Checkliste barrierefreie Wohnungen

Index

     

    Forderungen und Empfehlungen 

    WOHNUMFELD

    Standort

     Ruhige und zentrale Lage im Ort, z.B. in einer Wohnsiedlung

     Barrierefreie Fußwege 

     • Auch für Rollstuhlbenutzer geeignetes Fußwegenetz zu den Wohnfolgeeinrichtungen
     • Wege innerhalb der Wohnanlage müssen mind. 1,20 m breit sein.
     • Wege dürfen in ihrer Nutzbreite und ihrer Höhe nicht durch Bäume, Verkehrsschilder, Masten, Stufen, aufschlagende Türen u.a. eingeengt werden. Die Oberfläche von Wegen muss trittsicher und rollstuhlgerecht gestaltet werden.
     • Die Steigung einer Rampe darf nicht mehr als 6 % betragen. Bei einer Rampenlänge von mehr als 6,00 m ist ein Zwischenpodest von mindestens 1,50 m Länge erforderlich. 

     Pkw-Stellplätze in Wohnungsnähe

     • Richtwert: Ein Pkw-Stellplatz für drei Wohnungen (2,80 x 5,50 m)
     • Es sind Pkw-Stellflächen für Rollstuhlbenutzer vorzusehen und entsprechend zu markieren.
       Die Lage der Stellflächen sollten ein möglichst nahes Heranfahren an die Wohnung ermöglichen. Es ist darauf zu achten, dass an einer Längsseite des Pkw eine 150 cm tiefe Bewegungsfläche vorgesehen wird. 

     Gute Verkehrsanbindungen

    Barrierefreier Zugang zu Haltestellen, fußläufige Erreichbarkeit (bis maximal 500 m): Bus, Straßenbahn, U- und S-Bahn, Deutsche Bahn AG (barrierefreie Erreichbarkeit prüfen)

     Grün- und Erholungsanlagen

     • Sitzplätze in Nähe des Wohngebäudes
     • Treffpunkt mit Sitzplätzen innerhalb der Grünanlage, Sicherheitsaspekt beachten
     • Freizeit- und Erholungseinrichtungen 

     Wohnfolgeeinrichtungen

     • Barrierefreier Zugang zu Wohnfolgeeinrichtungen, fußläufige Erreichbarkeit
       (bis maximal 500 m), auch Einordnung im Wohngebäude möglich
     • öffentliche Verwaltungen, Post, Banken
     • Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf
     • Hausärzte, Fachärzte, Apotheken, Optiker
     • Kulturelle Einrichtungen, Büchereien
     • Veranstaltungsräume, Altentagesstätten, Kirche und kirchliche Einrichtungen
     • Cafés, Restaurants und andere gastronomische Einrichtungen
     • Dienstleistungsbetriebe wie Friseur, Fußpflege, Physiotherapie, WäschereiRollstuhlgerechter Aufzug 

     Barrierefreier Zugang zum Wohngebäude

     • Der Zugang zum Haus vom öffentlichen Fußwegenetz, den Pkw-Parkplätzen und anderen Gebäuden der Altenwohnanlage muss barrierefrei erreichbar sein.
     • Die befestigten Flächen des Zugangs (Fußweg) müssen barrierefrei von allen Seiten einsehbar, gut beleuchtet, rutschfest und für Fahrzeuge von Hilfs- und Betreuungsdiensten befahrbar sein. 

     

    WOHNGEBÄUDE (insbesondere Mehrfamilienhäuser)

     Alten- und behindertengerechte Wohnformen

     • Es sollten nicht mehr als 30 Wohnungen für Senioren und Menschen mit Behinderungen in ein Wohngebäude eingeordnet werden, um eine Massierung zu vermeiden.
     • Es wird eine Durchmischung von Wohnungen für verschiedene Bewohnergruppen in einem Wohngebäude empfohlen.

     Barrierefreier Hauseingangsbereich

     • Gesamter Eingangsbereich ohne Stufen bzw. Schwellen (mit bodengleichen Schmutzabweiser) Wohnebenen sollen stufenlos erreichbar sein.
     • Hauseingangstüren mind. 0,90 m breit und 2,10 m hoch, leichtgängig und kraftbeständig, einbruchhemmend mit Durchblick, keine unteren Türanschläge
     • Wetterschutz, Gegensprech-, Klingel- und Briefkastenanlage
     • Gute Allgemeinbeleuchtung, große beleuchtete Hausnummer
     • Lichtschalter für Flur und Treppe, Gegensprechanlage und Briefkästen in 85 cm Höhe in unmittelbarer Nähe der Eingangstür
     • Rutschfester Bodenbelag 

     Treppenhaus

     • Gerader Treppenlauf mit taktilem Anfang und Ende des Handlaufs
     • Beidseitige Handläufe an Treppen, der innere Handlauf am Treppenauge darf nicht unterbrochen werden.
     • Ausgewogenes Steigungsverhältnis
       – Trittstufe: 27 bis 29 cm Tiefe
       – Setzstufe: 17 bis 18 cm Höhe
     • Sicheres Gehen auf Treppen
     • keine Stufenunterschneidungen
     • kontrastreiche Ausbildung der Stufenkanten
     • Treppe und Treppenpodest muss ausreichend belichtet bzw. beleuchtet werden und die Stufen müssen deutlich erkennbar sein. Taktile, ertastbare Hilfen an Trittstufen und Treppenläufen
     • Die Bewegungsfläche muss neben Treppenauf- und -abgängen mindestens 1,50 m breit sein.
     • Die Lichtschalter im Treppenhaus sind durch abtastbare Markierungen und Farbkontraste zu kennzeichnen. 

     Rollstuhlgerechter Aufzug

     • Fahrkorb des Aufzuges muss eine Mindestfläche von 1,10 m Breite und 1,40 m Tiefe aufweisen. Für das Transportieren von Krankentragen reichen die Abmessungen des Fahrkorbes nicht aus.
     • Anordnung der Taster auf dem Bedienungstableau in 85 cm Höhe (Schrift und Tastenrand soll erhaben sein)
     • Akustische und optische Signale
     • Spiegel gegenüber der Fahrkorbtür
     • Fahrschachttüren müssen eine lichte Breite von 90 cm haben.
     • Vor Fahrschachttüren muß eine Bewegungsfläche von 1,50 m x 1,50 m vorhanden sein. 


    WOHNUNGEN

     Raumprogramm für 1- und 2-Personenhaushalte

     • 1-Zimmer-Wohnungen mit Schlafnische und 2-Raum-Wohnungen für
       1-Personen-Haushalt – 35 bis 40 m² Wohnfläche (förderfähige Wohnfl.)
     • 2-Zimmer-Wohnungen für 2-Personen-Haushalt – bis 55 m² Wohnfläche
       (förderfähige Wohnfl.)
     • 3-Zimmer-Wohnungen für 2-Personen-Haushalt – 60 bis 70 m² Wohnfläche
       (nicht förderfähige Wohnfl.)
     • Rollstuhlbenutzer dürfen 15 m² mehr förderfähige Wohnfläche beanspruchen 

     Freisitz

     • Jeder Wohnung ist ein Freisitz (Loggia, Balkon, Terrasse) zuzuordnen, der
       wind- undnwettergeschützt ist.
     • Mindestbewegungsfläche 1,50 x 1,50 m, stufenloser Zugang
     • Keine unteren Türanschläge oder Schwellen (max. 2 cm Höhe), Haltegriffe in Leibungen bei vorhandenen Türschwellen Blickdichte Brüstung bis max. 60 cm, auch partiell möglich
     • Die Fenstertür soll eine lichte Breite von 90 cm haben.
     • Windschutz Sonnenschutz - Orientierung des Freisitzes nach Süden oder Südosten/Südwesten
     • Wettergeschützte Steckdose, Außenbeleuchtung bei Bedarf
     • Rutschsicherer Bodenbelag, leicht zu reinigen 

     Barrierefreie Wohnungsgrundrisse

     • Barrierefreie Wohnung nach DIN 18025, Teil 2
     • Barrierefreie Wohnung (Rollstuhlbenutzer) nach DIN 18025, Teil 1 

    WOHNGEBÄUDE (insbesondere Mehrfamilienhäuser)

     • Es müssen ausreichende Stell- und Bewegungsflächen vorhanden sein.
     • Mindestbewegungsfläche 1,20 m x 1,20 m
     • Mindestbewegungsfläche als Wendemöglichkeit für Rollstuhlbenutzer 1,50 m x 1,50 m
     • Bewegungsfläche, 1,20 m breit/tief – zwischen Wänden innerhalb der Wohnung (Flur)
     • Bewegungsfläche, 90 cm tief – vor Möbeln
     • Alle zur Wohnung gehörenden Räume sollen stufenlos erreichbar sein
     • Für z.B. Kleinwüchsige, Blinde und Sehbehinderte ist bei Bedarf eine zusätzliche Wohnfläche vorzusehen. Die angemessene Wohnungsgröße erhöht sich hierdurch im Regelfall um 15 m². 

     Wohnraum

     • Ausreichende Stell- und Bewegungsflächen für variable Möblierung
       – Sitzgruppe
       – Fernsehgerät
     • Wohnraum mit Essplatz (ca. 18 m² Mindestfläche)
     • Wohnraum ohne Essplatz (ca. 16 m² Mindestfläche)

     Schlafraum

     • Bei 2-Personenhaushalten muss Doppelbettmöblierung möglich sein ca. 14 m².
     • Bei 1-Personenhaushalten sollte Pflegeperson auch bei Bedarf übernachten können.
     • Die Betten sollen so angeordnet werden können, dass ein Bett bei Bedarf von drei Seiten zugänglich ist. Entlang einer Längsseite des Bettes soll eine Bewegungsfläche von 120 cm Tiefe vorhanden sein.
     • Rollstuhlbenutzer benötigen im Schlafraum mehr Bewegungsflächen (DIN 18025, Teil 1). 

     Bedienfreundliche Küche

     • Küche als selbständiger Raum (ca. 6 m²)
     • Küche als Bestandteil des Wohnraums (ca. 4 m²)
     • Tragfähige Küchenwände (Hängeschränke),
     • Für Rollstuhlbenutzer verschiebbare Hängeschränke
     • Stellfläche für Küchenmöbel
       – 2,50 m Länge für 1-Personen-Haushalt
       – 3,00 m Länge für 2-Personen-Haushalte
     • Herd, Arbeitsplatte und Spüle sollen parallel oder Übereck angeordnet werden und für Rollstuhlbenutzer unterfahrbar sein.
     • Arbeitsplatte für das Arbeiten im Sitzen
     • Möglichkeit der Anordnung von Kühlschrank, Backofen und Mikrowelle in Bedienhöhe
     • Bewegungsfläche entlang der Küchenmöbel
       – in 1,20 m Tiefe
       – in 1,50 m Tiefe für Rollstuhlbenutzer 

     Barrierefreier Sanitärraum (Bad/WC)

     • Mindestfläche Dusche/WC
       – 3,2m² allgemein
       – 5,4 m² für Rollstuhlbenutzer
     • Badewanne/WC
       – 4,9 m² allgemein
       – 6,5 m² für Rollstuhlbenutzer
     • Der Sanitärraum soll vom Schlafraum über den Flur leicht erreichbar sein.
     • Die Tür des Sanitärraumes muss abschließbar, im Notfall von außen entriegelbar sein und sich nach außen öffnen lassen.
     • Bewegungsflächen vor Sanitärobjekten
       – 1,20 x 1,20 m
       – 1,50 x 1,50 m für Rollstuhlbenutzer
     • Bodengleiche Dusche
       – 1,20 x 1,20 m
       – 1,50 x 1,50 m für Rollstuhlbenutzer
     • Möglichkeit des nachträglichen Aufstellens einer Badewanne im Bereich des Duschplatzes
     • Badewanne 0,75 x 1,70 m mit Möglichkeit der Anbringung eines Wannenlifts
     • Beinfreiheit unter dem Waschtisch ab 67 cm über Fußboden
     • Möglichkeit des Anbringens von Stütz- und Haltegriffen, eines Duschklappsitzes, eines
       Deckenlifts durch Schaffung statisch-konstruktiver Voraussetzungen
     • WC mit einer Sitzhöhe von 48 cm
       – mit Möglichkeit der Veränderung der Sitzhöhe
       – auf einer Seite mit dem Rollstuhl anfahrbar (für Rollstuhlbenutzer) 

     Waschmaschinenstellplatz

     • Innerhalb der Wohnung 0,60 x 0,60 cm, oder WM-Stellplatz für Top- und Frontlader mit geringerer Stellfläche im Bad, in der Küche, im Flur
     • außerhalb der Wohnung Wasch- und Trockenraum (bei Bedarf) 

     Abstellraum

     • Größe des Abstellraumes für jede Wohnung 6 m²
       - davon muß 1 m² innerhalb der Wohnung nachgewiesen werden.
       - Abstellräume im Keller 5 m², müssen barrierefrei erreichbar sein.
     • Abstellräume auf der Etage 4 m² und 2 m² als gemeinschaftliche Abstellfläche (Empfehlung) 

     Wohnungszubehörräume

     • Sie müssen von jeder Wohnung barrierefrei erreichbar sein.
     • Fahrradabstellraum
     • Rollstuhlabstellraum
     • Kleine Werkstatt für Reparaturarbeiten
     • Mehrzweckraum (Gymnastik, Hobby u.a.)
     • Trockenräume
     • Waschmaschinenraum wird nicht empfohlen. 

     Türen

     • Wohnungseingangstüren
     • lichte Durchgangsbreite 90 cm, lichte Türhöhe 210 cm
       – einbruchhemmend
       – mit Weitwinkelspion, 2. Spion in Sitzhöhe bei Bedarf
       – mit Gefahrenschließanlage
       – Sperriegel oder Türketten werden nicht empfohlen.
     • Wohnungsinnentüren ohne Schwellen oder untere Türanschläge
     • lichte Durchgangsbreite
       – 80 cm
       – 90 cm bei Wohnungen für Rollstuhlbenuzer
     • Große Glastüren müssen kontrastreich gegliedert und bruchsicher sein.

     Fenster

     • Fenster sollen leicht zu bedienen sein: Für Rollstuhlbenutzer sollten Fenstergriffe in einer Höhe bis max. 130 cm angeordnet werden.
       – empfohlen werden zwei- und mehrteilige Fenster
     • Keine Schwingflügelfenster
     • In einem Wohnraum sollte die Fensterbrüstung ab 60 cm durchsichtig sein
       - auf Absturzsicherung achten (z. B. Gitter)
       - französische Fenster werden empfohlen.
     • Einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren im Erdgeschoss
     • Sonnenschutz bei Fenstern nach Süden und Südosten/Südwesten. Rolläden sollen leicht bedienbar sein. 

     Bodenbeläge

     • Bodenbeläge sollen innerhalb der Wohnung trittsicher und rutschhemmend, elektrostatisch nicht aufladbar und pflegeleicht sein. 

     

    WOHNGEBÄUDE (insbesondere Mehrfamilienhäuser)

     Heizung

     • Die Beheizung muss nach individuellem Bedarf ganzjährig möglich sein.
     • Heizkörperventile müssen in einer Höhe von 40 cm und 85 cm bedient werden können. 

     Sanitärinstallation

     • Nachträgliche Veränderungen entspr. den individuellen Anforderungen sollen
       bauseitig möglich sein.
     • Möglichkeit der nachträglichen Ausrüstung mit Halte-, Stütz- und Hebevorrichtungen durch geeignete Ankervorrichtungen im Rohbau 

     Elektroinstallation

     • Beleuchtung mit künstlichem Licht höherer Beleuchtungsstärke sollte entsprechend dem individuellen Bedarf möglich sein.
     • Ausreichende Anzahl von Steckdosen in allen Aufenthaltsräumen in ca. 60 bis 85 cm Höhe
     • Die Schalter (farblich abgesetzt) sollten als Flächenschalter, in 85 cm Höhe installiert werden.
     • Besondere Sicherheitsanforderungen sind zu beachten: Wechsel- bzw.
       Relaisschaltungen, Einbau von zentralen Ausschaltern 

     Kommunikations- und Fernmeldeanlagen

     • Die Schwachstrominstallation sollte grundsätzlich im Hinblick auf vielfältige
       Nachinstallationsmöglichkeiten in Leerrohrsystem oder in Fußleistenkanälen erfolgen.
     • Telefonanschluss mit Anschlussdose im Flur, Wohn- und Schlafraum
     • Fernsehanschluss im Wohn- und Schlafraum
     • Notrufanlagen
     • Gegensprechanlage mit Türöffner
     • Türklingel als 2-Ton-Gong wegen der besseren Wahrnehmung
     • Möglichkeit der Nachinstallation von Lichtsignalen in allen Räumen 

     Die Checkliste wurde vom Bundesbauministerium entwickelt 
     

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