Die Hausaufstellung: Wie in 3 Tagen unser Fertighaus aufgebaut wurde

Hallo ihr lieben Häuslebauer und Baubegleiter,

die Zeit verfliegt und fliegt quasi an uns vorbei. Wir können es kaum fassen, aber unser Häuschen steht, der Estrich ist getrocknet, die Außenfassade ist verputzt und wir starten bereits mit dem Innenausbau!

Aber jetzt alles nochmal ein paar Schritte zurück:

Erster Tag der Hausaufstellung: Die Wände stehen

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Am Montag, den 7. Mai 2018, war nun endlich unser großer Tag gekommen. Unser Finger-Haus sollte aufgestellt werden. Wir hatten uns für die drei Stelltage extra Urlaub genommen, um alles mitverfolgen zu können.

Um 5:30 Uhr am Montagmorgen kamen wir also total aufgeregt am Grundstück an und warteten auf die LKWs. Nur wenige Minuten später kam auch schon unser Bautrupp. Kaum angekommen begannen sie mit den Vorbereitungen.

Als erstes wurde die Bitumenbahn auf die Bodenplatte aufgerollt. Diese Abdichtungsbahnen dienen als Sperrschicht und sollen die restliche Bodenfeuchtigkeit der Bodenplatte zurückhalten.

Als nächstes wurden Leitern, Material etc. auf der Bodenplatte anhand unseres Grundrisses zurecht gestellt. Zeitgleich kamen auch die Gerüstbauer und begannen, das Gerüst rings um die Bodenplatte aufzustellen.

Unser Stelltrupp war kaum mit den Vorbereitungen fertig, als auch schon der erste LKW, mit unserem Erdgeschoss beladen, ankam. Mein Gott waren wir aufgeregt. Die ersten Wände kamen “geflogen” und wurden millimetergenau auf die Bodenplatte gesetzt - unser Traumhaus begann Realität zu werden. Ab diesem Moment ging alles super schnell, nicht mal zwei Stunden später standen die Außenwände und kurze Zeit später auch die Innenwände unseres Erdgeschosses. Wahnsinn wie routiniert und zügig die Männer gearbeitet haben. Um alles genau beobachten zu können und nichts zu verpassen, saßen wir bei strahlendem Sonnenschein auf dem ebenfalls zügig zusammengesteckten Gerüst.

Fertighauswand wird im Obergeschoss platziertNachdem die Erdgeschossdecke eingebaut war, wurde erstmal eine Pause eingelegt. Wir hatten Brotzeit, süße Stückchen und Getränke für alle vorbereitet und die Pause zusammen mit dem Bautrupp verbracht. Die Stimmung war - wie das Wetter - einfach Hammer!

Nach der Mittagspause ging es dann direkt weiter mit dem Obergeschoss. Auch hier wurde mit den Außenwänden begonnen und danach die Innenwände passgenau eingesetzt. Kennt ihr das Spiel „Tetris“? Genau so sah das Setzen der Wände aus. Angefühlt hat es sich, als wären wir mitten im Spielfeld. ;-)

Nachdem die Wände im OG platziert waren, sind wir das erste Mal auch ins Häuschen rein gegangen - vorher wollten wir dem Bautrupp nicht im Weg stehen und mussten erstmal begreifen, was da genau aufgestellt wurde... das war UNSER Haus! 1,5 Jahre haben wir das Haus bis ins kleinste Detail geplant, Kataloge und Pläne gewälzt, Inspirationen gesammelt, um dann unseren Traum zu verwirklichen. Tja und jetzt, gerade einmal acht Stunden später stand es da und wir darin mit Tränen in den Augen.

Gegen 18 Uhr wurde dann auch Feierabend gemacht. Bis dahin war tatsächlich auch der Rahmen des Dachstuhls gesetzt und das Haus regendicht gemacht worden. Wahnsinn, wie schnell alles ablief. Wirklich begreifen, konnten wir das alles allerdings noch nicht wirklich.

Zweiter Stelltag: Und das Richtfest folgt sogleich

Den ersten Stelltag verarbeitet und geschlafen wie ein Murmeltier, kamen wir am zweiten Tag frisch und munter zum Haus. Der Bautrupp arbeitete schon weiter am Dachstuhl und zeitgleich wurden im Haus die Verbindungen der Wand- und Deckenteile fertiggestellt. Zusätzlich kam an diesem Tag unser Bauleiter vorbei und wir gingen zusammen unser Bemusterungsprotokoll sowie unseren nun finalen Bauablaufplan im Detail durch.

Biertische und Bänke mit rosa Deko beim RichtfestAn diesem zweiten Stelltag hatten wir auch unser Richtfest geplant. Den perfekten Zeitpunkt für das Fest, hatten wir im Vorfeld mit unserem Bauleiter abgeklärt. Wir wollten den Bautrupp gerne dabei haben, sie aber auf keinen Fall bei ihrer Arbeit stören. Der zweite Tag schien hierfür perfekt, da zwischen 16 und 17 Uhr eh Feierabend gemacht werden würde. Für uns gab es deshalb nach dem Gespräch mit unserem Bauleiter noch einiges zu tun. Wir holten den Richtkranz im Blumenladen (wir hatten den grünen Kranz vorbestellt und dann selbstgekaufte Bänder angebracht), haben die Salate für den Abend fertig gemacht und sind vollgepackt mit Deko, Grillgut und voller Vorfreude zurück zu unserem Häuschen gefahren.

Wir hatten Biertischgarnituren organisiert, diese mit pinken Papiertischdecken, kleinen Richtkränzen (inspiriert durch eine andere Bauherrin) und Kerzen als Tischdeko verschönert.

Bauherrenpaar-auf-dem-Dachstuhl-unter-Richtkranz.JPEGAngekommen am Häuschen, wurden wir bereits von den ersten Gästen erwartet. Der Bautrupp hatte schon sichtlich Spaß und direkt unseren Richtkranz aufgehängt - ganz oben auf dem First unseres Daches. Und da wir das so toll fanden, sind wir bis hoch geklettert und haben auf unserem Dach das perfekte Foto geschossen. Nach diesem kleinen, spontanen Fotoshooting haben wir uns wieder zu unseren Gästen gesellt, darunter unsere Familien, Freunde und enge Arbeitskollegen sowie der Bautrupp und alle neuen Nachbarn. Wir fanden, das Richtfest ist eine schöne Tradition, die tolle Erinnerungen schafft und eine super Gelegenheit ist, die Nachbarn besser kennen zu lernen.

Natürlich gab es etliche Hausführungen und auch wir lernten dabei unser Häuschen und all seine Ecken richtig lieben.

Nachdem alle gestärkt waren, haben wir die Gäste vor unser Häuschen gebeten - Zeit für den Richtspruch. Wir sind zusammen mit dem Truppenleiter auf das Gerüst gestiegen und zur Überraschung aller hat mein Freund eine kleine Dankesrede vorbereitet. Ein wirklich toller Moment ihm da oben zuzuhören. Nach dem Richtspruch wurde traditionell ein Shot getrunken und die Gläser auf die Straße geworfen - alle zersplitterten; na da haben wir ja nochmal Glück gehabt! ;-)

Der letzte Tag der Hausaufstellung: Alles unter Dach und Fach

Fertighausrohbau im Eingangsbereich mit TreppeAm dritten Stelltag ging es dem Dach an den Kragen. Die Ziegel wurden geliefert und direkt vom LKW auf dem Dach verarbeitet. Auch hier ging alles ratz fatz und nach gerade einmal 2,5 Stunden hatten die Männer das gesamte Dach bis auf den First gedeckt. Hierfür fehlten leider die Ziegel, was natürlich nicht so geplant war, aber es kam uns letztlich ganz gelegen, denn dadurch konnte unser Richtkranz noch über das lange Wochenende auf dem gedeckten Dach hängen bleiben. Während die Männer auf dem Dach zu Gange waren, hatten wir im Haus unseren Rundgang mit dem Elektriker. Wir sprachen nochmal alle Steckdosen, Schalter und sämtliche Lichtausgänge durch. Das war die letzte Gelegenheit, um noch spontane Entscheidungen und Änderungen zu treffen. Gesagt getan und schwups hatten wir einen zusätzlichen TV Anschluss im Bad - ich fand die Idee von der Badewanne aus einen Film oder eine Serie entspannt schauen zu können einfach mega. Ansonsten waren alle Anschlüsse wie in der Bemusterung besprochen und wir konnten am frühen Nachmittag auch endlich Feierabend machen.

Alles in allem, waren die Stelltage ein voller Erfolg - unser Traumhaus war nun Realität geworden und ein neuer Lebensabschnitt konnte beginnen! Die grüne leere Wiese gehörte nun der Vergangenheit an. An dieser Stelle ein großes Dankeschön und dickes Lob an Rico und sein Team von FingerHaus!

Was passiert nach der Hausaufstellung?

In der darauffolgenden Woche begann der Elektriker mit seiner Arbeit. Er hat komplett alle Kabel und Anschlüsse im Haus verlegt und angeschlossen. Kabelwirrwarr ohne Ende - leider auch mit einer kleinen Fehlkonstruktion: unsere Steckdosen im EG Flur und Garderobe laufen jetzt über die Sicherung des Wohnzimmers. Aber da muss der Elektriker eben nochmal ran. Tipp an alle - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Kontrolliert alles was ihr abnehmen müsst. Hätten wir nicht jede einzelne Sicherung durchgetestet, wäre es evtl. nie aufgefallen.

Erfolgreiche Eigenleistung beim Ausbau

Nachdem der Elektriker mit seiner Arbeit fertig war, stand unser großer Auftritt bevor. Wir hatten einen Teil des Trockenbaus aus dem Werkvertrag genommen, sprich wir wollten die Decken in Eigenleistung verkleiden. Hintergrund war, dass wir sehr viele LED Spots im Haus verbauen wollten und hierfür die Decke etwas abgehangen werden sollte. Diese Leistung von FingerHaus ausführen zu lassen, hätte definitiv unser Budget gesprengt und so haben wir beschlossen, uns selbst ans Werk zu wagen.

Gesagt, getan. Wir haben wir uns nach Rücksprache mit unserem Bauleiter zum besagten Zeitpunkt zwei Wochen Urlaub genommen und angefangen, uns im Haus zu verwirklichen. Innerhalb von fünf Tagen waren alle Decken abgehangen, verkleidet, Löcher für die Spots gebohrt und die Kabel gezogen. Wahnsinn, wie gut alles geklappt hat, mit jeder Platte wurde man etwas routinierter und am Ende waren wir stolz wie Oskar, dass wir das so toll hinbekommen haben. Auch hier ein großes dickes DANKE an alle Helfer, vor allem an meine Mama und meinen Papa.

Rohbau eines aufgestellten Fertighauses von InnenAls nun auch die Decken fertig waren, haben wir uns an unsere Galerie gewagt. Unser Plan ist, dort ein Glasgeländer anzubringen. Auch hier haben wir uns dafür entschieden, es selbst zu machen. Wir haben uns ein Glasgeländer online auf Maß bestellt und mussten jetzt die Edelstahlschiene anbringen. Diese Schiene wird nämlich direkt als Estrichabsperrung dienen. Doch bevor die Schiene zum Einsatz kam, mussten wir die Ecken verspachteln. Und nein wir haben noch nie gespachtelt und auch keinen Kurs gemacht - Wir haben es einfach ausprobiert und es hat sogar Spaß gemacht. :)

Wir haben die Eckschienen angebracht und direkt eingespachtelt, abgeschliffen, nochmal gespachtelt und wieder geschliffen. Von dem Ergebnis war selbst unser Bauleiter beeindruckt. Da wir jetzt schon so geübt waren im Spachteln, haben wir direkt im HWR weiter gemacht. Wir haben uns spontan dazu entschlossen, diesen Raum komplett fertig zu stellen, sprich zu spachteln, zu schleifen und zu streichen. Wieso? Die Schläuche für die Fußbodenheizung sollten nach unserem Urlaub verlegt und die Heizung inkl. Lüftungsanlage angeschlossen werden. Wir dachten es wäre wesentlich einfacher den Raum fertig zu haben, bevor die ganzen Rohre und Kanäle an die Decke und Wände im HWR angebracht werden. Im Nachhinein kann ich diesen Schritt auch nur jedem Bauherren raten! Hätten wir um all die Rohre und Kanäle drum herum arbeiten müssen, hätten wir sicherlich alles hingeschmissen. Natürlich muss man auch ehrlich zugeben, dass wir einige Stellen nochmal korrigieren müssen, da natürlich an den Wänden durch die Arbeiten unschöne Spuren hinterlassen wurden. Aber das ist vertretbar.

Steckdosen Verdoppeln

Da wir nun doch noch „so viel“ Zeit in unserem Urlaub hatten, haben wir auch direkt die Verdoppelungen der Steckdosen gemacht. Wir haben in unserer Bemusterung überall wo wir Steckdosen haben wollten, nur eine einzige hingesetzt. Die Verdopplungen machten wir selbst, denn auch hier kann man sehr sehr viel Geld einsparen - ohne großen Aufwand zu haben. Wie ihr seht, waren wir in unserem Urlaub seeehr fleißig und die Eigenleistungen haben sich wirklich gelohnt.

Küssendes Bauherrenpaar mit Schlüssel zum neuen HausUnser Urlaub ist aktuell schon wieder sieben Wochen her und mittlerweile ist die Fußbodenheizung verlegt, der Estrich getrocknet. Und auch unsere Außenfassade wurde verputzt. Während dieser Zeit hatten wir „nur“ die Aufgabe, zweimal am Tag stoßzulüften, sodass der Estrich vernünftig trocknen kann.

Durch den Estrich schaut es jetzt wesentlich wohnlicher und einladender aus - wie ein Zuhause! Seit dem letzten Wochenende sind wir wieder aktiv am werkeln und haben begonnen die Wände zu spachteln. Wir haben noch einiges vor uns, sind aber auch optimistisch, alles toll und nach Plan hinzubekommen!

Ganz liebe Grüße,

Eure Christina