Geld sparen durch Förderungen für ein energieeffizientes Haus

Wer seinen Traum von den eigenen vier Wänden verwirklicht, möchte heute energieeffizient bauen - nicht nur der Umwelt zuliebe, sondern um später Energie und Kosten zu sparen. Energieeffizientes Bauen wird sogar gefördert - mit zinsgünstigen Krediten und attraktiven Zuschüssen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

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Ein Hausbau stellt meist die größte Investition im Leben dar. Daher ist jeder Bauherr für finanzielle Hilfen dankbar, die die Verwirklichung des Projektes unterstützen. Mit Förderungen für ein energieeffizientes Haus lässt sich gleich doppelt Geld sparen. Zum einen gelingt die Finanzierung des Hausbaus einfacher und wird kostengünstiger. Zum anderen trägt energieeffizientes Bauen dazu bei, die laufenden Energiekosten des künftigen "Haus-Betriebs" in Grenzen zu halten. Selbst wenn Investitionen zur Energieeinsparung zunächst oft mehr Finanzmittel in der Anschaffung und Einrichtung erfordern, auf längere Sicht zahlt sich das in vielen Fällen aus. 

Am attraktivsten sind Fördermaßnahmen mit Zuschüssen - es handelt sich praktisch um geschenktes Geld. Aber auch zinsgünstige Kredite oder andere Förderhilfen bieten einen echten Mehrwert. Hier ein Überblick über die Energieeffizienz-Förderlandschaft. Sicher ist auch für Ihren Hausbau etwas dabei.

KfW Förderprogramme

KfW-Programm Energieeffizient Bauen 

KfW 40Bei der Durchführung von kreditgestüzten Förderprogrammen mit bundesweiter Ausrichtung ist die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) das maßgebliche Institut. Mit dem Programm "Energieeffizient Bauen" fördert die KfW energiesparende Bauvorhaben mit zinsgünstigen Krediten. Gefördert werden der Neubau oder Kauf eines KfW-Energieeffizienz-Hauses. Dabei handelt es sich um einen technischen Standard, mit dem die Energieeffizienz der betreffenden Immobilie im Verhältnis zu Vergleichsobjekten ausgedrückt wird. 

Geboten werden langfristige Darlehen über 100.000 Euro pro Wohneinheit mit einer Laufzeit bis zu 30 Jahren. In den ersten Jahren finden nur Zinszahlungen statt, keine Tilgung. Das bedeutet für Bauherren eine erhebliche Liquiditätsentlastung. Der Zinssatz ist besonders niedrig und orientiert sich an den Refinanzierungskonditionen der KfW am Kapitalmarkt. In den ersten 10 Jahren ist der Zinssatz fest und wird dann der Kapitalmarktlage entsprechend angepasst. 

Besonders attraktiv beim Programm "Energieeffizient Bauen" sind die möglichen Tilgungszuschüsse. Damit übernimmt die KfW de facto einen Teil des Kredits. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach den KfW-Energieeffizienz-Standards. Im höchsten Standard "KfW-Effizienzhaus 40 Plus" beträgt der Zuschuss 15 Prozent bzw. bis zu 15.000 Euro pro Wohneinheit. Förderkredite sind nicht direkt bei der KfW erhältlich, sondern müssen über normale Banken beantragt werden. 

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KfW-Programm Erneuerbare Energien 

Mit dem Programm "Erneuerbare Energien" unterstützt die KfW Investoren, die Anlagen zur erneuerbaren Energieerzeugung errichten und betreiben. Die Maßnahme richtet sich in erster Linie an die gewerbliche Wirtschaft, ist aber auch von Privatleuten nutzbar - zum Beispiel für die Finanzierung einer Solaranlage auf dem eigenen Hausdach, wenn ein Teil der erzeugten Energie in das öffentliche Netz eingespeist wird. Für ausschließlich selbst genutzte Anlagen ist die Maßnahme dagegen nicht einsetzbar. Das Programm bietet langfristige zinsgünstige Darlehen mit bis zu 20 Jahren Laufzeit und bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren. Das Investitionsvorhaben kann bei privaten Bauherren immer zu 100 Prozent finanziert werden. Die Beantragung erfolgt wiederum über Banken. 

BAFA Förderprogramme

BAFA - Zuschüsse für mehr Energieeffizienz 

Im Unterschied zur KfW, die in erster Linie zinsgünstige Darlehen vergibt, basiert die Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Wesentlichen auf Zuschüssen. Ein Teilbereich der BAFA-Maßnahmen umfasst die Förderung von mehr Energieeffizienz und kann auch von Privatpersonen in Anspruch genommen werden. Die Förderung ist allerdings in erster Linie auf Energieeinsparung in bereits bestehenden Gebäuden ausgerichtet und kann bei Neubauten erst nachträglich in Anspruch genommen werden. Die Antragstellung erfolgt direkt beim BAFA. Hier ein kurzer Überblick: 

  • Energieberatung für Wohngebäude: bei dieser Maßnahme werden Kosten für eine Beratung zu mehr Energieeffizienz im Haus bezuschusst. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern übernimmt die BAFA bis zu 60 Prozent der Beratungskosten, maximal 800 Euro. 
  • Heizen mit erneuerbaren Energien:hier fördert die BAFA Biomasseanlagen zur Erzeugung von Heizenergie - zum Beispiel Pelletöfen. Möglich sind Zuschüsse bis zu 8.000 Euro.
  • Heizungsoptimierung: dieses Programm unterstützt den Ersatz veralteter Heizungspumpen und Pumpen zur Warmwasserzirkulation durch moderne Hocheffizienz-Pumpen und hydraulischen Abgleich am Heizsystem. Bis zu 30 Prozent der Umrüstungskosten werden übernommen, maximal 25.000 Euro. 
  • Kraft-Wärme-Kopplung: private Hauseigentümer erhalten für die Installation von Mini-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen einen Zuschuss von bis zu 3.500 Euro. 

Förderprogramme von Ländern und Kommunen

Neben den Maßnahmen von KfW und BAFA auf Bundesebene gibt es noch etliche weitere Programme der Bundesländer sowie von einigen Kommunen. Die Fördermaßnahmen sind häufig auf mehr Energieeffizienz in Bestandsimmobilien ausgerichtet, aber nicht nur. Dabei kommen sowohl Darlehen (fast immer über landeseigene Förderbanken) und Zuschüsse zum Einsatz. Beispiele für solche Förderprogramme sind: 

  • "Wohnen mit Zukunft" der baden-württembergischen L-Bank: zinsgünstige Darlehen für den Einbau energieeffizienter heiztechnischer Anlagen in Wohngebäuden
  • "Erneuerbare Wärme" der Hamburgischen Investitions- und Förderbank: Zuschüsse für Einbau und Modernisierung von Heizungs-Anlagen zur erneuerbaren Wärme-Erzeugung;
  • "Münchner Förderprogramm Energieeinsparung": mit dieser Maßnahme unterstützt die Stadt München verschiedene Vorhaben zur Energieeinsparung bei Bestands- und Neubauten mit Zuschüssen. 

Förderung über Energieversorger

Auch verschiedene Stadtwerke und Energieversorger fördern Energieeffizienz-Maßnahmen von Hauseigentümern. Hier zwei Beispiele:

  • der südhessische Energieversorger Entega bietet verschiedene Förderungen für Energieeffizienz in Form von Zuschüssen oder kostenloser Beratung, u.a. bei der Anschaffung energiesparender Haushaltsgeräte, beim Einbau energieeffizienter Heizungsanlagen oder bei der Erzeugung von Solarenergie;
  • EWS Elektrizitätswerke Schönau eG: der Energieversorger aus dem Schwarzwald unterstützt die Erzeugung erneuerbarer Energien durch private Hausbesitzer u.a. durch Zuschüsse und vorteilhafte Einspeisevergütungen. 

Die richtige Förderung für Ihr Haus finden 

Diese Übersicht zeigt, es gibt in Deutschland eine äußerst vielfältige

KfW 40 Plus stromerzeugende Anlage

 Förderlandschaft, wenn es um energieeffizientes Bauen geht. Die Kunst besteht darin, die richtigen Förderprogramme für das eigene Vorhaben zu finden und sinnvoll zu verbinden. Viele Maßnahmen sind nämlich miteinander kombinierbar. Das gilt zum Beispiel für das KfW-Programm "Erneuerbare Energien", das u.a. mit BAFA-Zuschüssen kombiniert werden kann. 

Eine sehr gute Möglichkeit, die jeweils in Frage kommenden Förderprogramme zu ermitteln, bietet eine Recherche in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (http://www.foerderdatenbank.de/). Bei Detailinformationen zu den einzelnen Programmen sind die Webseiten der jeweiligen Anbieter eine hervorragende Informationsquelle. Der "richtige" Einbau der Förderung in die Finanzierung eines Hausbaus oder einer Modernisierung sollte am besten mit der eigenen "Bank des Vertrauens" geklärt werden.

Auf jeden Fall gilt es, Energieeffizienz-Investitionen im Vorfeld möglichst genau zu kalkulieren. Die Investition muss sich unter Berücksichtigung von Fördermitteln in einem überschaubaren Zeitraum rechnen. Dann können Sie sowohl von Beginn an, als auch über die Jahre hinweg  "Geld sparen" mit Ihrem Energieeffizienz-Haus.