Bautechnik von Fertighäusern

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Das Fertighaus oder dessen Preiswert-Alternative, das Ausbauhaus, ist grundsätzlich ein Haus in Holzbauweise und eine vollwertige Alternative zum konventionell gebauten Haus. Während das Steinhaus auf der Baustelle hochgemauert werden muss, entstehen Fertighäuser und Holzhäuser weitgehend in der Halle, geschützt vor Wind und Wetter. Die großformatigen Bauteile werden mit computergesteuerten Maschinen vorgefertigt und innerhalb einer Woche auf der Baustelle zur kompletten Haushülle montiert. Für den Innenausbau werden dann je nach Hersteller und Eilbedürftigkeit zwei Wochen bis höchstens zwei Monate benötigt. Dann ist Übergabe eines trockenen, sofort bewohnbaren Hauses. Dieses Foto macht die Vorteile der Fertighauses-Bautechnik (hier eines Holzhauses) auf den ersten Blick klar: Während die herkömmlichen Häuser rechts und links noch nicht bezugsfertig sind, weil der Winter Einzug gehalten hat, ist das Fertighaus längst bewohnt - und es bietet, wie man sieht, auch optische Reize.

Klassisch: Holzrahmenbauweise und Holztafelbauweise

Nicht übersehen werden darf aber, dass sich das klassische Fertighaus in Holzrahmen- oder Holztafelbauweise weltweit seit Generationen bewährt hat und in Skandinavien die übliche Bauart eines Einfamilienhauses ist. Lediglich weil im Unterbewußtsein der Deutschen und Österreicher tief verankert ist, dass ein Einfamilienhaus möglichst massiv sein sollte, richtet sich die Fertighausindustrie auch auf massive Varianten ein. Dabei wird das klassische Fertighaus weiterhin bestehen bleiben und weiterhin gebaut und angeboten werden, denn nicht jedermann ist der Meinung, ein Haus sei nur dann ein Haus, wenn es Stein auf Stein gebaut worden ist. Weitere Informationen über die Holzrahmenbauweise erhalten Sie hier. 

Die EnEV schreibt auch eine absolute Luftdichtheit der Gebäudehülle vor - für Wohnhäuser aller Art. Selbstverständlich erfüllen alle neu erbauten Fertighäuser diese Anforderungen. Wenn der Bauherr daran zweifelt, kann er einen Blower-Door-Test machen lassen, der allerdings nicht gesetzlich vorgeschrieben ist und deshalb auch vom Hausbesitzer bezahlt werden muss. 

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Die Abwicklung über nur einen Partner macht sich auch später bezahlt. Die Gewährleistung übernimmt eben e i n e Firma. Sollte es zu Reklamationen kommen, muss sich der Bauherr nicht mit mehreren Handwerkern und Architekt oder Bauleiter auseinandersetzen, die sich die Schuld an einem Bauschaden gegenseitig zuschieben.

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Ausbauhaus als preiswerte Alternative

Fertighäusersind nicht billig, aber preiswert. Vor allem dann, wenn man sich für die "Sparversion", nämlich ein Ausbauhaus entscheidet, bei dem man den Innenausbau teilweise oder (fast) ganz selbst vornimmt. Ab 60.000 € sind Ausbauhäuser zu haben, ab 120.000 € Fertighäuser (wobei es auch Hersteller mit noch geringeren Preisen gibt). Nach oben gibt's kein Limit. Die Villa von 600.000 Euro? Auch diese gibt's in Holzfertigbauweise! Das Fertighaus ist ein "schnelles" Haus, bauphysikalisch bewährt, die Lebensdauer liegt bei über hundert Jahren, die Abwicklung aus einer Hand ist problemlos und es ist der Energiesparer schlechthin. Banken und Bausparkassen beleihen ein solches Objekt genauso wie ein übliches Massivhaus, was nicht verwundert, denn der technische Standard ist hoch, dafür sorgen u.a. Prüfinstitute, Güte- und Qualitätsgemeinschaften.

Mit Verbundschaltechnik zum massiven Fertighaus

Mit der sog. Verbundschaltechnik arbeiten einige wenige Hersteller. Dabei wird zwischen die vorgefertigten Holzwerkstoffwände auf der Baustelle Beton verfüllt. Es entsteht also ein massives Fertighaus. Nach diesem Prinzip arbeiten inzwischen auch einige Anbieter von Selbstbauhäusern bzw. Bausatzhäusern, wobei sogenannte Verfüllziegel aus gepressten Holzspänen bzw. aus Blähton aufeinandergesetzt und dann mit Beton verfüllt werden. Eine weitere Alternative des Bausatzhauses sind Hartschaum-Schalungssteine aus Polystyrol, die ähnlich wie Legosteine auf- und aneinander geschichtet und zum Schluß ebenfalls mit Beton ausgefüllt werden. Doch zu den Bausatzhäusern gehören auch jene, die der Bauherr nach einem vorgegebenen Bauplan aus Plansteinen und Porenbetonsteinen selbst hochzieht.

Beim Bausatzhaus wird selbst gemauert

Ein Bausatzhaus ist also die preiswerteste Alternative, weil hierbei der Bauherr nicht nur den Innenausbau durchführt, sondern in Eigenleistung das ganze Haus hochmauert. Doch was heißt "mauern" im Zusammenhang mit einem Bausatzhaus? Ein Bausatz kann auch aus angelieferten Balken und Bohlen bestehen, mit denen ein Holzhaus oder ein Wohnblockhaus in Eigenregie errichtet wird. Und einige wenige Fertighaushersteller gehen sogar soweit, dass sie - wenn der Kunde es so will - die vorgefertigten Wände und Decken bis an die Baustelle liefern, also sozusagen "auf die grüne Wiese legen" und der Bauherr dann selbst dafür sorgen muss, diese Elemente zu montieren. Ob das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

Fertighäuser aus vorgefertigter Ziegelwand

Stand und steht der Begriff Fertighaus bisher für eine nicht massives, also nicht aus Ziegelsteinen oder Beton errichtetes Haus, so wird man diesen Begriff in Zukunft weitergefaßt verstehen müssen. Auch Häuser aus vorgefertigten Betonelementen oder sogar komplett vorgefertigten Ziegelwänden sind Fertighäuser. Vom Verständnis her macht es keinen Unterschied, ob die Elemente aus einer Holzkonstruktion bestehen oder aus Beton-Fertigteilen oder einer Ziegelwand. Das unumstößliche Merkmal eines Fertighauses ist und bleibt aber, dass die gesamte Gebäudehülle in Einzelteilen in einem Werk vorgefertigt worden sind und dann auf der Baustelle zum Haus zusammengefügt werden.

Das Systemhaus als verkapptes Fertighaus

So ist das auch bei einem Haustyp, für den es keine einheitliche Vokabel gibt. Es ist das klassisch gemauerte Haus, das nicht individuell von einem Architekten entworfen wurde, sondern als Typenhaus angeboten und bundesweit mit eben diesen identischen Typen in identischer Bauweise angeboten wird. Wie beim Fertighaus auch, kann derselbe Haustyp also vielfach in Deutschland und Österreich anzutreffen sein. Und wie beim Fertighaus auch, hat es der Bauherr nur mit einem Hersteller zu tun. Und wie beim Fertighaus auch, zieht der Bauherr in ein komplett fertig gestelltes Haus ein. Weil diese Häuser nach einem bestimmten System und mit systematisierten Bauteilen errichtet werden, sprechen wir in diesem Zusammenhang von Systemhäusern, während die Hersteller gerne von einem "massiven Fertighaus" sprechen, was aber in diesem Zusammenhang nicht ganz korrekt ist. Das Baumaterial jedenfalls, mit dem ein solches Systemhaus gebaut wird, ist der Baustein - und dieser kann aus sehr unterschiedlichen Materialien bestehen. Vom Porenbetonstein über den Hohlkammerziegel bis zum KS-Stein.

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