Keller, teilunterkellert oder keinen Keller? Die Frage stellt sich zumindest bei einem anstehenden Neubau kaum. Zwar ermöglicht ein Verzicht kurzfristige Einsparungen, langfristig gesehen gibt es aber nie wieder so viel zusätzliche Nutfläche für einen so geringen Preis.

Und mit den hinzugewonnenen Räumen unter dem Haus lässt sich einiges anfangen: Hobby-, Nutz- oder Wohnkeller sind nur drei der unzähligen Möglichkeiten.

Auch der zusätzliche Stauraum ist nicht zu unterschätzen. Im Vorfeld sind jedoch einige Fragen zu klären. Wie steht es um die optimale Kellerdichtung? Und welche Kosten fallen bei einem Fertigkeller an? Auch eine Kellernachrüstung ist in Einzelfällen möglich - aber nicht unkompliziert, sehr wohl aber ausgesprochen kostspielig.

 

Der Keller: Wohnfläche und Lagerraum

Sie gehört zu den wichtigsten Entscheidungen, die Bauherren im Vorfeld der Bauphase treffen müssen: Soll das neue Eigenheim unterkellert werden oder nicht? Auch ein späteres Nachrüsten ist noch möglich - allerdings mit viel Aufwand und Schwierigkeiten verbunden.

Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: Mehr Stauraum für Vorräte, nicht genutzte Möbel und Deko. Ein Abstellplatz und Winterlager für Fahrräder, Hobby- und Gartengeräte. Ein Standort für die Heizanlage. Und natürlich ein Rückzugsort und Hobbyraum. All das kann in einem Keller unter dem Wohnhaus seinen Platz finden.

Abdichtung des Kellers

Ganz gleich, ob nachträgliche oder Neubau-Unterkellerung: Bauherren und Hausbesitzer haben die grundlegende Entscheidung zu treffen, welche Form der Abdichtung sie wählen wollen. Feuchtigkeit ist, gerade im Sommer, eine große Gefahr, denn sie kann nicht nur zu Schimmel führen, sondern auch die Bausubstanz angreifen. Zunächst sollte man durch einen Fachmann feststellen lassen, an welchen Stellen die Abdichtung besonders wichtig ist. Davon hängt nämlich im nächsten Schritt die Wahl der richtigen Maßnahme ab. Man unterscheidet zwischen Vertikal- und Horizontalabdichtung sowie zwischen Innen- und Außenabdichtung. 

Außenabdichtung - Weiße Wanne oder schwarze Wanne?

Will man eine Außenabdichtung vornehmen, hat man die Wahl zwischen einer weißen Wanne und einer schwarzen Wanne. Auch bei einer nachträglichen Kellerdichtung kann das noch möglich sein, falls sich die Kellerwände von außen noch erreichen lassen.

Bei sogenannten schwarzen Wannen handelt es sich um Keller mit Betonbodenplatte und gemauerten Außenwänden auf dem Fundament. Die Wände werden vor dem Befüllen von außen mit einem schwarzen Bitumenanstrich oder einer Schweißbahn vor Feuchtigkeit geschützt. Ihren Namen trägt diese Kellerkonstruktion wegen der teerfarbenen Oberflächenbeschichtung. Diese Kellerabdichtung sollte jedoch nach rund 30 Jahren erneuert werden.

Im Gegensatz dazu sind weiße Wannen rundum geschlossene Konstruktionen. Hier bestehen sämtliche Teile aus wasserundurchlässigem Beton, auch WU-Beton genannt. Da die teerfarbene Beschichtung wegfällt, bleibt die "Wanne" weiß - daher der Name. Die Lebensdauer beträgt hier 60 bis 80 Jahre. Erst danach heißt es wieder: Keller abdichten.

Beim Preis unterscheiden sich die beiden Möglichkeiten heute kaum noch voneinander. Weiße Wannen gelten deshalb dort als unentbehrlich, wo Wasser von unten oder seitlich auf die Kellerwände oder die Bodenplatte drückt. Und diese Voraussetzungen sind fast überall gegeben.

Innenabdichtung

Kommt man bei einer nachträglich geplanten vertikalen Kellerabdichtung nicht mehr von außen an die Kellerwände heran oder wäre das mit einem zu hohen Aufwand verbunden, bleibt einem nur die Innenabdichtung. Die Kellerwände von innen abzudichten, ist jedoch nur bei einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 60 Prozent sinnvoll, da es bei einer höheren Luftfeuchtigkeit zu Schimmelbildung kommen kann. Außerdem haben von innen abgedichtete Keller eine schlechtere Wärmedämmung, da das Mauerwerk durchfeuchtet bleibt. Soweit technisch und finanziell machbar, sollte man sich also immer für die Außenabdichtung entscheiden – am besten gleich von Anfang an.

Auch die Dämmung des Kellers ist wichtig

Feuchtigkeit kann nicht nur von außen kommen, sondern auch durch Kondensation feuchter Luft an den Kellerwänden entstehen. Um dem vorzubeugen hilft es, seinen Keller zu dämmen und zu beheizen. Dazu kommt, dass für bis zu 12 Prozent der Wärmeverluste eines Hauses der Keller verantwortlich ist.

Was obendrein für die Kellerdämmung spricht, ist die Steigerung der Fußbodentemperatur, die besonders bei einer Nutzung als Hobby- oder Wohnkeller einen großen Vorteil darstellt. Die Wärmedämmung ist übrigens gemäß der Energieeinsparverordnung Pflicht bei beheizten Kellern.

Man unterscheidet zwischen Innendämmung und Außendämmung (auch Perimeterdämmung). Und hier verhält es sich wie mit der Abdichtung: Der Schutz von außen ist dem Schutz von innen immer vorzuziehen, solange das finanziell und technisch möglich ist.

Die Perimeterdämmung (auch Sockeldämmung) von außen ist nämlich, trotz des größeren Aufwands, die überlegene Variante. Es müssen zwar bei Altbauten erst die Kellerwände freigelegt werden, wenn die Dämmplatten dann jedoch befestigt sind, bietet die Perimeterdämmung den besten Schutz gegen Wärmeverlust und Schimmel. Als Dämmstoff kommt EPS (expandierter Polystyrol-Hartschaum), Schaumglas oder XPS (extrudierter Polystyrol-Hartschaum) zum Einsatz. Diese Materialien sind wasserundurchlässig und sehr druckbeständig. Soll der Keller als Hobby- oder Wohnkeller genutzt werden ist die Perimeterdämmung alternativlos.  

Ist eine solche Nutzung nicht oder nur gelegentlich geplant und ist die Bausubstanz in gutem Zustand, kann eine Innendämmung genügen. Vorteile der Innendämmung sind die niedrigeren Kosten und dass sie bei einer nachträglichen Dämmung des Kellers oft die einzige Möglichkeit ist. Durch das Anbringen der Dämmstoffe an den Innenseiten der Wände verliert der Keller allerdings etwas an Größe. Nachdem der gesamte Raum vollständig getrocknet wurde, werden die Kellerwände entweder kapillaraktiv gedämmt oder dampfdicht gemacht.  

Bei der letzteren Methode, die am einfachsten und günstigsten ist, wird eine Dämmschicht an den Wänden befestigt und anschließend eine Dampfsperre darauf angebracht. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich Kondenswasser zwischen Dämmschicht und Kellerwand sammelt. Die neuere kapillaraktive Dämmung ist teurer, jedoch auch wirksamer gegen Schimmelbildung. In einem kapillaraktiven System wird der Feuchtigkeitstransport in Raumrichtung verstärkt. Die Feuchtigkeit kann aufgenommen und dann an die Raumluft abgegeben werden. Als Dämmstoff kommen hier vor allem Dämmplatten aus Calciumsilikat oder Mineralschaum in Frage.

Kellerdeckendämmung

Wenn der Keller nur als unbeheizter Lager- oder Abstellraum dienen soll, ist eine Kellerdeckendämmung ausreichend. Dann ist lediglich zu vermeiden, dass sich die Kälte vom Keller bis in das bewohnte Erdgeschoss ausbreitet und dort für hohe Heizkosten und kalte Füße sorgt.  Die Kellerdecke an der Unterseite zu dämmen ist relativ günstig, ohne Hilfe vom Handwerker machbar und macht sich sehr schnell bezahlt.

Grundsätzlich sind nach der Energieeinsparverordnung Dämmplatten mit einer Dicke von wenigstens acht Zentimeter nötig. Diese werden dann an die Kellerdecke geklebt oder gedübelt und sorgen schnell und unkompliziert für weniger Heizkosten. Problematisch bei der Kellerdeckendämmung kann sein, wenn die Raumhöhe zu niedrig ist, Leitungen an der Decke angebracht sind oder die Decke uneben ist. Doch auch diese Hindernisse lassen sich relativ unkompliziert beseitigen und mindern die Rentabilität der Kellerdeckendämmung nur unerheblich.  

 

Wohn-, Nutz- oder Hobbykeller

Je nachdem ob das Haus ganz- oder teilunterkellert ist und wie groß die Grundfläche ist bringt ein Keller viel bis sehr vielmehr Wohn- und Nutzfläche für das Haus. Und das bei einem vergleichsweise niedrigen Mehrpreis. Es stellt sich also nicht die Frage danach, ob ein Keller überhaupt nützlich ist. Vielmehr sollten sich Bauherren und Hausbesitzer fragen, wie sie den zusätzlichen Platz nutzen möchten.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Ein Hausanschlussraum für die Heizanlage findet im Keller bei Bedarf ebenso Platz wie zusätzlicher Stauraum. Aber nicht nur als Nutzkeller für eine Werkstatt oder zur Lagerung eignet sich das zusätzliche Raumangebot. Auch ein Wohn- oder ein Hobbykeller ist bei entsprechendem Ausbau möglich. Ein nettes Nebeneinkommen lässt sich mit der Vermietung einer Kellerwohnung verdienen.

Selbst gebaut oder (halb) fertig angeliefert

Ist die Entscheidung für einen Keller erst einmal gefallen, stellt sich nur eine weitere Frage: Selbst den Keller bauen, ihn bauen lassen oder auf einen Fertigkeller setzen?

Beim sogenannten Fertigteilkeller werden die einzelnen Boden-, Wand- und Deckenelemente vom Werk aus fertig angeliefert und müssen auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden. Das ist bei entstehenden Neubauten unproblematisch, bei der Nachrüstung jedoch nicht ohne weiteres möglich. Vorteile von Fertigkellern sind die kurze Bauzeit sowie die hohe Planungssicherheit, denn Kosten und Bautermin sind bei Fertigkellern in der Regel fix.

Andere Optionen sind beispielsweise der Mitbaukeller oder der Ausbaukeller.

Letztlich ist alles eine Frage der Kosten. Keller liegen je nach Ausbaugrad und Bauweise in unterschiedlichen Preisregionen. Welche Kosten für Bodenplatte, Mitbau-, Ausbau- und Komplettkeller in der Regel anfallen, zeigt unser Ratgeber zum Thema. Interessieren Sie sich für Angebote von Spezialisten, lassen Sie sich Informationen schicken oder beschreiben Sie beim Anbieterkontakt genau, was Sie wünschen.

Keller ausbauen

Den Keller auszubauen, ergibt in vielen Fällen Sinn und schafft - zwar mit etwas Aufwand aber dennoch relativ günstig - mehr Wohnfläche.  Ob Fitnessraum, Sauna, Werkstatt oder Hobbyraum – der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Einige Punkte gilt es allerdings zu beachten. Je nachdem, was beim Hausbau schon erledigt wurde, muss man den Keller gegebenenfalls zunächst vollständig sanieren.

Da besonders Keller mit Feuchtigkeit und Wärmeverlust zu kämpfen haben, ist eine gute Abdichtung sowie Dämmung unerlässlich. Allein schon die Energieeinsparverordnung gebietet das. Abdichtung und Dämmung sind aber auch in Ihrem eigenen Interesse, denn extrem hohe Heizkosten oder gar Schimmelbildung kämen Ihnen langfristig deutlich teurer zu stehen als eine Sanierungsmaßnahme. Im nächsten Schritt kann man den Keller fliesen oder je nach Geschmack und Nutzung Laminat, Dielen oder einen anderen Bodenbelag verlegen.