Betonsanierung - wie geht das?

Alterungsprozesse

Hauptursache für die Schäden am Beton ist - sieht man einmal von Pfusch am Bau ab - der Zahn der Zeit. Beton (eine Mischung von Zement, Wasser und Zuschlagstoffen wie Sand oder Kies) altert natürlich und dabei verändern sich leider die Eigenschaften des an sich hochstabilen Materials. Besonders tückisch sind die Alterungsprozesse bei Stahlbeton, weil die eingearbeitete Stahl-Armierung irgendwann zu rosten beginnt. Verantwortlich dafür ist die Carbonatisierung des Betons, eine chemische Reaktion, die durch Wasser und Luft in Gang gesetzt wird.

Problemfall Stahlbeton

Diese Reaktion hat zur Folge, dass sich die stark basischen Verhältnisse im Beton, die den Stahl vor Korrosion schützen, neutralisieren. Feuchtigkeit, Sauerstoff und Bakterien können den Stahl angreifen. Das Volumen des Stahls erhöht sich bei der Oxidation stark. Das führt wiederum dazu, dass durch den entstehenden Druck Teile des Betons abplatzen. Beschleunigt tritt dieser Alterungsprozess da auf, wo die Luft durch Schwefeldioxid oder andere saure Gase stark belastet ist (durch Industrie/Verkehr), oder wo die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Salzwasser in Meeresnähe oder nach Streueinsätzen hat ähnliche Wirkung.

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Entrostung mit Sandstrahlern

Zur Sanierung muss der schadhafte Beton entfernt werden und der Stahl muss natürlich entrostet werden. Das geht am besten mit Sandstrahlern und alleine schon deswegen müssen in den meisten Fällen Fachunternehmen die Aufgabe übernehmen. Sind dagegen bislang nur vereinzelte feine Risse aufgetreten, kann der Heimwerker eventuell selber den Beton "verjüngen".

Harze als Füllstoff

Grundsätzlich geeignete Füllstoffe sind verschiedene Epoxidharze, Polyurethanharz oder Zementleim bzw. Zementsuspensionen. Die Füllstoffarten zeichnen sich durch ihre große Festigkeit, die hohe Alterungsbeständigkeit und den geringen Schwund aus. Die Harze verfügen darüber hinaus noch über ein hohes kapillares Steigvermögen, was speziell bei engen Rissen von Vorteil ist.

Unterschiedliche Eigenschaften

Epoxidharze bieten sich dabei für sogenannte kraftschlüssige Verbindungen an, die sich durch eine zug- und schubfeste Verbindung der Rissufer auszeichnen. Polyurethanharze zeichnen sich dagegen durch eine hohe Dehnfähigkeit und eine gute Abdichtung gegen Wasser aus. Der große Vorteil von Zementleim oder Zementdispensionen liegt darin, dass das Injektionsmaterial der gleichen Feuerwiderstandsklasse angehört wie das instandzusetzende Bauteil. Die Rissbreiten dürfen 0,8 (Zementleim) bzw. 0,2 mm (Zementdispersion) nicht überschreiten.

Tränken bei feinen Rissen

Bei feinen Rissen lässt sich ein Korrosionsschutz der Bewehrung schon durch "Tränken" des Spalts mit speziellen, dünnflüssigen Epoxidharzen erreichen. Durch die niedrige Oberflächenspannung kriechen diese Harze nach einem Pinselauftrag förmlich in den Spalt und schließen ihn. Das Auftragen des Harzes wird nach Antrocknen der ersten Schicht solange wiederholt, bis kein Harz mehr in den Riss eindringt. Damit erreicht man allerdings keine kraftschlüssige Verbindung. Ändert sich die Breite des Risses, bricht der getränkte Riss schnell wieder auf.

Injektageverfahren

Zum Schließen breiterer oder tieferer Risse kommen verschieden Injektageverfahren zum Einsatz. Dabei werden die Harze mit Hilfe von Einfüllstutzen ("Packer") zum Teil unter hohem Druck verfüllt. Am häufigsten eingesetzt werden dabei Klebepacker (die auf den Riss aufgeklebt werden) und Bohrpacker, die in einem den Riss kreuzenden Kanal (ca. 45 Grad zur Oberfläche) eingeschraubt werden. Bei den Injektageverfahren wird grundsätzlich von unten nach oben gearbeitet.

Vorsorge treffen

Besser ist es aber grundsätzlich, von vorneherein dafür zu sorgen, dass der Beton vor den Umwelteinflüssen geschützt ist. Ein Schutzanstrich wirkt oft schon Wunder ebenso wie beispielsweise eine Abdeckung. Spätestens nach erfolgter Sanierung sind solche Maßnahmen unabdingbar.

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