Keller bauen - ja oder nein?

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    Diese Frage stellen sich die Bauherren eines jeden Einfamilienhauses, besonders die eines Fertighauses, denn Fertighäuser werden fast immer "ab O.K." angeboten - also ab "Oberkante Kellerdecke". Man kann natürlich ein Fertighaus (wie jedes andere Haus) auch nur auf eine ebenerdige Bodenplatte stellen. Die Antwort ist aber eindeutig: Sagen Sie ja zum Kellerbau! Denn die Zeiten, in denen Kellerräume nichts weiter waren als dunkle, relativ feuchte, oft muffige Vorratsräume, in denen man höchstens einen Raum als Waschküche regelmäßig nutzte, sind heute längst vorbei. Für viele ist der Keller eben kein nackter Vorratsraum, sondern ein Spielkeller oder Hobbykeller und damit eine sinnvolle Erweiterung des Wohnraums. Trotzdem wird gerade bei Neubauten aus Kostengründen immer häufiger auf einen Keller verzichtet.

    Sparen ohne Keller?

    Doch diese vermeintliche Sparmaßnahme sollte man sich lieber zweimal überlegen. Denn außer in ausgewiesenen Hochwassergebieten gibt es eigentlich keinen wirklich einleuchtenden Grund, auf einen Keller zu verzichten. Auch hohe Grundwasserstände sind kein Grund, wie Sie in unserem Spezialbeitrag über den Kellerbau in "Druckwasserbereichen" nachlesen können. Natürlich verteuert ein Keller den Bau eines Hauses. Allerdings lässt sich für wenig Geld relativ viel Wohnraum gewinnen. Und man muss ja auch nicht von Anfang an den Keller zum Luxus-Souterrain ausbauen (lassen): Ähnlich wie beim Dachgeschoss kann man den Endausbau ein paar Jahre in die Zukunft verschieben und dann größtenteils in Eigenleistung durchführen.

    Anbau statt Keller - eine Alternative?

    In südlichen Ländern, wo man den deutschen Anlegern möglichst preiswert sog. Villen anbietet, wurden jahrzehntelang die Waschküche und die Technik für Klimaanlage und Poolreinigung in Anbauten untergebracht. Man hatte ja genug Land und es war schon billiger, einen Anbau in Leichtbauweise auf den Felsen zu stellen, als den felsigen Boden für einen Kellerbau auszuheben. Doch auch dort ändern sich die Dinge, weil das Bauland knapper wird und damit statt freistehender Villen mehr und mehr Reihenhäuser angeboten werden. Wie sieht es denn aus, wenn auf einem Minigrundstück von 180 qm auch noch ein solcher Anbau platziert werden muß? Nicht anders ist es bei uns in Deutschland, wo Bauland noch knapper und noch teurer ist. Ein solcher Anbau beansprucht also Platz - und die Errichtung kostet auch, denn er muß genauso wärmegedämmt werden, wie das eigentliche Wohnhaus.

    Den Keller unter dem Dach einrichten?

    Unter dem Dach läßt sich alles unterbringen - natürlich auch eine Gastherme, die das Haus mit Wärme und Warmwasser versorgt und natürlich auch eine Waschmaschine. Das macht aber nur Sinn, wenn ein großes Haus zur Verfügung steht und das Dachgeschoß wirklich nicht anderweitig benötigt wird. Solche großen Häuser sind sicherlich der Ausnahmefall. In der Regel werden im Dachgeschoß Zimmer für die größer werdenden Kinder eingerichtet. Im Zweifelsfall kann man ja auch überlegen, was den größeren Schaden verursacht: Wenn der Schlauch an der Waschmaschine im Dachgeschoß oder im Keller platzt.

    Nutzungsmöglichkeiten eines Kellers

    Was bringt ein Keller? Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Neben der Heizungsanlage und den Hausanschlüssen kann man hier die Waschküche so unterbringen, dass die eigentliche Wohnfläche davon nicht betroffen ist. Zudem gewinnt man Raum für ein Arbeitszimmer, einen Party-Raum, Gästezimmer, Spielzimmer, einen Fitness-Bereich, eine Sauna, eine Dunkelkammer, einen sonstigen Hobbyraum oder bei cleverer Planung sogar für eine Einliegerwohnung, die durch Mieteinnahmen die Finanzierung des gesamten Hauses erleichtert. Wenn der heiße Sommer kommt, ist der Keller der einzige kühle Raum im ganzen Haus, wo dann auch der Wein im Weinregal die Hitzewelle übersteht.

    Höherer Wiederverkaufswert bei unterkellerten Häusern

    Für den Keller spricht noch etwas ganz Entscheidendes: Hat man sich einmal gegen einen Keller entschieden, kann man das mit vertretbaren Mitteln nicht mehr ändern. Zudem ist der Wiederverkaufswert eines unterkellerten Gebäudes in aller Regel deutlich höher. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 86% der befragten Makler der Meinung, dass Immobilien ohne Keller schwerer zu verkaufen sind, als Gebäude mit Keller.

    Errechnet wurde auch, dass bei einem Mehrpreis bei den Baukosten von 10 % ein Raumgewinn bis zu 40 % entsteht, wie bei www.bauen.de nachzulesen ist. Bei einem Flachdach-Bungalow liegt der Raumgewinn logischerweise bei 100 %. Genauso logisch ist, dass sich ein Plus von 40 bis 100 % positiv auf den Wiederverkaufspreis auswirkt.

    Alternative Hochkeller

    Eine interessante Alternative ist der Hochkeller. Liegt das Basisgeschoss 50 bis 80 Zentimeter über dem Boden, hat das gleich mehrere Vorteile: Beim Ausschachten muss deutlich weniger Erde bewegt werden und die gegen Bodenfeuchtigkeit zu schützende Fläche ist deutlich kleiner. Außerdem kann man mit viel weniger Aufwand auch große Fensterflächen für helle, lichtdurchflutete (Wohn)Räume im "Souterrain" einbauen. Es kommt noch ein günstiger Nebeneffekt hinzu. Je höher der Hochkeller, je weniger können Neugierige in Ihre Wohnung starren. Und Einbrecher tun sich auch schwerer, denn ohne Leiter kommen Sie nicht an Ihr Fenster, um dieses aufzuhebeln. Eine Sonderform ist der Keller eines Hauses in Hanglage, denn hier bildet der Keller zumindest zur Hälfte schon das 1. Wohngeschoß - und zwar zur Talseite hin.

    Baustoffe für den Kellerbau

    Eine ganze Reihe von Baustoffen eignen sich für den Keller-Rohbau. Statisch hoch belastbar sind beispielsweise Keller aus Stahlbeton, die entweder als Fertigteile angeliefert oder vor Ort produziert werden. In diesem Zusammenhang ist der Begriff der weißen Wanne wichtig, denn die aus wasserundurchlässigem Beton erbauten Keller trotzen auch hohen Grundwasserständen. 

    Beton- Fertigkeller - auch Montagekeller genannt - werden in kürzester Zeit aufgestellt und werden trotz der Fertigung im Werk exakt mit den vom Bauherrn gewünschten Maßen produziert. Solche Keller sind im Fertighausbau gang und gebe. Ebenfalls schnell und wirtschaftlich ist ein Keller aus großformatigen Kalksandsteinen. Der Vorteil dieses Materials ist, dass es sich gleichzeitig auch als Sichtmauerwerk eignet. Außerdem sorgt Kalksandstein für ein angenehmes Raumklima.

    Zwei Fliegen mit einer Klappe kann man mit gemauerten Kellern aus Leichtbeton- oder Wärmedämmziegeln schlagen. Diese Materialien zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht und damit leichte Verarbeitbarkeit aus. Sie haben eine so gute Wärmedämmung, dass eine zusätzliche Dämmung überflüssig ist. Dies gilt nicht zuletzt für Keller aus Verfüllziegeln, die sogar als Selberbausätze angeboten werden. Die Ziegel werden übereinander gestapelt, die hohlen Innenkammern mit Beton ausgegossen.

    Abdichtung der Außenwände

    Es bleibt also dem Bauherrn überlassen, aus welchem Material die Kellerwände errichtet werden sollen. Wichtig ist das regelgerechte Kellerabdichtung gegen Feuchtigkeit. Dazu verwendet man in der Regel sogenannte Bitumendickbeschichtungen.

    Darunter versteht man kunststoffmodifizierte Bitumenemulsionen, die frisch in frisch in zwei Arbeitsgängen von außen auf die Kellerwände aufgespachtelt oder aufgerollt werden. Diese Schicht muss unbedingt noch gegen spitze Gegenstände und Steine im Erdreich geschützt werden. Dazu verwendet man spezielle Kunststoffnoppenbahnen mit druckverteilender Folie oder - besser - eine Perimeterdämmung (Wärmedämmplatten), die den Keller gleich mit gegen Kälte schützt.

    Je nach Bodenverhältnissen muss auch noch eine Dränage eingeplant werden, die verhindert, dass drückendes Wasser die Wände unnötig belastet. Angeboten werden auch spezielle Drainageplatten die Regen- und Sickerwasser in die eigentliche Drainage und von dort in die Kanalisation ableiten. In unserer Rubrik WDVS (Wärmedämmverbundsysteme) finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema.

    Innenabdichtung und -dämmung nur bei "Altkellern" sinnvoll

    Was man bei einem Neubau an äußerer Wärmedämmung und -abdichtung versäumt hat, kann man durch Innenmaßnahmen nicht mehr vollwertig ausgleichen. Ein feuchter Keller ist grundsätzlich ein Problemfall. Die nachträgliche Innendämmung oder - abdichtung bietet sich deshalb nur bei älteren Gebäuden an, wenn es zu aufwendig ist, die Kellerwände freizulegen.

    Eine Innenabdichtung ist aber nur bei Räumen mit weniger als 60 Prozent Luftfeuchtigkeit empfehlenswert, weil es sonst durch die Feuchtigkeit zu Kondensation von Wasser an den Wänden und in der Folge zu Schimmelbildung kommen kann. Eminent wichtig sind hier sorgfältige Vorbereitungen: Nicht tragfähiger Putz muss von der abzudichtenden Wand vollständig entfernt werden.

    Risse im Mauerwerk müssen ausgestemmt und mit Mörtel verschlossen werden. Risse in Betonwänden müssen mit Injektionsharz auf Polyurethanbasis verschlossen werden. Zwischenwände müssen entweder mit abgedichtet oder am Anschluss zur Außenwand abgetrennt werden. Die eigentliche Abdichtung erfolgt mit starren oder elastischen zementgebundenen Dichtungsschlämmen. Haben diese abgebunden, kann man einen Sanierputz auftragen oder eine Wärmedämmung ankleben.

    Putze auf Gips-Basis sollte man auf keinen Fall im Keller verwenden, da Gips bei Feuchtigkeit aufquillt. Unter der Kellerdecke muss noch eine Horizontalsperre (durch Mauerwerksinjektion oder Stahlplatten) eingebracht werden, damit das Wasser aus den Kellerwänden nicht weiter in die Wohngeschosse aufsteigen kann. Auf keinen Fall sollte man vergessen, die Bodenplatte abzudichten. Auch dabei haben sich Dichtungsschlämme bewährt.

    Zunächst aber müssen gegebenenfalls Fliesen, Estrich, etc. entfernt werden. Danach sollte man - in Abhängigkeit von der Raumhöhe - einen selbstnivellierenden Ausgleichsestrich aufbringen. Darauf kommen in wenigstens zwei Arbeitsgängen Dichtungsschlämme in einer Dicke von etwa 3 Millimetern. Danach muss nur noch über eine Hohlkehle der Anschluss an die Wandabdichtung hergestellt werden. Unbedingt sollte man die Verarbeitungshinweise beachten.

    Empfehlenswert ist es außerdem, nur Produkte aus dem System eines Herstellers zu verwenden, da nur so die einzelnen Baustoffe optimal aufeinander abgestimmt sind. Grundsätzlich aber raten wir, für diese Arbeiten einen Architekten und einen Fachbetrieb für Bautenschutz hinzuzuziehen.

    Vor Rückstau sichern

    Speziell bei ergiebigem Landregen im Sommer kommt es immer wieder vor, dass Keller "überflutet" werden. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht aufnehmen kann, kommt es zu einem Rückstau des Wassers. Die Folge: Über die Abläufe wird das Abwasser in den Keller gedrückt - die Feuerwehr muss ausrücken und den Keller auspumpen. Mit einer Rückstausicherung lässt sich der Ärger vermeiden. Praktisch sind Rückstauverschlüsse mit integrierter Pumpe: Damit kann man dann auch während eines Rückstaus Waschmaschine und Waschbecken weiternutzen, da die Pumpe das Abwasser trotz des Drucks von außen in die Kanalisation befördert.

    Sanitäre Einrichtungen

    Problemlos ist auch die Installation von Waschbecken, Duschen oder Toiletten. Selbst wenn die Abwasserkanäle höher liegen als die Abläufe des Kellers (auch hier ist ein Hochkeller praktisch), kann man mit modernen und preisgünstigen Fäkalienzerkleinerungs- und Hebeanlagen dieses Manko wettmachen. Grundsätzlich sollte man ein Auge auf die Rohrdurchführungen für die Hausanschlüsse für Wasser-, Gas- und Telekommunikation haben: Gerade bei dieser Schnittstelle verschiedener Gewerke kommt es auf den Einsatz hochwertiger Systeme, die ein Durchsickern des Wassers neben dem Bohrloch zuverlässig verhindern, und auf die fachgerechte Durchführung an.

    Fenster und Lichtschächte

    Ohne Fenster ist auch ein Keller nicht komplett. Sie sorgen trotz der unterirdischen Lage für ausreichend Luft und Licht. Bei der Auswahl der Kellerfenster sollte man schon die geplante Nutzung der Räume im Auge behalten. Fenster für unbeheizte Räume sind in aller Regel einfach verglast, für beheizte Räume dagegen muss man zu einer Wärmeschutzverglasung greifen. Rahmen und Fensterflügel gibt es wahlweise aus Stahl, Kunststoff oder Holz. Zusätzlich lassen sich die Fenster durch Lochgitter sichern, integrierte Abluftöffnungen vervollständigen das Angebot.

    Für eine wohnraumähnliche Nutzung bieten sich größere Fensterflächen an. Für einen optimalen Lichteinfall sorgen aus Beton oder Kunststoff vorgefertigte Lichtschächte. In Kombination mit weißen, das Licht reflektierenden Wandflächen im Keller werden die Räume auch ohne Kunstlicht erstaunlich hell. Das Non plus Ultra ist ein besonders breiter Lichtschacht, dessen "Böschung" durch zusätzliche Bepflanzung besonders attraktiv wirkt. Im Zusammenhang mit Lichtschächten nie vergessen, die Konstruktionen mit einer Entwässerungsöffnung zu versehen bzw. die Schächte an die Dränage anzuschließen.

    Keller ohne Haus? Eher nicht!

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