Kleine Häuschen auf gestapelten Euro Münzen

Baustoffpreise steigen 2022 weiter an - Das sollten Bauherren wissen

Von Clara Flemming Am 16. Dezember 2021

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Bauwillige in ganz Deutschland müssen sich im Jahr 2022 auf weitere Preissteigerungen beim Hausbau einstellen. Durch die anhaltende Corona-Pandemie kommt es immer wieder zu Lieferengpässen und Produktionseinschränkungen durch Handwerker-Mangel, was die Preise weiter nach oben treibt. Wir erklären, was beim Hausbau 2022 teurer wird und wie Sie sich am besten verhalten sollten.

Welche Baustoffe werden 2022 teurer?

War es zunächst der Rohstoff Holz, der bei der Baumaterial Preisentwicklung 2021 den größten Anstieg im Frühjahr verzeichnet hat, so kommen immer mehr Baustoffe hinzu. Beispielsweise haben sich die Preise für Warmstahl bis zum Sommer 2021 innerhalb von sechs Monaten um 60 % verteuert, Beton ist um 15 bis 20 % teurer geworden. Ausschlaggebend für den Preisanstieg bei Materialien wie Stahl und Beton sind vor allem die höheren Kosten für Energie und Diesel, die für Herstellung und Transport der Baumaterialien benötigt werden. Kunststoff und Dämmmaterial werden ebenfalls zunehmend teurer oder sind teilweise nicht mehr erhältlich.

Holzpreise pendeln sich wieder ein
Seit Herbst 2021 ist eine Stabilisierung der Holzpreise erkennbar. Zwar sind die Kosten für Bauholz nicht großartig zurückgegangen, sie haben sich aber auf einem gerechtfertigten Niveau eingependelt. Zudem sind Versorgungsengpässe rückläufig und Holz wieder gut verfügbar.

Neben Preisanstiegen bei Baumaterial schnellen auch die Lohnkosten für Handwerkerleistungen in die Höhe. Hinzukommen lange Wartezeiten durch Ausfälle bei Arbeitern in der Baubranche, was sich wiederum negativ auf die Hausbaukosten auswirkt.

Welche Auswirkung hat das auf die Hauspreise?

Höhere Materialkosten hinterlassen bei den Hauspreisen zunehmend ihre Spuren. Viele Hausanbieter haben zunächst versucht, steigende Ausgaben für Baustoffe nicht auf ihre Kunden umzulegen. Mittlerweile sehen sie sich jedoch dazu gezwungen, die Preise ihrer Häuser anzuheben.

Ein Neubau in Massivbauweise kostete im August 2021 bereits 12,6 % mehr verglichen zum Vorjahresmonat (Quelle: Statistisches Bundesamt). Selbst ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuersenkung in der zweiten Jahreshälfte 2020 läge der Unterschied bei 9,7 %. Die Preise für Fertighäuser sind ähnlich stark angestiegen, sodass Bauherren im Schnitt 30.000 bis 75.000 Euro mehr zahlen müssen im Vergleich zum Herbst 2020.

Die allgemeine Immobilienpreisentwicklung innerhalb der letzten 10 Jahre ist enorm. Die Preise für Wohneigentum (Eigentumswohnung, Ein- und Zweifamilienhaus) sind laut statistischem Bundesamt zwischen 2010 und 2020 um 65 % teurer geworden. Dies ist der höchste Anstieg innerhalb eines Jahres seit 1970.

Was sollten Bauherren jetzt tun?

Wie viele Bauwillige werden Sie sich fragen, ob ein Neubau in 2022 sinnvoll erscheint. Steigende Preise schrecken im ersten Moment ab. Doch auf einen Rückgang der Preise zu hoffen, ist ebenfalls fraglich. Stehen Sie gerade vor der Entscheidung ein Haus zu bauen, empfiehlt es sich, schnell zu handeln, um weiteren Preissteigerungen aus dem Weg zu gehen. Die meisten Hausbaufirmen bieten Ihnen einen Festpreis an. Das bedeutet, dass der Hausbau nicht teurer als vereinbart werden darf, selbst wenn es zu erneuten Anstiegen bei Material- und Lohnkosten kommt.

Darauf zu warten, dass die Preise wieder sinken, ist riskant. Eine “Preiserholung” ist zwar nicht auszuschließen, aber die Baupreis Prognose für 2022 und folgende Jahre erahnt eher das Gegenteilige. Grund dafür sind vorrangig die anhaltende Pandemie mit neuen Virusvarianten sowie weitere Lieferengpässe. Selbst wenn in der Zukunft Baustoffpreise wieder sinken, werden die Hauspreise wohl kaum gesenkt werden. Wenn Sie zeitnah einen Bau- oder Werkvertrag mit Festpreisgarantie abschließen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Hausbau aus einer Hand für mehr Sicherheit
Baufirmen, die einen “alles aus einer Hand” Service anbieten, sind für die Koordination und korrekte Ausführung aller Gewerke verantwortlich. Demnach stehen sie auch in der Verantwortung, wenn es zu Lieferengpässen und Bauverzögerungen kommt und tragen das Risiko von Preisentwicklungen. Wenn Sie hingegen als Bauherr alle Gewerke selbst organisieren, liegt die Koordination in Ihren Händen. Bei eben genannten Problem müssen Sie eigenständig Lösungen finden und für etwaige Verluste aufkommen.

Fazit

Unsere Empfehlung: Bauen Sie zeitnah mit einem Full-Service-Anbieter und verlassen Sie sich nicht auf Preisrückgänge. Die Vergangenheit zeigt, dass gestiegene Preise in der Bauindustrie in den seltensten Fällen zurückgehen. Je eher Sie sich einen Festpreis bei einer Baufirma sichern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, von weiteren Preisanstiegen verschont zu bleiben. Vergleichen Sie Angebote mehrerer Anbieter, um den für Sie passendsten Bauvertrag abzuschließen.

Ein weiterer Grund für eine schnelle Entscheidung zum Hausbau

Der KfW 55 Standard wird nur noch bis Ende Januar 2022 gefördert. Um sich den Zuschuss von 26.250 € zu sichern, sollten Anträge schnellst möglich abgeschickt werden.

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