hintergrund mit, der Mehrwert kommt automatisch, und mehr wäre drin, wenn wir wollten.

Fertighaus.de: Habt ihr ausgerechnet, wann sich die Plusenergie-Investition amortisiert?

Nein, weil das für uns gar nicht die Frage war. Plusenergie war bei Kampa Standard – wir hatten die Wahl gar nicht. Energieeffizienz war uns auch nicht der ausschlaggebende Punkt bei der Hersteller-Entscheidung. Das war eher ein schöner Nebeneffekt. Hauptmotiv war ein schönes, individuelles Haus mit guter Qualität. Klimafreundlichkeit ist cool, aber rechnen wollte ich es nicht. Das wäre aufgesetzt gewesen.

Fertighaus.de: Gab es Momente, in denen die Technik nicht funktioniert hat?

Einmal ist die Heizung ausgefallen. Das war aber ein menschlicher Fehler bei einer Wartung – da wollten wir etwas austauschen und haben dabei die Anlage zerschossen. Ansonsten läuft die Technik bisher zuverlässig. Ich tracke das aber auch nicht akribisch. Wenn etwas nicht funktioniert, würden wir es merken – das ist bisher nicht passiert.

Wohnzimmer mit großer grauer Eckcouch, Fensterfront und Holzboden in der Kampa-Stadtvilla

Die große Fensterfront nach Süden sorgt für Licht und Wärme, im Sommer kann das Haus durch Verschattung optional kühler gehalten werden.

Fertighaus-Vorurteile aus Antons Erfahrung

Bevor sie gebaut haben, haben Anton und Leonie nicht viele Vorurteile zu hören bekommen. Heute, vier Jahre nach dem Einzug, können sie die wichtigsten Klassiker aus eigener Erfahrung beantworten.

Fertighaus.de: Habt ihr Vorurteile gegenüber einem Fertighaus zu hören bekommen?

Eigentlich nicht so richtig. Die ältere Familiengeneration war ein bisschen überrascht, aber es hat keiner gesagt, das sei Quatsch. Unsere Nachbarn haben auch ein Fertighaus. Heute ist das Fertighaus gang und gäbe, das ist nichts Außergewöhnliches mehr.

Fertighaus.de: Werterhalt: Hat das eine Rolle bei eurer Entscheidung gespielt?

War uns nicht bewusst und hat keine Rolle gespielt. Ich glaube, das ist bei modernen Fertighäusern auch nicht mehr das Thema, das es vor zwanzig Jahren mal war.

Fertighaus.de: Schallschutz: Wie laut ist euer Haus wirklich?

Es ist spürbar hellhöriger als ein Massivhaus, das gehört zur Wahrheit. Aber gestört hat es uns noch nie. Wir haben auch oft Gäste, die unten länger bleiben, während oben die Kinder schlafen – das ist kein Thema. Vielleicht wird es im Teenageralter relevanter, wenn die Kinder eigene Zimmer und eigene Musik haben. Aktuell mit kleinen Kindern, die abends im Wohnzimmer mit uns Zeit verbringen, merken wir den Unterschied im Alltag kaum.

Fertighaus.de: Langlebigkeit: Glaubt ihr, das Haus steht in 50 Jahren noch?

Da habe ich mir ehrlich gesagt nie Gedanken gemacht. Aber ich gehe davon aus, ja. Kampa ist im hochpreisigen Segment, und ich glaube, dass sie eine gute Qualität bauen. Wer alte Fachwerkbauten anschaut, die jahrhundertealt sind, der weiß: Holzbau kann sehr lange halten.

Fertighaus.de: Wie fühlt sich Leben in einem Holzhaus konkret an?

Im Alltag merkst du den Holzbau gar nicht so explizit. Man denkt nicht: Ah, ich wohne in einem Fertighaus. Was man merkt: Das Haus hält die Wärme richtig gut. Im Winter ist es super angenehm warm, da brauchen wir die Wärmepumpe nicht hochfahren. Im Sommer ist es eher zu warm, weil wir eine große Fensterfront nach Süden haben und nicht konsequent verschatten. Wir können über die Fußbodenheizung kühlen, aber das macht nur ein, zwei Grad aus. Hier liegt unser größtes Optimierungspotenzial – die Dämmung selbst ist top.

Was ein Plusenergie-Fertighaus in Berlin wirklich kostet

Beim Geld wird Anton konkret. Die Eckdaten ihrer Finanzierung sind ein Sonderfall der Zinsphase 2020 – ein Effektivzins, den heutige Bauleute nicht mehr bekommen. Aber die Kostenstruktur ist übertragbar und zeigt, was ein hochwertiges Plusenergie-Fertighaus mit Grundstück in Berlin realistisch kostet.

Fertighaus.de: Was habt ihr insgesamt investiert?

Wir sind knapp über einer Million Euro gelandet. Grob Hälfte-Hälfte zwischen Grundstück und Haus – also rund eine halbe Million für das Grundstück, der Rest fürs Haus und die Außenanlagen. Außenanlagen haben wir teilweise in Eigenleistung gemacht. Das Haus selbst war schlüsselfertig.

Fertighaus.de: Wie habt ihr finanziert?

Wir hatten den großen Vorteil, im Sommer 2020 unterschrieben zu haben. Effektivzins 0,69 %. Das war zu der Zeit eine super geile Phase, die so heute keiner mehr hat. Daran hat sich auch das Eigenkapital orientiert – wir hatten einen guten Mix, aber konkret Zahlen nennen will ich da nicht.

Fertighaus.de: Welche Förderungen habt ihr genutzt?

Zwei Bausteine. Der Hauptkredit lief über das KfW-Programm 153 für energieeffiziente Neubauten, mit 120.000 Euro Kreditvolumen und 30.000 Euro Tilgungszuschuss. Für die Viessmann-Wärmepumpe kam der BAFA-Zuschuss aus dem damaligen Marktanreizprogramm dazu. Der lag 2020/2021 bei 35 % der förderfähigen Anlagenkosten. Es gab dann noch einen kleineren Posten, irgendwas um 5.000 Euro, da bin ich mir aber nicht mehr sicher, was es genau war.

Fertighaus.de: Was kostet das Haus monatlich an Nebenkosten im Vergleich zur früheren Wohnung?

Im direkten Vergleich schwierig, weil wir jetzt das E-Auto und die Wärmepumpe über den Stromzähler laufen haben. Aktuell zahlen wir rund 320 Euro Strom pro Monat als Abschlag. Wasser ist gering, etwa 120 Euro pro Quartal. Grundsteuer rund 60 Euro pro Quartal, plus Müll. In unserer alten Lichtenberger Wohnung haben wir 100 Euro Strom gezahlt, aber dazu kamen rund 500 Euro Nebenkosten für das denkmalgeschützte Haus. Im Haus ist es absolut mehr, aber durch die Plusenergie-Komponente und das E-Auto, das mit dem Hausstrom läuft, ist die Rechnung komplexer als ein einfacher Vorher-Nachher-Vergleich.

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Antons Top-Tipps für andere Bauherrinnen & Bauherren

Zum Abschluss haben wir Anton nach den wichtigsten Lehren gefragt, die er an ein Paar in ähnlicher Situation weitergeben würde. Drei Punkte sind ihm besonders wichtig – und einer davon kommt mit einem konkreten Beispiel, das zeigt, warum es sich lohnt, beim Bauen nicht alles ohne Prüfung abzunicken.

Fertighaus.de: Was sind die drei wichtigsten Ratschläge?

  1. Finanzierung zuerst klären. Wenn man bauen will, muss man wissen, was geht – und schnell reagieren können, wenn sich eine Grundstücks-Möglichkeit auftut. Wir haben damals eine Anzahlung gemacht, um das Grundstück zu sichern. Heute ist die Lage anders, aber das Prinzip Schnelligkeit und Verbindlichkeit gilt weiter.
  2. Ein gut eingespieltes Team sein. Hausbau gilt als super stressig, ist aber bei guter Aufgabenteilung machbar. Wir hatten klare Rollen – ich die operative Begleitung und Bau-Koordination, Leonie die Innenraumgestaltung, beide die Entscheidungen.
  3. Einzelpositionen challengen – auch wenn man einen guten Hauptpreis hat.

Fertighaus.de: Was meinst du mit Einzelpositionen challengen?

Klassisches Beispiel: Wir wollten ein bestimmtes Waschbecken fürs Gäste-WC. Über Kampa hätte es 600 Euro gekostet. Online direkt bestellt 300 Euro. Mein Schwager ist Innenarchitekt, hat es über seinen Zugang besorgt – 75 Euro. Die Differenz ist gewaltig. Solche Sachen lohnt es sich anzuschauen. Wir haben auch den Balkon herausgenommen – 8.000 Euro über Kampa, ich habe den Belag selbst draufgelegt. Bemustern ist eine Verhandlung, kein Bestellprozess.

Fertighaus.de: Würdest du heute irgendetwas anders machen?

Grundsätzlich nicht viel. Wir sind sehr zufrieden. Bei den Außenanlagen würde ich es ein bisschen anders aufteilen – leichter handhabbar planen, mehr Anbieter vergleichen. Außenanlagen kommen immer zum Schluss, wenn das Geld knapp ist und man fertig werden will. Wir sind an einen Gartenbaubetrieb geraten, der überteuert war. Das haben wir zu spät gemerkt. Und einen Tipp habe ich noch: Maulwurfsnetz im Garten. Klingt banal, aber Maulwürfe können richtig stressig werden. Das würde ich jedem empfehlen, gleich zu Beginn einzuplanen.

Handgezeichneter Gartenplan mit Bambus, Sauna, Spielgerät und Stellplatz für das Plusenergie-Fertighaus in Berlin

Der handgezeichnete Gartenentwurf. ‚Außenanlagen kommen immer zum Schluss', sagt Anton, und genau deshalb lohnt es sich, sie früh zu planen.

Fertighaus.de: Hatte dein Schwager als Innenarchitekt eine besondere Rolle?

Ja, der hat uns viel begleitet, gerade beim Bad. Das hat er hauptsachlich mitdesignt. Wir hatten ihn als Austauschpartner für alle Innenraum-Themen – das war Gold wert. Es gab ein paar Sachen, von denen er uns abgeraten hat, aber nichts Krasses. Vor allem hat er einen Blick für Materialqualität und Bezugsquellen, den wir ohne ihn nicht gehabt hätten.

Abschließende Einordnung

Antons und Leonies Erfahrung stellt in drei Punkten einen Sonderfall dar, ist in vielen anderen aber repräsentativ: Der Bauzins von 0,69 % ist ein Glücksfall der Zinsphase 2020 und ist heute nicht mehr realistisch. Auch die Geschwindigkeit, mit der sie ihr Berliner Grundstück gefunden haben, war damals einfacher zu erreichen als heute, weil sich die innerstädtische Grundstücksknappheit seither weiter zugespitzt hat. Nicht zuletzt handelt es sich bei ihrer Stadtvilla um ein Objekt mit erstklassiger Ausführung eines High-End-Fertighausanbieters.

Was hingegen übertragbar bleibt: die Bauleiter-Probleme und Antons pragmatischer Umgang damit. Bauverzögerungen, vergessene Anschlüsse und unverbindliche Bauleiter sind keine Einzelfälle – sie passieren bei jedem Hersteller, im Massiv- wie im Fertigbau. Antons Eskalationsprinzip (eine Hierarchie-Stufe höher, dranbleiben, Druck machen) und seine Empfehlung, dass mindestens eine Person aktiv Präsenz beim Bau zeigen muss, sind die wichtigsten praktischen Lehren dieses Bauberichts.

Auch die Plusenergie-Erfahrung ist ermutigend: Selbst ohne aktives Energiemanagement liefert das Haus 60 bis 70 Prozent Eigenverbrauch im Sommer. Für Familien, die das Konzept ohnehin einplanen, weil ein Hersteller wie Kampa es als Standard anbietet, ist das ein guter Hinweis: Ein überdurchschnittlicher Energiestandard funktioniert auch dann, wenn man nicht jeden Tag das Haus ideal damit nutzt. Wer optimieren will, kann – wer nicht, lebt trotzdem mit niedrigen laufenden Kosten.

Antons Erfahrung zeigt: Ein Plusenergie-Fertighaus mit hoher Individualität ist machbar – wenn die Hersteller-Wahl, das Grundstück und die Begleitung der Bauphase passen. In unserer Anbietersuche finden Sie kostenlos und unverbindlich passende Hersteller für Ihr Projekt und können Kataloge anfordern.

Antons Bauerfahrung mit einem Fertighaus von Kampa in Berlin zusammengefasst
  • Gesamtkosten knapp über 1 Million Euro, etwa hälftig aufgeteilt auf Grundstück (rund 500.000 Euro) und Haus (schlüsselfertig).
  • Bauzins von 0,69 % effektiv durch Vertragsabschluss im Sommer 2020 – ein Glücksfall, der heute so nicht mehr machbar ist.
  • Holzbauweise war Leonies Wunsch: nachhaltiger, gesünder, ökologischer. Für Anton war die Bauweise zweitrangig – das Haus, das Grundstück und das Bauchgefühl mussten passen.
  • Bauleiter war zeitweise überfordert: undichter Balkon in der Bauphase, fehlender Wasseranschluss vor Estrich-Legung. Gelöst durch Eskalation an die nächste Hierarchie-Ebene.
  • Externe Baubegleitung kurz versucht und wieder verworfen – zu pingelig, zu teuer, am Ende nicht nötig, weil Anton selbst Zeit und Einarbeitung mitbrachte.
  • Plusenergie-Standard war bei Kampa Pflicht, kein bewusster Aufpreis. Eigenverbrauch im Sommer geschätzt 60 bis 70 Prozent, im Winter rund 50 Prozent – alles ohne aktives Energiemanagement.
  • Bemusterungs-Mehrkosten überschaubar bei rund 10.000 Euro: Parkett war der größte Posten. Balkon, Bad-Keramik und Waschbecken haben Anton und Leonie gezielt rausgenommen und günstiger selbst beschafft.
  • Bauzeit eineinhalb Jahre von Vertragsunterschrift Juni 2020 bis Einzug Februar 2022 – im Rahmen des zugesagten Termins, wäre laut Anton sogar etwas schneller machbar gewesen.

Häufige Fragen rund um Bauen mit Kampa, Plusenergie und Fertighaus in Berlin

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