Holzhaus-Typen und -Merkmale

Wohnblockhäuser

Die älteste und ursprünglichste Art, ein Holzhaus zu bauen, ist die Blockbauweise. Zur Blockbauweise gehören sowohl Vollholzkonstruktionen aus Balken, Bohlen oder aus mehreren Lagen miteinander verleimter oder vernagelter Bretter als auch mehrschalige Konstruktionen mit Außen-, Kern- oder Innendämmung.

Die Rundhölzer werden zur Fugenabdichtung konkav ausgefräst, übereinandergestapelt und an den Hausecken oder beim Stoß mit den Zwischenwänden verzahnt oder überlappt. Die Wände aus Blockbohlen werden durch Nut und Feder miteinander verbunden und in gleicher Weise miteinander überlappt.

Als zusätzliche Dicht- und Dämmmaterialien kommen Filze oder Mineralwolle zum Einsatz. Blockbauten speziell aus nordischer Kiefer überdauern, wie man sich in Skandinavien überzeugen kann, Jahrhunderte. Sie bieten aufgrund ihres diffusionsoffenen Aufbaus ein ausgezeichnetes, natürliches Raumklima und erreichen - je nach Stärke der Balken - beachtliche Wärmedämmwerte.

Verwechseln Sie bitte nicht das Blockhaus, das in einem Garten aufgestellt ist, mit einem Wohnblockhaus. Bei Wohnblockhäusern werden ganz andere Holzqualitäten eingesetzt, die gleichmäßig getrocknet sind.

Dennoch können auch hier Risse im Holz auftreten, die jedoch keinen Reklamationsgrund darstellen und auch die Dichtigkeit und Wärmedämmung des Hauses nicht beeinflussen. Über Holzrisse, die naturgegeben sind, würde sich kein Skandinavier aufregen

Holzskelettbauweise

Diese Holzbauweise ist in Deutschland als Fachwerkbau allgegenwärtig, Architekten und Zimmerleute sprechen auch von Ständerbauweise. Während beim klassischen Fachwerk das Skelett viel engmaschiger ist, bestimmen bei der modernen Ständerbauweise große Abstände zwischen den Holzpfeilern das Erscheinungsbild.

Die senkrechten Ständer und die horizontalen "Schwellen" und "Rähme" sind die tragenden Teile dieser Großrasterkonstruktion, wobei unter Einbezug der nichttragenden, raumabschließenden Elemente außerordentlich vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten entstehen können.

Im klassischen Fachwerkbau wurden die Ausfachungen mit Lehm oder Ziegeln ausgefüllt, im heutigen Fachwerkbau werden moderne Dämm-Materialien verwendet, die von außen verputzt oder mit Riemchen versehen werden. Über Fachwerkhäuser erhalten Sie umfangreiche Spezialinformationen auf fachwerkhaus.de - einer Seite aus unserem Netzwerk. 

Der Vorteil der Holzskelettbauweise liegt darin, daß die Innen- und Außenbekleidungen keine tragende Funktion haben und die Trennwände daher überall erstellt und wieder entfernt werden können. In der Grundrissgestaltung sind Sie damit sehr variabel und flexibel, ebenso wie bei der Gestaltung der Außenwand.

Die Wände können mit Dämmstoffen verfüllt, mit Holzwerkstoffplatten und Gipsbauplatten verkleidet und anschließend verputzt werden. Außerdem können die Wände ausgemauert, gedämmt und verklinkert oder mit Glasfronten versehen werden.

Das moderne Fachwerkhaus mit sichtbarer Holzkonstruktion, verputzten oder ausgemauerten Gefachen und großen Fensterfronten erfreute sich großer Beliebtheit.

Holzrahmenbau

Die weltweit am weitesten verbreitete Holzbauart ist der Holzrahmenbau, wie er in den USA, in Kanada und vor allem in Skandinavien allgegenwärtig ist. Beim Holzrahmenbau bestehen die Wände aus Ständern, die mit Holzwerkstoffen (Spanplatten, OSB-Platten, Bau-Furniersperrholz, Mehrschichtplatten aus Vollholz) oder Gipsplatten bekleidet werden.

Diese Bekleidung trägt, im Unterschied zur Ständer- oder Skelettbauweise, die Lasten mit ab. In der Fabrik wird das einzelne Wandelement bereits auf einer Seite beplankt. Auch Wärmedämmstoffe, Installationen, die Dampfsperre und die innere Beplankung können bereits in der Fabrik erfolgen. Die Holzrahmen-Bauweise ist sehr wirtschaftlich und inzwischen schon so weit gediehen, daß auch Mietshäuser bis zu fünf Etagen auf diese Weise errichtet werden können.

Auch der Holzrahmenbau hat seine Vor- und Nachteile. Durch den Einbau zusätzlicher Rippen kann der Hausgrundriss nahezu beliebig gestaltet werden. Auch individuelle Fenster- oder Türgrößen sind auf diese Weise machbar. Da die meisten Innenwände allerdings tragend sind, lassen sich nachträgliche Veränderungen der Raumgrößen nicht so einfach wie beim Skelettbau durchführen.

Dafür ist die Montagezeit beim Holzrahmenbau meist kürzer als beim Skelettbau. Bei fachkundiger Betreuung läßt sich ein Einfamilienhaus wegen der einfachen Konstruktion sehr gut im Selbstbau beziehungsweise in Eigenleistung herstellen.

Tafelbauweise

Die Tafelbauweise ist eine konstruktive Variante des Holzrahmenbaus, bei der die Wand- und Deckentafeln im Werk vorgefertigt, beidseitig beplankt und mit Wärmeschutz auf Niedrigenergie-Niveau versehen werden. Auch bei der Tafelbauweise wird die Last des Hauses nicht vom Holzskelett, sondern von der kompletten Wand getragen.

Die Tafelbauweise wurde entwickelt, um ein Fertighaus in Großserie produzieren zu können. Sie ist die heute am weitesten verbreitete Fertighausbauweise. Die Tafeln sind bereits mit Fenstern und Türen versehen, die Fassadenseite ist schon verputzt oder bei reinen Holzhäusern verbrettert. Die Tafeln werden auf der Baustelle mittels Kran auf vorgefertigte Kellerdecken oder Fundamente gehoben und dort zusammenmontiert.

Häuser in Tafelbauweise sind durch den hohen Grad der Vorfertigung auf der Baustelle sehr schnell montiert. Eigenleistungen sind bei der Erstellung der Gebäudehülle nicht möglich. Dafür können Sie beim Innenausbau richtig loslegen ("Ausbauhaus").

Mischbauweisen mit Holz

Holz verträgt sich mit allen anderen klassischen und modernen Baustoffen, weshalb Mischbauweisen mit Ziegel und Beton, aber auch mit Glas, Stahl oder Aluminium möglich sind. Um einen Mischbau jedoch hinsichtlich Statik und Wärmedämmung einwandfrei auszuführen, bedarf es eines höheren Konstruktions- und Bauwissens, als beim reinen Holzrahmenbau.