Die Risiken beim Ausheben einer Baugrube

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    Wer den Vertrag zum Bau eines Fertighauses unterschrieben hat, wird sich als erstes die Frage stellen: Wann geht es los? Verzichtet er auf einen Keller, ist die Bodenplatte schnell gegossen. Will er einen Keller haben, muss zuerst ja mal die Baugrube ausgehoben werden. Das geht durchaus und mit Hilfe von guten „Kumpels“ in Eigenleistung, Schwielen an den Händen inbegriffen. Die teurere Alternative ist natürlich das Ausbaggern. Wie dem auch sei: Die Vorgaben der Arbeitssicherheit müssen eingehalten werden. Denn wenn durch eine fehlerhafte Absicherung ein Unfall passiert, wird die Bauherren-Haftpflichtversicherung zunächst einmal an den Auftraggeber - also den Käufer des Fertighauses – heran treten. Selbst dann, wenn er das Ausheben der Baugrube in die Hände eines Tiefbauunternehmens gelegt hat. Selbst die schriftliche Bescheinigung, dass das Tiefbauunternehmen für die Sicherheit auf der Baustelle zu sorgen hat, entbindet den Käufer des Fertighauses nicht von seiner Verkehrssicherungspflicht – er hat zumindest zu kontrollieren, dass alles in Ordnung ist.

    Bei der Baugrubenabsicherung muss erstens darauf geachtet werden, dass die Baugrubenwände nicht in sich zusammenfallen. Es wäre nicht das erste Mal, dass spielende Kinder oder die erwähnten „Kumpels“ unter den herabstürzenden Erdmassen verschüttet wurden. Zweitens ist bei der Absicherung der Baugrube darauf zu achten, dass niemand in sie hinein fällt. Da sorgt zunächst ein Bauzaun dafür, dass keine Unbefugten die Baustelle betreten. So ein Bauzaun ist entweder aus Drahtgitter oder Holz und hat Sockelfüße aus Beton oder Kunststoff. Bei einer Höhe von zwei Metern ist solch ein Drahtmodul in der Regel 3,50 Meter breit. Es müssen also mehrere Zaun-Elemente nebeneinander angeordnet und mit Draht verdrillt oder mit Spezialklammern aneinander geschraubt werden. Zusätzlich sollte der Bauzaun mit Warnschildern versehen werden. Allerdings nimmt das Schild „Vorsicht Baustelle! Eltern haften für ihre Kinder“ den Bauherren nicht aus der Haftung, sollte dieser bei der Sicherung der Baustelle geschlampt haben.

    Ist eine Baugrube tiefer als zwei Meter und besitzt einen Böschungswinkel, der größer als 60 Grad ist, muss zwingend eine Absturzsicherung vorgenommen werden. Diese Absturzsicherung muss in einem Abstand von mindestens zwei Metern von der Baugrube aufgestellt werden. Es kann sich dabei um den oben genannten Bauzaun oder um einen dreiteiligen Seitenschutz handeln. Neben dem Schutz vor Hineinfallen in die Baugrube, ist auch das Zusammenstürzen der Baugrubenwände zu verhindern. Die Standsicherheit der Grubenwand hängt von verschiedenen Faktoren wie Böschungswinkel oder Bodenart ab. Auch starke Erschütterungen durch Verkehr oder Rammarbeiten sowie eintretendes Grundwasser können eine Baugrube zum Einstürzen bringen.

    Beim Ausheben der Baugrube in Eigenleistung muss der Fertighauskäufer einiges beachten. Der Arbeitsraum in der Baugrube (also der Bereich zwischen zukünftigem Gebäude und Baugrubenwand) muss mindestens 50 cm breit sein. Oberhalb der Baugrube ist zudem ein mindestens 60 cm breiter Schutzstreifen freizuhalten. Senkrechte Gräben ohne Verbau dürfen nur bis zu einer Tiefe von 1,25 Meter ausgehoben werden. Und das auch nur, wenn die Neigung des Geländes bei nicht bindigen Böden kleiner als 1:10 und bei bindigen Böden kleiner als 1:2 ist. Bei geböschten Baugruben hängt der Böschungswinkel von der Bodenart und den örtlichen Verhältnissen ab. Bei nicht bindigen Böden wie beispielsweise Mutterboden oder sandigem bzw. kieshaltigem Boden darf der Böschungswinkel 45 Grad nicht überschreiten. Maximal 60 Grad darf der Böschungswinkel bei bindigen Böden aus Schluff, Ton oder Feinstkorn betragen. Bei felsigem Boden ist ein Böschungswinkel der Baugrube von maximal 80 Grad erlaubt. Da kann der zukünftige Eigenheimbesitzer schon ins Schwitzen kommen, wenn es alles korrekt machen will, denn die Beurteilung, ob ein bindiger oder ein nicht bindiger Boden vorliegt, wird dem Laien unter Umständen schwer fallen.

    Weitgehend von solchen Problem bleibt der Käufer eines Fertighauses befreit, wenn der Haushersteller alle Arbeiten von der Baugrube bis zur Dacheindeckung übernimmt. Doch auch hier gilt, dass der Bauherr Kontrollpflichten hat, über die Anwälte dann seitenlange Ausführungen machen können, wenn das Kind nicht in den Brunnen, sondern in die Baugrube gefallen ist.

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