Steigende Preise für Neubauten

Preissteigerungen 2021 - Holzpreise lassen Hausbau teurer werden

Von Celine Hausenstein Am 17. Mai 2021

Für welche Hausart interessieren Sie sich?

Hausbau-Assistenten starten

Nach Jahren stabiler Preisentwicklungen in der Baubranche, kommt es nun zu Preissteigerungen beim Hausbau. Grund dafür sind vor allem steigende Holzpreise. Zwar macht sich der Preisanstieg auch bei Materialien wie Kunststoff und Aluminium bemerkbar, im Falle des Holzmarktes lässt sich aktuell aber eine besonders gravierende Entwicklung beobachten.

Die Preise steigen: Erhöhte Nachfrage auf dem Holzmarkt

Der Preis von Holz steigt und wird vermutlich auch in den kommenden Monaten nicht sinken. Grund dafür ist eine erhöhte Nachfrage des Rohstoffs - und die hat ihren Ursprung in Nordamerika und China. Hier kam es durch Konjunkturpakete zu regelrechten Baubooms, deren Nachfrage nach Holz nicht aus den eigenen Ressourcen gedeckt werden kann. Außerdem folgte aufgrund der Corona-Pandemie und des damit einhergehenden Lockdowns ein regelrechter Do-it-yourself Boom in den USA.

Durch die weiterhin vorherrschende Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Produktionslücken, kann der Bedarf folglich nicht mehr gedeckt werden. Daher kaufen amerikanische und chinesische Unternehmen Holz auf dem europäischen Markt an, mit der Folge: Hierzulande steigen ebenfalls die Nachfrage und gleichzeitig die Preise.

Steigende Holzpreise Grafik

In der oberen Grafik sind die preislichen Entwicklungen der verschiedenen Holzpositionen sichtbar. Da sich nicht nur die Preise von Konstruktionshölzern, sondern auch von Dachlatten, negativ entwickeln, sind von den aktuellen Preissteigerungen Fertighäuser und Massivhäuser gleichermaßen betroffen.

Künstliche Verknappung treibt Preise zusätzlich in die Höhe

Rund 40 Prozent der 2020 in Deutschland hergestellten Hölzer wurden aufgrund der hohen Nachfrage ins Ausland exportiert. Zwar hat sich diese Quote zu Beginn 2021 nicht drastisch erhöht, die Preise für Holz steigen allerdings trotzdem dramatisch an.

Brancheninsider vermuten dahinter eine Art Hamster-Mentalität, die Händler aktuell für sich nutzen, um den Preis weiter nach oben zu treiben und damit maximale Gewinne einzufahren. Denn von den erhöhten Preisen ist bislang bei den Waldbesitzern nicht viel angekommen. Tatsächlich verfügt Deutschland über einen hohen Bestand an günstigem Holz - das Problem sind die Sägewerke, die das Schnittholz produzieren und mit einer künstlichen Verknappung die Preise nach oben treiben.

Die Folgen:
Generelle Knappheit von Holz. Zahlreiche Baufirmen beklagen aktuell, dass sie nicht mehr ohne Probleme an Holz kommen. Auch einige Dachdeckerbetriebe mussten aufgrund von Holzknappheit ihren Betrieb teilweise einstellen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Hersteller von Paletten haben aktuell ebenfalls Schwierigkeiten, die Kosten zu kalkulieren.

Was bedeutet das für Bauherren?

Als Bauherr, der bereits einen Kaufvertrag zu günstigen Bedingungen abgeschlossen hat, müssen Sie sich vorerst keine Sorgen machen, dass der Preis Ihres Hauses nachträglich steigen wird. Allerdings kann es zu Verschiebungen der Bauarbeiten kommen, wenn der Haushersteller keine großen Holzmengen, die für einen Bau benötigt werden, ankaufen kann.

Auch Bauherren von Massivhäusern müssen mit Verzögerungen rechnen, denn hier kann es zu Verzögerungen von Dachausbau-Arbeiten kommen. Zudem ist hier das Risiko größer, dass die steigenden Materialkosten auf die Bauherren umgelegt werden.

Im Zuge der generellen Knappheit von Holz planen außerdem viele Firmen damit, die Planungen ihrer Häuser etwas holzärmer zu gestalten - sprich: Maße zu verändern und auf andere Materialien zurückzugreifen.

Hauspreise können steigen
Bauherren, die gerade einen Neubau planen und noch keinen Vertrag abgeschlossen haben, müssen sich auf zukünftig höhere Preise einstellen. Auch wenn Experten für die kommenden Monate wieder eine Stabilisierung der Holzpreise voraussagen, kommt es dennoch nicht zu solch niedrigen Preisen wie in den letzten 10 Jahren.

Knappheit auch bei anderen Rohstoffen und Baumaterialien

Bundesweit stehen aktuell Bau- und Handwerker mit dem Rücken zur Wand. Denn neben der Holzknappheit sind auch Dämmmaterialien aktuell kaum noch zu bekommen - und wenn, dann zu horrenden Preisen. Vor allem Dachdecker und Zimmerer sind aktuell betroffen. Trotz voller Auftragsbücher müssen viele Unternehmen Ihre Mitarbeiter aktuell in Kurzarbeit schicken oder sogar Insolvenz beantragen. Durch die Knappheit von Europaletten kommt es aktuell auch zu Lieferengpässen bei anderen Baumaterialien. Auch Kunststoffe und somit Rohre sind aktuell stark von der Materialknappheit betroffen.

Hat Ihnen diese Seite geholfen?
Bisher 4,5/5 Sterne aus 23 Bewertungen

Für welche Hausart interessieren Sie sich?

Hausbau-Assistenten starten
Kostenlos & unverbindlich
4,4 / 5 von 50.000+ Kunden

Sind Sie bereit, Ihr Traumhaus zu finden?

Hausbau-Assistenten starten