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Fertiggestelltes Holzblockhaus bei Melsungen in Hessen mit Carport, Veranda, PV-Anlage auf dem Dach und Nachbarhaus im Hintergrund

„Wir haben unser Haus mit eigenen Händen aufgebaut“ – Tims und Annemaries Blockhaus mit Finnholz

Dr. Aviva Köberlein
Aktualisiert am 6. Oktober 2026
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Eigentlich wollten Tim und Annemarie nur spazieren gehen. Das Paar aus Melsungen in Nordhessen lief regelmäßig durch die Wohngebiete der Umgebung – ihr gemeinsames Hobby, wie Tim es nennt. Bis sie eines Tages an einem Haus hängen blieben: schwedisch-amerikanischer Stil, hellgelbe Holzverschalung, umlaufende Veranda. Das Besitzer-Ehepaar lud sie spontan auf eine Führung ein. Von da an war klar: Wenn wir bauen, dann mit Holz.

Heute, im Herbst 2026, steht ihr eigenes Holzblockhaus im Neubaugebiet nur wenige Kilometer vom aktuellen Wohnort Melsungen entfernt. Gebaut in 21 Arbeitstagen, mit den eigenen Händen, zusammen mit Freunden, Familie und zwei Richtmeistern der Zimmerei Finnholz aus Frankenberg (Eder). Tim – im Hauptberuf TV-Reporter für ein regionales Nachrichtenmagazin – hat die gesamte Bauzeit auf Video festgehalten.

Was auf den Zeitraffer-Aufnahmen leicht aussieht, war körperlich anspruchsvoll, logistisch komplex und finanziell klar kalkuliert. In diesem Interview erzählt Tim, warum sie sich bewusst gegen ein Massiv- oder Fertighaus und für ein Blockhaus als Bausatzhaus entschieden haben – und was man wissen muss, bevor man dasselbe versucht.

Steckbrief
  • Baufamilie Tim & Annemarie + Baby

  • Standort Neubaugebiet im Schwalm-Eder-Kreis, Nordhessen

  • Haustyp Holzblockhaus (Doppelwandaufbau)

  • Bauweise 2 × 8 cm Blockbohlen, 16 cm Isofloc-Zellulosedämmung

  • Hersteller Finnholz, Frankenberg (Eder)-Rengershausen (seit 1984)

  • Ausbaustufe Bausatzhaus mit Richtmeistermontage

  • Wohnfläche 148 m² (1,5 Geschosse, mit Bodenplatte)

  • Dachneigung 30°, tiefrote BRAAS-Dachziegel

  • Grundstück 680 m², Grundstückskosten unter 60.000 € (79 €/m²)

  • Energiestandard KfW 55

  • Heizung/Technik Luft-Wasser-Wärmepumpe (Viessmann) + Schornstein für optionalen Kaminofen + PV-Anlage

  • Baubeginn Rohbau 5. Juni 2026

  • Richtmeistermontage 21 Arbeitstage (inkl. Dach, Anstrich)

  • Geplanter Einzug November / Dezember 2026

  • Hauspreis ca. 285.000 € für Bausatz

  • Gesamtkosten (geschätzt) ca. 600.000 € (ohne Außenanlagen)

Massivbau, Fertighaus, Landhaus – und dann doch Blockhaus

Fertighaus.de: Ihr hattet Eigentum anfangs gar nicht auf dem Schirm. Wie kam es dazu, dass ihr euch für ein eigenes Haus entschieden habt?

Meine Frau Annemarie ist Musicaldarstellerin und war 15 Jahre lang in ganz Deutschland unterwegs, mit Hamburg als Basis. Sie stammt aber – wie ich – aus Nordhessen. Wir haben sogar an der gleichen Schule Abitur gemacht und wir kannten uns schon aus der Zeit. Ich bin Fernsehjournalist und war immer hier verwurzelt. Als wir uns 2023 nach vielen Jahren wieder kennengelernt haben und zusammenkamen, war schnell klar: Wir bleiben in der Region. In einer Dachgeschosswohnung im vierten Stock war das auf Dauer aber nicht praktikabel, vor allem wenn man gemeinsamen Nachwuchs plant. Und dann hat ein Freund aus dem Neubaugebiet gesagt: In der Nachbarschaft sind Grundstücke frei. Ab diesem Moment haben wir bei eBay Kleinanzeigen Favoritenlisten – auch für Bestandshäuser – angelegt und uns alles angeschaut, was in Frage kam. Ziemlich schnell war klar, dass wir unseren eigenen Wohntraum erfüllen wollen.

Tim und Annemarie Ellrich lächeln auf ihrer Blockhaus-Baustelle, im Hintergrund die ersten Blockbohlenlagen und Helfer bei der Pause

Tim und Annemarie am ersten Tag der Richtmeistermontage – im Hintergrund wachsen die ersten Blockbohlenlagen.

Fertighaus.de: Ihr habt verschiedene Bauweisen verglichen, bevor ihr beim Blockhaus gelandet seid. Wie lief dieser Prozess?

Am Anfang standen unsere Urlaube in Österreich. Auf dem Weg dorthin sind wir immer an diesen bayerischen Landhäusern vorbeigefahren, alte Bauweise kombiniert mit moderner Architektur, umlaufende Balkone, sichtbares Holz überall. Da haben wir uns in das „Holzhaus Liesl" von Regnauer verguckt: genau dieser Alpenstil, der traditionell und modern gleichzeitig wirkt. Aber als wir den Preis recherchiert haben, lagen wir inzwischen bei 750.000 bis 800.000 Euro, ohne Grundstück. Komplett außerhalb unserer Reichweite.

Natürlich haben wir uns auch die klassischen Fertighäuser angeschaut, weiße Stadtvillen mit Anthrazit-Akzenten, die man in fast jedem Neubaugebiet sieht. Vom Grundriss und Preis-Leistungs-Verhältnis her durchaus attraktiv, zwei Vollgeschosse, kein Kniestock. Aber mit Sichtholz hatte das überhaupt nichts zu tun. Dann haben wir uns FingerHaus aus unserer Region Nordhessen angeschaut, weil Freunde mit diesem Fertighausanbieter im selben Wohngebiet gebaut haben. Vom Grundriss gut, aber Sichtholz gehörte da schon zu den außergewöhnlichen Sonderwünschen. Dann gab es noch Holzbau Kühlborn hier aus meiner Heimatstadt Spangenberg, Holzständerbauweise. Aber dort war der errechnete Preis pro Quadratmeter Wohnfläche zu dem Zeitpunkt zu hoch.

Und dann kamen unsere Spaziergänge ins Spiel. Wir sind durch jedes Wohngebiet hier gelaufen, ob neu oder alt, und oft hat es uns in die gleichen Gegenden verschlagen, vor allem wenn uns ein Haus besonders gefallen hat – da war dieses eine, mit der schwedisch-amerikanischen Optik. Eines Tages haben wir den Besitzer getroffen, und er hat uns direkt sein Haus gezeigt. Ab da war für uns klar: Wir wollen sichtbares Holz, wir wollen genau dieses Wohngefühl. Und dann haben wir nach Blockhausanbietern gesucht.

„Es strahlt sofort eine natürliche Wärme aus“: So fühlt sich ein Blockhaus an

Fertighaus.de: Wie unterscheidet sich das Wohngefühl in einem Blockhaus von einem konventionellen Haus?

Es wirkt sofort gemütlich. Keine einzige weiße Wand – überall sichtbares Holz. Das ist nicht jedermanns Geschmack, aber für uns genau das, was wir wollten: dieses Hüttengefühl. Dazu der Holzgeruch – wenn Besucher kommen, sagen alle sofort: „Dieser Holzduft!“ In unserer Wahrnehmung lässt das schon ein wenig nach, aber für andere ist dieser wohlige Geruch immer noch sofort da. Außerdem bin ich Allergiker, und Massivholz soll gut für das Raumklima sein.

Beim Schallschutz muss man ehrlich sein: In den typischen Chalets, die wir als Ferienunterkünfte kennen, hört man im Schlafzimmer, was unten in der Küche geredet wird. Das ist bei einem Holzhaus anders als bei Massivbau. Aber: Wir werden massive Türen mit Absenkdichtung einbauen lassen und wissen, dass der Estrich nochmal Trägheit in Bezug auf den Trittschall reinbringt. Aber am Ende ist es unser eigenes Familienhaus – kein Mehrfamilienhaus mit fremden Parteien, das wird uns nicht stören.

Warum Finnholz? Die Herstellerwahl im Detail

Fertighaus.de: Welche Blockhausfirmen habt ihr euch angeschaut, und was hat den Ausschlag für Finnholz gegeben?

Wir haben drei Anbieter intensiver verglichen: Fullwood, Nordic-Haus und Finnholz. Bei Leonwood sind wir wegen gemischter Bewertungen nicht tiefer eingestiegen. Fullwood war beim Besichtigungstermin sehr nett und die Angebote überraschend gut und vor allem sehr flexibel in den Grundrissen, aber die bauen hauptsächlich mit 22 cm Vollblock ohne Zwischendämmung – da war ich persönlich von der langfristigen Dämmwirkung nicht zu 100 % überzeugt. Nordic-Haus: Super Beratung, wunderschöne Häuser, wir haben fast jedes Video auf YouTube geschaut. Unser Grundriss ist tatsächlich sehr nah an einem Nordic-Haus.

Ein entscheidender Punkt war aber die Vertriebsstruktur. Viele Anbieter arbeiten mit Verkäufern, was auf Grund der Größe der Unternehmen sicher der richtige Weg ist, um möglichst viele Kunden außerhalb der Zentrale zu erreichen. Trotzdem müssen die auch teilweise über Provisionen bezahlt werden. Das fällt bei Finnholz komplett weg, weil die eben inhabergeführt sind. Bei einem vergleichbaren Grundriss war das ein massiver finanzieller Unterschied, auch wenn wir sehr früh aus den Verhandlungen mit anderen Anbietern ausgestiegen sind und man sicher hier und da noch über den Preis hätte reden können.

Außerdem besteht Finnholz als lokale Zimmerei seit 1984, nur anderthalb Stunden von hier. Und der Chef Harald Ludwig ist einer der wenigen zertifizierten Holzhaus-Gutachter in ganz Deutschland – wenn so jemand mir mein Haus baut, fühle ich mich einfach rundum sicher. Dazu war die Richtmeistermontage auch deutlich schneller als bei der Konkurrenz, was ebenfalls sehr wichtig war, weil Freunde und Familie ihre kostbare Zeit auch nur begrenzt zur Verfügung stellen können.

3D-Rendering des geplanten Holzblockhauses von Tim und Annemarie mit Carport, Veranda und rotem Dach auf grüner Hanglage

So sah der Plan aus: Die 3D-Visualisierung von Finnholz zeigt das Blockhaus mit Terrasse, Carport und dem typischen Alpenstil, den Tim und Annemarie sich gewünscht hatten.

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21 Tage Bausatzhaus: So funktioniert die Richtmeistermontage

Fertighaus.de: Kannst du in eigenen Worten erklären, was „Bausatzhaus mit Richtmeistermontage“ bedeutet?

Finnholz fertigt alle Holzteile in der eigenen Zimmerei vor – jedes Stück ist nummeriert, wie ein Lego-Bausatz mit Plan. Zwei Richtmeister kommen auf die Baustelle und leiten den Aufbau. Das Team stellt man als Bauherr selbst zusammen: Freunde, Familie, Bekannte, einfach jeder, der helfen will. Die Richtmeister sagen, was wohin kommt, wir machen es. Lage für Lage wachsen die Wände hoch.

Drei Helfer arbeiten am Blockbohlen-Wandaufbau, Blick durch eine Fensteröffnung auf die geschichteten Holzbohlen und das Gerüst

Lage für Lage wachsen die Wände: Helfende setzen die vorgefertigten Blockbohlen unter Anleitung der Richtmeister zusammen.

Am ersten Tag standen wir alle mit riesiger Motivation da. Arsim und Maurice von Finnholz kamen um 8:20 Uhr, wir waren schon da. Dann ging es los: Pakete aufreißen, Bauteil mit dem Plan abgleichen, schleppen, hämmern, verschrauben. Jede fertige Lage haben wir mit Applaus beklatscht – das kannten die Jungs von Finnholz so noch nicht. Wir waren aber mega stolz und bei jedem noch so kleinen Teilerfolg begeistert.

Fertighaus.de: Wie hast du mehr als fünfzehn Helfer über vier Wochen koordiniert?

WhatsApp-Gruppe mit rund 30 Mitgliedern, Umfrage-Tool für die Tagesplanung. Wer kann wann – ganzer Tag, halber Tag vormittags, halber Tag nach der Arbeit? Effektiv waren es ungefähr fünfzehn Leute, die regelmäßig da waren. Mein bester Freund aus München hat sich eine Woche Urlaub genommen. Ein anderer Freund, der zwischen zwei Jobs stand, war zwei Wochen Vollzeit da und hat hinterher gesagt: Das war eines der schönsten Projekte meines Lebens. Beim Anstrich haben dann noch einige Fußballerinnen und Fußballer des Vereins mitgeholfen, in dem ich als Spieler und Trainer aktiv bin.

Meine Schwiegereltern haben hauptsächlich das Catering übernommen – Frühstück habe ich zwar besorgt, Mittagessen aber meine Schwiegermutter. Wir haben auch die Getränke gestellt und manchmal abends gegrillt. Das Werkzeug kam von Finnholz. Auf meine Frage, was wir an Werkzeug mitbringen sollen, hieß es nur: die Kaffeemaschine. Sehr wichtig für eine Baustelle, die Versorgung mit Kaffee hat mein Schwiegervater übernommen.

Gruppenfoto des Helfer-Teams mit Tim, Annemarie mit Baby, Richtmeistern und Freunden im Obergeschoss des Blockhauses, Baukran im Hintergrund

Das Team hinter dem Blockhaus: Tim und Annemarie (mit Baby) zusammen mit Helfenden, Familie und den Finnholz-Richtmeistern im frisch aufgebauten Obergeschoss.

Fertighaus.de: Braucht man handwerkliche Erfahrung für so ein Projekt?

Ich bin Journalist, kein Handwerker. Mein Vater ist handwerklich begabt, hat mir das aber nie vererbt, ich habe daran aber auch nie großes Eigeninteresse gezeigt. Aber: Man lernt wahnsinnig viel, was für uns besonders schön war. Denn wann macht man mit Mitte 30 noch Dinge zum allerersten Mal? Die Erfahrung bringen die Richtmeister mit. Man fragt gefühlt 15 Mal pro Arbeitsschritt nach, wie das jetzt genau geht, weil man ja nichts falsch machen will und irgendwann sitzt es. Ich würde nicht sagen, dass man Vorerfahrung braucht. Am Ende steht man in seinem Haus und kann sagen: Das da hat der Till gemacht, das der Gerrit, und da hat Yannick leider daneben getroffen mit der Nagelpistole oder dem Akkuschrauber (lacht). Von Perfektionismus ist das weit entfernt – und ich finde genau das extrem schön, weil es so persönlich ist. Alle, die geholfen haben, sind ein Teil dieses Hauses. Übrigens: Oben in den Dachbalken, wo man nach dem Innenausbau nicht mehr hinkommt, haben sich alle Helfer mit ihrem Namen verewigt.

Helfer steht lächelnd auf den Blockbohlen von Tims & Annemaries Haus, Froschperspektive, blauer Himmel

„Wann macht man mit Mitte 30 noch Dinge zum allerersten Mal?" – Annemaries und Tims Helfer auf den Wänden des Blockhauses.

Tim steht auf dem Dach des Blockhauses und reckt den Arm nach oben, Sicherheitsnetz am Gerüst sichtbar

Nicht jeder fühlt sich in sechs Metern Höhe bei 30 Grad Dachneigung wohl – wer hier oben arbeitet, braucht Mut und Trittsicherheit.

Die Technik hinter der Blockwand: Doppelwand, Elektrik, Setzung

Fertighaus.de: Euer Blockhaus hat einen Doppelwandaufbau. Wie funktioniert das genau?

Unsere Außenwände bestehen aus zwei Schalen mit jeweils 8 cm duoverleimten Blockbohlen und einem 16 cm breiten Hohlraum dazwischen. Der wird später mit Isofloc ausgeblasen – das ist aufbereitetes Altpapier mit einem brandhemmenden Zusatz. Aber erst, wenn alle Elektroleitungen im Hohlraum liegen. Also: Erst Rohbau aufbauen, dann Innenausbau mit Elektrik, dann ganz zum Schluss dämmen. Diese Reihenfolge ist wichtig.

Luftbild des Blockhauses während der Bauphase, Doppelwandaufbau und Raumaufteilung des Obergeschosses von oben sichtbar, Baukran und Gerüst

Die Drohnenaufnahme zeigt den Doppelwandaufbau von oben: Klar erkennbar sind die zwei Blockbohlenschalen mit dem Hohlraum dazwischen, der später mit einem ökologischen Zellulosedämmstoff aus recyceltem Zeitungspapier gefüllt wird.

Fertighaus.de: Wie flexibel wart ihr bei Steckdosen und Lichtschaltern?

Bei den Außenwänden: komplett flexibel. Da bohrt man durch die innere Blockbohlenschale in den Hohlraum und kann die Steckdose setzen, wo man will. Mein Praxistipp: Man braucht einen 68-mm-Forstnerbohrer und einen guten Akkubohrer. Wir haben über 70 Löcher mit dem falschen Werkzeug gebohrt und wochenlang daran gesessen. Mit dem richtigen Bohrer waren es dann 10 Sekunden pro Loch. Bei den Innenwänden ist es anders: Die sind teilweise nur 8 cm dick, da muss alles in der Werkplanung mit Finnholz vorher festgelegt werden. Die fräsen dann Kanäle vor. Mein Tipp: Immer mehr Kanäle einplanen, als man denkt. Finnholz hat uns das auch empfohlen, und es hat uns am Ende gerettet, weil wir noch Wandlampen setzen wollten, an die wir vorher nicht gedacht hatten.

Fertighaus.de: Was hat Finnholz zum Thema Setzverhalten erklärt?

Blockbohlen arbeiten – pro Geschoss setzt sich das Haus im ersten Jahr um wenige Zentimeter. Deswegen haben wir überall Rutschleisten: in den Türen, in den Fenstern, an den Vorbauwänden in den Bädern. Das Fenster bleibt an Ort und Stelle, und das Haus rutscht quasi daran vorbei. Faszinierend, wenn man es versteht. Für unseren Trockenbauer war das sein erstes Blockhaus, genauso wie für den Elektriker und den Sanitärbetrieb. Finnholz war aber bei jeder Frage erreichbar – über WhatsApp, kurzer Anruf, Foto schicken, Antwort kommt, und wir haben die Kontaktdaten der Gewerke untereinander ausgetauscht, sodass sie sich direkt absprechen konnten.

Holzschutz, Brandschutz, Bebauungsplan – die häufigsten Blockhaus-Fragen

Fertighaus.de: Wie oft muss ein Blockhaus nachlasiert werden?

Wir haben uns für eine Holzschutzlasur in Eiche hell entschieden, die etwas dunkler geworden ist als geplant. Die Wetterseite haben wir dreimal gestrichen, alle anderen Seiten zweimal. Das ganze Haus zu streichen war eine ganze Woche Arbeit mit vielen helfenden Händen. Laut Finnholz müssen wir in 5 bis 10 Jahren nachstreichen: Dreck abwaschen, drüberstreichen, fertig. Ob das wirklich so einfach ist, werden wir sehen – in Facebook-Foren schleifen manche auch komplett ab und fangen neu an.

Fertiggestelltes Holzblockhaus bei Melsungen in Hessen mit Carport, Veranda, PV-Anlage auf dem Dach und Nachbarhaus im Hintergrund

Eiche hell – aber dunkler als geplant: Die Holzschutzlasur gibt dem Blockhaus seinen endgültigen Charakter. Die Wetterseite wurde dreimal gestrichen.

Fertighaus.de: Gab es Probleme bei Versicherung oder Bebauungsplan?

Bei der Versicherung: null Probleme. Ich habe das über Check24 gemacht, Holzblockhaus angegeben, ging problemlos durch. Massivholz fängt nicht einfach an zu brennen – bis das so weit ist, brennen längst die Möbel und die Inneneinrichtung, und da unterscheidet sich ein Blockhaus nicht von einem Fertighaus in Holzrahmenbauweise. Beim Bebauungsplan: In unserem Neubaugebiet war Holzverschalung explizit erlaubt, und ein rotes Dach war Pflicht – passt zum Blockhaus. Finnholz hat jemanden im Team, der früher beim Bauamt gearbeitet hat und jetzt die Bauanträge macht. Der hat von Anfang an gesagt: kein Problem.

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Was kostet ein Blockhaus als Bausatzhaus? Die konkreten Zahlen

Fertighaus.de: Dürfen wir über Finanzen sprechen?

Der Bausatz von Finnholz hat ungefähr 285.000 Euro gekostet – darin enthalten sind alle Wände, das Dach, die Dämmung, Innentüren, die Treppe, die Fenster, Veranda und Carport. Nicht enthalten: Erdarbeiten, Bodenplatte, Baukran, Baugerüst, sämtliche Innengewerke – also Elektrik, Heizung, Sanitär, Fliesen, Bodenbeläge. Das organisiert man selbst und vergibt es an regionale Handwerker.

Helfer am Materiallager mit verpackten Finnholz-Blockbohlen und Steico-Dämmplatten, Baukran-Haken sichtbar

Der Bausatz kommt auf Paletten: Verpackte Blockbohlen von Finnholz und Steico-Dämmplatten warten auf der Baustelle auf ihren Einsatz.

Unser Grundstück – 680 Quadratmeter – hat unter 60.000 Euro gekostet. Das war ein absoluter Glücksfall: ein altes Baugebiet von 2015 mit damaligen Preisen von 79 Euro pro Quadratmeter. Normalerweise zahlt man bei Melsungen Richtung Kassel inzwischen 135 bis 400 Euro pro Quadratmeter.

Insgesamt schätze ich unsere Gesamtkosten auf rund 600.000 Euro – ohne Außenanlagen, die kommen später. Für die Innengewerke muss man mit ungefähr 150.000 Euro rechnen, regional natürlich unterschiedlich. Und da kann ich nur sagen: Vergleichsangebote einholen. Unser Elektriker lag fast bei der Hälfte von dem, was andere aufgerufen haben – die Spannen sind teilweise extrem.

Fertighaus.de: Warum habt ihr euch für die Variante mit dem meisten Eigenanteil entschieden?

Hauptsächlich aus finanziellen Gründen. Das sind mehrere zehntausend Euro, die man spart, wenn man selbst macht. Ich habe mir extra vier Wochen Urlaub genommen. Aber es ist nicht nur das Geld – es ist auch das Gefühl, sagen zu können: Wir haben unser Haus mit eigenen Händen aufgebaut. Das macht was mit einem.

Innenausbau und Einzug: Wie es jetzt weitergeht

Fertighaus.de: Wo steht ihr gerade beim Innenausbau?

Der Estrich ist gerade eingebaut und muss einige Wochen trocknen. Dann kommen Fliesen und Bodenbeläge – das haben wir komplett an Handwerker vergeben. Fliesen traue ich mir nicht zu, da muss meiner Meinung nach akkurat gearbeitet werden. Der Elektriker macht gerade den Schaltkasten fertig, Strom und Internet kommen noch über die jeweiligen Grundversorger. Und dann müssen wir die Wände noch einmal grundreinigen – beim Aufbau ist man mal mit den dreckigen Schuhen ans Holz gekommen und es gibt Späne und Baustaub. Aber wir streichen innen nichts, kein Rigips davor. Die Holzwände bleiben sichtbar, wie sie sind. Grundreinigung, Fenster putzen, einziehen.

Baubeginn war der 5. Juni, der geplante Einzug ist Ende November, Anfang Dezember. Unter einem halben Jahr – das ist für ein Einfamilienhaus schon sehr schnell. Der Rohbau jedenfalls stand nach 21 Arbeitstagen.

Gesamtansicht des fertigen Holzblockhauses bei Melsungen mit Carport, Veranda, PV-Anlage auf dem Dach und Nachbarhaus im Hintergrund

Vier Monate nach Baubeginn: Das Blockhaus von Tim und Annemarie bei Melsungen steht – mit PV-Anlage auf dem Dach und dem Massivhaus des Nachbarn als Kontrast.

Fertighaus.de: Wenn du eine Sache ändern könntest – was wäre das?

Ein höherer Kniestock. Wir haben ungefähr einen Meter, ich würde mindestens 1,40m empfehlen. Im Dachgeschoss merkt man das sofort – vermutlich wenn ich die ersten Male morgens aus dem Bett aufstehe, beim Stellplatz für Schränke, generell bei der Raumnutzung. Ist natürlich eine Kostenfrage, weil mehr umbauter Raum mehr kostet. Aber das wäre der einzige Punkt. Ansonsten: Die Wahl von Finnholz, die Gewerke, die Bauweise – ich glaube, da hätten wir es nicht besser treffen können. So wie das Haus gewachsen ist, so sind auch unsere handwerklichen Fähigkeiten über die Zeit gewachsen.

Die 21 Tage im Video

Tim hat den gesamten Aufbau seines Blockhauses als Video dokumentiert – von der ersten Blockbohle bis zum letzten Anstrich. Das Video zeigt, wie eine Richtmeistermontage in der Praxis abläuft und welches Tempo ein Bausatzhaus mit einem engagierten Team aus Helfenden erreichen kann.

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Redaktionelle Einordnung

Tims und Annemaries Blockhaus-Projekt zeigt eine Bauweise, die vorwiegend im süddeutschen Raum als Wohnhaus realisiert und eher selten von den Bauherrinnen und Bauherren selbst dokumentiert wird. Ihr Erfahrungsbericht ist deshalb besonders wertvoll, weil er konkrete Antworten auf Fragen liefert, die online kaum mit individuellen Erfahrungsberichten abgedeckt sind: Was kostet ein Blockhaus als Bausatzhaus konkret? Wie funktioniert ein Doppelwandaufbau? Ist ein Bebauungsplan ein Hindernis? Wie steht es mit dem Brandschutz aus?

Die Entscheidung für eine inhabergeführte Zimmerei ohne Vertriebsprovision und die bewusste Wahl der Richtmeistermontage statt einer Vollmontage zeigen einen finanziell durchdachten Ansatz. Dass Annemarie und Tim trotz fehlender handwerklicher Vorkenntnisse den Aufbau koordiniert und durchgeführt haben, macht das Projekt zugänglich – ohne die körperliche Belastung und den organisatorischen Aufwand zu verschweigen.

Dass ein solches Projekt über die eigene Familie hinaus wirkt, zeigt eine Anekdote vom Aufbau: Einer der Helfer war gerade 19 Jahre alt und hat sich mit den Worten angemeldet, er wolle irgendwann vielleicht selbst ein Haus bauen und könne die Erfahrung dann gebrauchen. Zwei Wochen lang hat er Vollzeit mit angepackt. Tim ist überzeugt: „Das hat uns alle noch mal zusammengeschweißt. Mit vielen der Helfer habe ich jetzt noch engeren Kontakt als vorher."

Wer den gesamten Bauverlauf in Bildern und Videos mitverfolgen möchte, findet auf Tims Instagram-Account timanton33 zusätzliche Eindrücke und Updates vom laufenden Innenausbau.

Tims 7 Tipps für alle, die ein Blockhaus als Bausatzhaus planen

  1. Drempel nicht unter 140 cm planen – Wir haben 100 cm, und das ist im Alltag der einzige Punkt, den ich ändern würde. Mehr Kniestock bedeutet mehr nutzbare Fläche im Dachgeschoss.
  2. Immer mehr Elektrokanäle einplanen als gedacht – In den Innenwänden muss alles vorgebohrt werden. Nachträglich geht nichts mehr. Finnholz hat uns empfohlen, großzügig zu planen – das hat uns später wirklich geholfen.
  3. Gutes Werkzeug für die Steckdosenlöcher – Ein 68-mm-Forstnerbohrer und ein starker Akkubohrer machen den Unterschied zwischen 10 Sekunden und 10 Minuten pro Loch. Wir haben rund 70 Löcher mit dem falschen Werkzeug gebohrt.
  4. Drei Angebote pro Gewerk einholen – Die Preisunterschiede bei Handwerkern sind enorm. Beim Elektriker lag die Spanne zwischen etwa 30.000 und über 60.000 Euro. Eine Exceltabelle mit allen Gewerken hilft bei der Übersicht.
  5. Die Wetterseite dreimal streichen – Der erste Anstrich schützt nur bedingt. Wir haben die der Witterung ausgesetzte Seite dreimal lasiert, alle anderen mindestens zweimal. Das spart langfristig Nacharbeit.
  6. Helfende realistisch einplanen – WhatsApp-Gruppe, Umfragen, klare Kommunikation: Alles ist freiwillig, niemand muss. Aber frühzeitig planen und akzeptieren, dass von 30 Angemeldeten am Ende nur 15 regelmäßig kommen.
  7. Auf Regionalität setzen – Wir haben bewusst bei allen Gewerken und auch bei vielen Teilen der Haustechnik auf Firmen aus der Region gesetzt. Das ist für mich nicht nur nachhaltiger, sondern auch eine Art Lokalpatriotismus. Ich unterstütze lieber jemanden aus der Gegend und zahle dafür auch gerne etwas mehr. Und der praktische Vorteil: Wenn nach dem Einzug mal etwas ist, sind die in kürzester Zeit da.

Häufige Fragen zum Blockhaus als Bausatzhaus

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