Energiestandards im Fokus: Passivhaus, KfW-Effizienzhaus, Nachhaltigkeit

Energiestandards im Fokus: Passivhaus, KfW-Effizienzhaus, Nachhaltigkeit

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    Nachhaltigkeit spielt beim Bauen heutzutage eine immer größere Rolle. Das liegt nicht nur an einem insgesamt gestiegenen Umweltbewusstsein und Fortschritten in der Bauchtechnologie, sondern vor allem an den immer schärfer werdenden Gesetzen. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein wichtiges rechtliches Instrument, um die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Gerade für Neubauten gelten strenge Richtlinien für die Energieeffizienz. 

    Fertighausanbieter bieten diverse Möglichkeiten an, Energie einzusparen, zu speichern und auch zu erzeugen. Sie nehmen auf dem Gebiet eine Vorreiterrolle ein, weil sie bereits vor gesetzlichen Verschärfungen an ihren Produktkatalogen und Energiesparlösungen gefeilt haben. 

    Auf der Suche nach Energiesparhäusern, wird immer wieder auf Begriffe wie „Passivhaus” „Niedrigenergiehaus“ „Nullenergiehaus“ oder „KfW-Effizienzhaus 40“ stoßen. Das sind keine zufällig gewählten Werbebegriffe, sondern beschreiben die Energiestandards von Häusern. Weil man sich darunter zunächst wenige vorstellen kann, erklären wir Details zu den verschiedenen Standards und zeigen, was hinter diesen Bezeichnungen steckt.

    Fertighäuser sind Vorreiter beim nachhaltigen und energieeffizienten Bauen

    Fertighaus Energieeffizienz

    Quelle: fotozick / fotolia.com

    Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind in der Fertighausbranche schon seit vielen Jahren präsent. Das liegt zum einen an der Bauweise. Gut 95% der Fertighausbauten werden in Holzbauweise errichtet. Doch manche Fertighausanbieter dürfen sich gut und gerne als Pioniere in Sachen „umweltgerechtes Bauen“ bezeichnen.

    Sie benutzen nicht nur häufig Holz aus heimischen Wäldern, sondern haben schon früh auf alternative Dämmstoffe gesetzt und konnten wichtige Erfahrungen mit diesen sammeln, die anderen Bauunternehmen bis heute fehlen. Während heutzutage manche Häuser hinter dezimeterdicken Styropor-Schichten verschwinden, erfüllen viele Fertighäuser schon in ihrer Standardbauweise die strengen Förderrichtlinien der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und verbessern die Gesamtenergiebilanz schon bei der Fertigung.

    Holzhäuser mit guten Energiewerten

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    Das Niedrigenergiehaus wird zum Standard

    Ein Niedrigenergiehaus hat einen Heizwärmebedarf von 40 bis 80 kWh/(m²a). Das ist im Prinzip der Standard, der mit den einfachsten Mitteln zu erreichen ist. Andere Häuser werden praktisch nicht mehr gebaut. Im Vergleich zu zahlreichen Bestandsbauten ist der Primärenergiebedarf schon niedrig, jedoch gibt es auch noch weitaus effizientere Bauweisen. Man muss sich jedoch mit den Details beschäftigen, denn auch weitaus sparsamere Häuser werden mitunter als „Niedrigenergiehäuser“ bezeichnet, so dass es sich als Oberbegriff etabliert hat.

    Niedrigenergiehäuser

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    Im Passivhaus Energie optimal nutzen

    Das Konzept hinter einem Passivhaus ist, dass das Haus seine in ihm erzeugte Energie nutzt und vor allem erhält. Das bedeutet, dass der Wärmebedarf, vor allem aus passiven Quellen gespeist wird. Dazu zählen Sonnenwärme, Abwärme von Geräten, Körperwärme oder Hitze, die beim Kochen entsteht. Diese Wärme soll weitgehend  im Haus gehalten werden. Eine gewöhnliche Heizung, die „aktiv“ heizt, ist nicht erforderlich. Dafür bedarf es nicht nur einer dicken Dämmung und dichten Außenhülle, die dafür sorgt, dass im Winter wenig Wärme verloren geht, im Sommer wenig hineinströmt. Zudem benötigt man auch ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, da ein Luftaustausch natürlich unabdingbar ist, um abgestandene Luft und Feuchtigkeit abzutransportieren, aber gleichzeitig den damit einhergehenden Wärmeverlust zu minimieren. 

    Ganz ohne Heizung kommt es dennoch nicht aus. Schließlich will man nicht auf Warmwasser verzichten und ein Handtuchtrockner im Badezimmer ist ebenfalls stets willkommen. Deswegen ergänzen häufig Wärmepumpen oder kleine Pelletheizungen die passive Energiegewinnung. Damit sich ein Haus aber „Passivhaus“ nennen darf, darf der Heizwärmebedarf 15 kWh/(m²a) nicht übersteigen. Eine Süd-Ausrichtung des Hauses ist ebenfalls von entscheidendem Vorteil, da dies die Sonnenausbeute deutlich erhöht und so hilft, die Energieeffizienz zu steigern.

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    Einen ausgeglichene Bilanz mit dem Nullenergiehaus

    Nullenergiehaus Solarkollektoren

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    Das Nullenergiehaus ist eine weitere Entwicklungsstufe des Passivhauses. Es soll im Jahresmittel keine Energie von außen beziehen müssen. Neben dem Wärmebedarf wird auch die Elektrizität vor Ort erzeugt und gedeckt. Natürlich erzeugt das Haus über Sonnenkollektoren im Sommer mehr Energie als im Winter, während es im Winter mehr Energie benötigt. Im Schnitt kommt man aber so auf eine ausgeglichene Energiebilanz. Dies ist der Standard, der gemäß dem Industrieausschuss des Europäischen Parlaments für alle Neubauten gelten soll, die nach dem 31. Dezember 2018 errichtet werden.

    Ein Plus-Energie-Haus erzeugt mehr Energie als es benötigt

    Das Energieplushaus ist eine noch effektivere Form des Nullenergiehauses. Es generiert im Jahresmittel mehr Energie als es verbraucht. Diese Energie kann man beispielsweise nutzen, um ein Elektroauto aufzuladen. Langfristig gesehen wird das Energieplushaus wohl die normale Wohnform werden. Derzeit ist es allerdings noch ein Exot. Denn noch wird viel ausprobiert und so manche Technologie zur Energiegewinnung steckt noch in den Kinderschuhen. 

    Hauptenergiequelle ist die Sonne. Über Solarmodule wird die Energie genutzt, um Strom zu erzeugen oder Wasser zu erwärmen (Photovoltaik und Solarthermie). Es wird aktuell auch erprobt, wie man Algen in Fenstern zur Energiegewinnung nutzen kann oder wie sich Wind und Verdunstungskälte direkt am Haus in nutzbare Energie umwandeln lässt.

    Beim Nullenergie oder Passivenergiehaus darf man natürlich nicht vergessen, dass es sich dabei um theoretische Werte handelt. Wer dauerhaft mehrere PCs und Kühlschränke betreibt, wird vielleicht etwas weniger heizen müssen, hat aber einen deutlich höheren Stromverbrauch. Die tatsächliche Energieeffizienz eines Gebäudes hängt zu einem guten Teil auch von dem individuellen Verhalten der Bewohner ab. Jedenfalls bleibt die Energieeffizienz von Häusern ein Entwicklungsfeld, in dem noch jede Menge Potential steckt und ein externer Stromanbieter nur noch benötigt wird, um zu Spitzenverbrauchszeiten den Bedarf zu decken. Obwohl wirtschaftlichen Stromspeicherlösungen bereits für die nahe Zukunft angekündigt wurden.

    Plus-Energie-Häuser

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    KfW-Effizienzhäuser

    KfW Förderung

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    Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die Bundesregierung den energieeffizienten Hausbau. Mit strenger werdenden Ansprüchen an die Energieeffizienz, wachsen auch die Voraussetzungen für eine Förderung. Sicher sind Ihnen die Begriffe „KfW-Effizienzhaus 55“ oder „KfW 40“ schon begegnet. Die Zahl beschreibt wie hoch der Energiebedarf gegenüber einem Neubau nach der Energieeinsparverordnung ist. 

    Um das an einem Beispiel zu veranschaulichen: Ein Effizienzhaus 100 würde genau den Anforderungen der EnEV (von 2009) entsprechen. Ein Effizienzhaus 55 braucht nur 55% der Energie, die die EnEV als Standard vorschreibt, ein Effizienzhaus 40 nur 40%. 

    Je niedriger der Wert ist, desto mehr Energie spart dieses Haus also. Und umso höher wird es auch gefördert. Bis zum 31.3.2016 gab es noch das „KfW-Effizienzhaus 70“. Diese Effizienzstufe wird aber zum Standard erklärt und damit nicht mehr gefördert, so dass nur noch die Effizienzklassen 55 und 40 sowie die neu eingeführte Effizienzklasse 40 Plus gefördert werden. Dafür wird der Förderkreditbetrag von 50.000 auf 100.000 Euro erhöht und eine 20-Jährige Zinsbindung angeboten.

    Die Kategorien der KfW müssen von den anderen Kategorien isoliert betrachtet werden, da die KfW bestimmte Fördervoraussetzungen festgelegt hat, die nicht pauschal auf die einzelnen Haustypen zutreffen müssen. Fertighausanbieter hingegen kennen sich mit den Förderrichtlinien gut aus und konzipieren ihre Häuser entlang der Vorgaben, so dass viele Fertighauskunden auf Fördermittel und günstige Kredite bei Ihrer Baufinanzierung einplanen können.

    KfW 70 Häuser

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    KfW-55-Häuser

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    Fazit

    Dieser Ratgeber bildet übersichtlich ab, welche Energiestandards es gibt, wie Häuser gefördert werden und welche Entwicklung im Bereich der Förderungen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau von statten gehen. Für ausführliche Erläuterungen, Vor- und Nachteile stehen unsere übrigen Ratgeber mit tiefergehenden Erklärungen zur Verfügung.

    Quellen

    • Titelbild: Coloures-pic / fotolia.com