Friesenhäuser

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Der nordische Klassiker

Hoch vom Norden kommen sie her, die Friesenhäuser, die auch unter dem Namen Kapitänshäuser geläufig sind. Wer schon das ein oder andere Mal an der Nordsee oder Ostsee unterwegs war, dem sind höchstwahrscheinlich die Häuser mit den sehr hohen spitzen Giebeln, direkt über dem Eingang, aufgefallen.

Die Form des Kapitänshaus stammt ursprünglich aus dem heutigen Nordfriesland, wodurch sich auch der Name Friesenhaus weit verbreitet hat. Der traditionelle Charme dieses Hausbaustils vermittelt eine gemütliche Wohnatmosphäre und erinnert an Häuser wie aus dem Bilderbuch.

Traditionneller Wohnstil
Gemütlichkeit und Geborgenheit
Auffallender Zwerchgiebel
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Wie sieht ein Friesenhaus aus?

Eine meist schlicht rechteckige Grundfläche zusammen mit dem Klassiker des Satteldaches bilden die Basis für diesen Haustyp. Weit verbreitet und beliebt ist auch ein Walmdach oderKrüppelwalmdach, die einen guten Kontrast zu dem nach oben hin sehr spitz zulaufenden Zwerchgiebel, auch bekannt als Friesengiebel, bildet. Wenn es vollkommen traditionell gehalten wird, bildet ein Reetdach das i-Tüpfelchen. Unter diesem Dachtyp versteht man die Deckung mit dem natürlichem Material des Schilfrohrs, das getrocknet in Bündeln verarbeitet wird. Aber auch eine herkömmliche Dacheindeckung aus Ziegeln ist heute weit verbreitet. Der hochgezogene Kapitänsgiebel über dem Eingangsbereich, der quer zum Dachfirst steht, erweckt fast den Eindruck eines kleinen Turmes in der Mitte des Hauses. In den meisten Fällen ist darin der Eingangsbereich ein wenig vorgezogen, wodurch sich ein großzügiger und praktischer Raum im Eingang ergibt. Günstigerweise wird in dieser sogenannten Windflucht eine Treppe hin zum Obergeschoss platziert.

Der typische Friesengiebel hat nicht nur eine ästhetische Funktion. Vor vielen Jahren wurde er aus reinen Sicherheitsgründen entwickelt. Dabei muss man sich auf die Urform des Friesenhauses zurück besinnen. Früher wurde dieser Haustyp ausschließlich mit Reet eingedeckt. Im Falle eines Brandes verhinderte dann der langgezogenen Giebel, dass das brennende Material vor die Haustür fiel. Durch den spitzen Winkel konnte es links und rechts von dem Zwerchgiebel herunterrutschen. Folglich blieb immer ein Rettungsweg an der Haustür frei. Des Weiteren beugt die spitze Form Schäden durch Niederschläge vor. Schnee und Regen können einfach an den Seiten hinunterrutschen und belasten nicht das Dach. Ebenfalls an die Urform angelehnt, ist der klassische Aufbau aus roten Ziegelsteinen. Heutzutage neigen aber viele dazu, verschiedenfarbige, oft kontrastreiche Klinker zu verwenden. Darüber hinaus kann ein Kapitänshaus auch schlicht verputzt werden.

Betrachtet man den Friesenhausgrundriss, so lässt sich ein klassisches Muster erkennen. Im Erdgeschoss befindet sich meist ein sehr großer Wohnbereich, der perfekt zum Empfang von Gästen geeignet ist. Hinzukommen eine Küche und ein Bad. Der gesamte obere Stock bildet dann den privaten Wohnraum und wird angenehm von unten abgetrennt. Es ist aber zu beachten, dass Grundrisse in vielen Fällen auch den individuellen Wünschen angepasst werden können. Ansonsten sind Anpassungen wie Balkon, TerrasseGarage oder Carport durchaus möglich. Die Türen sind in traditionellen Häusern dieser Art allgemein hoch und groß gebaut, die Fenster sind häufig klassische Rundbogenfenster. Diese Art von Fenstern fällt normalerweise eher klein aus.

Heutzutage werden einige traditionelle Elemente des Kapitänshaus mit dem modernen Bauhausstil vereint und wird im Allgemeinen als Giebelhaus bezeichnet.

 

Kosten für ein Friesenhaus

Beim Thema Kosten ist es recht schwer, einen genauen Preis anzugeben. Zunächst einmal muss überlegt und entschieden werde, ob das Friesenhaus als Fertighaus oder Massivhaus errichtet werden soll. Da ein traditionelles Kapitänshaus aus Ziegelsteinen gefertigt ist, bietet ein Massivhaus daher durchaus einen authentischeren Aufbau. Nichtsdestotrotz kann man rein äußerlich so gut wie keinen Unterschied mehr zwischen den beiden Bauweisen erkennen. Bei der Fertigbauweise fällt es sowohl zeitlich als auch finanziell leichter zu planen. So wie bei jedem anderen Haustyp gibt es auch hier Vor- und Nachteile für die jeweilige Bauweise, die Sie in unserem Ratgeber unter Hausbau Grundlagen nachlesen können. Auch die Entscheidung hin zu einem traditionellen Reetdach kann die Kosten in die Höhe treiben, da dieser Dachtyp nur von Spezialisten korrekt errichtet werden kann und schärferen Bestimmungen standhalten muss.

Unabhängig vom Haustyp kann der Keller auch als Kostenfaktor in die Rechnung eingehen. Auch wenn ein Keller kostspieliger ist, als eine einfache Bodenplatte, so bietet er dennoch mehr Stauraum und Platz für weitere Zimmer. Eine praktische und preisgünstigere Alternative um Platz zu gewinnen, wäre der Ausbau des Spitzbodens.

 

Friesenhäuser bauen - Was müssen Sie noch beachten

Kommt für Sie das traditionelle Reetdach am ehesten in Frage, sollten Sie die lokal vorgegebenen Bauvorschriften beachten. Für Weichdächer, wie das Reetdach muss nämlich ein bestimmter Mindestabstand eingehalten werde, der sich wiederum oftmals nach der Bauart der Nebengebäude richten kann. Abhängig vom Bundesland müssen zwischen sechs bis vierundzwanzig Meter Platz zwischen den einzelnen Häusern eingehalten werden. Ein weiterer Aspekt, der beim Reetdach beachtet werden muss, ist die relativ kurze “Lebensdauer”, die sich auf 25 bis 40 Jahre beläuft. Spätestens dann muss es erneuert werden. Hinzu kommen dann auch noch höhere Brandschutzbestimmung, wenn man sich für diese Dachform entscheidet. Am Ende ist das Friesenhaus immer noch ein Klassiker und Liebling für viele Bauherren.

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Grundrisse