Baukindergeld 2018: Die Förderung für Familien

Sinn und Zweck des Baukindergeldes (KfW 424) soll es sein, gerade jungen Familien mit einem mittleren Einkommen den erstmaligen Erwerb oder Bau eines neuen Hauses zu erleichtern. In diesem Zusammenhang gibt es jedoch viele Fragen, die sich die Zielgruppen stellen und es zu beantworten gilt.

Update: Das Baukindergeld ist da!

Das Bundesministerium in Berlin teilt mit, dass das Baukindergeld ab dem 18. September 2018 bei der KfW Bankengruppe beantragt werden kann. Die Förderung soll rückwirkend bis zum 1. Januar 2018 gelten - Vorausgesetzt dass mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt. Der Antrag muss zukünftig spätestens drei Monate nach dem Einzug von den Familien gestellt werden.

Überblick der Fakten
  • Das Baukindergeld wird rückwirkend für das Jahr 2018 als staatliche Förderung bei der Eigenheimzulage vergeben.
  • Familien oder Alleinstehende, die bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von maximal 75.000 Euro im Jahr liegen - plus einem Freibetrag von 15.000 Euro für jedes Kind - können das Baukindergeld beantragen.
  • Beim Erwerb von Wohneigentum oder Neubau eines Hauses werden dabei 1.200 Euro im Jahr je Kind und das für einen Maximalen Zeitraum von 10 Jahren vorgesehen.
  • Die Eigenheimzulage kann nur für Bauvorhaben vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2020 beantragt werden.


Exakte Höhe und Bezugsfähigkeit vom Baukindergeld (KfW 424)

Bauherrenfamilie hält ein Sparschwein in der HandDer Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD hat das Baukindergeld als staatliche Direktförderung eingeführt. Dafür werden jeder bau- oder erwerbsfähigen Familie 1.200 Euro je Kind und Jahr (festgeschrieben auf maximal 10 Jahre) zugebilligt. Das aber nur in den Fällen, bei denen das zu versteuernde Haushaltseinkommen bei maximal 75.000 Euro im Jahr liegt. Für jedes Kind besteht zusätzlich ein Freibetrag von 15.000 Euro.

Anzahl der KinderMaximales EinkommenHöhe Baukindergeld
190.000 €12.000 €
2105.000 €24.000 €
3120.000 €36.000 €

Darüber hinaus muss es sich um den erstmaligen Erwerb einer Immobilie oder den ersten Neubau eines Hauses handeln. Verfügt eines der Familienmitglieder bereits über Wohneigentum zur Dauernutzung, kann das Baukindergeld nicht mehr bezogen werden. Außer der Kaufvertrag bzw. die Baugenehmigung wurde nach dem 31.12.2017 unterzeichnet.

Wichtig zu berücksichtigen ist außerdem, dass der Förderungsanspruch an den Bezug des regulären Kindergeldes gebunden ist. Das bedeutet, wenn der Kindergeldanspruch mit dem 25. Lebensjahr endet, besteht auch kein Baukindergeldanspruch mehr.

Beispielrechnung zum Baukindergeld

Eine Familie mit zwei Kindern darf maximal über 105.000 Euro an zu versteuerndem Einkommen im Jahr verfügen, um in den Genuss des Baukindergeldes zu kommen. Dann erhält diese zweiköpfige Familie im vorgegebenen Förderzyklus insgesamt 24.000 Euro vom Staat: 1.200 Euro je Kind und Jahr mit einem maximalen Bezugszeitraum von 10 Jahren, also insgesamt 12.000 Euro pro Kind.

Beispielrechnung zum Baukindergeld für Familie mit 3 Kindern

Die Eigenheimzulage beantragen

Wo kann das Baukindergeld beantragt werden?

Mutter mit Kind beim MünzenzählenZwischen 1996 und 2005 gab es die sogenannte Eigenheimzulage, die stark an das Baukindergeld erinnert. Diese musste über das zuständige Finanzamt beantragt werden. Diesmal entscheidet die KfW Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau) über die Vergabe der Eigenheimzulage. 

Wie Sie einen Antrag stellen erfahren Sie hier

Die 12 häufigsten Fragen zum Baukindergeld

    Welche Immobilien fallen in den Bereich der Förderung?

    Sowohl neu erworbene Bestandsimmobilien als auch neu gebaute, beziehungsweise neu zu bauende Immobilien werden von einer Förderung bezuschusst. Wahrscheinlich ist, dass ältere Bestandsimmobilien nicht nicht in die Förderung fallen werden. Der Stichtag für den Förderungsanspruch bezieht sich auf das Datum der erteilten Baugenehmigung für Neubauten bzw. des unterzeichneten Kaufvertrags für Bestandsimmobilien. So muss dieses zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 liegen, wodurch sich Rückzahlungen einholen lassen können.

    Kann ich das Baukindergeld beantragen, wenn ich schon eine Immobilie besitze?

    Beim Baukindergeld handelt es sich um eine Förderung bei erstmaligem Erwerb einer Immobilie. Wer schon über dauer genutztes Wohneigentum in Deutschland verfügt, profitiert leider nicht vom Baukindergeld.

    Wie lange dauert die Genehmigung? Wann kommt die erste Auszahlung?

    Laut KfW gehen zum Start des Baukindergeldes sehr viele Anträge für die Förderungen ein. Bauherren müssen sich also noch gedulden - frühestens im März 2019 sollen die Nachweise im Portal der KfW hochgeladen werden können.

    Wie wird das Haushaltseinkommen definiert?

    Zum Haushaltseinkommen zählen das zu versteuernde Einkommen des Antragstellers sowie das Einkommen des Ehepartners oder des Partners aus eheähnlicher Gemeinschaft. Hierfür werden die Einkommensteuerbescheide der letzten drei Jahre nachgewiesen. Daraus wird der Durchschnitt des zweiten und des dritten Jahres vor Antragseingang gebildet und zur Prüfung genommen (Für die einen Antrag aus dem Jahr 2018 wird also der Durchschnitt aus den Jahren 2016 und 2015 gebildet).

    Kann Baukindergeld für einen Nebenwohnsitz beantragt werden?

    Nein. Baukindergeld wird nur bei einer Immobilie als Hauptwohnsitz des Antragstellers genehmigt.

    Muss mir die Immobilie zu 100% gehören?

    Nein. Aber dem Antragsteller der in dem Haushalt lebt, sowie dessen Partner müssen mindestens 50% der Immobilie gehören (laut Grundbucheintrag).

    Kann ich bei Kauf meiner gemieteten Wohnung Baukindergeld erhalten?

    Ja. Als Einzugsdatum gilt hier das Datum der Unterzeichnung des Kaufvertrags. Als Nachweis muss eine aktuelle Meldebescheinigung eingereicht werden.

    Kann das Baukindergeld mit anderen Förderungen kombiniert werden?

    Die Kombination des Baukindergeldes mit anderen Förderungen ist generell möglich und bietet sich durchaus an. Vor allem Förderungen für energieeffizientes Bauen können problemlos kombiniert werden. Jedoch darf die Gesamtsummer der Förderungen den Preis für den Neubau oder den Immobilienerwerb nicht übersteigen.

    Wie erfolgt die Auszahlung der Eigenheimzulage?

     

    Die Auszahlung der Förderung erfolgt jährlich. Nach Genehmigung wird die erste Rate des Geldes ausgezahlt. Die folgenden Auszahlungen erfolgen dann in den kommenden Jahren immer im selben Monat wie die erste Auszahlung.

    Was passiert wenn sich meine Lebenssituation ändert?

    Baukindergeld erhält nur, wer tatsächlich auch in der erworbenen Immobilie wohnt. Bei Umzug oder Untervermietung werden die Zahlungen gestoppt. Für den Fall einer Trennung gibt es noch keine konkrete Regelung. Wahrscheinlich ist aber, dass zumindest das Elternteil mit den Kindern in der Immobilie wohnen bleiben muss.

    Gibt es Einschränkungen bei der Anzahl der Kinder?

    Bei der Anzahl der Kinder gibt es keine Einschränkungen. Allerdings kann das Baukindergeld nicht für neugeborene Kinder, die nach Antragsstellung zur Welt kommen, beantragt bzw. ausgezahlt werden.

    Gibt es Einschränkungen bei der Größe der Immobilie?

    Auch bei der Größe der Immobilie, gibt es keine Einschränkungen. Die Begrenzung der Wohnfläche auf 120 m² wurde von der Koalition abgelehnt.

Empfohlene Häuser für Sie

Das Plus für Bayerische Familien

Junge Familien in Bayern können doppelt profitieren. Das liegt zum einen am erhöhten Zuschuss für das Baukindergeld und zum anderen daran, dass auch Paare ohne Kinder von einer Förderung profitieren können.

  1. Baukindergeld-Aufstockung: Der Freistaat Bayern erhöht die vom Bund gezahlte Förderung von 1.200€ pro Kind über 10 Jahre um 300 Euro pro Kind und Jahr. Also um insgesamt bis zu 3.000 Euro pro Kind.
  2. Bayerische Eigenheimzulage: Hierbei handelt es sich um einen einmaligen Festbetrag in Höhe von 10.000 Euro. Das Besondere ist, dass auch Familien ohne Kinder diese Zulage beantragen können. Die Beantragung, Abwicklung und Auszahlung erfolgt durch die Bayerische Landesbodenkreditanstalt (BayernLabo).

Baukindergeld - macht es wirklich Sinn?

Jede Form der Förderung bei Eigentumserwerb ist grundsätzlich sinnvoll. Geschenktes Geld macht jedem Bezugsberechtigten Spaß. Sinn macht die Zulage schon alleine deshalb, um die eher desolate Eigentumsquote in Deutschland - im direkten Vergleich mit Europa - zu verbessern. Zumal eine Immobilie stets auch als Altersabsicherung fungieren kann. Wer im Alter in einem abbezahlten Haus lebt, spart sich die Miete - die sicher auf die Jahre nicht geringer ausfallen wird. 

Fraglich bleibt aber, wie viele Familien sich zum Bau oder Erwerb einer Immobilie hinreißen lassen, obwohl sie dies vorher nicht geplant haben? Tritt der Fall ein, dass unverhältnismäßig viele Familien einen Hausbau starten, dann könnten sich die Preise auf dem Immobilienmarkt schlagartig nach oben bewegen, was einer der größten Kritikpunkte an der Förderung durch Baukindergeld ist. Damit würden die Fördergelder durch zu hohe Kaufpreise 'aufgefressen' werden.

Fazit

Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. Das alte Sprichwort greift auch beim Baukindergeld. Wer Anspruch auf das Baukindergeld hat, sollte es in jedem Fall in Anspruch nehmen. Gerade wenn Bauzinsen niedrig sind, bietet sich der Neubau eines Hauses besonders an. Und durch das verabschiedete Baukindergeld gibt es gleich noch einen Grund, sich den Traum der eigenen vier Wände zu erfüllen. 

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